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Gāra

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Neues Tal : Gāra
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Das Gebiet von el-Gāra (auch Djara oder Garra, arab. الجارة, el-Gāra (al-Ǧāra), gelegentlich auch القارة, el-Qāra, genannt) einschließlich der berühmten Tropfsteinhöhle liegt im ägyptischen Teil der Libyschen Wüste im Gouvernement Neues Tal. Die Tropfsteinhöhle el-Gāra befindet sich etwa auf der halben Strecken zwischen Farāfra und Asyūṭ, westlich der Abu-Muharrik-Sanddüne.

Hintergrund[Bearbeiten]

Eingang zur Gāra- oder Rohlfshöhle
Gāra- oder Rohlfshöhle in der Nähe zum Eingang. Der Kalksteinblock im Zentrum trägt zahlreiche prähistorische Tierdarstellungen

Auf seiner dreimonatigen Tour 1873 durch die Libysche Wüste wird dem Reisenden Gerhard Rohlfs am 24. Dezember 1873 diese Tropfsteinhöhle von einem einheimischen Führer gezeigt. Rohlfs erwähnt sie in seinem Reisebericht („Drei Monate in der Libyschen Wüste“, Kassel 1875, S. 59 f.). Danach geriet diese Höhle wieder in Vergessenheit, bis sie erst 100 Jahre später am 10. Oktober 1989 von Carlo Bergmann und Mary Taylor erneut aufgesucht wurde. Dennoch war die Höhle unter den Einheimischen immer bekannt. 1993 wurden mehrtägige Untersuchungen durch Wissenschaftler des Heinrich-Barth-Instituts in diesem Gelände durchgeführt.

Diese Tropfsteinhöhle ist deutlicher Beweis dafür, dass die klimatischen Verhältnisse in der Vorgeschichte sich von den heutign deutlich unterschieden haben.

In der Nähe der Höhle wurden Feuersteinwerkzeuge und Reste von Holzkohle gefunden; letztere ermöglichten eine Datierung der Besiedelung auf ca. 6000 Jahre v. Chr. Aus dieser Zeit dürften auch die Felszeichnungen in der Tropfsteinhöhle und an den Hügeln in der Umgebung stammen. Diese Tierdarstellungen dürften zu den ältesten ihrer Art gehören, so dass diese Stätte möglicherweise zukünftig zu den Weltkulturerbestätten gehören könnte.

Das Wort الجارة (el-Gāra) wird wohl nur von den in der Wüste ansässigen Stämmen in dieser Bedeutung benutzt und bezeichnet runde Hügel. Es sollte nicht verwundern, wenn auch andere Plätze in der Wüste diesen Namen tragen. In keinem Fall ist ein Loch im Boden mit diesem Wort gemeint.

Anreise[Bearbeiten]

Eine Reise nach el-Gāra stellt eine ca. 2- bis 4-tägige Wüstenexpedition dar. Sie wird von erfahrenen einheimischen Führern aus den Senken Bahrīya, Farāfra oder Asyūṭ durchgeführt. Sie benötigen hierfür mehrere geländegängige Fahrzeuge (4×4), ausreichend Wasser und Proviant und ein Satellitentelefon.

Es sind drei mögliche Routen für die Anreise bekannt:

  1. Zumeist wird die Fahrt von der Senke Bahrīya aus unternommen. Bei ʿAin Tūnī (arab. عين توني) biegt man von der Asphaltstraße nach Kairo nach Süden in die Ebene von el-Ḥarra (28° 21' 08" N 28° 59' 49" O) ab. Am Ende dieser Ebene erreicht man die Hochebene el-Gerenāt (arab. الجرناة) mit seinen zahlreichen Hügeln (28° 12' 12" N 29° 10' 50" O). Von nun an fährt man auf der alten Piste nach el-Minyā, bis man die Wanderdüne Ghurd Abū Muḥarrik erreicht (28° 05' N 29° 29' O). Man fährt nun westlich an der Sanddüne entlang, bis man nach Westen abbiegt, um die gleichnamige Hügelkette الجارة (el-Gāra) (sic!) bei 27° 48' 25" N 29° 36' 57" O ca. 50 km vor dem Ziel zu erreichen. Von nun an kann man in relativ einfachem Gelände Kurs auf die Höhle nehmen, der Weg ist durch die Spuren früherer Reisenden meist gut zu erkennen. Die Wegstrecke beträgt insgesamt etwa 160 km.
  2. Eine zweite Reisemöglichkeit besteht von Farāfra aus entlang der Rohlfsschen Reise über den Darb Asyūṭ (Piste) über Qarawein, Bīr Murr und Naqb el-Farug zur Höhle. Die Wegstrecke beträgt wohl ca. 130 km.
  3. Die dritte Möglichkeit ist die aufwändigste. Über den Darb Asyūṭ von Asyūṭ aus kann man nach Überqueren der Wanderdüne Abu-Muharrik-Sanddüne ebenfalls die Rohlfs-Höhle erreichen. Diese Route ist möglich, wegen der Dünenüberquerung aber nicht ganz unproblematisch.

Egal, welche Route Sie wählen, stützen Sie sich auf erfahrene Fahrer, die den Weg auch ohne GPS finden.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Gelände kann nur mit einem geländegängigen Fahrzeug, mit einem Motorrad oder zu Fuß ergründet werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

  • Tropfsteinhöhle el-Gāra (auch Rohlfs-Höhle, arab. كهف الجارة, Kahf el-Gāra (Kahf al-Ǧāra)), 27° 24' 12" N 29° 38' 14" O, 190 m NN. Die Höhle ist bis zu 8 m hoch und ca. 30 m im Durchmesser. Der Eingang befindet sich im Norden, die Höhle erstreckt sich nach Süden. Die Höhle ist mit Sand gefüllt, so dass man im Wesentlichen nur Stalaktiten sieht. Wer mag, kann seine Erlebnisse im Höhlenbuch eintragen, das in der Höhle in einer gelben Tüte ausliegt, oder einfach nur darin blättern. Hinweis: Am 24. März 2011 war das Höhlenbuch leider nicht mehr da. Es wurde erzählt, dass ein Guide das Buch mitgenommen hat.
  • Veronica-Höhle (arab. كهف فيرونيكا, Kahf Veronika), 27° 23' 54" N 29° 36' 24" O, ca. 2,5 km westlich der vorher genannten Höhle. Der Ort der Höhle wird durch Steine markiert: sie ist als Loch im Boden zu erkennen. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Höhle eine Verbindung zur Rohlfs-Höhle besitzt.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Viele Reisende nutzen die Möglichkeit, hier in entsprechender Entfernung zur Höhle zu übernachten.

Sicherheit[Bearbeiten]

  • Sie benötigen für die Anreise mehrere geländegängige Fahrzeuge (4×4), ausreichend Wasser und Proviant und ein Satellitentelefon.
  • Bitte umfahren Sie die Gāra-Höhle entweder im Norden oder weiträumig im Süden, damit sie nicht zum Einsturz gebracht wird. Der mit Steinen markierte Weg hilft Ihnen hierbei.

Verhaltensregeln[Bearbeiten]

  • Schlagen Sie Ihr Lager nicht in unmittelbarer Nähe zur Höhle auf!
  • Nehmen Sie keine Veränderungen an den Hinterlassenschaften vor! Die Geschichte Nordafrikas ist weitgehend ungeschriebene Geschichte, Sie würden möglicherweise unwiederbringlich wichtige Zeugnisse zerstören oder aus ihrem Zusammenhang reißen.

Klima[Bearbeiten]

Weiter geht's[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • DJARA - dripstone cave vom Sonderforschungsbereich 389 „Arid Climate, Adaption and Cultural Inovations in Africa“ (englisch)






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