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Timor-Leste

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Lage
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Flagge
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Kurzdaten
Hauptstadt: Dili
Staatsform: Parlamentarische Republik
Währung: 1 US-Dollar ($)
= 100 Cents
Fläche: 15.007 km²
Bevölkerung: 947.000
Sprachen: Tetum, Portugiesisch
Religionen: Katholiken 92 %, Muslime 5 %, Protestanten 3 %, Hindus, Buddhisten
Telefonvorwahl: +670
Internet TLD: .tl (ehemals .tp)
Zeitzone: UTC+9h


Karte von Osttimor

Osttimor (offiziell: Timor-Leste) ist ein Inselstaat in Südostasien. Er liegt auf dem östlichen Teil der Insel Timor und ist das jüngste Land der Region. Es erlangte erst 2002 seine Unabhängigkeit.

Neben atemberaubenden Tauchgebieten, bietet Osttimor eine wunderschöne Bergwelt, die ideal zum Wandern und Mountainbiken ist. Dazu finden sich tropische Sandstrände, heiße Quellen in den Bergen, eine vielfältige Kultur und gastfreundliche Menschen. Das alles abseits der ausgetretenen Pfade. Allerdings ist die Infrastruktur noch sehr mangelhaft, weswegen eher Individualtouristen und Rucksacktouristen, die mit einfachen Begebenheiten zufrieden sind, hierher den Weg finden. Es gibt aber bereits auch organisierte Reisen von Darwin/Australien aus und in Dili werden Tauchausflüge und Rundreisen angeboten.

Für Vogelfreunde ist Osttimor mit etwa 240 Arten eine Fundgrube. Darunter sind sieben auf Timor endemische Arten, 13 weiter finden sich außerdem nur noch auf der Nachbarinsel Wetar. In einigen Gebieten gibt es Höhlen, so zum Beispiel in Tutuala.

Regionen

Topographisch teilt sich das Hauptgebiet Osttimors in die Nordküste mit der Hauptstadt Dili, die schnell ansteigt, das Bergland, dessen Berge bis an die 3.000 m heranreichen und ein hervorragendes Wandergebiet darstellt und die Südküste mit einigen Ebenen. Außerdem liegt im Westteil der Insel Timor die Exklave Oecusse, nördlich von Dili die Insel Atauro und an der Ostspitze Timors die unbewohnte Insel Jaco.

Kulturell teilt sich Osttimor in den Westteil Loro Munu bestehend aus den Distrikten Dili, Aileu, Ainaro, Manufahi, Ermera, Bobonaro, Cova Lima, Liquiçá und Oecusse und den Ostteil Loro Sae mit den Distrikten Lautém, Baucau, Viqueque und Manatuto. Diese Teilung stimmt nur bedingt mit der Verteilung der einzelnen Ethnien überein, sie ist historisch entstanden und wirkt auch heute im Zusammenleben der Bevölkerung weiter. Dies kann man besonders im Schmelztiegel Dili sehen, wo es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Jugendbanden aus den verschiedenen Landesteilen kommt.

Städte

  • Dili - die Hauptstadt von Osttimor
  • Aileu
  • Baucau - die zweitgrößte Stadt und Hauptstadt Baucaus
  • Gleno - Hauptstadt Ermeras
  • Lospalos - Hauptstadt Lautéms
  • Liquiçá - Stadt und Distrikt an der Nordküste, bekannt für seine schwarzen Strände
  • Maliana - dritter Bischofssitz des Landes und Hauptstadt Bobonaros
  • Manatuto
  • Same - Hauptstadt Manufahis
  • Suai - Hauptstadt Cova Limas
  • Viqueque

Weitere Ziele

  • Batugade - Grenzort zu Indonesien mit kolonialem Fort
  • Balibo - Geschichtsträchtiger Ort mit Gedenkstätte zur indonesischen Invasion
  • Distrikt Bobonaro - heiße Quellen
  • Distrikt Ermera - Das Zentrum des timoresischen Kaffees
  • Lagoa Ira Lalaro (auch Suro-bec) - Osttimors größter See
  • Maubara - Ort im Distrikt Liquiçá, koloniale Festung, See mit zahlreichen Vogelarten, Tauchgebiet, Mangrovenwälder
  • Maubisse - Bergort und Ausgangspunkt zur Wanderung auf den höchsten Berg Osttimors
  • Matebian - Berg und Wallfahrtsort (2.316 m)
  • Oecusse - Timor-Lestes Exklave im Westen Timors
  • Tatamailau (Ramelau) - der höchste Berg Osttimors (2.963 m)
  • Tutuala - Ostspitze Timors. Nino Konis Santana Nationalpark mit Wäldern, Strand und Korallenriffen. Ausgangspunkt für die Insel Jaco

Hintergrund

Die Demokratische Republik Timor-Leste wird Osttimor genannt. Während der Landesname in allen anderen Sprachen, auch im Deutschen, offiziell Timor-Leste ist, wird das Land in der Amtssprache Tetum Timor Loro Sa'e genannt, was soviel wie Timor der aufgehenden Sonne bedeutet. Der internationale (portugiesische) Name Timor-Leste bedeutet wörtlich übersetzt „Ost-Osten“ vom indonesischen timur „Osten“ und portugiesischen leste „Osten“.

Im 16. Jahrhundert gründeten die Portugiesen ihre Kolonie Portugiesisch-Timor. Die Japaner besetzten die Kolonie während des Zweiten Weltkrieges, obwohl Portugal ein neutrales Land war. 1975 entließ Portugal Osttimor in die Unabhängigkeit, doch nur wenige Tage danach annektierte Indonesien das neue Land und machte es trotz internationaler Verurteilung zu seiner 27. Provinz Timor Timur. In den 24 Jahren der indonesischen Besetzung wurde etwa ein Drittel der 800.000 Einwohner getötet. Nach einer Volksabstimmung (Referendum), die zu Gunsten einer Unabhängigkeit ausging und weiteren Verbrechen durch pro-indonesische Milizen und der indonesische Armee, entsandten die Vereinten Nationen unter australischer Führung die Friedenstruppe INTERFET. Osttimor kam unter Verwaltung der UNTAET, bis es schließlich am 20. Mai 2002 endgültig unabhängig wurde. Zwischen Ende April und Ende Mai 2006 erlebte Osttimor die schwersten Unruhen seit seiner Unabhängigkeit. Wieder mußten 150.000 Menschen fliehen und 37 Personen starben. Später im Jahr vandalierten Jugendbanden und kämpften in den Straßen gegeneinander. 2008 kam es zu einem Attentat auf Premierminister und Präsident, bei dem der Rebellenführer ums Leben kam. Danach brach die Rebellenorganisation zusammen und das Land stabliliserte sich wieder. Timor-Leste gilt weiterhin als fragil, aber eine internationale UN-Mission (UNMIT) sorgt seit September 2006 für Ruhe und Ordnung und konnte inzwischen in mehreren Distrikten die Verantwortung wieder an die nationale Polizei (PNTL) übergeben.

Anreise

Für europäische Touristen werden Einreisesichtvermerke bei Ankunft in Dili auf dem internationalen Flughafen ausgestellt. Die Gebühr hierfür beträgt 30 US-Dollar für einen Aufenthalt von einem Monat, nach Ablauf dieser Frist kann eine Verlängerung erteilt werden. Die Gebühr hierfür beträgt dann 30 US-Dollar pro vier Wochen. Bei einer Einreise auf dem Landweg gelten die gleichen Gebühren. Bei der Ausreise sind 10 US-Dollar zu zahlen.

Flugzeug

Dilis Flughafen Presidente Nicolau Lobato International Airport (IATA Code: DIL, ICAO Code: WPDL) liegt westlich des Stadtzentrums und wird international von Passagiermaschinen angeflogen. Die Airnorth (IATA Code: TL) fliegt die Strecke von Darwin (Australien) nach Dili und zurück täglich in zwei Stunden mit einer Embraer. An drei Tagen der Woche wird die Strecke sogar zweimal bedient. Täglich fliegt die Merpati Nusantara Airlines (IATA Code: MZ) von Denpasar auf Bali (Indonesien) nach Dili mit einer Boeing 737-200. Seit dem 1. August 2008 bietet Austasia Airlines die Route von Singapur nach Dili und zurück zweimal die Woche an. Für die Strecke wird ein Airbus 319 der Silk Air verwendet. Für größere Maschinen ist der Flughafen Dili nicht ausgelegt.

Zusammen mit der Phuket Air und Jerry Desousa hat die osttimoresische Regierung 2002 eine eigene Gesellschaft namens East Timor Air (ICAO Code: ETA) gegründet. Trotz mehrfacher Ankündigung gibt es bisher keine Flüge der Gesellschaft.

Der Cakung Airport (IATA code: BCH) ist der einzige Flughafen Osttimors auf dem größere Maschinen, als die Boeing 737 landen können. Er wird in erster Linie für militärische und Versorgungsflüge genutzt. Reguläre, zivile, Flugverbindungen nach Cakung sind zurzeit nicht im internationalen Buchungssystem der Fluggesellschaften vermerkt.

Man kann auch von Bali nach Kupang im indonesischen Westtimor fliegen und dann über den Landweg nach Osttimor reisen.

Bus und Auto

Der Grenzübergang Batugade zum indonesischen Westtimor hin ist geöffnet, aber es gibt nur einen unregelmäßigen Busverkehr. Von Oecusse aus führen Grenzübergange bei Bobometo (Subdistrikt Oesilo), Sakato und Passabe nach Westtimor. Allerdings sind nur Bobometo und Sakato legale Übergänge.

Schiff

Es gibt noch keinen regelmäßigen Fährverkehr zwischen Osttimor und seinen Nachbarländern.

Mobilität

Bus

Der Biskota ist ein größerer Bus, der die Hauptortschaften, wie Lospalos oder Baucau mit Dili verbinden. Sie fahren auf den zumeist asphaltierten Straßen. Um zu kleineren Orten zu gelangen muss man auf Kleinbusse, sogenannte Mikroléts umsteigen. Egal aber welchen Bustyp man nimmt, sie sind durchweg überfüllt mit Menschen und Handelsware, weswegen man sein Reisegepäck möglichst klein halten sollte. Auch die Straßenverhältnisse erleichtern nicht das Reisen. In der Regenzeit sind viele der Wege nur noch Schlammpisten und gar nicht mehr befahrbar. Feste Abfahrzeiten gibt es für die Bussse nicht, man wartet einfach an der Haltestelle auf den Bus, bis er kommt.

Auto

Nur mit dem eigenen Wagen ist man jederzeit mobil. Allerdings nur, wenn man sich einen allradbetriebenen Geländewagen mietet. Die Straßenverhältnisse sind nur zwischen den größeren Orten verhältnismäßig gut und während der Regenzeit werden die Wege immer schwer beschädigt, Flüsse können dann zu unüberwindbare Hindernisse werden.

Fahrrad

2009 fand mit der Tour de Timor erstmals ein internationales Mountainbikerennen in Timor-Leste statt, womit auch Werbung bei Fans dieser Sportart gemacht werden sollte. Die Landschaft ist zwar gebirgig und die Straßen sind meist schlechter Qualität, aber für anspruchsvole Mountainbiker ist das Land ein Geheimtipp.

Schiff

Eine Fährgesellschaft hat, mit deutscher finanzieller Unterstützung, eine Verbindung nach Pante Macassar in der Enklave Oecusse hergestellt. Die MV Uma Kalada fährt dienstags und donnerstags von Dili in 12 bis 13 Stunden nach Pante Macassar und am selben Tag zurück. Samstags wird von der MV Uma Kalada die Insel Atauro in zweieinhalb Stunden angelaufen. Zusätzlich verbinden kleine Boote Atauro mit Dili. Zusätzlich bedient die Berlin Nakroma seit 2007 die Strecke.

Zur Insel Jaco kann man sich von Fischern vor Ort mit dem Boot bringen lassen.

Sprache

Es gibt auf Osttimor etwa 15 Ethnien, davon 12 größere Stammesverbände. Sie sprechen meist austronesische (malayo-polynesische und melanesische) Sprachen und Papua-Sprachen. Amtssprachen sind Tetum und Portugiesisch. Daneben sind die 15 anderen Sprachen der einheimischen Völker von der Verfassung als Nationalsprachen anerkannt: Dies sind Atauru, Baikeno, Bekais, Bunak, Fataluku, Galoli, Habun, Idalaka, Kawaimina, Kemak, Makuva, Makalero, Makasae, Mambai und Tokodede. Englisch und Bahasa Indonesia sind als Arbeitssprachen aufgeführt. Während Tetum weit verbreitet ist, sprechen nur etwa 18,6 % Portugiesisch (vor allem die ältere Generation). Etwa 40 % der Bevölkerung spricht Bahasa Indonesia und etwa 66.000 Osttimoresen Englisch.

Während in Dili die Verständigung auf Englisch in der Regel kein Problem ist, wird es mit abnehmender Größe der Orte immer schwerer Englischsprecher zu finden. Die ältere Generation spricht Portugiesisch, viele Erwachsene und Jugendliche Bahasa Indonesia.

Einige Tetum-Sprachführer und -Wörterbücher sind inzwischen auf dem Markt und sehr hilfreich. Die einheimische Amtssprache ist weitverbreitet und durch viele portugiesische Lehnwörter für Europäer nicht zu kompliziert, wenn man einfache Sachverhalte ausdrücken will. Vereinzelt kann man aber auch auf Leute treffen, die nur eine der regionalen Sprachen sprechen.

Kaufen

Beliebte Souvenirs sind die farbenprächtigen Tais, gewebte Tücher, die je nach Region unterschiedlich aussehen. Außerdem gibt es traditionellen Silberschmuck, Schnitzereien und Suriks, die traditionellen Schwerter Timors. Besonders guter Qualität ist der aromatische und milde Kaffee Osttimors.

Banken findet man in Dili, Baucau, Viqueque, Gleno, Maliana und Suai.

Küche

Die osttimoresische Küche spiegelt die verschiedenen Einflüsse wieder, denen das Land unterworfen war. Man findet in ihr chinesische, portugiesische und indonesische Elemente.

In den Bergen wächst Kaffee, der hocharomatisch und mild ist. Er wird gerne zum Frühstück getrunken. Dazu gibt es Brot und Butter. Tee wird heiß und süß in Gläsern serviert. Drei Mahlzeiten am Tag sind üblich, wobei das Mittagessen gewöhnlich zwischen zwölf Uhr mittags und zwei Uhr nachmittags eingenommen wird.

Mais, Reis, Erdnüsse, Sago, Taro, Kartoffeln, Brotfrucht und Süßkartoffeln werden angebaut. Auch Obst, wie Mangos und Bananen sind hier vorhanden. Dazu lokale Früchte, wie Salak, Jambulan (Jamblang), Uha, Saramalé und Aidák. Reis wird in den meisten Restaurants Osttimors als Beilage serviert. Daneben züchtet man Hühner, Schweine, Büffel und Ziegen. Neben dem Fleisch werden auch die Innereien gegessen. Fisch hat aufgrund der Transportschwierigkeiten nur an der Küste für die Ernährung der Bevölkerung eine Bedeutung. So wird zum Beispiel Thunfisch als gegrilltes Steak serviert. In den Dörfern an der Küste wird Soboko zubereitet. Dies sind Sardinen mit Tamarindesauce und Gewürzen, die in Palmenblättern am Feuer gekocht werden. Der Geschmack kann von mild bis sehr scharf reichen. Der Verzehr von Hundefleisch ist hier, wie in vielen anderen Teilen Ostasiens, üblich.

Ein typisches Gericht ist Kaldeirada, gekochtes Fleisch (meist Lamm) mit Kartoffeln, Paprika, Gewürzen und Oliven als Beilage. Auch beliebt ist Tukir, ein Lammgericht, das mit vielen Gewürzen in Bambus gekocht wird.

Als Nachtisch bekommt man frittierte Bananen, Koibandera und als regionale Spezialität Koirambu. Ein Reismehlkuchen, der wörtlich übersetzt Haarkuchen heißt. Er sieht aus, wie zu einem Dreieck geformte dünne Haare.

Traditionelle Alkoholika sind verschiedene Palmweine (Tuaka und Tua Mutin) und Palmweinbrand (Tua Sabu). Bier wird aus Australien, Indonesien und Singapur importiert und die Portugiesen brachten in der Kolonialzeit den Wein nach Osttimor.

Ausgehen

Die Hauptstadt Dili bietet wegen der ausländischen Truppen einige Bars und Nachtclubs, nachts ist es aber auf den Straßen nicht ungefährlich. In den anderen Städten gibt es keine Angebote zum abends weggehen. Glücksspiel ist verboten.

Unterkunft

In Dili gibt es mehrere Hotels, in Maubisse, Baucau und Tutuala jeweils eine Pension, ansonsten muss man suchen. Mal bietet ein Restaurant ein Hinterzimmer oder man kann in der örtlichen Pfarrei oder bei Privatpersonen unterkommen. Auch bei der U.N. Polizei kann mal ein Zimmer frei sein. Hier kann man sich auch nach Unterkünften erkundigen. Auch hier ist ein Mietwagen als Unterkunft sehr nützlich.

Während die Hotels in Dili Grundstandards einhalten (Dusche, eventuell Satellitenfernsehen), muss man sonst einfachste Umstände in Kauf nehmen. Zum Waschen steht oft nur ein Becken bereit aus dem man mit einem Eimer Wasser schöpft. Da es teilweise vom Fluss geholt wird und für mehrere Leute reichen muss, wäscht man sich dann außerhalb des Beckens und spült sich sparsam ab. Ins Becken steigt man nicht.

Vor allem in der Regenzeit ist ein Moskitonetz ein unbedingtes Muss, auch um Krankheiten zu vermeiden.

Lernen

Spezielle Kurse für Ausländer werden nicht angeboten. Für Wissenschaftler bietet Osttimor aber in vielen Bereichen noch unerforschtes Neuland (etwa für Sprachforscher, Völkerkundler und Ornithologen).

Arbeiten

Osttimor benötigt noch viel Aufbauarbeit, weswegen Entwicklungshelfer mit handwerklichen Geschick, medizinischen Kenntnissen und auch Lehrkräfte mit Portugiesischkenntnissen gesucht werden. Die Zukunft Osttimors liegt in der Erdöl- und Erdgasgewinnung in der Timorsee, weswegen hier in den nächsten Jahren Spezialisten benötigt werden. Ebenso im weiteren Ausbau der Infrastruktur, wie Straßen, Tankstellen und Hotels.

Feiertage

Datum Name des Feiertags
1. Januar Neujahr
März/April Karfreitag
1. Mai Tag der Arbeit
20. Mai Wiederherstellung der Unabhängigkeit
Mai/Juni Fronleichnam
15. August Mariä Himmelfahrt
30. August Consulta - Tag der Volksbefragung
20. September Freiheitstag
1. November Allerheiligen
2. November Allerseelen
12. November Nationaler Tag der Jugend (Santa Cruz-Tag)
28. November Proklamation der Unabhängigkeit
7. Dezember Tag der Helden
8. Dezember Maria Empfängnis
25. Dezember Weihnachten
variabel Zuckerfest, Ende des Ramadan
variabel muslimisches Opferfest
Datum Name des Gedenktags
Februar/März Aschermittwoch
März/April Gründonnerstag
Mai/Juni Christi Himmelfahrt
1. Juni Internationaler Tag des Kindes
20. August Tag der FALINTIL
3. November Nationaler Tag der Frau
10. Dezember Internationaler Tag der Menschenrechte

Da Osttimor mehrheitlich christlich ist und die katholische Kirche eine wichtige Rolle im Unabhängigkeitskampf hatte, sind die wichtigen christlichen Feiertage öffentliche Feiertage. Außerdem gibt es seit 2005 zwei muslimische Feiertage. Zusätzlich gibt es mehrere Feiertage, die an den Freiheitskampf des Landes erinnern. Am 20. Mai 2002 wurde Osttimor endgültig in die Unabhängigkeit entlassen. Am 30. August 1999 fand das Volksreferendum statt, indem sich die Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Indonesien aussprach. Am 20. September 1999 landeten die ersten Soldaten der INTERFET, der internationalen Eingreiftruppe, die nach den vorangegangenen Gräueltaten die Kontrolle von Indonesien übernahmen. Am 12. November 1991 kam es zum Santa-Cruz-Massaker, bei dem das indonesische Militär über 200 Menschen tötete. Der Vorfall kippte die öffentliche Meinung in der westlichen Welt zu Gunsten der Osttimoresen.

Neben den landesweiten Feiertagen sind auch lokale Feiertage möglich. Die Gedenktage sind keine Urlaubstage, Arbeitnehmern kann aber frei gegeben werden.

Sicherheit

Die Einwohner Osttimors sind äußerst gastfreundlich, nur darf man nicht vergessen, dass Armut immer ein Auslöser für Kriminalität ist. Dili ist vor allem nach Einbruch der Dunkelheit nicht ungefährlich, das gilt dann auch für Taxis. Frauen sollten dann auf keinen Fall alleine auf die Straße. Das deutsche Auswärtige Amt warnt für das gesamte Land vor Taschendiebstählen und bewaffneten Überfällen. Nachts sollte man das Hotel nicht verlassen. Auch Fahrten über Land sollte man aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse vermeiden. In der Regenzeit kann es in kürzerster Zeit zu Unterspülungen und Erdrutschen kommen und die Straßen blockieren.

Besonders 2006 sind Jugendbanden in Erscheinung getreten, die sich gegenseitig bekämpfen und auch für Brandstiftungen und Plünderungen, hauptsächlich in Dili, aber auch in anderen Teilen des Landes, verantwortlich sind. Bandengewalt spielt sich aber zumeist innerhalb der Bevölkerung ab, Ausländer sind in der Regel davon nicht betroffen. Die Lage hat sich inzwischen wieder beruhigt, auch durch die internationalen Sicherheitskräfte. Trotzdem sollten politische Demonstrationen oder sichtbar aggressive Menschenansammlungen unbedingt gemieden werden. Es ist empfehlenswert, sich über die Situation an seinem Reisziel in Dili zu erkundigen, entweder vor Ort beim portugiesischen Konsulat, bei der U.N. Polizei, den internationalen Streitkräften oder im U.N. Quartier in Darwin/Australien. Auch die Sicherheitshinweise des deutschen Auswärtigen Amts sind zu berücksichtigen.

Außerdem wird ausdrücklich empfohlen, dass sich Deutsche, die sich in Timor-Leste aufhalten, in die Krisenvorsorgeliste der zuständigen Botschaft Jakarta eintragen, damit sie – falls erforderlich – in Krisen- und sonstigen Ausnahmesituationen schnell kontaktiert werden können.

Beim Baden sollte auf Krokodile geachtet werden, auch Schlangen können unangenehm werden. Bei freilaufenden Hunden besteht die Gefahr von T ollwut.

Gesund bleiben

Ein großes Problem ist die Malaria, die während der Regenzeit auftritt. Reisenden wird dringend empfohlen Malariaprophylaxen einzunehmen. Daneben sind weitere Krankheiten, wie das Denguefieber und die japanische Encephalitis weit verbreitet. Daher sollte man sich gerade in der Regenzeit vor Mücken schützen. Bei herumstreunenden Hunden ist mit Tollwut zu rechnen.

HIV spielt noch eine geringe Rolle, auch wenn die meisten Osttimoresen nichts über das AIDS-Risiko oder seiner Verhütung wissen. 2002 gab es nur einen Todesfall durch HIV in Osttimor. Die Anwesenheit der vielen ausländischen Truppen und Polizeikräfte vergrößert allerdings die Gefahr enorm.

Klima

Das lokale Klima ist tropisch, im Allgemeinen heiß und schwül und ist von einer ausgeprägten Regen- und Trockenzeit charakterisiert. Während des Ostmonsuns zwischen Mai und November herrscht oft anhaltende Dürre, die Nordküste erreicht dann praktisch kein Regen und die braune Landschaft ist ausgedörrt. In diesen Dürreperioden kommt die Landwirtschaft zum Erliegen. Die kühleren Gebirgsregionen im Zentrum der Insel und die Südküste bekommen in der Trockenzeit gelegentlich Regen, daher bleibt hier die Landschaft grün. Die Regenzeit dauert von Ende November bis April. In dieser Zeit werden die Felder wieder bewirtschaftet. Mit dem Regen kommen oft Überschwemmungen, die trockenen Flussbetten können sich in kürzester Zeit füllen und zu großen Strömen heranschwellen, die Erde und Geröll mit sich reißen und Straßen unterbrechen. Am Ende der Regenzeit schließt sich die Erntezeit an. Die Hauptstadt Dili hat eine durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge von 1000 mm, die zum größten Teil von Dezember bis März abregnet. Dagegen erhält die Stadt Manatuto, östlich von Dili gelegen, durchschnittlich nur 565 mm Niederschlag pro Jahr. Die Südküste Osttimors ist regenreicher (1500 bis 2000 mm pro Jahr), der meiste Regen fällt an der mittleren Südküste und an den südlichen Bergen. Allerdings schaffen die Berge oft ein besonderes lokales Mikroklima, wodurch zum Beispiel der Ort Lolotoe, im Distrikt Bobonaro, die höchste jährliche Niederschlagsmenge in Osttimor mit 2.837 mm aufweist.

Die Temperatur in der Trockenzeit beträgt um die 30 bis 35°C im Flachland (nachts 20°C). Teile der Nordküste erreichen am Ende der Trockenzeit Temperaturen bis über 35°C, allerdings bei geringer Luftfeuchtigkeit und fast keinen Niederschlägen. In den Bergen ist es tagsüber ebenfalls warm bis heiß, nachts kann die Temperatur aber auf unter 15°C absinken, in höheren Lagen deutlich tiefer.

Respekt

Das Land ist in seiner Mehrheit katholisch. Nacktheit in der Öffentlichkeit wird daher nicht gerne gesehen. Oben-ohne oder Nacktbaden am Strand ist daher nicht möglich, es gab in Dili sogar Vorfälle, bei denen Frauen in Bikinis beschimpft wurden. Wie auch in anderen Teilen Südostasiens macht man sich als Ausländer lächerlich, wenn man in kurzen Hosen oder Frauen mit sehr freizügiger Kleidung herumlaufen.

Zum Photographieren bietet Osttimor sehr viele Gelegenheiten, die Menschen sind markant und lassen sich gerne photographieren. Es gehört zum Anstand sie trotzdem vorher zu fragen (Handzeichen reichen meistens aus zur Kommunikation). Erkenntlich kann man sich mit Zigaretten zeigen, Kinder freuen sich über Süßigkeiten oder Stifte. Geld sollte man Kindern nicht geben, damit sie nicht zum Betteln erzogen werden.

Ausländer, vor allem Touristen sind immer noch ein seltenes Bild, oft wird man auf der Straße mit einem fröhlichen Hello Mister! gegrüßt. Auch hier ist eine freundliche Reaktion selbstverständlich, auch wenn es schon die zwanzigste Begrüßung am Tag war.

Das Land hat 500 Jahre Fremdherrschaft hinter sich. Während man durch die Hilfe Portugals, während der indonesischen Besatzungszeit und nach der Unabhängigkeit, sich nicht mehr so sehr an die Missstände und Kämpfe erinnert und inzwischen sogar positive Gefühle Portugal entgegenbringt, ist Indonesien immer noch unbeliebt. Kommentare über Indonesien sollte man sich verkneifen. Auch negative, denn es gibt immer noch eine kleine indonesische Minderheit in Osttimor und auch pro-indonesische Osttimoresen. Hier kann man sich schnell in die Nesseln setzen.

Kommunizieren

Die Timor Telecom hatte bis 2010 ein Monopol. Nun soll der Markt auch anderen Anbietern geöffnet werden.

Diplomatische Vertretungen

Deutschland, Österreich und die Schweiz haben keine Botschaften in Osttimor. Zuständig sind die Botschaften der Länder in Jakarta/Indonesien. In dringenden Fällen können sich deutsche und östereichische Staatsbürger an die portugiesische Botschaft in Dili wenden. Außerdem haben folgende Länder Botschaften in Dili: Australien, Brasilien, Volksrepublik China, Indonesien, Irland, Japan, Malaysia, Neuseeland, Südkorea, Thailand und die USA.

Die für Mitteleuropa zuständige Botschaft Osttimors befindet sich in Brüssel. In Genf befindet sich eine Vertretung bei den Vereinten Nationen.

Literatur

  • Henri Myrttinen, Monika Schlicher und Maria Tschanz für Watch Indonesia!: „Die Freiheit, für die wir kämpfen ...“ Osttimor in der Unabhängigkeit. Ein politisches Lesebuch., Berlin:regiospectra 2011, ISBN 978-3940132-26-0
  • Tony Wheeler, Xanana Gusmao, Kristy Sword-Gusmao: East Timor Lonely Planet, London 2004, ISBN 1740596447





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