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Casentino

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Das Casentino ist eine Landschaft in der Toskana und liegt in der Provinz Arezzo.

Regionen[Bearbeiten]

Orte[Bearbeiten]

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Casentino liegt am östlichen Rand der Toskana an der Grenze zur Emilia Romagna und wird von Landwirtschaft und Handwerk geprägt, Tourismus spielt hier noch keine übergeordnete Rolle. Die Haupterwerbszweige sind in der Landwirtschaft Schafszucht mit Woll- und Käseherstellung (Pecorino) und Forstwirtschaft. Handwerkliche Schwerpunkte sind die (kunst-)handwerkliche Verarbeitung von Holz, Eisen und Gold sowie die Produktion von Textilien.

Sprache[Bearbeiten]

Italienisch.

Da es hier weniger Tourismus gibt, sollte man sich nicht auf Englisch verlassen, ein Schnellkurs Italienisch und ein Wörterbuch sind angeraten.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Pkw: Von Norden kommend empfehlen sich zwei Strecken:

Entweder über die A1 (E35) bis Florenz Süd (Firenze Sud), dann Richtung Pontessieve und über den Passo della Consuma in das Casentino. Alternativ bei Bologna auf die A14 (E55) bis hinter Forlì auf die SS 3bis (E45) bis Bagno di Romagna und dort über den Passo dei Mandrioli. Beide Pässe sind in gutem Zustand und haben eine schöne Aussicht, im Winter gilt jedoch Schneekettenpflicht.

Mobilität[Bearbeiten]

Da das Casentino eine vergleichweise schwache Infrastruktur hat und an keiner der Hauptverkehrsrouten liegt, ist ein Pkw für den Urlaub dringend angeraten!

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Das Casentino ist eine waldreiche Berglandschaft, die zum Wandern einlädt. Besonders erwähnenswert ist der große Parco Nazionale delle Foreste Casentinesi e Monte Falterona, wo sich die Quelle des Arno befindet. Die Wanderwege des Nationalparks sind überwiegend sehr gut markiert und abwechslungsreich, Karten erhält man vor Ort.

Eine weitere Attraktion ist der Consuma-Pass (1060 m) zwischen Florenz und Bibbiena, von dem man eine weite Aussicht auf das Casentino genießt und viele Picknick-Plätze und Ausflugslokale auf Gäste warten.


Besonders sehenswert sind die Klöster des Casentino:

Camaldoli, gegründet 1024 durch Benediktinermönch Romuald und heute Zentrum des Kamaldulenser-Ordens, liegt sehr idyllisch an einem Bachlauf im Nationalpark Foreste Casentinesi und wird von einem wildreichen Mischwald umgegeben, in dem vor allem die riesigen Weißtannen hervorstechen. Unbedingt einen Besuch lohnt die Antike Apotheke, wo man die kosmetischen und kulinarischen Erzeugnisse der Klosterwerkstatt kaufen kann. Neben Naturkosmetik und pflanzlichen Heilmitteln findet sich auch ein hervorragender Waldhonig sowie der Tannenlikör Lacrima d'Abeto.

Einige Kilometer oberhalb des Klosters kann man die Eremitage Eremo di Camaldoli mit ihren zwanzig kleinen Einsiedlerhäusern und einer barocken Klosterkirche besichtigen.

Auf einem Felsen gelegen, befindet sich das Kloster La Verna über der kargen Klause von Franz von Assisi. Der älteste Teil, die Kirche Santa Maria degli Angeli, stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde noch von Franz von Assisi begonnen. In der größeren Klosterkirche Chiesa Maggiore (14. Jahrhundert) befinden sich heute Reliquien des Hlg. Franz von Assisi. Von der Chiesa delle Stimmate (Stigmata-Kirche) von 1263 gelangt man u.a. in einen Wandelgang mit Fresken, die Leben und Wirken des Heiligen erläutern. Das Kloster ist ein beliebter Pilgerort, doch auch wegen seiner Panoramalage und der quellenreichen Umgebung einen Besuch wert.


Das kleinstädtische Zentrum des Casentino ist Bibbiena. Im Mittelpunkt der schönen Altstadt liegt am höchsten Punkt die Piazza Tarlati mit einer Aussichts-Terrasse, einer schattigen Loggia im benachbarten Palazzo Vecchietti-Poltri und der Chiesa San Ippolito aus dem 12. Jahrhundert. Empfehlenswert ist eine Besichtigung des Oratorio di San Francresco, das im 18. Jahrhundert im Rokoko-Stil umgebaut wurde und damit eine Besonderheit in der Toskana darstellt. Eine weitere Besonderheit ist das Teatro Dovizi von 1842. Die gepflegte, kleine Schaukasten-Bühne dient nicht nur Theateraufführungen, hier werden sogar speziell konzipierte Opern aufgeführt, womit das Teatro Dovizi weltweit zu den kleinsten bespielten Opernhäusern gehört. Im 2005 eröffneten Museo del Teatro e Costume erfährt man etwas über die Geschichte des Theaters und kann kunstvolle Kostüme besichtigen.

Im Tal unterhalb der ruhigen Altstadt hat sich die lebhafte Neustadt von Bibbiena ausgebreitet, ein wenig außerhalb findet man das große Einkaufszentrum "Centro Casentino".

Unweit von Bibbiena liegt das idyllische Städtchen Poppi auf einem weithin sichtbaren Hügel, dominiert von dem Castello Guidi, das besichtigt werden kann und wechselnde Kunstaustellungen beherbergt. Sehenswert ist die etwas tiefer gelegene, ruhige Via Cavour mit den traditionellen Logge, die hier noch nicht alle zu Touristenfallen ausgebaut sind. Die Via Cavour endet an der kleinen Chiesa del Morbo mit achteckigem Grundriss und Kuppeldach. Im Tal liegt die Neustadt Ponte a Poppi mit vielen Läden für den alltäglichen Bedarf. Man kann hinter der großen Brücke zwischen Alt- und Neustadt den Wagen parken und über eine pittoreske, steile Kopfsteingasse nach Poppi spazieren.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Das Casentino mit seinem riesigen Naturpark, den Bergen und ausgedehnten Wäldern, ist ein Paradies für Wanderer, Mountain-Biker und Reiter. In der Vielzahl von Trekking-, Wander- und Radwanderwegen findet sich für jeden Geschmack und jede Konstitution die richtige Route durch die abwechslungsreiche Landschaft. Die wild- und artenreiche Natur lädt außerdem zu Tierbeobachtungen und botanischen Exkursionen ein.

Ein dichtes Netz von Agritourismus-Betrieben, Ferienhäusern, kleinen Hotels und Bed&Breakfast-Pensionen bietet reichlich Übernachtungs- und Freizeitmöglichkeiten in allen Preisklassen an, wobei das Casentino verglichen mit anderen Landschaften der Toskana preisgünstig ist. Viele Betriebe warten dabei mit einem großen Angebot an sportlichen Aktivitäten wie geführten Wanderungen, thematischen Exkursionen und Ausritten, Bogensport- und Reitkursen und vielem mehr auf. Auch eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten für Leib und Seele stehen zur Auswahl, wie z.B. Musik-, Keramik-, Koch- und Wellness-Workshops.

Baden kann man in vielen Flussbecken, Seen und öffentlichen Bädern.

Besonders geeignet ist das Casentino für alle, die Entspannung, Ruhe und Natur abseits der Touristenzentren suchen.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die Küche des Casentino ist bodenständig und wird bis heute stark von dem saisonalen Nahrungsangebot in den weitläufigen Wäldern bestimmt. Traditionelle Zutaten sind Kastanien, Nüsse, Pilze, Kartoffeln, Polenta (Maisgries) sowie verschiedene Bohnen- und Kohlsorten, außerdem der einheimische Pecorino (Schafskäse), ferner Hasen, Wildschweine und anderes Wild; Huhn, Ente und Kaninchen und gelegentlich einheimische Flussfische wie Forellen oder Aal, beliebt sind auch Frösche. Außerdem gibt es eine große Palette von Wild- und Gartenkräutern, wobei besonders nepitella (Bergminze) erwähnenswert ist. Nachspeisen werden oft mit den vielfältigen regionalen Honigsorten gesüßt.

Spezialitäten:

Acquacotta, eine Gemüsesuppe, gern mit Schwarzkohl oder Bohnen zubereitet, die mit geröstetem Brot und einem gestockten Ei serviert wird.

Scottiglia, ein reichhaltiger Eintopf aus verschiedenem Fleisch und Geflügel mit Suppengemüse, Tomaten und Röstbrot.

Scacciata [alternative Schreibweise: schiacciata], ein "zerdrückter" Hefeteigfladen mit Olivenöl, oft mit Rosmarin, Tomaten, Zwiebeln oder Oliven belegt gebacken.

Funghi in umido, geschmorte Pilze mit Wildkräutern und Bergminze.

Castagnaccio, ein fester, fladenartiger Kuchen aus Kastanienmehl mit Walnüssen oder Pinienkernen, Rosmarin und Rosinen.


Weine: Im zentralen Casentino selbst spielt der Weinbau keine große Rolle. Sehr hochwertige, lagerfähige Rotweine Chianti Rùfina werden jedoch um Rùfina an der nördlichen Grenze des Casentino hergestellt. Im Süden grenzt das Gebiet des Chianti Colli Aretini ans Casentino, einer traditionell etwas leichteren Chianti-Variante. Erwähnenswert ist ferner der weiße und rote Pomino, der ebenfalls um Rùfina produziert wird.

Ausgehen[Bearbeiten]

In den warmen Monaten bis in den Herbst hinein finden in vielen Städtchen und Döfern des Casentino an Wochenenden sogenannte Sagre (Dorffeste) statt, überwiegend zu einem kulinarischen Thema z.B. Fest des Steinpilzes oder der Kastanie etc. Besonders die traditionellen Sagre sind eine echte Erfahrung wie die Sagra della Ranocchia (Fest des Froschs) im August in Poppi. Bei Touristen beliebter ist z.B. die Sagra del Tartufo Nero (Fest des schwarzen Trüffels) im August in Chiusi della Verna oder die Biennale in Pratovecchio I Sapori del Casentino im Oktober in geraden Jahren, die alle kulinarischen Genüsse der Region vereint. Eine Sagra ist meistens eine Mischung aus kulinarischem Straßenfest mit Tischen unter freiem Himmel inklusive Live-Musik und einem kleinen Markt mit Süßwaren- und Spielsachen-Ständen etc.

Im Juli und August gibt es in Bibbiena, Poppi und anderen Orten regelmäßig Freilicht-Kino und Konzerte, am besten beachtet man die Aushänge vor Ort, da selten alle Veranstaltungen im Internet angekündigt werden.

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Das Klima im Casentino ist etwas rauer und kühler als in der zentralen Toskana, abhängig von der Höhenlage der Orte. Bis Mitte Mai und ab September müssen mit kühlem Wind und Niederschägen gerechnet werden, im Winter gibt es auch Schnee.

Die ideale Reisezeit ist Mai bis Oktober, wobei man im Casentino sogar im Hochsommer wandern kann, wenn man Wege durch höher gelegene Gebiete und schattige, quellenreiche Wälder wählt. Das Casentino ist damit eine gute Alternative für Naturliebhaber und Familien, die auf die Sommerferien angewiesen sind.

Im Juli und August sind an den Wochenenden sehr viele Städter im Casentino unterwegs, um der Hitze zu entfliehen, besonders beliebte Ausflugsziele sind Vallombrosa und das Pratomagno-Gebiet im Westen des Casentino, ferner der Passo della Consuma und der Passo dei Mandrioli sowie der Monte Falterona.

Weiter geht's[Bearbeiten]