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Lappland

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Lappland ist eine Landschaft in Nordeuropa, die großteils nördlich des Polarkreises liegt.

Regionen

Das Gebiet ist zwischen vier Ländern aufgeteilt:

Orte

Es gibt nur sehr wenige Städte und Orte in Lappland. Diese sind meist klein, sehr funktional gebaut und fast alle bieten Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeiten. Postämter gibt es dagegen nicht immer.

Orte in Finnland:

  • Inari - Verwaltungszentrum des Inari-Landkreises, gut 1.000 Einwohner, Museum über die Kultur und Tradition der Sami (Ureinwohner Lapplands, früher Lappen genannt) mit einem schönen Außenbereich zum Entdecken.
  • Ivalo - am Südufer des Inarisees, nördlichster Flughafen der Europäischen Union
  • Kemi - öde, von Papierindustrie geprägte Stadt und bestens bekannt für Eisbrecher-Rundfahrten
  • Rovaniemi - hier ist der Weihnachtsmann zuhause, es gibt ein Hotel aus Eis und eines aus Schnee mit Iglus.
  • Tornio - an der Grenze zu Schweden, gegenüber von Haparanda

Orte in Schweden:

  • Luleå - größte Stadt im schwedischen Teil, Erzhafen und Ausgangs-/Endpunkt der Erzbahn

Weitere Ziele

Hintergrund

Lappland ist eine sehr ursprüngliche und rauhe Landschaft, von der es heißt, man liebe sie entweder oder hasse sie, aber nichts dazwischen. Von Süd nach Nord wird der Wald immer niedriger und dünner, bis die Bäume etwa zehn Meter auseinander stehen und nur noch etwa drei Meter hoch sind. Im Norden wird man fast nur noch Moose und Sträucher sehen. Da der Herbst - Ende August/Anfang September - sehr kurz ist, haben die Blätter alle herbstlichen Farben zugleich, was sehr schön und als "indian summer" bekannt ist.

Sonnenschein und Nordlicht

Da Lappland (je nach Grenzziehung vollständig oder weitestgehend) innerhalb des Polarkreises liegt, bleibt die die Sonne um die Wintersonnwende ganztätig unter dem Horizont, so dass zur Mittagszeit maximal eine Dämmerung sichtbar ist, während es sich um die Sommersonnwende (21.6.) genau anders herum verhält und ganztägig die Sonne scheint. Daher kann man im Sommer keine Nordlichter sehen, die an etwa 2/3 der Tage entstehen und maximal so hell wie mittlere Sterne werden. Ganz im Norden, in Utsjoki, dauert die Mitternachtssonne rund drei Monate, das heißt, in diesen drei Monaten scheint die Sonne durchgehend ohne Unterbrechung.

Im Winter ist es trotz des kurzen Tages schön. In der verschneiten Landschaft kann man gut wandern und dank der Reflexion des Sternen- und Nordlichts an der Schneedecke sieht man auch in der "Nacht" immer ausreichend. Der "Tag" ist durch die stundenlange Dämmerung oder gar erste Sonnenstrahlen intensiv rötlich bis pink, und da Bewölkung recht selten ist, kann man Aurora gut beobachten. Via normalem GSM-Handy kann man sich in überraschend vielen Bereichen einwählen und bei [dieser kompakten] und [dieser ausführlichen Darstellung] nachsehen, ob und wo gerade ein Nordlicht sichtbar ist. Um Aurora fotografieren zu können, muss man ein Stativ und eine recht lichtempfindliche Kamera haben - 20 Sekunden Belichtung bei ISO 800 ist normalerweise das Minimum, um überhaupt etwas auf dem Foto sehen zu können. Ein Fischauge bietet sich bei starken, großen Nordlichtern an, damit man den gesamten Himmel aufnehmen kann.

Sprache

Muttersprache der meisten Einwohner ist Finnisch, nur die wenigen Samen sprechen Sami und Finnisch. Englisch wird in Lappland seltener und häufig weniger gut als im Süden Skandinaviens gesprochen, daher bietet sich ein Floskelbuch Finnisch an. Dies gilt auch für Wintersportorte.

Anreise

Bahnstation von Muurola, 24 Streckenkilometer von Rovaniemi entfernt.

Der Flughafen Rovaniemi (RVN) ist der größte Flughafen in Nordfinnland und wird von einer kleinen Zahl an internationalen Flügen bedient, meistens aus Zielen in Nordrussland wie z.B. Murmansk. Zur Weihnachtszeit gibt es zusätzliche Charterflüge. Weitere Flughäfen befinden sich bei Enontekiö, Ivalo, Kemi/Tornio, Kittilä und Sodankylä.

Die meisten Fernzüge aus Südfinnland enden in Rovaniemi (das andere Ziel ist Kolari). Ein Zugpaar verkehrt über Rovaniemi hinaus nach Kemijärvi. Die Reisezeit von Helsinki liegt bei 9 bis 12 Stunden, daher sind die Züge vor allem für Übernachtungen (im Schlafwagen) attraktiv. Das eigene Auto kann ebenfalls verladen werden (Autoreisezüge der VR).

Bei einer Bahnreise aus Schweden in den finnischen Teil muss zwischen Haparanda und Tornio der Bus genommen werden. Die Busse sind allerdings auch mit Interrail-Tickets benutzbar.

Mobilität

Die Entfernungen in Lappland sind groß, und nördlich der imaginären Linie Rovaniemi/KolariLuleåNarvik existieren keine Bahnlinien mehr. Damit bist du auf den teuren, selten und unregelmäßig verkehrenden Bus angewiesen (falls du nicht mit dem eigenen Auto angreist bist). Per Anhalter fahren ist möglich, jedoch angesichts des geringen Verkehrsaufkommens selbst auf den Hauptstraßen höchstens im Sommer empfehlenswert. Das Straßennetz ist dünn, jedoch existieren viele kleinere Wege zu den Hütten.

Mit dem Auto sollte man nicht schneller als vorgegeben fahren, da regelmäßig Rene auf der Fahrbahn laufen oder am Straßenrand weiden. Die Rentiere sind den Anblick von Autos gewohnt, erschrecken sich nicht und bleiben häufig weiterhin auf der Fahrbahn, also die Geschwindigkeit ausreichend stark reduzieren.

Einige Landstraßen sind nicht geteert, daher sollte man entweder mit kleineren Steinschlägen am Unterboden und den unteren Seitenblechen leben können oder vorab die Reiseroute nach Straßenbelag aussuchen.

Im Winter wird nicht gestreut, aber geräumt, was allerdings aufgrund der Weitläufigkeit bei stärkerem Schneefall einige Tage dauern kann. Der festgefahrene Schnee ist gut befahrbar und nicht sonderlich glatt, da er nicht schmilzt und daher nicht zu Eis gefriert. Gute Winterreifen sind empfehlenswert; Schneeketten nur bei sehr wenigen steilen Hügeln nötig.

Sehenswürdigkeiten

Aktivitäten

Im Winter kann man gut wandern (siehe auch oben bei Hintergrund) und die wörtlich absolute Stille genießen. Lebewesen sieht man normalerweise nicht, abgesehen vielleicht von ein paar Mäusen in der Holzhütte, dafür eine wunderbar verschneite Landschaft, Aurora und dank klarer Luft jede Menge Sterne.

Langlauf ist auch sehr beliebt und üblich, während Abfahrtski aufgrund der meistens kurzen Abfahrten nicht wirklich befriedigend ist.

Schneescooter (eine Art Motorrad mit Kettenantrieb statt Rädern) kann man mieten und an geeigneten Stellen mit bis zu 80 km/h über den Schnee sausen. Achtung: Mit 2 Personen und dem Scooter bringt man recht viel Gewicht auf eine kleine Fläche, also vorher fragen, wie dick das Eis ist und auf Eisbrüche und Eislöcher achten.

Die meiste Zeit des Tages verbringt man drinnen, typischer Weise in einer Holzhütte um einen Kamin. Ein paar Gänge in die holzgeheizte Sauna mit anschließendem Wälzen im Schnee - die Seen sind in Lappland meterdick zugeeist und daher kann man normalerweise kein Eisbaden genießen, das geht erst wieder im Frühjahr - und ein schneller Sprint zurück in die Sauna gehören wohl zu den typischen Erfahrungen. Man sollte allerdings vor dem allerersten Saunagang prüfen, ob die erste und zweite Außentüre (es gibt meist zwei direkt hintereinander) eine Metallklinke hat - falls ja, besteht Gefahr, mit den nassen Händen daran festzueisen, was unangenehm sein kann, also Achtung!

In den Jahreszeiten Herbst und Frühjahr zeigt sich die Sonne mehr, so dass die Tage länger und freundlicher sind, man bei Wanderungen und Langlauf auf die Dicke des Eises achten muss und die ersten/letzten Lebewesen zu entdecken sind.

Der Sommer geht bis etwa Oktober, dann kommt der erste Schnee. Mutige schwimmen in den immer noch kühlen Seen und Flüssen. Viele angeln, pflücken Beeren und sonnen sich. Alle grillen und sind den Tag über draußen. Wanderungen sind sehr gut möglich; in vielen Nationalparks gibt es gut markierte Routen mit kostenfreien Hütten, Feuerstellen und Zeltplätzen.

Küche und Unterkunft

Hotels gibt es in größeren Orten. Typisch ist, sich eine Hütte am See oder Fluß zu mieten (grobe Preisorientierung: ab ca. 100 Euro pro Person und Woche bei altmodischer Hütte). Hüttenvermietung LomaRengas oder Villi Pohjola

Alternativ kann man in den kostenlosen Schutzhütten schlafen, für die man Isomatte und Schlafsack mitnehmen sollte. Gerade zur Ferienzeit bekommt man nicht immer einen Platz und muss aufs Zelt ausweichen.

Ausgehen

Sicherheit

Wasser kann normalerweise aus allen fliessenden Gewässern und auch vielen Seen bedenkenlos getrunken werden; dies gilt insbesondere für die Nationalparks. Bei mehrtägigen Touren sollte man ausreichend Nahrung mitnehmen, da Läden sehr selten und auch nicht immer offen sind. Es gibt Populationen von Bären und Wölfen, allerdigs sind diese selten, sehr scheu und stellen - im Gegensatz zu Nordamerika - kaum eine Gefahr für Menschen dar. Luchse sind sehr scheu und stellen auch keine Gefahr dar.

Sollten im Winter Haare, Augenbrauen oder Bart durch gefrorene Atemluft mit einem Eisfilm überzogen sein, mechanische Beanspruchung der Haare möglichst vermeiden, da sie leicht brechen, was insbesondere bei Augenbrauen sehr merkwürdig aussieht. Bei durch eingeeiste Augenlider verschlossenen Augen die Lider sanft auftauen, z.B. durch Anhauchen, und sofort trocknen. Es empfiehlt sich, eine sehr gut isolierte Kanne mit sehr heißem Getränk mitzunehmen, damit man sich im Notfall etwas von innen wärmen kann.

Klima und Kleidung

Auch im Sommer muss man ausreiched viel warme und auch eine Garnitur Winterkleidung mitnehmen, da im Juli zwar das absolute Maximum Ivalos bei sommerlichen 31°C liegt, das tägliche mittlere Maximum aber schon nur noch 18°C beträgt und das absolute Minimum mit -0°C wahrlich winterlich ist. Ivalos tägliche Mittel übers Jahr ist mit -1° arktisch, was man für längere Aufenthalte bedenken sollte. Aktuelles Wetter in Ivalo

Wer im Winter wandern möchte, sollte wirklich gut isolierte Schuhe benutzen. Die folgenden Hinweise gelten für ca. 2 bis 3 Stunden lange Wanderungen in langsamen Tempo aber ohne Pausen von mehr als 1-3 Minuten. Normale Wanderstiefel sind bei -20°C, dem mittleren täglichen Minimum, nicht ausreichend, insbesondere wenn sie zwischendurch naß wurden, z.B. wegen durch Körperwärme geschmolzenem Schnee oder wegen eines wenige cm hohen Wasserfilms auf dem Eis nach einem Eisbruch. Empfehlenswert sind Bohrinselschuhe, d.h. mit dicker Sohle, die unteren ca. 8cm außen gummiert und mit einem isolierenden Innenschuh aus Filz o.ä. ausgestattet. Eine Skihose bietet sich an, da der ständige Kontakt mit dem Schnee sonst auskühlt, während der Torso mit einer Windjacke und einem mittlerem Fleecepullover warm genug bleibt. Bei Wind ist ein Gesichtsschutz essenziell.

Sollte man im Auto oder Zelt schlafen wollen, unbedint ausreichend gut isolierende Decken etc mitnehmen - von Mitte September bis Mai ist Frost normal.

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