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Schweden

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Lage
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Flagge
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Kurzdaten
Hauptstadt: Stockholm
Staatsform: Konstitutionelle Monarchie
Währung: 1 Schwedische Krone (SEK)
= 100 Öre
Fläche: 450.000 km²
Bevölkerung: 8,99 Mio
Sprachen: Schwedisch
Religionen: Lutheraner 87%
Telefonvorwahl: +46
Internet TLD: .se
Zeitzone: UTC+1 (MEZ)
Sommerzeit: UTC+2 (MEZ+1)


Karte von Schweden

Schweden ist mit etwa 9 Millionen Einwohnern das größte skandinavische Land in Nordeuropa. Es grenzt im Westen an Norwegen und im Nordosten an Finnland. Im Osten wird das Land von der Ostsee sowie dem Bottnischen Meerbusen und im Südwesten von den Meerengen Kattegat und Skagerrak, denen gegenüber Dänemark liegt, begrenzt. Die beiden größten Inseln von Schweden sind Gotland und Öland. Die zu Finnland gehörenden Åland-Inseln lassen sich ebenfalls zum schwedischen Kulturkreis hinzurechnen.

Seit 1995 ist das Land Mitgliedsstaat der Europäischen Union.

Regionen

Schweden wird in drei Landesteile oder Regionen unterteilt.

Dies sind:

  • Götaland besteht aus den 10 südlichsten Provinzen Schwedens.
  • Svealand im südlichen Drittel Schwedens ist das Zentrum des Landes. Es beinhaltet Stockholm.
  • Norrland ist die relativ spärlich besiedelte nördliche Hälfte des Landes.

Darüber hinaus hat das Land eine administrative und eine historische Einteilung, die immer wieder miteinander verwechselt werden. Auf der einen Seite gibt es die 25 historischen Provinzen, landskap genannt. Administrativ gliedert sich Schweden heute in 21 Verwaltungseinheiten, die län. Oftmals sind die landskap und die län deckungsgleich (z.B. Skåne, Blekinge, Dalarna, Värmland). Manchmal umfassen die län aber auch mehrere landskap (z.B. Västra Götalands län, Jämtlands län, Gävleborgs län) oder umgekehrt (Kronobergs län, Jömköpings län und Kalmar län ergeben zusammen die landskap Småland). Stockholms län schließlich besteht aus Teilen der historischen Provinzen Uppland und Södermanland.

Städte

  • Stockholm - die Hauptstadt, die sich über 14 Inseln verteilt
  • Göteborg - die zweitgrößte Stadt an der Westküste, Mündung des Flusses Göta älv
  • Malmö - im Süden, gegenüber von Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen am Öresund gelegen
  • Uppsala - nördlich von Stockholm, eine der größeren Universitätsstädte mit historischer Bausubstanz
  • Jönköping - größte Stadt Smålands, am Südufer des Vättern, früher Zentrum der Streichholzherstellung (Streichholzmuseum)
  • Karlskrona - einzige Barockstadt Schwedens, bedeutende Marinebasis, z.T. zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörend
  • Västerås - 100 km westlich von Stockholm, nördlich von Mälaren, Dom
  • Eskilstuna - 100 km westlich von Stockholm, südlich von Mälaren
  • Strängnäs - 100 km westlich von Stockholm, südlich von Mälaren, Dom
  • Linköping - 200 km südwestlich von Stockholm, Dom
  • Karlstad - 300 km westlich von Stockholm, nördlich von Vänern, Mündung des Flusses Klarälven, Dom
  • Kalmar - Hafenstadt an der Ostsee, in der die Kalmarer Union zwischen Dänemark, Schweden und Norwegen geschlossen wurde. Verbindung zur Insel Öland
  • Trollhättan - nördlich von Göteborg, bekannt als Produktionsort der Automarke Saab
  • Lund - etwas nördlich von Malmö gelegen, die größte Universitätsstadt, bekannt für den ältesten Dom Skandinaviens
  • Helsingborg - liegt nördlich von Malmö, an der schmalsten Stelle des Öresund gegenüber dem dänischen Helsingør
  • Norrköping - 160 km südwestlich von Stockholm, Hafenstadt an der Ostsee
  • Örebro - 200 km westlich von Stockholm, westlich von Hjälmaren
  • Umeå - Hafenstadt an der Ostsee, Mündung des Flusses Ume älv
  • Luleå - Hafenstadt an der Ostsee, Mündung des Flusses Lule älv
  • Kiruna - Eisenerzbergbaustadt im äußersten Norden, flächenmäßig die zweitgrößte Kommune der Welt
  • Sundsvall - Hafenstadt an der Ostsee
  • Tärnaby - Dorf beim Fluss Ume älv, nicht weit von der norwegischen Grenze
  • Skellefteå - Hafenstadt an der Ostsee
  • Hudiksvall - Hafenstadt an der Ostsee
  • Gävle - Hafenstadt an der Ostsee, Eisenbahnmuseum
  • Jokkmokk
  • Gällivare
  • Växjö - Stadt in Småland und Zentrum der großen Auswandererwellen im 19. Jahrhundert (Auswanderermuseum) sowie des Glasreiches
  • Ystad - ganz im Süden, Fähre nach Swinemünde in Polen
  • Trelleborg - südlichste Stadt Schwedens, Fährverbindungen nach Deutschland (Travemünde, Rostock) Bornholm und Polen

Weitere Ziele

  • Glasriket - das Glasreich in Småland mit 15 Glashütten, die alle besichtigt werden können ([1])
  • Store mosse - Südschwedens größtes Moor, Nationalpark, nordwestlich von Värnamo gelegen
  • Stora alvaret - baumlose, steppenartige Landschaft auf der Insel Öland, UNESCO-Weltkulturerbe
  • Rökstenen - Runenstein mit der längsten Runeninschrift der Welt, nahe der E4 bei Ödeshög, Östergötland
  • Åre - eines der größten schwedischen Wintersportgebiete mit 44 Liftanlagen
  • Sarek - der größte Nationalpark mit 197.000 ha an Unberührtheit
  • Jukkasjärvi (Nordschweden) mit seinem Eishotel, einem Bau aus Schnee und Eis, der im Sommer schmilzt und jedes Jahr neu aufgebaut wird
  • Gotland - Schwedens größte Insel mit ihrer mittelalterlichen Hauptstadt Visby
  • Glimmingehus - besterhaltene Mittelalterburg Skandinaviens, nahe Simrishamn in Skåne
  • Göta kanal[2] - Wasserweg, der die Ostsee mit dem Vänern und durch Göta Älv damit die Ostsee mit der Nordsee (Göteborg) verbindet. Bootausflüge möglich.
  • Grimeton - letzter noch funktionsfähiger Maschinensender der Welt, UNESCO-Weltkulturerbe
  • Dalslandskanal - Wasserweg, der den Vänern mit dem Seensystem in Dalsland (Westschweden) verbindet, beliebt bei Boots- und Kanu-Touristen
  • Kebnekaise - Schwedens höchster Berg bei Kiruna in Nordschweden (2.111 m)
  • Kungsleden - bekanntester Wanderweg Schwedens in Lappland
  • Bergslagsleden
  • Öland - Zweitgrößte Insel Schweden, die mit einer gebührenfreien Brücke mit dem Festland (von der Stadt Kalmar aus) verbunden ist. Bekannt für Vogelbesichtigungen, Schlösser und alte Siedlungen.

Hintergrund

Domkirche in Lund
Sergels Torg in Stockholm

Obwohl einst Großmacht und im 17. Jahrhundert drei mal so groß wie heute, hat sich Schweden seit fast 200 Jahren an keinem Krieg mehr beteiligt. Es versucht, seine Neutralität zu bewahren und gilt als Vorreiter für Friedensinitiativen. Seit dem Eintritt in die Europäische Union sind, durch eine Gesetzgebung, die Neutralität bzw. die Allianzunabhängigkeit formell abgeschafft, was aber sogar nicht bei allen Schweden bekannt ist. Schweden ist, wie Finnland, kein NATO-Mitglied. Über die Grenzen hinaus bekannt geworden sind Politiker wie Dag Hammarsköld, Olof Palme, Hans Blix (IANA, UNMOVIC) und Anna Lindh. Das Land besitzt einen großen Anteil an Ausländern, die sich meist in Vororten niedergelassen haben. Schweden ist eine konstitutionelle Monarchie; der König Carl XVI Gustaf besitzt keine Exekutivrechte. Eine lange Tradition besitzt die Lutherische Kirche, jedoch spielt diese in der stark atheistisch geprägten Gesellschaft nur noch eine untergeordnete Rolle.

Schweden hat mit Erfolg ein eigenes Wirtschaftsmodell entwickelt, den "Wohlfahrtsstaat", der auch in andere Länder exportiert wurde. Seit den 1990er Jahren musste dieses System jedoch verstärkt an die veränderten Rahmenbedingungen, die die zunehmende Globalisierung hervorbrachte, angepasst werden. Die Arbeitslosenquote zählt mit etwa 4 % zu den niedrigsten in Europa. Schweden trat 1995 der Europäischen Union bei, entschied jedoch in einem Referendum 2003, den Euro nicht einzuführen. Die Politik des 20. Jahrhunderts war vorwiegend von den Sozialdemokraten bestimmt.

Anreise

Flugzeug

Der größte Flughafen Schwedens ist Arlanda. Flüge gibt es täglich von jedem größeren deutschen Flughafen.

Das Stadtzentrum von Stockholm ist von Arlanda mit dem Bus innerhalb von 45 Minuten meist im 10 Minuten-Takt für umgerechnet weniger als 8€ zu erreichen. Mit dem Zug geht es in 20 Minuten, dieser ist aber natürlich auch entsprechend teurer.

Eine Alternative ist der Flughafen Skavsta, der durch Ryanair von Frankfurt-Hahn, Bremen, Lübeck und Weeze (Düsseldorf-Niederrhein) angeflogen wird. Dieser Flughafen liegt südlich von Stockholm bei Nyköping und ist mit dem Bus innerhalb von 70 Minuten für 249 SEK (Hin- und Rückfahrt, 149 SEK für die einfache Fahrt) zu erreichen.

Von Österreich aus bietet Austrian Airlines Flüge um die 170 € nach Stockholm (Stand: Sept. 2009). Eine andere günstige Möglichkeit ist der Flug mit FlyNiki, hier ist es bei früher Buchung möglich um ca. 65 € von Wien nach Arlanda hin und retour zu fliegen.

Sogar der Norden des Landes, beispielsweise Kiruna, ist ab Arlanda recht gut zu erreichen.

Bahn

Alle 20 Minuten fährt im Kopenhagener Hauptbahnhof und im dortigen Flughafenbahnhof ein Zug mit dem Ziel Malmö ab. Bei einem Fahrpreis von 98 SEK verkehren diese Züge in weniger als 30 Minuten über die bekannte Öresundsbron nach Schweden.

Ab Berlin fährt im Sommer (meist?) täglich, im Frühjahr und Herbst jeweils dienstags, donnerstags und sonnabends der privat betriebene "Berlin Night Express" nach Malmö. Abfahrt ist um 23:25 im neuen Hauptbahnhof (unten), Ankunft am folgenden Morgen um 08:01. Im Winter wird die Verbindung nicht betrieben. Die Preise für die einfache Fahrt variieren zwischen 250 € im Einbettabteil und 88 € für Erwachsene ab 25 Jahren im Sechserabteil. Junge Leute im Alter zwischen 16 und 25 Jahren zahlen im Sechserabteil hingegen nur 60 €, Kinder nur 18 €.

Bus

Es gibt eine Reihe von Busbetrieben, die Reisen nach Schweden anbieten.

Auto

Die kürzeste Anreisemöglichkeit aus Nord-/Westdeutschland erfolgt über die Vogelfluglinie. Sie führt über Fehmarn und beinhaltet etwa eine Stunde Fahrzeit mit der Fähre nach Dänemark, etwa 2 Stunden durch Dänemark, wahlweise über die neue Brücke nach Malmö oder über Kopenhagen und die Fähre Helsingör–Helsingborg, etwa 30 Minuten. Etwas länger, aber bequemer, ist man mit der Fähre Travemünde-Trelleborg (nahe Malmö) unterwegs. Die Fahrt lohnt sich gegenüber der Vogefluglinie auch finanziell, wenn man zu den Fährkosten die des Kraftstoffs addiert.
Tipp: Wenn man sich sicher ist, alle vier Überfahrten auf den erstgennanten Linien zu machen, lohnt es sich ein "Schweden-Ticket" (für alle vier Überfahrten jeweils ein Ticket, man muss sich festlegen ob man die Fähre oder die Brücke von Dänemark nach Schweden nimmt, die Gültigkeit ist auf ein paar Monate beschränkt, keine Reservierung nötig) zu erwerben. Man spart etwas Geld und es verkürzen sich die teilweise langen Wartezeiten an den Fähranlegern, weil man die Automatenstation benutzten kann und nicht an der Kasse zu warten braucht. Das früher angebotene Kombiticket für die Vogelfluglinie und die Öresundbrücke existiert leider nicht mehr.

Aus dem östlichen Deutschland im weitesten Sinne führt die kürzeste Route über die direkten Fähren nach Schweden, Rostock-Trelleborg sowie Sassnitz-Trelleborg. Details zu diesen Fähren siehe unten. Wer aus Ostdeutschland kommend durch Dänemark fahren möchte, um die Öresundbrücke zu nehmen, der kann auch von Rostock nach Gedser übersetzen und fährt ebenfalls noch ca. 2 h bis Kopenhagen.

Nach Götaland und Svealand gelangt man mit dem Auto recht zügig. In Norrland werden die Distanzen größer; wer eigentlich nicht gerne Auto fährt, sollte für die Anreise das Flugzeug dem Auto vorziehen.

Schiff

Von Dänemark aus existieren folgende Schiffsverbindungen nach Schweden:

Von Deutschland aus existieren folgende Schiffsverbindungen nach Schweden:

Zwischen Kiel und Göteborg verkehrt eine Fähre der Stena Line. Die Abfahrt erfolgt gegen 19:30 in beiden Häfen, die Ankunft gegen 09:00 Uhr. Diese Verbindung ist relativ teuer, aber diese Preise relativieren sich, wenn man in Schweden in einem Hotel übernachten muss.

Auch zwischen Travemünde und Trelleborg gibt es einen regelmäßigen Fährverkehr mit TT-Line. Ferner verkehrt Nordö Link von Travemünde nach Malmö.

Die wichtige Verbindung zwischen Rostock und Trelleborg bietet einen regelmäßigen Fährverkehr mit bis zu sechs Verbindungen [3] täglich. Die Fahrzeit liegt zwischen 5 Stunden 45 Minuten und 7 Stunden 30 Minuten. Fährgesellschaften sind Scandlines und TT-Line.

Die Verbindung von Sassnitz nach Trelleborg wird von Scandlines unterhalten.

Von Polen aus existieren folgende Schiffsverbindungen nach Schweden:

Interessant für den deutschsprachigen Schwedenbesucher dürfte ferner die Polferries-Verbindung mit der "M/F WAWEL" von Swinemünde nach Ystad sein. Abfahrt in Swinemünde ist täglich um 23:30, die Ankunft erfolgt am nächsten Morgen um 06:30.

Unity Line (http://www.unityline.pl/) täglich 13:00 Uhr Swinemünde nach Ystad und 13:30 Ystad nach Swinemünde

Die Fährverbindungen weiter östlich sind vielleicht weniger interessant, der Vollständigkeit halber und im Interesse des Gotland-Besuchers aber im folgenden aufgeführt:

Mobilität

Bahn

Das Bahnfahren ist nicht wesentlich (wenn überhaupt) billiger als das Fliegen. Auch landschaftlich ist es nicht besonders ansprechend, da man eigentlich fast nie aus dem Wald herauskommt und daher der Blick aus dem Fenster quasi nie etwas Neues oder Interessantes bietet. Allerdings kann man über das Internet bei der schwedischen Zuggesellschaft SJ zugebundene Tickets kaufen, welche in etwa dem Preisniveau von Osteuropa entsprechen, z.B. Stockholm - Narvik um ca. € 35 im Liegewagen. Vorteilhaft sind die schnellen Strecken zwischen den großen Städten. Oft lohnt sich schon für eine normale Hin- und Rückfahrt das ScanRail-Ticket (seit 1.1.2008 nicht mehr erhältlich), das man in Deutschland zu verschiedenen Bedingungen kaufen kann. Die Idee orientiert sich an dem bekannten Interrail-Ticket.

Auto

Geschwindigkeitsübertretungen beim Autofahren ziehen hohe Strafen nach sich. Mit Nachsicht ist nicht zu rechnen. Bei zu hoher Geschwindigkeitsübertretung ist mit einem Entzug des Führerscheins zu rechnen. In Växjö und Umgebung gibt es besonders viele Radarfallen. In Ortschaften gilt 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h (Schotter 70 km/h), auf Autobahnen 110 km/h. Diese Angaben relativieren sich, weil die Geschwindigkeitsbegrenzungen geführt sind, dass heißt bei jeder Änderung neu festgelegt werden. Ortschilder sind eher die Ausnahme.

Noch weniger Nachsicht ist aber zu erwarten, wenn man mit dem Auto auf einen Elch trifft. Bedingt durch Körperbau (hochbeinig, drückt das Dach ein) und Gewicht (bis zu 600 kg) enden solche Begegnungen oft tödlich. Deshalb Augen auf! Vor allem auf Nebenstraßen, bei denen das Unterholz bis zum Straßenrand steht, langsam fahren. Die gefährlichste Zeit ist die Dämmerung, riskant sind vor allem Lichtungen.

Die schwedische Verkehrsbehörde (Trafikverket) unterhält eine ganz hervorragende Website, die sowohl aktuelle Informationen über Wetter und Straßenzustand, als auch wertvolle allgemeine Hinweise bietet: http://www.trafikverket.se/

Sehr gut ist die Nord-Süd-Autobahn MalmöHelsingörJönköpingStockholm (E20), wenn auch im Süden noch einige kurze Strecken nicht ausgebaut sind. Neu sind 2+1-Straßen, bei denen im Wechsel 1 oder zwei Fahrspuren freigegeben sind.

Radarstrecken sind vorhanden und funktionieren, sind aber angezeigt (hastigketskamera).

An Tankstellen werden die Benzinsorten 95, 98 und Diesel gezapft. 95 ist Superbenzin, 98 Super Plus. Normalbenzin ist fast vollständig vom Markt verschwunden.

Bus

Schweden hat ein umfassendes Busnetz aus vielen lokalen Verkehrsbetrieben, mit dem auch kleinere Orte erreicht werden. Allerdings sollte man sich rechtzeitig Informiere, wo Fahrscheine erhältlich sind, da Barbezahlung beim Fahrer normalerweise nicht möglich ist. Meist gibt es Fahrkarten in Tabak- oder Tante-Emma-Läden.

Flugzeug

Mit Stand-By-Tickets kann man innerhalb Schwedens recht günstig per Flugzeug reisen.

Sprache

Die Landessprache ist Schwedisch. Es wird aber auch Finnisch und Sami gesprochen.

Die meisten Schweden sprechen sehr gut Englisch (89 %), aber auch Deutsch (30 %) sprechende Menschen sind anzutreffen. Doch viel mehr Menschen verstehen Deutsch aufgrund seiner Verwandtschaft mit dem Schwedischen.

Kaufen

Die Preise in Schweden sind mit unseren zu vergleichen. Lebensmittel, insbesondere Süßigkeiten, sind jedoch mitunter deutlich teurer als in Deutschland (Mehrwertsteuersatz: 12%). Die Landeswährung ist die Schwedische Krone (SEK). 1 € entspricht etwa 9,53 SEK (Stand Juli '10). Bankautomaten (schwedisch "Bankomat") akzeptieren normalerweise EC- und Kreditkarten, aber auch in vielen Geschäften ist das Bezahlen mit Kreditkarten (vor allem Master- und Visacard, teilweise auch andere) kein Problem. In Touristengegenden (z.B. die Altstadt in Stockholm) kann man in einigen Läden auch mit Euro oder US-Dollar bezahlen, allerdings erhält man das Wechselgeld in schwedischen Kronen und der Wechselkurs ist meistens schlechter als anderswo.

Der Zugang zu Alkohol ist wie in Finnland und Norwegen beschränkt. Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 3,5 % sind nur im sogenannten Systembolaget zu erhalten. In jeder größeren Stadt gibt es (zumindest einen) Systembolaget. Sie sind leicht an den grünen Schildern mit gelber Aufschrift zu erkennen. Man kann aber auch einfach danach fragen. Die Chancen einen Schweden zu finden, der nicht weiß, wo der nächste Systembolaget ist, sind sehr klein. Auch, wenn die Systembolagets manchmal den Eindruck erwecken, dass sie mehr geschlossen als geöffnet sind, bieten sie doch ein reichhaltiges Sortiment an Bekanntem.

Küche

Die schwedische Küche, deren Tradition in eine Zeit zurückreicht, als die Männer noch den gesamten Tag als Holzfäller tätig waren, baut meistens auf herzhaftem Fleisch oder Fisch mit Kartoffeln auf. Das alltägliche Essen wird husmanskost (also Hausmannskost) genannt. Dies können z.B. Fleischklößchen (köttbullar) mit Kartoffeln und Preiselbeermarmelade (Lingonsylt) sein.

Wie in den meisten anderen europäischen Ländern sind in größeren Städten Pizza- und Kebab-Buden allgegenwärtig. Ostasiatische Speisen sind ebenfalls beliebt. Ein lokales Schnellimbiss-Gericht ist Tunnbrödsrulle (Dünnbrot-Rolle), Würstchen und Kartoffelbrei werden zusammen mit würzigen Soßen in hauchdünnes Fladenbrot gewickelt.

Ein "billiges" Mittagessen kannst du bekommen, wenn du nach Dagens Rätt (Menü des Tages) Ausschau hältst. Es kostet normalerweise zwischen 65 und 80 SEK und schließt fast überall ein Glas Wasser, Limonade oder Leichtbier sowie Brot und Butter, einen kleinen Salat und einen Kaffee mit ein. Meist stehen 3 bis 5 Gerichte zur Auswahl.

Das bekannteste alkoholische Getränk aus Schweden ist der "Absolut"-Wodka, es gibt jedoch noch eine weitaus größere Auswahl an schwedischen Wodkas, Likören oder Schnäpsen. Sowohl die Bier- als auch die Weinproduktion ist nur am Rande erwähnenswert. Alkoholische Getränke mit mehr als 3,5 Prozent dürfen nur von Gaststätten und Geschäften der staatlichen Firma Systembolaget verkauft werden. Alkohol wird nur an Personen ab 20 Jahre verkauft, an der Kasse muss man ggf. seinen Ausweis vorzeigen.

Butter und Margarine werden meist gesalzen verkauft. Brot ist häufig gesüßt. Wer das nicht mag, sollte nach dem Hinweis osötad (ungesüßt) auf der Verpackung Ausschau halten.

Ausgehen

Schwedens Abendprogramm ist nicht so ausgeprägt wie hier in Deutschland, dennoch lässt es sich gemütlich mit Freunden ausgehen. Kneipen und zahlreiche Fischbuden stehen den Nachtaktiven zur verfügung.

Unterkunft

Wenn du als Autofahrer eine Übernachtung suchst, solltest du nach den Schildern mit der Aufschrift "Rum" (Zimmer) oder "Vandrarhem" (Jugendherberge) Ausschau halten. Auch die Stuga (Hütte) ist eine weit verbreitete Übernachtungsmöglichkeit. Es gibt sie in vielen verschiedenen Größen und Ausstattungen. Das "Jedermannsrecht" macht das Campen auf unkultiviertem Land erstaunlich einfach (siehe Respekt). Allerdings sollte man als Wildcamper vorsichtig und vor allem rücksichtsvoll sein. In den letzten Jahren hat die Kriminalität stark zugenommen, und es wurden immer wieder Touristen überfallen, die nachts an den größeren Straßen standen. Allerdings betrifft dieses Problem eher den Süden Schwedens. In Norwegen wird darüber diskutiert, ob das Jedermansrecht zeitgemäß ist, und es wird von Menschen, denen es möglich ist einen Campingplatz zu erreichen, dieses auch erwartet.

Lernen

Bildung ist in Schweden kostenlos. Ausnahmen bilden Hochschulen, wo du bei der Registrierung eine Gebühr von weniger als 500 SEK entrichten musst.

Einige wichtige Universitätsstädte:

Arbeiten

Wenn du Arbeit suchst, kannst du zur staatlichen "Arbetsförmedlingen" gehen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Feiertage

Insgesamt gibt es 11 gesetzliche Feiertage:

Mittsommerfest um 1900
Termin Name Bedeutung
1. Januar Nyår Neujahr
6. Januar Trettondedag jul Dreikönigstag
18. April 2014 Långfredag Karfreitag, vor dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond
21. April 2014 Annandag påsk Ostermontag
1. Mai Första maj Maifeiertag
29. Mai 2014 Kristi himmelsfärds dag Christi Himmelfahrt, 40 Tage nach Ostern
6. Juni Tag der schwedischen Flagge/
Unabhängigkeitstag
, erinnert an den 6. Juni 1523, an dem Gustav Wasa zum König gewählt wurde. Damit wurden die dänischen Truppen aus dem Land vertrieben.
1. November Alla helgons dag Allerheiligen
25. Dezember Juldagen 1. Weihnachtstag
26. Dezember Annandag jul 2. Weihnachtstag

Der Mittsommer (Midsommar), der am Wochenende nahe dem 24. Juni stattfindet, ist kein offizieller Feiertag, ebenso die Walpurgisnacht (Valborgsmässoafton) am 30. April.

Sicherheit

Schweden hat zwar den Ruf eines sicheren Landes, aber die Kriminalitätsrate steigt auch hier. Man sollte daher ein Mindestmaß an "gesundem Misstrauen" an den Tag legen.

Das Überqueren der Straße bei roter Fußgängerampel ist durchaus üblich - ist aber auch in Schweden verboten und kann Spätfolgen verursachen, wenn es "Vorbildfunktion" gewinnt.

Gesund bleiben

Die staatlichen Apotheken tragen Schilder mit der Aufschrift "Apoteket". Eine grundlegende Versorgung mit Medikamenten (Kopfschmerztabletten, Übelkeit, etc.) ist gerade in ländlichen Gegenden durch in Supermärkte integrierte Kleinstapotheken gesichert. Seit 2010 dürfen nicht-rezeptpflichtige Medikamenten auch in Supermärkte o.Ä verkauft werden. In Restaurants und Bars ist Rauchen nicht erlaubt.

Die medizinische Versorgung ist über die EHIC (European Health Insurance Card), die von den deutschen Krankenkassen seit 2004/2005 ausgegeben wird, gewährleistet. Behandelt wird man hiermit wie ein Schwede. Das beinhaltet leider auch, dass für Zahnbehandlungen hohe Eigenleistungen gefordert werden (1 Füllung mit vorhergehendem Röntgen ca. SEK 1000,-). Für sonstige medizinische Probleme geht man zu einer "Vårdcentral", in der i.d.R. ständig Ärzte Bereitschaft haben, (im Notfall "Akuten") und muss hier eine Gebühr ähnlich der deutschen Praxisgebühr bezahlen (etwa zwischen SEK100,- und SEK250,-). Auch wenn es hier manchmal wie Massenabfertigung aussieht, es steckt ein scheinbar recht gutes System dahinter.

Klima

Infolge der nördlichen Lage hat die ganze Skandinavische Halbinsel ein rauhes Klima; doch ist dieses gesund und dabei milder als in irgend einem Land auf denselben Breitengraden. Der südlichste Teil gleicht in klimatischer Hinsicht ganz dem nördlichen Deutschland, während der höhere Norden ein strengeres Klima hat; auch bewirken die westliche Begrenzung durch den Ozean, die östliche durch das osteuropäische Flachland, die verschiedene absolute Höhe und andere lokale Ursachen eine bedeutende Verschiedenheit in der Witterung der einzelnen Teile.

Respekt

Respekt vor der Natur

Ein wichtiger Maßstab im Umgang der Natur ist der Respekt vor dieser. Da Schweden eines der letzten Länder in Europa mit riesigen, fast unberührten Landstrichen ist, gehört es zum guten Ton eines Urlaubers, dass er einen sorgfältigen Umgang mit diesen grandiosen Landschaften pflegt. In Schweden gibt es als Wegleitung dazu ein altes Gewohnheitrecht namens Allemannsrätten (Jedermannrecht).

Das allemansrätt erlaubt:

  • Im Gelände zu wandern, außer auf Grundstücken und Anpflanzungen.
  • Auf Flüssen und Seen mit dem Boot zu fahren, sofern es sich nicht um ein Privatgrundstück handelt.
  • Wildwachsende Beeren und Pilze zum Verzehr zu pflücken.
  • Mit herumliegendem Holz Feuer zu machen, sofern keine Waldbrandgefahr besteht und nichts zerstört wird. Dieser Teil des Jedermannsrechts wird besonders häufig mißbraucht, deshalb folgende Punkte beachten: Bei Trockenheit tritt ein allgemeines Feuerverbot (gilt auch für feste Feuerstellen im Freien) in Kraft, Auskunft erteilt das lokale Touristenbüro; häufig wird es durch eine spezielle Flagge (rot mit gelbem, diagonalem Kreuz), die an markanten Punkten aufgezogen wird, angezeigt. Keinesfalls Feuer auf Klippen oder großen Findlingen machen, diese können zerspringen.
  • Für eine Nacht in ausreichender Entfernung zum nächsten Haus zu übernachten. Handelt es sich um ein Privatgrundstück, muss der Eigentümer um Erlaubnis gefragt werden.

Das allemansrätt verbietet:

  • Büsche oder Bäume zu beschädigen und Äcker zu betreten.
  • Ohne Erlaubnis Grundstücke oder Höfe zu betreten (Hausfriedensbruch!).
  • Abfall liegen zu lassen oder zu vergraben.
  • Ohne Angelschein zu angeln und ohne Jagdschein zu jagen.(Ausnahme: An den großen Seen (Vänern und Vättern) und der Küste ist Angeln auch ohne fiskekort erlaubt.)
  • Unter Naturschutz stehende Pflanzen zu pflücken oder auf andere Art zu beschädigen.

Jeder, der nach Schweden reist, sollte diese Regeln befolgen, damit die Natur auch in vielen Jahren noch so intakt ist wie heute. Zu beachten ist auch die Rentierzucht, die in keinem Fall behindert werden darf. Dazu gehört nicht nur, die Rentiere nicht zu stören, sondern auch Rentiergatter zu schließen, nachdem man sie durchquert hat.

Einige Regeln des Jedermannsrechts sind in den Nationalparks übrigens außer Kraft gesetzt, so darf z.B. nicht überall gezeltet werden.

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