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Radfahren in Schottland

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Schottland : Radfahren in Schottland
Version vom 9. Oktober 2009, 09:11 Uhr von HaJo (Diskussion | Beiträge)

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Dieser Artikel ist eine Reiseroute.

Radfahren insbesondere Radwandern ist in Schottland eine nicht sehr verbreitete Freizeitaktivität. Dementsprechend ist der Zustand mancher Fahrradwege. Dieser Mangel wird jedoch durch die einmalige Landschaft und den relativ geringen Verkehr wettgemacht. Das englische Word "cycling" wird in Schottland häufig als "Mountainbiking" verstanden; Dies sollte bedacht werden wenn englischsprachige Führer oder Informationen zu Rate gezogen werden.

Sicherheit/Straßenverkehr

Autofahrer in Schottland sind nicht in dem Maße an Radfahrer gewöhnt wie in Mitteleuropa üblich. Vor allem in den Städten wird Radfahrern oft nicht genügend Platz gelassen bzw. deren Geschwindigkeit unterschätzt. Außerhalb der Städte sind die Autofahrer jedoch generell freundlich und rücksichtsvoll.

Die folgenden Punkte sind generell zu bedenken:

  • Es wird links gefahren.
  • Helm ist nicht Pflicht wird aber empfohlen.
  • Es gibt kaum straßenbegleitende Radwege. Wo es welche gibt, haben sie normalerweise keine Vorfahrt bei Einmündungen.
  • Wo es straßenbegleitende Radwege gibt können diese benutzt werden, müssen es aber nicht.
  • Auf größeren Straßen in den Städten sind häufig am linken (äußeren!) Rand Radwegmarkierungen. Diese sind aber nur Empfehlungen und daher oft (legal!) von Autos zugeparkt. Die Einfallstrassen haben meist Busspuren, diese dürfen von Radfahrern mitbenutzt werden. Auch hier ist Parken meist nur zur Rush-hour verboten (Ist nicht so schlimm wie es sich anhört: zwischen geparkten Autos und dem Rand der Busspur ist meist genug Platz um bequem Fahrradfahren zu können. Die Busse fahren bei geparkten Autos eh' in der anderen Spur mit).
  • Beim Radfahren in Gruppen (auf Straßen, außerorts) sollte jeweils zu zweit nebeneinander gefahren werden.
  • Roundabouts (Kreisel): Sind am besten so zu benutzen wie von Autos auch, d.h. beim Einfahren in die richtige Spur einordnen und im Verkehr mitschwimmen. Man sollte nicht am äußeren Rand des Kreisels fahren: Wer die äußere Spur benutzt muss an der nächsten Ausfahrt raus! Zur Not absteigen und außerhalb des Kreisels herum gehen (auf Bürgersteig wenn vorhanden). Manche Kreisel versuchen per Ausschilderung Radfahrer so zu schicken, man verliert aber viel Zeit dabei, und das Überqueren der Ein- und Ausfahrten zu Fuß ist nicht unbedingt sicherer als im Kreisel mitzufahren.
  • Brücken: Die großen Brücken (Forth Road Bridge, Erskine Bridge, Kessock Bridge, Tay Bridge, Skye Bride) haben alle Fahrrad/Fußgängerwege und sind für Fahrradfahrer kostenlos.
  • Straßen sind oft eng (durch Mauern oder Felsen gibt es keinen Ausweichplatz) und viel befahren. An einigen Stellen sind die Straßen zu Single Tracks reduziert (einspurig).

Praktikalitäten

  • Fahrradläden gibt es in den Städten reichlich, aber häufig mit sehr eingeschränktem (und auf Mountainbiker spezialisiertem) Sortiment. Die Maße von Laufrädern, Schrauben usw. entsprechen mittlerweile dem internationalen Standard, es sollte also keine Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung geben. Eine Ausnahme ist, dass Dynamobeleuchtungen in Schottland praktisch unbekannt sind.
  • Fahradmieten: ist in Schottland relativ teuer (um £15/Tag). Gute Mountainbikes sind generell einfacher aufzutreiben als tourentaugliche Räder.
  • Karten: leider gibt es keinen Verlag der in Schottland Karten im radwanderfreundlichen 1:100 000-1:150 000 Maßstab verkauft. Die Landranger Karten von Ordnance Survey (1:50 000) sind teuer und decken ein zu kleines Gebiet ab. Die gängigen Autokarten (meist 1:250 000) haben meist keine Höheninformationen. Als Kompromiss kann die "OS Travel Map – Road" (1:250 000) von Ordnance Survey gelten. Zwei Karten decken ganz Schottland ab, und zumindest einige Höhenlinien sind vorhanden.
  • Fahrradbeförderung in Zug/Bus: Fahrräder werden in den Zügen von ScotRail umsonst und unbürokratisch mitgenommen. Eine Reservierung (kostenlos) wird empfohlen ist aber nicht zwingend. Pro zwei Waggons gibt es normalerweise ein Fahrradabstellbereich. GNER, die die InterCitys von London nach Edinburgh und teilweise weiter in Schottland betreibt nimmt eine Gebühr von £3 pro Strecke und schreibt Reservierung vor. Die S-Bahnen im Bereich Glasgow (Strathclyde Partnership for Transport) nehmen Fahrräder mit wenn Platz ist (im Einstiegsbereich), das ganze ist kostenlos. Die Glasgower U-Bahn befördert keine Fahrräder. Busse nehmen keine Fahrräder mit, weder Stadtbusse, noch Überlandbusse. In abgelegenen Gegenden kann man aber manchmal den Busfahrer überreden (vor allem bei Problemen mit den Rad, schlechtem Wetter, etc). Tandems und Liegeräder werden nur von GNER mitgenommen.
  • Fähren: Alle Fußgängerfähren transportieren auch Fahrräder. Nützlich sind z.B. Inversnaid-Inveruglas (Loch Lomond) und Altnaharrie-Ullapool (Loch Broom). Die Autofähren von Caledonien MacBryne zu den Hebriden transportieren Fahrräder kostenlos.

Allgemeine Routenplanung

Die schottischen Highlands sind gebirgig! Die meisten Straßen folgen den Tälern, was allerdings auch den Verkehr konzentriert: Es gibt kaum Nebenstrassen. Südlich des Great Glen (Loch Ness) haben die meisten Lochs zusätzlich zur Hauptstraße noch eine Nebenstraße am anderen Ufer, die ideal zum Fahrradfahren ist. Der meiste Touristenverkehr konzentriert sich auf die Strecke Edinburgh-Inverness-Fort William-Glasgow mit Abstecher nach Skye. Abseits dieser Strecke ist auch zur Hauptsaison relativ wenig Verkehr, vor allem im Norden.

Die Ecke zwischen Aberdeen und Inverness hat wenig Verkehr und viele Nebenstraßen, allerdings auch weniger spektakuläre Landschaft als der Rest Schottlands: leicht welliges Hügelland. Im Süden Schottlands (Borders/Dumfries & Galloway) ist auch wenig Verkehr, die Landschaft ist weniger schroff als in den Highlands.

Zu vermeiden: A9 (Perth-Inverness und weiter nach Norden): praktisch Autobahn (NCN7 verläuft parallel). Zur Hauptsaison A82 (Glasgow-Glencoe-Fort William/Oban) und A87 (vor allem Kyleakin-Broadford-Sligachan auf Skye).

Fernradwege

Sustrans ist eine gemeinnützige Organisation die sich für den Bau und Erhalt von Fernradwegen einsetzt. Sie wird von staatlicher Seite finanziell jedoch nicht politisch unterstützt. So ist die Konstruktion von Straßen und Fahrradwegen selten aufeinander abgestimmt.

Die von Sustrans konstruierten und beschilderten Wege firmieren als "National Cycle Network" (NCN). Es handelt sich um eine Mischung aus ehemaligen Eisenbahnstrecken, Nebenstraßen und vereinzelt neuangelegten Abschnitten. Die einzelnen Routen sind nummeriert; detaillierte Karten für jede Route sind von Sustrans oder im Buchhandel erhältlich. Die Beschilderung des National Cycle Network wird größtenteils von Freiwilligen durchgeführt, und ist häufig nicht so gut wie zu wünschen wäre.

Große Teile des NCN sind (mehr oder weniger) beschilderte Nebenstraßen die häufig große Umwege in Kauf nehmen um Steigungen oder Hauptstraßen zu vermeiden. Häufig findet man mithilfe einer (Auto)karte besser zu fahrende Alternativen. Einige Abschnitte (vor allem die autofreien) sind aber sehr zu empfehlen. Zu empfehlende Abschnitte des National Cycle Network sind

  • NCN 7 "Lochs and Glens": Carlisle - Newton Steward - Glasgow - Pitlochry - Inverness: Der Abschnitt Aberfoyle-Killin ist eine der schönsten und spektakulärsten des NCN. Pitlochry-Inverness folgt Nebenstrecken, stillgelegten Teilen der alten A9 und über den Pass von Drumnochter einem neu angelegten Weg neben der A9.
  • NCN 75 : Glasgow-Edinburgh: Entlang stillgelegter Bahnlinien
  • Regionale Route 43: Glasgow-Edinburgh: Entlang des "Union Canal" und des "Forth-Clyde-Canal". Autofreier Weg von Innenstadt zu Innenstadt. Wie alle Kanalrouten in Großbritannien, wird der Pfad von "British Waterways" unterhalten. Offiziell benötigt man für die Benutzung einen Erlaubnisschein (permit) von British Waterways (kostenlos), und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf dem Pfad sind 10km/h (6mph). Beide Punkte werden praktisch von niemandem beachtet. Vor allem innerhalb der Städte ist der Pfad sehr beliebt bei Spaziergängern, man sollte also vorsichtig fahren.
  • NCN 1: Dover-Inverness. Der schottische Abschnitt verläuft Berwick-Melrose-Edinburgh-Forth Bridge-Dundee-Aberdeen-Banff-Inverness. Vor allem die Section Edinburgh-Forth Bridge ist als autofreier Weg von der Edinburgher Innenstadt zur Nordseite der Forth-Brücke zu empfehlen. In Dunfermline besteht Anschluss zum NCN 76 nach Stirling (autofrei) und weiter über Nebenstrassen nach Callander (NCN 7)
  • NCN 78: Campbelltown (Kintyre)-Inverness. Der Abschnitt Fort William-Inverness ist der Great Glen Cycle Way: die momentane Streckenführung ist allerdings nur für Mountainbikes zu bewältigen. Die empfohlene Alternative für Tourenräder ist von Fort William bis Fort Augustus am Caledonian Canal entlang und dann weiter auf der (kaum befahrenden) Südseite des Loch Ness.

Andere empfehlenswerte Strecken

Zum Radwandern:

  • Loch Katrine (Trossachs): Eine Straße geht zu 3/4 um das Loch herum. Autofahren ist nur für (das halbe Dutzend) Anlieger erlaubt: Trossachs Pier nach Stronachlachar. Von dort 5km Single-Track nach Inversnaid (Loch Lomond) wo eine Fußgängerfähre auch Fahrräder zum Westufer des Loch Lomond bringt.
  • The Mad Wee Road (Inverpolly): 10km nördlich von Ullapool links Richtung Achiltibuie/Lochinver abbiegen. Weitere 15km weiter geht die Mad Wee Road an der Küste nach Lochinver und weiter am Old Man of Stoer vorbei nach Unapool.
  • Mull/Äußere Hebriden: Wegen relativ hoher Fährkosten für Autos wenig Verkehr. Die äußeren Hebriden können jedoch sehr stürmisch sein.
  • Applecross (Bealach na Ba): Ob empfehlenswert kommt auf die persönlich Einstellung an: Der "Bealach na Ba" Pass auf der Straße nach Applecross ist mit 629m die zweithöchstgelegende Straße Grossbritanniens. Unter schottischen Fahrradfahrern gilt die Bezwingung des Passes als ultimativer Fitnessbeweis. Man wird mitunter von Autofahrern angefeuert: Tour de France feeling in Schottland.
  • Cape Wrath: Zum Nordwestkap Schottlands führt ein knapp 20km langer Single Track, der nur über die Fussgänger(!)fähre bei Durness zu erreichen ist. Das einzige motorisierte Gefährt auf der Straße ist der Minibus der Touristen von der Fähre zum Kap (Leuchtturm) bringt. Straßenqualität ist dementsprechend.

Zum Mountainbiken:

  • Cairngorms National Park: im Süden (fast an der Ostspitze des Loch Laggan) gibt es einen MTB Fun Park mit verschiedenen Downhill-Trails. Wer möchte kann sich mit seinem Rad auf den Berg bringen lassen und nur die Trails über die Felsen, durch den Wald und über einen Holzsteg genießen.
  • Bei Fort William: die "Witch's Trails" führen am Berge des Ben Nevis zwischen Torlundy und Spean Bridge durch unterschiedliches Gelände (Wald, Felder, Steinpisten). Die Trails sind sehr gut beschildert und der World Cup Circuit bietet auch fortgeschrittenen MTB Fahrern einige Herausforderungen.

Anbindung der Flughäfen/Fährhäfen

Für gewöhnlich wird man in Schottland an einem der Flughäfen Edinburgh, Glasgow, Glasgow-Prestwick oder Newcastle ankommen. Mit der Fähre kann man in Rosyth (bei Edinburgh) oder Newcastle/North-Shields ankommen.

  • Edinburgh: Die A8 am Flughafen vorbei hat einen Fahrradweg, der aber nicht besonders gut ist. Man kann ihm Richtung Edinburgh folgen. Alternativ gleich bei der nächsten Möglichkeit von der A8 nach rechts runter (Richtung Gogarbank). Nach 1km nach links und nach 300m wieder rechts. Direkt nach der Autobahnbrücke kommt man auf den Union Canal und ohne weiteren Verkehr bis in die Innenstadt. Man kann dem Fahrradweg an der A8 auch in die andere Richtung (Westen) bis zum Newbridge Roundabout folgen. Von dort führt ein besserer Fahrradweg nach Norden direkt zur Forth Brücke.
  • Glasgow: Die schwierigste Anbindung: Alle ausgeschilderten Wege führen auf die Autobahn: Zuerst der Beschilderung nach Glasgow folgen. Nachdem man unter der Autobahn durch fährt am Roundabout aber nach links und nicht wie beschildert nach rechts. Am nächsten Roundabout dann nach rechts (Richtung Paisley). In Paisley kommt man per Bahn oder Straße nach Glasgow, oder hat direkt Anschluss an den NCN7(Osten) nach Glasgow, oder NCN7(Westen) und NCN75 nach Greenock und zur Fähre nach Dunoon.
  • Glasgow-Prestwick: NCN7 führt direkt am Terminal vorbei. Richtung Glasgow fängt es zwar mit 1km Hauptstraße an, wird dann aber besser. Glasgow-Prestwick hat als einziger schottischer Flughafen Bahnanbindung: Züge nach Glasgow fahren alle 30min.
  • Newcastle: Der Flughafen liegt 10km nordwestlich der Stadt. Die Metro (U/S-Bahn) fährt zum Flughafen befördert aber keine Fahrräder. Die ausgeschilderte Strecke zur Innenstadt geht entlang der A696 die autobahnähnlich ausgebaut ist. Fahrradfahren ist zwar erlaubt aber nicht zu empfehlen. Man kann aber direkt ab dem Flughafen auf die parallel verlaufende B6918 ausweichen. Stadtauswärts wird die A696 schnell klein, wenig befahren und landschaftlich sehr reizvoll. Wenn man von Newcastle nach Schottland radeln möchte (Edinburgh ist 160km entfernt), ist dies durchaus eine Alternative.
  • Rosyth: Man kommt vom Fährterminal problemlos zum Bahnhof Rosyth und von dort per Zug nach Edinburgh. Man kann nach Edinburgh radeln: nach der Forthbrücke sofort nach rechts unter der Brücke durch und dem NCN1 nach Edinburgh folgen.
  • Newcastle/North-Shields: Öffentlicher Verkehr nimmt keine Fahrräder mit. Innenstadt ist 10km entfernt, die Ausschilderung führt auf autobahnähnliche Straßen, es gibt aber genug Alternativen (Stadtplan!). Die Intercitys von Newcastle nach Edinburgh befördern Fahrräder, Vorausbuchung ist aber vorgeschrieben.

Volksradtouren

Es gibt einige organisierte Volksradtouren. Es kann durchaus spannend sein an diesen teilzunehmen wenn man zufällig gerade in der Gegend ist. Der Sinn dieser Radtouren ist Spenden für einen guten Zweck zu sammeln, es wird daher erwartet, dass die Teilnehmer entweder Startgeld bezahlen (£7-£15) oder im Vorfeld Spenden sammeln. Rücktransport per Zug/Bus ist organisiert (kostet extra).

  • Edinburgh-St Andrews: Meist am dritten Samstag im Juni. Start: Edinburgh Market Street, ca 110km auf Nebenstrassen, um die 700 Teilnehmer. Startgebühr ist £7, alle Einnahmen und Spenden kommen LEPRA (British Leprosy Relief) zugute.
  • Pedal for Scotland: Meist letzter Sonntag im August. Glasgow (George Square) - Edinburgh entlang Nebenstraßen, ca 80km, um die 2000 Teilnehmer. Startgebühr £15 (£10 bei Vorbezahlung). Einnahmen und Spenden kommen jährlich wechselnden Zwecken zugute (2006: Leukaemia Research).




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