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Sankt Petersburg

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Sankt Petersburg (Russisch: Санкт-Петербург), das "Venedig des Nordens", ist mit derzeit 5 Millionen Einwohnern (September 2012) die zweitgrößte Stadt Russlands und die viertgrößte Stadt Europas. Zwischen 1924 und 1991 hieß sie Leningrad. Laut UNESCO zählt St. Petersburg zu den 10 sehenswertesten Städten weltweit. Die gesamte historische Innenstadt mit 2.300 geschützten Gebäuden ist Weltkulturerbe der UNESCO.

Stadtteile

Hintergrund

Einreise

Die Einreise in die Russische Föderation ist nur mit einem Visum möglich. Es gibt keine Visa an den Grenzen, sondern man muss sich das Visum bei einem russischen Konsulat vor der Reise besorgen. Dazu ist auch eine "Einladung" notwendig, die man entweder vom Hotel in Russland zugefaxt bekommt, über ein Reisebüro erhält oder im Internet bestellt.

Die Visabeschaffung über eine entsprechende Agentur oder ein Reisebüro, das Visabeschaffung anbietet, empfiehlt sich als einfachste, schnellste und oft auch preisgünstigste Methode. Auch dann, wenn man keine Pauschalreise, sondern einen Privatbesuch plant. Oft lohnt es sich, einfach im Reisebüro um die Ecke zu fragen, ob sie Visabeschaffungen anbieten. Insbesondere Reisebüros, die in ihren Schaufenstern russischstämmige Bürger ansprechen (z.B. mit Angeboten in russischer Sprache), sind hier Kandidaten. Die Visabeschaffung ist hier oft kostengünstiger als im Internet, bzw. möglicherweise auch ganz kostenlos, wenn man den Flug dann auch gleich dort bucht (Konsulargebühren fallen aber immer an).

Die Visabestimmungen schrecken zwar zunächst ab. Jedoch stellt sich die Visabeschaffung in der Praxis dann viel einfacher dar - zumindest über eine Agentur.

Bei der Einreise erhält man eine Migrationskarte in doppelter Ausfertigung, die man ausfüllen und dann bei der Passkontrolle vorlegen muss. Die eine Hälfte wird einbehalten, die andere Hälfte bekommt man gestempelt zurück. Diese muss man im Pass aufbewahren und bei Kontrollen und später bei der Ausreise vorzeigen. Achtung: Nicht verlieren! Verliert man die Migrationskarte, dann ist eine Ausreise nicht mehr so ohne Weiteres möglich. Auf jeden Fall kann man dann Erfahrungen mit der geballten russischen Bürokratie machen.

Schwieriger wird die Registrierung vor Ort - wenn man nicht in einem Hotel wohnt. Jeder Ausländer muss seinen Aufenthaltsort in Russland innerhalb von 3 oder 7 Werktagen nach Ankunft registrieren. Ob 3 oder 7 Werktage hängt offensichtlich von der momentanen Laune der entsprechenden Behörden ab, und wechselt öfters mal. Also am besten sofort nach der Ankunft erledigen. Verantwortlich für die Registrierung ist der Gastgeber, also der, in dessen Wohnung man wohnt. In Sankt Petersburg kann dies in jedem Postamt erledigt werden. Auch wenn der Gastgeber verantwortlich ist, als Gast sollte man den Gastgeber dabei begleiten und mindestens einen halben Tag dafür einplanen. Wohnt man in einem Hotel, so geht das einfacher. Es wird eine Kopie von Reisepass und Migrationskarte angefertigt, und das war's - zumindest für den Gast.

Auch wenn berichtet wird, dass es niemanden interessiere, ob man sich registriert habe oder nicht - man sollte die Registrierung deshalb trotzdem vornehmen. Einerseits riskiert man eine Geldstrafe, andererseits auch, dass man das letzte Mal in Russland war (weil künftig Visaanträge abgelehnt werden).


Flugzeug

Der internationale Verkehrsflughafen von Sankt Petersburg ist Sankt Petersburg-Pulkovo (LED) (russisch: Аэропо́рт Пу́лково) etwa 14 km südlich der Innenstadt.

Folgende Fluggesellschaften fliegen Sankt Petersburg aus dem deutschsprachigen Raum direkt an:

  • Air Berlin aus Berlin-Tegel und Düsseldorf
  • Austrian Airlines aus Wien
  • Lufthansa aus Frankfurt am Main, München und Düsseldorf
  • Rossiya aus Berlin-Schönefeld, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und München
  • Swiss aus Zürich
Alternativen

Alternativ dazu kann Tallinn angeflogen werden, von Tallinn aus Transfer mit der Bahn nach St. Petersburg (Dauer knapp 5.5 Stunden, Preis ca. 50 Schweizer Franken/35 Euro im Sitzwagen). Als weitere Möglichkeit bietet sich der Flug nach Helsinki an, ebenfalls mit anschließender Weiterreise per Zug nach St. Petersburg. Und schließlich empfiehlt es sich bei passenden Flügen ebenfalls, nach Moskau zu fliegen und von dort aus den Zug nach Sankt Petersburg zu nehmen - Dauer von 4,5 bis 7 Stunden je nach Zug (man muss mit rund 800 - 4400 Rubel für die Bahnfahrt rechnen, umgerechnet 20 - 110 Euro).

Vorsicht Touristen-Falle: Beim Heimflug am Flughafen keine Artikel im Duty Free-Shop kaufen, die Flüssigkeiten enthalten, wenn man auf dem Heimflug umsteigen muss. Da die EU den russischen Sicherheitskontrollen nicht vertraut, werden Fluggäste nach der Ankunft an einem EU-Flughafen, bevor sie zu Ihrem Anschlussflug dürfen, erneut durch die Sicherheitskontrollen geschleust. Und da man nur beschränkt Flüssigkeiten im Handgepäck mitnehmen darf, bekommt man den gekauften Wodka etc. weggenommen. Von den Verkäufern im Duty Free-Shop keinen Bären aufbinden lassen - die EU erkennt die Versiegelung des russischen Duty Free-Shops nicht an!

Anreise per Bahn

Eine Anreise mit der Bahn ist die teure, unbequeme, langsame und vor allem komplizierte Variante und daher nur für eingefleischte Bahnfans interessant. Wer sich selbst nicht zu den Hardcore-Bahnfans zählt, oder es werden möchte, kann diesen Abschnitt getrost überlesen.

Eine direkte Verbindung von Deutschland nach Sankt Petersburg gibt es nicht mehr. Ab Berlin existieren tägliche Verbindungen mit Umstieg in Minsk. Teilweise muss zusätzlich noch in Warschau umgestiegen werden. Fahrzeit etwa 36 Stunden. Deutsche Staatsangehörige benötigen ein Transitvisum für Weißrussland. Die Kosten betragen (Stand 2012) ca. 200-250 € pro Person und Richtung im Double-Schlafwagen. Dazu kommen nochmal 20-40 € pro Person für das weißrussische Transitvisum, bei Visabeschaffung über ein Reisebüro auch 100 € und mehr. Wer in der Holzklasse fahren möchte, bekommt das Ticket auch billiger.

Von Helsinki gibt es dreimal täglich eine Verbindung nach St. Petersburg und zurück.

Züge von Moskau waren früher sehr günstig. Mittlerweile haben die russischen Eisenbahnen die Preise allerdings kräftig erhöht. Besonders teuer sind die "Sapsan"-Züge (vergleichbar mit dem deutschen ICE).

Vergleichsweise "schnelle" Verbindungen sind über (Berlin-)Warschau-Vilnius-Pskov möglich, dabei wird Weißrussland umfahren, dafür sind zahlreiche Umstiege notwendig.

Von Budapest aus fahren direkte Kurswagen nach Moskau, von dort aus kann die Reise nach St. Petersburg unternommen werden (empfiehlt sich insbesondere für Reisende aus Österreich).

Von Prag aus gibt es in den Sommermonaten eine Kurswagenverbindung nach Sankt Petersburg (Transitvisum für Weißrussland erforderlich). Diese Verbindung ist für Reisende aus Südostdeutschland interessant.

Bahnverbindungen schlägt man am besten auf der Website der Deutschen Bahn (www.db.de) nach, diese bietet den besten Online-Fahrplan aller europäischen Bahngesellschaften. Leider sind zahlreiche russische Verbindungen dort nicht aufgenommen.


Bahnfahren innerhalb Russlands ab St. Petersburg

Grundsätzlich muss zwischen Nah- (z.B. nach Veliki Novgorod) und Fernverkehrszügen (z.B. nach Moskau) unterschieden werden. Auch wenn diese am gleichen Bahnhof abfahren gibt es dafür getrennte Bereiche mit separaten Ticketschaltern.

Alle denkbaren Himmelsrichtungen werden bedient. Züge nach Norden fahren am Finnischen Bahnhof (Metro Ploschad Lenina) nach Süden am Moskauer Bahnhof (Metro Ploschad Vostannia) und nach Westen am Baltischen Bahnhof ab.

Nach Moskau verkehren Nachtzüge (8h, ab 780 R) und der Schnellzug Sapsan (4h ab 3800 R).

Auch gibt es den komfortablen Zug 'Baikal', der Moskau weiträumig im Norden umfährt und nach 5.860 km in Irkutsk am Baikalsee endet. Fahrpreis September 2012 im Liegewagen EUR 212.-.

Die online-Buchung von innerrussischen Zügen ist über [1] möglich (nur in russischer Sprache) oder zum offiziellen russischen Tarif und nach China bei transsibtickets.wordpress.com (deutsch), diese stellen die Fahrkarten bzw. Buchungsbestätigungen selbst aus ohne Agenturen. Auf Wunsch werden aber nach wie vor Papiertickets ausgegeben.

Mittlerweile -September 2012- sind alle russischen und in die GUS verkehrenden Bahnen elektronisch buchbar mitsamt Reservierung. Beim Einstieg in die Bahn wird der Pass abgeglichen mit der Passagierliste, man reist also ticketlos.

Für rein innerrussische Verbindungen, also z.B. eine Anreise nach Moskau mit dem Flugzeug oder einem anderen Zug, und die Weiterfahrt per Bahn nach Sankt Petersburg, ist diese Buchungsmöglichkeit eine interessante Alternative. Man kann sich so die sehr hohen Aufschläge für den Ticketkauf in Deutschland sparen.

Fahrkarten für internationale Verbindungen von Deutschland nach Russland kauft man am besten bei einer unabhängigen Bahnagentur. Generell kann sich der Fahrkartenkauf komplex und mühselig gestalten, da bei weitem nicht jeder Zug und auch nicht jeder Platz im Zug aus Deutschland buchbar ist. So ist es bei einer Fahrt von West nach Ost z.B. grundsätzlich nicht möglich, sich als Paar gemeinsam in einen der günstigen "Kupe"-Wagen einzubuchen, da dieser als Schlafwagen mit 4 Plätzen gilt und Schlafwagenplätze nur dann gemischtgeschlechtlich vergeben werden können, wenn man das gesamte Abteil bucht. Diese Restriktion (verursacht in Westeuropa!) treibt die Kosten zusätzlich in die Höhe.

Bus

Eurolines fährt St. Petersburg ab vielen Städten in Deutschland an. Preise um 90 Euro für die einfache Strecke. Das schöne daran: Eurolines fährt über das Baltikum statt duch Belarus. Daher ist kein Transitvisum für Belarus erforderlich. Von Helsinki aus fahren zum einen dreimal täglich die offiziellen Busse von Matkahuolto und zum anderen zahlreiche inoffizielle Busse (unter anderem von Wojasch), die deutlich billiger (einfache Fahrt für 10 €) und qualitativ nicht schlechter sind. In Helsinki fahren die Busse täglich morgens zwischen 11 und 12 Uhr (um 10 Uhr da sein) am Finnkinokomplex ab. Ankunft und Abfahrt (zwischen 21 und 22 Uhr, um 20 Uhr da sein) in St. Petersburg ist am Ploschtschad Vosstanija (Ecke Ligovskij Prospekt).

Auto

Von Berlin aus sind es über Danzig, Riga und Pleskau/Pskow etwa 1600 km. Von Wien geht die 1800 km lange Fahrt über Brünn, Warschau und Kaunas nach Riga und St. Petersburg. Die Grüne Versicherungskarte gilt auch für den europäischen Teil Russlands, es muss keine Extra-Versicherung an der Grenze abgeschlossen werden. Es kann aber sein, dass Russland (RUS) auf der Haftpflichtversicherungskarte durchgestrichen ist.

Schiff

Es gibt unregelmäßige Verbindungen per Kreuzfahrtschiff ab verschiedenen deutschen Ostseehäfen. Inzwischen gibt es mindestens einen wöchentlichen Liniendienst auf einer RoRo-Fähre Lübeck - Straßnitz - St. Petersburg von TRE bzw. FinnLines. Zwei Personen mit Auto nach D kosteten im Sommer 2008 etwas über 1000 EUR. Von Helsinki, Tallinn und Stockholm nach St. Petersburg bietet St. Peter Line seit dem 20.4.2010 wieder eine regelmäßige Fährverbindung mit visafreien Minikreuzfahrten bis zu 72h Aufenthalt mit oder ohne Hotel in St. Petersburg (Hotels nur über die deutsche Sales Agentur) an. Hier entfällt dann die lästige und teure Visabeschaffung, die seit dem 01.01.2011 ja noch komplizierter wurde.

Mobilität

Auto

Man sollte es sich zweimal überlegen, ob man als Fremder mit einem PKW selbst durch Sankt Petersburg fahren möchte. Da (mit wenigen Ausnahmen) sämtliche Verkehrsschilder nur in kyrillischer Schrift beschriftet sind, sollte man auf jeden Fall nur dann selbst fahren, wenn man Kyrillisch fließend lesen kann. Dies ist zwar nicht vorgeschrieben, aber dringend ratsam.

Die großen internationalen Autovermieter wie Sixt oder Hertz sind auch in Sankt Petersburg vertreten. Mietwagen sind relativ teuer. Eine Vollkaskoversicherung ist dringend anzuraten, sowohl beim Mietwagen als auch beim eigenen Fahrzeug. In der Regel ist es billiger, mit dem Taxi zu fahren, da die Taxipreise nicht sehr hoch sind.

Deutsche Staatsangehörige sollten im Besitz des internationalen Führerscheins sein, um in Russland ein Kraftfahrzeug zu steuern. Offiziell wird der nationale Führerschein zwar anerkannt. In der Praxis muss man ohne internationalen Führerschein jedoch mit Nachfragen rechnen. Deutsch-russische Doppelstaatler (dies sind z.B. in der Regel alle Spätaussiedler und möglicherweise auch deren Kinder, auch wenn sie gar nichts davon wissen) müssen zwingend im Besitz eines russischen Führerscheins sein, der deutsche Führerschein ist in diesem Fall nicht gültig.

Derzeit gilt in Russland die 0,0-Promille-Grenze. Auch wenn Einheimische dies nicht so eng sehen, sollte man sich als Ausländer unbedingt daran halten, denn auch hier drohen erhebliche Unannehmlichkeiten. Gurtpflicht gilt nur auf den Vordersitzen, grundsätzlich ist es aber ratsam, sich immer anzuschnallen. Innerhalb geschlossener Ortschaften, also auch im Stadtgebiet von Sankt Petersburg, gilt ein Tempolimit von 60 km/h.

Der motorisierte Verkehr hat grundsätzlich Vorrang von dem Fußgängervekehr, außer an Fußgängerampeln. Dies gilt auch an Zebrastreifen und beim Abbiegen. Wer hier für Fußgänger bremst, riskiert, dass ihm der Hintermann ins Heck fährt. Bitte nicht aus falsch verstandener Rücksicht Fußgängern Vorrang gewähren, der Hintermann wird zu einem gefährlichen Überholmanöver ansetzen und damit den Fußgänger, dem man eigentlich das sichere Überqueren der Straße ermöglichen wollte, zusätzlich gefährden.

Eine ungewöhnliche, aber sehr wichtige Verkehrsregel: Wenn es an einer Ampelkreuzung eine Ampel mit Richtungspfeil für Rechts- oder Linksabbieger gibt, so darf nur in die entsprechende Richtung abgebogen werden, wenn die Ampel Grünlicht zeigt. Ist die Ampel erloschen, so darf nicht abgebogen werden. Auch dann nicht, wenn die Ampel für die Hauptfahrtrichtung Grünlicht zeigt! Hier ist insbesondere bei Dunkelheit extreme Vorsicht geboten, da man die Abbiegerampel dann besonders leicht übersehen kann. Bei Missachtung droht die Gefahr von schweren Unfällen, da viele Verkehrsteilnehmer mit überhöhter Geschwindigkeit über die Kreuzung fahren, wenn "ihre" Ampel grün zeigt!

Die Straßen in Sankt Petersburg sind im Allgemeinen in einem brauchbaren Zustand. Vor allem auf Nebenstraßen, aber auch auf Hauptverkehrsstraßen muss mit gefährlichen Löchern gerechnet werden, die ohne weiteres zu schweren Beschädigungen am Fahrzeug führen können. Kennzeichnungen und Warnungen sind in den seltensten Fällen vorhanden. Die Fahrweise der Sankt Petersburger kann man am besten mit zwei Wörtern beschreiben: undiszipliniert gefährlich. Teilweise lebensgefährlich. Während rote Ampeln manchmal noch beachtet werden, interessieren die meisten anderen Verkehrsregeln ziemlich wenig. Vor allem Tempolimits und Vorfahrtsregeln werden kaum beachtet. Wer zuerst hupt, bzw. wer das größere SUV hat, hat Vorfahrt, so einfach ist das. Schwere Unfälle sind daher leider an der Tagesordnung. Insbesondere auf der Ringautobahn (KAD) passieren viele schwere, oft auch tödliche Verkehrsunfälle.

Die Straßen in der Sankt Petersburger Innenstadt sind oft verstopft, ebenso die Straßen in und aus den Vororten. Außer in den Wintermonaten werden in den frühen Morgenstunden zwischen ca. 1 Uhr und 4.30 Uhr die Newa-Brücken aufgeklappt, um Hochseeschiffen die Durchfahrt auf der Newa durch das Stadtgebiet zu ermöglichen. Es gibt dann so gut wie keine Möglichkeit, im Stadtgebiet die Newa zu überqueren. Auf die andere Seite kommt man dann nur über eine einzige, abgelegene und dann total überlastete Hochbrücke oder über die Hochbrücken der Ringautobahn (KAD), die Sankt Petersburg umgibt. Dies ist dann ein mehrstündiger Umweg (lohnt sich in der Regel nicht)! Also immer darauf achten, dass man vor 1 Uhr auf der "richtigen" Seite der Newa ist.

Zur Zeit der Weißen Nächte (die Wochen um die Sommersonnenwende) ist es eine besondere Attraktion, am Newa-Ufer der Brückenöffnung und der Durchfahrt der Hochseeschiffe zuzusehen. Die Straßen am Newa-Ufer und der Newskij Prospekt sind dann dermaßen verstopft, dass man mit mehreren Stunden Stau rechnen muss. Daher zur dieser Zeit die Innenstadt nachts besser nicht befahren.

Metro

St. Petersburg hat ein weit ausgebautes Metronetz, wobei die Eingänge in den Untergrund nicht immer einfach zu finden sind, obwohl die Zugänge mit einem grossen M gekennzeichnet sind (das Metro-Symbol erinnert entfernt an das Symbol einer international gut bekannten Fastfood-Kette). Die Sankt Petersburger Metro ist den Anforderungen an das öffentliche Transportsystem einer 5-Millionen-Metropole nicht mehr gewachsen. Die Metro ist radial ausgerichtet, also auf Verbindungen zwischen Innenstadt und äußeren Gebieten. Dringend notwendige Ring- bzw. Diagonalverbindungen fehlen völlig bzw. befinden sich in einem frühen Planungsstadium. Das Resultat sind oft unverhältnismäßig hohe Fahrzeiten, da meist weite Umwege gefahren werden müssen. Die Beförderungskapazität gerät derzeit täglich zu den Hauptverkehrszeiten an ihr absolutes Limit.

Das Transportmittel der Wahl ist daher das (relativ preisgünstige und wesentlich schnellere) Taxi. Ziele im Stadtzentrum sollte man jedoch besser mit der Metro ansteuern, da die Straßen im Zentrumsbereich notorisch verstopft sind. Zu den Hauptverkehrszeiten (7.00 Uhr- 9.30 Uhr und 17.30 Uhr bis 19.00 Uhr) sollte man als Tourist die Metro grundsätzlich meiden.

Als Attraktion an sich sollte man die Petersburger Metro aber schon erleben, schon allein wegen der prachtvoll ausgebauten Bahnhöfe, die ursprünglich von der Sowjetunion als "Paläste für das Volk" geplant und errichtet wurden.

Fahrten in der Metro bezahlt man mit Jetons zu 28 RUB, die an Kassen und Automaten der Metrostationen verkauft werden und die man vor Fahrtantritt in die dafür vorgesehenen Schlitze an den Sperren einwirft. Man kann anschließend so lange Metro fahren und die Linien wechseln wie man will, da die Jetons so lange gültig sind, bis man das System verlässt.

Für das Mitführen von Gepäckstücken (außer Handgepäck) benötigt man eine extra Gepäckticket!

Die Ausschilderung der einzelnen Metrostationen ist immer in der entsprechenden Richtung angeschrieben.

Eine Kuriosität ist die Kabine am unteren Ende jeder Rolltreppe zur Metro, in der ein Metro-Mitarbeiter sitzt und die Menschen beobachtet, die die Rolltreppen benutzen. Keine Angst: Es handelt sich hier nicht um ein Überbleibsel des KGB. Dieser Mitarbeiter dient der Sicherheit. Er würde z.B. bei Unfällen auf der Rolltreppe die Rolltreppe stoppen. Beobachtet man den Ablauf in der Metro-Station zur Hauptverkehrszeit, wird der Sinn deutlicher: Die Rolltreppen sind die einzige Möglichkeit, die Metro-Station zu verlassen. Und die Menschenmassen aus den Zügen, die je Richtung im 1,5-Minuten-Takt eintreffen, müssen möglichst schnell aus der Station hinaustransportiert werden. Eine kleine Störung auf der Rolltreppe würde hier innerhalb weniger Minuten dazu führen, dass die Station so überfüllt ist, dass Menschen auf die Gleise gedrückt werden. So könnte der Sicherheitsmitarbeiter dann im Notfall die Laufrichtung der abwärts führenden Treppen umkehren, um die Station zu räumen, oder die Station ganz schließen, so dass die Züge hier nicht mehr halten.

In der Metro werden oft im Zug während der Fahrt von fliegenden Händlern Waren feilgeboten. Die oft zirkusreifen Darbietungen dieser Händler können durchaus, wenn man die Worte des Händlers nicht versteht, im ersten Augenblick wie ein Überfall oder Amoklauf wirken. Insbesondere, da durchaus gelegentlich gefährlich aussehende Gegenstände angeboten werden. Daher gilt: Bevor man in Panik gerät, erst einen Blick auf die anderen Fahrgäste werfen. Bleiben diese ruhig und unbeeindruckt, sollte man das auch bleiben.

oberirdischer Transport

Die oberirdischen Verkehrsmittel Sankt Petersburgs sind eher etwas für Kenner. Bei Kurzaufenthalten und ohne Russischkenntnisse bewegt man sich oberirdisch besser mit dem Taxi fort. Bei längeren Aufenthalten, oder wenn man der russischen Sprache mächtig ist, kann man es jedoch durchaus in Erwägung ziehen, die oberirdischen Transportmittel zu benutzen. Offizielle Fahrplanauskünfte sind relativ schwierig zu erhalten. Busfahrer und Schaffner kennen in der Regel nur ihre eigene Linie.

Wer ein Smartphone sein eigen nennt, sei auf diverse Angebote an (meist kostenpflichtigen) Apps für Fahrplanauskünfte im Stadtverkehr Sankt Petersburgs hingewiesen. Leider sind diese derzeit nur in russischer Sprache verfügbar und akzeptieren auch Eingaben nur in kyrillischer Schrift (also nur nutzbar, wenn das Gerät eine russische Tastatur anbietet). In diesem Zusammenhang sei auch auf die in der Regel horrenden Roaminggebühren bei der erforderlichen Internet-Nutzung über die Mobilfunknetze hingewiesen. Als zuverlässig hat sich hier z.B. die Anwendung "iТранспорт" von iLabs für das iPhone erwiesen (erhältlich über den AppStore, kostenpflichtig). Google Maps kennt mittlerweile die öffentlichen Verkehrsmittel in St. Petersburg auch und liefert relativ brauchbare Auskünfte.

Es gibt ein dichtes Netz aus privaten Linientaxis (offizielle Bezeichnung: kommerzieller Bus) (kommértscheskij awtóbus, russ: коммерческий автобус, besser bekannt als marschrútka, russ: маршрутка), Oberleitungsbussen (trolléjbus, russ.: троллейбус) und Straßenbahnen (tramwáj, russ.: трамвай). In der Regel sind die Haltestellen mit blauen Schildern gekennzeichnet, und zwar mit m (kleines kyrillisches T in Schreibschrift) für Oberleitungsbus und T für Straßenbahn. Oft sind auf diesen Schildern auch die Fantasiezeiten, zu denen die Linie vorgeblich bedient werden soll, sowie die Haltestellen der Linie angegeben. Offizielle Haltestellen für Linientaxis sind mit dem Buchstaben K gekennzeichnet. Fahrpläne für die Linientaxis gibt es nicht. In der Regel warten die Fahrer, bis das Fahrzeug und damit die Geldbörse ausreichend gefüllt ist, und fahren dann los.

Es gibt parallel zu vielen Linientaxi-Linien noch die städtischen Sozialbusse (soziálnyj awtóbus, russ: социальный автобус), hauptsächlich für Rentner und Verarmte. Diese Busse dürfen aber von jedermann gegen reguläres Entgelt genutzt werden, verkehren jedoch seltener als Marschrutki. Die Haltestellen für Sozialbusse sind einem blauen Schild mit der Aufschrift A gekennzeichnet. Vom Linientaxi sind sie nur mit einiger Erfahrung zu unterscheiden. In der Regel sind diese Busse größer, und im Gegensatz zur bunten Vielfalt der Marschrutki ein einheitlicher Fahrzeugtyp. Die Linientaxis führen eine Liniennummer, die mit "K-" beginnt, während die Liniennummern der Sozialbusse nur aus Zahlen bestehen. Auf Linien, die gut durch Sozialbusse versorgt werden, decken die Marschrutka-Fahrer jedoch in der Regel ihr Liniennummernschild teilweise ab, so dass das K von außen nicht zu erkennen ist. Sinn der Aktion ist, Touristen die Unterscheidung zu erschweren. Denn Touristen lernen schnell, dass im Sozialbus der Fahrpreis niedriger ist.

Die Haltestellen für die oberirdischen Verkehrsmittel sind oft schwer zu finden, oft gar nicht gekennzeichnet. Einheimische fragen hilft hier nur bedingt weiter. Bei jüngeren Menschen erntet man oft nur ein Schulterzucken - denn sie nutzen meist nur die Metro und ansonsten das Taxi, Auto oder gehen zu Fuß, kennen sich mit dem oberirdischen Transport daher selbst nicht aus. Die besten Chancen hat man bei alten Menschen (Rentner fahren in Sankt Petersburg kostenlos mit dem Bus, fahren deshalb häufig). Diese beherrschen jedoch im Regelfall keine Fremdsprachen und sind leider oft auch zu verbittert, um einem westlichen Touristen weiterzuhelfen. (Es ist immer zu putzig zu beobachten, wie Touristen aus einem Sprachführer-Taschenbuch die Frage nach dem Weg zur nächsten Bushaltestelle in perfekter Aussprache auswendig gelernt haben, und dann die Antwort nicht mal ansatzweise verstehen...)

Insbesondere das private Linientaxinetz, jedoch auch die anderen oberirischen öffentlichen Verkehrsmittel sind in einem unkontrollierten Wildwuchs entstanden. Eine Vernetzung unterschiedlicher Verkehrsträger, wie man sie aus westlichen Städten gewohnt ist, existiert nicht, bzw. ist nur zufällig oder aufgrund Profitmaximierung zustande gekommen (man kann daher davon ausgehen, dass an Metro-Stationen stets Anschluss an divere Linientaxi-Linien besteht). Dafür existiert jedoch eine scharfe Konkurrenz zwischen den Verkehrsträgern. So kann man schon das eine oder andere Mal beobachten, dass eine private Marschrutka kurz vor einer lukrativen Haltestelle mit vielen wartenden Fahrgästen in einem halsbrecherischen Manöver einen Sozialbus überholt und anschließend schneidet und ausbremst, um vor dem Sozialbus die Haltestelle zu erreichen. Gerne wird dann auch noch die Bushaltestelle für den Sozialbus blockiert, so dass der Sozialbus nicht einfahren kann. Nicht, dass doch noch der eine oder andere Fahrgast sich lieber für den Bus entscheidet...

Etwas gewöhnungsbedürftig sind Zahlungsgepflogenheiten in den Verkehrsmitteln. Insbesondere in den Sozialbussen, die kaum von Touristen benutzt werden, fängt man sich von anderen Fahrgästen ziemlich schnell deftige russische Kraftausdrücke ein, wenn man z.B. beim Einsteigen in den Bus beim Fahrer einen Fahrschein lösen möchte (und dabei anderen im Weg steht). Im Sozialbus steigt man stets durch eine der hinteren Türen ein, niemals durch die Tür beim Fahrer. Nun nimmt man Platz. Gibt es einen Schaffner im Bus (auf stark frequentierten Linien), so wartet man, bis der Schaffner oder die Schaffnerin zu einem kommt und bezahlt die Fahrt. Gibt es im Bus keinen Schaffner, so steigt man an seinem Fahrtziel durch die vordere Tür beim Fahrer aus, und bezahlt die Fahrt - immer erst beim Aussteigen. Im Oberleitungsbus und in der Straßenbahn gibt es stets einen Schaffner oder eine Schaffnerin, bei dem/der man die Fahrt bezahlt. Im Linientaxi (Marschrutka) steigt man ein und setzt sich auf einen freien Platz. Hat man das passend abgezählte Fahrgeld bereits beim Einsteigen parat, gibt man es dem Fahrer im Vorbeigehen. Hat man das Fahrgeld nicht passend, oder muss man es erst abzählen (die Preise variieren je nach Linie, manchmal auch je nach Fahrzeug, hängen aber im Fahrzeug aus), so setzt man sich, zählt in aller Ruhe das Fahrgeld ab, und reicht es dann dem Fahrer. Sitzt man außer Armreichweite des Fahrers, so ist es durchaus üblich, das Fahrgeld an den vor einem sitzenden Fahrgast zu überreichen, dieser reicht es dann weiter nach vorne. Ebenso wird eventuelles Wechselgeld dann wieder nach hinten durchgereicht. Also wundern Sie sich nicht, wenn im Linientaxi der hinter Ihnen sitzende Fahrgast sie antippt und Ihnen dann wortlos einige Münzen oder Geldscheine in die Hand drückt.

Der Fahrpreis für Bus, Straßenbahn und Oberleitungsbus liegt derzeit bei 25 RUB. In der Marschrutka zahlt man zwischen ca. 25-40 RUB. In oberirdischen Verkehrsmitteln sind im Gegensatz zur Metro im Fahrpreis keine Umstiege zugelassen. Das bedeutet, dass man nach einem Umstieg erneut den Preis für eine Fahrt bezahlen muss. Gerade, wenn man als Gruppe unterwegs ist, und das geplante Fahrtziel nur mit Umstiegen zu erreichen ist, kommen hier schnell stattliche Beträge zustande. Das Taxi ist hier oft günstiger!

sonstiges

Die Russen nehmen es sehr genau mit den reservierten Sitzplätzen für Schwangere und invalide Personen. Also immer aufstehen.

Nach Betriebsschluss des öffentlichen Nahverkehrs (gegen 0:30 Uhr) kann man entweder mit einem offiziellen Taxi fahren oder ein Privatauto anhalten. Das ist sehr üblich und es dauert normalerweise keine Minute, bis jemand neben einem hält, nachdem man sich bemerkbar gemacht hat. Vorsichtshalber sollte man nicht mitfahren, wenn sich bereits mehr als eine Person im Fahrzeug befindet, oder wenn man den Verdacht hat, dass der Fahrer alkoholisiert ist oder unter Drogen steht. Von der Innenstadt zum Park Pobedy kommt man so für 100 R (den Preis verhandelt man vor Fahrtantritt). Wenn man etwas Russisch spricht, so ist es kostengünstiger, ein Taxi über eine telefonische Taxizentrale zu bestellen, als auf der Straße ein Taxi anzuhalten.

Einen Verkehrsverbund, oder Fahrkarten, die bei allen oder mehreren Verkehrsträgern anerkannt werden, gibt es in Sankt Petersburg nicht.

Neuerdings sind als Zahlungsmittel für öffentliche Verkehrsmittel allerdings auch kontaktlose Chipkarten erhältlich (weitere Informationen in russischer Sprache), mit denen man Fahrten mit der Metro und den städtischen Bussen und Trolleybussen bezahlen kann. Die Chipkarte nennt sich Podoróschnik (russ.: Подорожник), und ist an fast allen Metrokassen für eine Gebühr von 51 RUB erhältlich. Der Erwerb von Zeit- und Mehrfahrtenkarten ist nur noch mit einer kontaktlosen Chipkarte wie dem "Podoroschnik" möglich. Es handelt sich jedoch nicht um einen Verkehrsverbund. Die Chipkarte speichert lediglich Tickets für die unterschiedlichen Verkehrsträger auf einer einzigen Karte. Alles in allem gibt es eine unübersichtliche Vielzahl von verschiedenen Zeit- und Mehrfahrtenkarten. Der "Podoroschnik" kann auch wie eine Geldkarte an entsprechenden Automaten an vielen Metro-Stationen mit Bargeld aufgeladen werden. Diese Funktion nennt sich jedínyj elektrónnyj koscheljók (russ.: единый электронный кошелёк = einheitliche Geldbörse). Mit dem aufgeladenen Geldbetrag kann man dann bargeldlos Einzelfahrten in Metro, städtischem Bus und Trolleybus sowie in der Straßenbahn bezahlen, wobei es ab einer gewissen Anzahl von Fahrten innerhalb eines Kalendermonats dann Rabatte gibt.

ACHTUNG: Für den normalen touristischen Aufenthalt ist es in der Regel nicht sinnvoll, eine derartige Chipkarte zu erwerben und zu benutzen, auch wenn sie an Plakatwänden vor den Metrostationen intensiv beworben wird. Man verirrt sich zu leicht im Dschungel der verschiedenen Zeit- und Mehrfahrtentarife. Eingezahlte Geldbeträge werden nicht erstattet. Die Karte ist oberirdisch nur in den Sozialbussen und Trolleybussen und der Straßenbahn gültig, nicht jedoch im allgegenwärtigen Linientaxi. Als Besucher von Sankt Petersburg wird man jedoch im Regelfall die zahlreichen privaten Marschrutki benutzen, in denen die Chipkarte nicht gültig ist. Marschrutki sind auch oft nur schwer von Sozialbussen zu unterscheiden. Die Chipkarte ist daher ohnehin nur für die Metro sinnvoll einsetzbar. Die Nutzung der Chipkarte im Sozialbus, Trolleybus und der Straßenbahn birgt auch noch einige technische Tücken, so dass man schnell als Schwarzfahrer unterwegs ist, obwohl man eigentlich eine Monatskarte gekauft hat. Die Chipkarte macht dann Sinn, wenn man in Sankt Petersburg lebt, oder sich länger oder regelmäßig dort aufhält.

Generell sollte man sich auch keinesfalls durch die relativ niedrigen Strafen, die in den Aushängen im Fahrzeug für Schwarzfahren angedroht werden, dazu verleiten lassen, dies einmal auszuprobieren. Man landet auf diese Weise in Russland relativ schnell in der Arrestzelle einer Polizeiwache, wo man in der Regel wenig zimperlich mit Festgenommenen umgeht.

Sehenswürdigkeiten

Die gesamte historische Innenstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe mit 2.300 geschützten Gebäuden.

Die Auferstehungskirche ist nicht nur von außen umwerfend, auch die vielen Mosaike im Inneren der Kirche sind kleine Meisterwerke. Achtung: Eintrittspreis variert je nach Jahreszeit.

Die Isaakskathedrale strahlt mit ihrer goldenen Kuppel. Das Museeum im Inneren ist vergleichbar mit anderen orthodoxen Kirchen und ein Besuch Geschmackssache. Der Aufstieg zu den Kolonaden lohnt sich hingegen auf jeden Fall. Es bietet sich ein guter Ausblick über das Stadtzentrum. Tickets für Museeum (300 R, mit russischem Studentenausweis gratis) und Kolonaden (150 R) müssen getrennt gelöst werden. E

Die Eremitage, selbst UNESCO-Weltkulturerbe, besteht aus fünf Palästen und ist nicht nur für Kunsthistoriker sehenswert. Sie ist eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt (WIKIPEDIA-Haupteintrag). Achtung: Jeden 1. Donnerstag (Stand 2012) ist der Eintritt frei. Studenten (auch ausländische) haben immer freien Eintritt (allerdings nur mit Internationalem Studentenausweis). Eintritt für ausländische Erwachsene 500 R.

Der Newskji Prospekt ist mit 4,2 km Länge die Haupteinkaufsstrasse von St. Petersburg. Links und rechts davon gibt es viele kleine Geschäfte und Parks sowie internationale Boutiquen, besonders französische. Besonders reizvoll sind die den Nevski kreuzenden Kanäle und die Nebenstraßen.

Peterhof ist eine im Auftrag von Zar Peter geschaffene Schlossanlage, die besonders für ihren Park mit ihren goldenen Fontänen, Brunnen und Wasserspielen bekannt ist. Peterhof ist ebenfalls Weltkulturerbe. Das Schloss ist mittels Elektritschka vom Baltischen Bahnhof aus in 35 Minuten zu erreichen. In den Sommermonaten verkehren zudem Tragflächenboote von Newa Ufer vor der Eremitage zum unteren Parkeingang.

In Puschkin oder auch Zarskoje Selo, südlich der Stadtgrenze, befindet sich das neuerschaffene Bernsteinzimmer. Eine Besichtigung ohne vorherigen Termin ist nur zu bestimmten Zeiten möglich. Dienstags ist das Schloss nicht geöffnet, der Park kann jedoch besichtigt werden.

Aktivitäten

Neben den üblichen Zielen (Eremitage, Russisches Museum, Peter und Paul Festung...), ist eine Bootstour durch die zahlreichen Kanäle St. Petersburgs sehr empfehlenswert.

Einkaufen

Im Gostini Dwor am Newskij Prospekt gibt es alles, was das Herz begehrt. Das Gebäude ist mehrstöckig und mittlerweile wie ein westliches Einkaufzentrum aufgebaut. Anstatt wie früher schwerbewaffnete Polizisten oder Soldaten sorgen dort mittlerweile private Sicherheitsfirmen unauffällig für Recht und Ordnung. Das ändert allerdings nichts daran, dass man, wenn man z.B. beim Ladendiebstahl erwischt wird, als erstes mit Prügeln rechnen muss, bevor man verhört wird.

Shoppen in St. Petersburg lohnt jedoch nur für ausgesuchte Waren im obersten Preissegment. Kostüme für EUR 5.000.-, Bikinis zu EUR 600.- oder Uhren für EUR 150.000.- sind in den zahlreichen Luxusgeschäften die Regel. Elektronik sowie hochwertige Spirituosen sind in St. Petersburg erheblich teurer als in Deutschland. Vermeintliche Schnäppchen vom Straßenrand sind so gut wie immer von minderer Qualität und chinesische Billigware oder strafrechtlich relevante Plagiate oder Hehlerware (führt zu Ärger mit dem Zoll, wenn man auf der Rückreise erwischt wird und ist auch in Russland strafbar).

Küche

Blini (Pfannkuchen) bekommt man in zahlreichen Kiosken und Schnellrestaurants.

Sehr empfehlenswert ist das georgische Restaurant Ket in der Nähe des Moskauer Bahnhofs (Stremjannaja ulitsa 22). Neben landestypischen Gerichten wie lobio (Bohnenmus) und khinkali (Fleischtaschen) bekommt man auch vorzüglichen georgischen Wein und Wodka (entspricht dem italienischen Grappa). Die Preise für ein Hauptgericht liegen bei 250 bis 3.000 R.

Ausgehen

Viele Bars (z.B. Datscha, Bar Belgrad) befinden sich in und um die Dumskaja Straße an der Ecke zur Lomonossov Straße. Direkt dort ist auch der Club Lomonossov (Eintritt frei, strenge Tür) zu finden.

Ausländer sind im Radio Baby in der Kasanskaja Ulitsa gerne gesehen. Hier (wie übrigens auch anderswo) hat man gute Chancen am Türsteher vorbeizukommen, wenn man es vermeidet russisch zu Sprechen und gegebenenfalls zunächst auf Englisch verhandelt. Der Eintritt ist frei.

Sehr günstig essen und trinken kann man in der Bar Doski direkt über der Metrostation Zvenigorodskaya. Die große Bar mit bequemen Sofas befindet sich in der 3. Etage direkt im gleichen Gebäude wie die Metro. Je nach Wochentag und Uhrzeit werden zunächst kein bis 200 R Eintritt fällig, dafür gibt es dann aber auch z.B. ein Bier ab 40 R. Am Wochenende sollte man früh kommen oder reservieren.

Unterkunft

Die Mitglieder des Hospitality Club (www.hospitalityclub.org) bieten den anderen registrierten Mitgliedern freie Unterkunft an, im Normalfall bis zu einigen Tagen. In Petersburg gibt es über 4'000 registrierte Mitglieder des Hospitality Club.

Das Hostel "All Seasons" (IYHF) ist sehr einfach, aber im Großen und Ganzen sauber. Es liegt im Süden der Stadt in der Nähe der Metrostationen Park Pobedy und Elektrosila. Übernachten kann man hier bereits für 4,50 € im Winter und für 8,50 € im Sommer. Es wird englisch gesprochen. Nicht vom dreckigen Treppenhaus abschrecken lassen.

Es gibt alle Moeglichkeiten der Unterkunft, von einfachen bis sehr guten privaten Wohnungen, ueber Mittelklassehotels bis hin zu Luxushotels, wie das Europa.

  • Kammerdiener Hotel, 6 Ozerny Pereulok, +7 (812) 273-0113 (), [2]. checkin: 14-00; checkout: 12-00. Kleines gemütliches Gasthaus in einer ruhigen, belaubten Gasse einen kurzen Spaziergang von der Moskauer Bahnstation. Sieben fleckenlose Zimmer, sehr freundlicher Dienst und aufmerksamer Personal. Kontinentalfrühstück, Wifi, Satellitenfernsehen, Klimaanlage, 24-stündige Sicherheit, Visaunterstützung, Theater-Anmeldungen, Führungen. Preis: 5200 RBL.
  • Bed & Breakfast swissSTAR, Fontanka 93-26, +7 (911) 929-27-93 (), [3]. checkin: 14.00; checkout: 11.00. Kleine Schweizer Pension im historischen Stadtzentrum. Direkt am Fluss Fontanka gelegen und ca. 200m von der Metrostation "Sennaya Ploshad" entfernt. Das B&B hat 8 Zimmer (5 davon mit eigenem Bad) und eine grosse, vollausgestattete Küche. Frühstück, Tee/Kaffee den ganzen Tag, Internetzugang und Ortsgespräche sind kostenfrei. Visaunterstützung, Transfer und Stadtrundfahrten können bei Bedarf angeboten werden. Deutschsprachiges Personal. ab 40 Euro.
  • Griboedova 29, Kanal Griboedova 29, +7 (812) 913-96-57 (), [5]. checkin: 14.00; checkout: 11.00. Kleine Pension im historischen Stadtzentrum von Schweizern betreut. Das Bedandbreakfast liegt am Kanal Griboedova 29 direkt bei der berühmten Bankenbrücke 2 Minuten zu Fuss vom Nevsky Prospekt. ab 40 Euro.

Lernen

Die Staatliche Universität Sankt-Peterburg (SPGU) hat ungefähr 45.000 Studenten in allen Studienrichtungen. An der Staatlichen Universität (Philologische Fakultät) werden Sommer- und ganzjährige Sprachkurse für Ausländer angeboten (Kosten: rund 100 Dollar in der Woche für jeweils 4 Lektionen täglich).

Arbeiten

Sicherheit

St. Petersburg eilt der Ruf nach, ein gefährliches Pflaster zu sein. Dieser ist jedoch nur teilweise berechtigt. Die Mafia interessiert sich nicht für Touristen (zumindst nicht direkt). Das größte Ärgernis sind Taschendiebe, die wie in anderen Großstädten auch vor allem auf belebten Straßen (Newskij Prospekt) und in der Metro zuschlagen. Man sollte seine Wertgegenstände daher soweit möglich sicher am Körper verstauen und wachsam sein. In diesem Zusammenhang lohnt sich, die Gruppen von Zigeunerkindern die man v.a. auf dem Newskij Prospekt findet (und auch bei der "Arbeit" beobachten kann) zu erwähnen. Deren Taktik besteht darin, ein ausgespähtes Opfer zu umkreisen und von allen Seiten gleichzeitig die Taschen zu berauben.. (und wehe wenn man den Kindern Gewalt androht oder selbige einsetzt, dann sind sofort deren erwachsene "Aufpasser" zur Stelle und machen den Ärger nicht kleiner).

Es gibt allerdings durchaus auch Gewaltkriminalität und insbesondere nachts ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Als Überfallopfer sollte man sich defensiv verhalten und kooperieren, da die Gewaltschwelle meist sehr niedrig ist, und meistens jeder irgend eine Waffe bei sich hat (siehe unten). Das Risiko, Opfer einer Gewalttat zu werden, ist mittlerweile jedoch nicht mehr höher als in anderen europäischen Großstädten auch.

Vielen Sankt Petersburgern sind aber unruhigere Zeiten noch gut in Erinnerung. Daher führen sie oft Waffen wie Messer, Pfefferspray, Elektroschocker und auch Schusswaffen mit sich und zögern wenig, diese auch einzusetzen. Gerade viele junge Frauen in Sankt Petersburg handeln oft frei nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung". Man sollte daher z.B. in der Metro bedenken, ob man selbst bedrohlich auf einen anderen Fahrgast wirken könnte, wenn man ihm/ihr nachts in eine einsame Gasse zufällig in geringem Abstand folgt. Besser dann mal eine Minute stehen bleiben, als einen Zwischenfall aufgrund eines Missverständnisses zu riskieren.

St. Petersburg ist leider auch stark vom auffachenden Rassismus in Russland betroffen. Die Zahl fremdenfeindlich-motivierter Übergriffe auf Ausländer steigt. Ziel sind hauptsächlich Menschen mit arabischem, südländischem oder asiatischem Aussehen.

Insbesondere Farbige, Araber oder Menschen kaukasischer Abstammung sollten zu später Stunde die Metro meiden sowie ihren Aufenthalt generell auf die Innenstadt fokussieren. Ebenso sollte man in der Öffentlichkeit lautstarke Unterhaltungen in Fremdsprachen (Deutsch ist in Russland eine Fremdsprache!) vermeiden. Einige ältere Sankt Petersburger, die die Belagerung Leningrads durch die Deutsche Wehrmacht im zweiten Weltkrieg selbst miterlebt haben, sind Deutschen gegenüber nicht sehr positiv eingestellt. Stößt man auf solche Menschen, ist etwas Zurückhaltung und Fingerspitzengefühl gefragt! Grundsätzlich sind die Sankt Petersburger aber sehr gastfreundlich.

Homosexualität und gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind in Russland zwar nicht verboten, gesellschaftlich jedoch nicht akzeptiert. "Homosexuelle Propaganda" gegenüber Kindern ist in St. Petersburg seit Anfang 2012 strafbar. Da jedoch bisher niemand, auch nicht die russische Polizei, so genau weiß, was man genau unter "homosexueller Propaganda" versteht, und Kinder in der Öffentlichkeit eigentlich immer anwesend sind, sollten gleichgeschlechtliche Partner sich in der Öffentlichkeit zurückhalten, auf Küssen, Händchenhalten etc., sowie z.B. auf Kleidungsstücke mit entsprechenden provokativen Aufschriften in der Öffentlichkeit verzichten. Es kam aus diesem Grund bereits zu vereinzelten Festnahmen.

St. Petersburger sind stolz darauf, Russen zu sein, und sie sind sehr stolz darauf, St. Petersburger zu sein. Abfällige Bemerkungen über die Stadt oder über Russland (oder Diskussionen über die russische Politik) sollte man unterlassen, sie könnten für mitteleuropäische Verhältnisse unerwartet heftige Reaktionen inklusive Gewalttätigkeiten provozieren. Vor allem, wenn Alkohol im Spiel ist.

Im Sankt Petersburger Straßenverkehr ist, insbesondere als mitteleuropäischer Fußgänger, allergrößte Vorsicht angemessen. Verkehrsregeln, insbesondere Tempolimits, werden eher als unverbindliche Ratschläge und weniger als Vorschriften angesehen. Leider gilt auf Petersburger Straßen der Darwinismus, das Recht des Stärkeren. Gegenseitige Rücksichtnahme ist eher die Ausnahme. Wer z.B. als Fußgänger über eine rote Ampel läuft, darf nicht damit rechnen, dass herannahende Autofahrer bremsen. Wer dann nicht schnell rennen und springen kann, landet unter den Rädern. Wird man allerdings von der Polizei bei Verkehrsverstößen erwischt, so drohen insbesondere Ausländern drastische Strafen (einschließlich Haftstrafen). Insbesondere Trunkenheit am Steuer wird nicht toleriert (auch wenn es von Einheimischen leider oft praktiziert wird). Das Rettungswesen und die medizinische Versorgung sind nicht mit EU-Standard zu vergleichen, so dass bei Unfällen oft (zu) lange auf medizinische Hilfe gewartet werden muss (und wenn dann endlich Hilfe kommt, dann geht es erst mal ums Bezahlen, und erst dann um Wiederbelebung, Stillen von Blutungen etc.). Als Fremder sollte man sich daher eher zurückhalten. Ob man ein Auto (z.B. einen Mietwagen) selbst durch die Sankt Petersburger Straßen steuern möchte, sollte man sich zweimal überlegen. Ratsam ist es als Stadtfremder eher nicht! Man sollte das besser z.B. einem geübten Taxifahrer überlassen.

Gesund bleiben

Grundsätzlich sollte man, wie vor jeder Reise, vorher Rücksprache mit seinem Hausarzt halten und sich bezüglich gesundheitlicher Risiken und eventueller Vorsorgeimpfungen beraten lassen. Da mögliche Reiseimpfungen einige Zeit benötigen, sollte man dies rechtzeitig, also möglichst 2-3 Monate vor dem geplanten Reisetermin, bereits tun. Die weiteren Informationen in diesem Abschnitt erheben keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit. Auch sollte stets die invididuelle Situation berücksichtigt werden. Dies kann nur der Arzt.

Für Ausländer ist es empfehlenswert, nur Wasser aus der Flasche zu trinken. Wenn es nicht zu vermeiden ist, Leitungswasser zu trinken, dann dieses wenigstens 10 Minuten kochen lassen vor der Verwendung. Zusätzlich sollte man Leitungswasser stets filtern (z.B. mit einem Brita-Filter). Das Wasserversorgungsnetz aus Sowjetzeiten ist teilweise nach wie vor in desolatem Zustand. Die Rohre bestehen teilweise aus Blei und anderen giftigen Schwermetallen. Zusätzlich sind die Rohre oft undicht, wodurch Grundwassser, welches noch aus Sowjetzeiten mit allerlei ungesunden Substanzen angereichert ist, eindringen kann. Sankt Petersburger trinken das Leitungswasser auch selbst nicht, ohne es zu filtern und abzukochen. Gute Hotels und moderne Haushalte nutzen Umkehrosmose-Filteranlagen. Dies ist dann daran zu erkennen, dass es einen extra Wasserhahn für Trinkwasser gibt. Derart behandeltes Leitungswasser kann unbesorgt getrunken werden.

Die WHO stuft Russland als Tollwut-Hochrisikogebiet ein. Streundende Hunde und Katzen oder andere freilebende Tiere sollte man daher auf keinen Fall anfassen, egal, wie süß sie sind. Nach jedem Tierkontakt Hände gründlich waschen. Sollte man gebissen oder gekratzt werden, auch wenn es nicht blutet - sofort zum Arzt (wirklich sofort, nicht erst nach der Heimreise), Tollwut verläuft ohne sofortige Impfung immer tödlich. Bei Langzeitaufenthalt oder absehbarem Kontakt mit Tieren wird eine Vorsorgeimpfung gegen Tollwut empfohlen.

Vereinzelt kommen seit 2011 wieder Bären in das Stadtgebiet. Wegrennen ist sinnlos, der Bär ist viel schneller. Am besten groß machen und ruhig bleiben, langsam abwenden vom Bären.

HIV und Hepatitis B und C sind leider auch weit verbreitet, häufiger als in Westeuropa. Vorsorge ist daher, wie in allen Ländern auch, wichtig. Insbesondere bei Kontakten zu Prostituierten ist dies zu beachten. Gegen Hepatitis B gibt es eine Vorsorgeimpfung, die bei Langzeitaufenthalt oder intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfohlen wird.

Weit verbreitet ist in Russland Hepatitis A. Vorsorgeimpfung wird empfohlen, ansonsten besonders auf Hygiene achten um das Ansteckungsrisiko zu verringern.

Im Winter bilden sich wegen mangelhafter Wärmeisolierung vieler Häuser immer wieder riesige Eiszapfen an den Dächern. Oft fühlt sich für deren Beseitigung niemand zuständig, so dass sie irgendwann von selbst abbrechen und zu Boden fallen. Hier besteht ein gewisses Unfallrisiko, wenn Passanten davon getroffen werden. Bei entsprechender Wetterlage ist erhöhte Vorsicht geboten.

Klarkommen

Vertretungen

  • Deutsches Generalkonsulat, Uliza Furschtatskaja 39, +7 (812)/ 320 24 00 (Notfälle: +7 (812)/964 55 48, fax: +7 (812)/ 327 31 17), [6]. Öffnungszeiten: Mo. - Fr.: 9 Uhr bis 12 Uhr.

Kommunizieren

Wer als Ausländer kein Russisch spricht und Hilfe benötigt, spreche am besten jüngere Leute an, entweder können sie Englisch oder teilweise auch Deutsch. Auf Sprachkenntnisse sollte man sich jedoch nicht verlassen. Es ist sehr praktisch, Kyrillisch lesen zu können, da längst nicht alle Schilder, Wegweiser etc. auch auf Englisch vorhanden ist, auch nicht in der Metro.

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