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Finnland

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Lage
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Flagge
Fi-flag.png
Kurzdaten
Hauptstadt: Helsinki
Staatsform: Parlamentarische Republik
Währung: Euro (EUR)
Fläche: 337.030 km²
Bevölkerung: 5.231.372 (Juli 2006)
Sprachen: Finnisch 93,4 % (offiziell),

Schwedisch 5,9 % (offiziell), Samisch

Religionen: Evangelisch-Lutherisch 89 %,

Russisch-Orthodox 1 %

Stromsystem: 230V/50Hz (Europäischer Stecker)
Telefonvorwahl: +358
Internet TLD: .fi
Zeitzone: UTC+2 (MEZ+1)
Sommerzeit: UTC+3 (MEZ+2)


Karte von Finnland
Holzhäuser bei Ruovesi (Westfinnland).

Finnland liegt in Nordeuropa. Es grenzt im Osten an Russland, im Norden an Norwegen und im Nordwesten an Schweden. Im Westen wird das Land vom Bottnischen Meerbusen und im Süden vom Finnischen Meerbusen, dem gegenüber Estland liegt, begrenzt. Die Bezeichnung als "Land der Tausend Seen" ist bei einer Seenzahl von etwa 188.000 noch stark untertrieben. Die Seen nehmen etwa 10 % der Landesfläche ein.

Seit 1995 ist das Land Mitgliedsstaat der Europäischen Union.

Regionen

Finnland besteht aus folgenden Provinzen:

  • Südfinnland mit der Hauptstadt Helsinki. Hier lebt der größte Teil der Bevölkerung.
  • Westfinnland - Großstädte Tampere und Turku, Universitätsstadt Jyväskylä.
  • Ostfinnland mit der berühmten Finnischen Seenplatte und sehr dichten und weiten Wäldern.
  • Mittelfinnland (deckungsgleich mit der Provinz Oulu) - eine überwiegend flache Region mit der Technologiestadt Oulu. Bekannt für die historische Teergewinnung.
  • Finnisch Lappland - eine von der Tundra geprägte Region beidseitig des Polarkreises.
  • Åland (Ahvenanmaa) - autonome Inselgruppe im Südwesten, eines der Zentren der schwedischen Minderheit.

Ehemalige finnische Gebiete in Russland:

Städte

In Südfinnland:

  • Hämeenlinna - für Mittelalterfans neben Turku ein absolutes Muss; Burg Häme von 1260.
  • Hamina - sternförmig angelegte Garnisonsstadt.
  • Helsinki - Hauptstadt und größte Stadt des Landes an der Nordküste des Finnischen Meerbusens. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die Felsenkirche, die Domkirche am Senatsplatz und die Festungsinsel Suomenlinna.
  • Kerava - bekannt für das Knoblauchfestival und das Bier.
  • Kotka - orthodoxe Kirche St. Nikolaus, Glasmuseum mit der berühmten Alvar-Aalto-Vase.
  • Lahti - Wintersportzentrum.
  • Porvoo - Künstlerstadt, bekannt für ihr mittelalterliches Stadtbild.

In Westfinnland:

  • Jyväskylä - Universitätsstadt, viele Bauwerke des Architekten Alvar Aalto.
  • Naantali - unweit von Turku, hübscher Badeort.
  • Pori - alte Hafenstadt, von der sich das Meer durch geologische Vorgänge immer weiter entfernt.
  • Rauma - Weltkulturerbe; größte alte Holzhausstadt Nordeuropas.
  • Tampere - Nach dem Helsinkier Vorort Espoo drittgrößte Stadt des Landes. Industriestadt und Zentrum der Arbeiterbewegung (u.a. Leninmuseum und Spionagemuseum).
  • Turku - Hafenstadt, ehemalige Hauptstadt und geistiges Zentrum der schwedischen Minderheit, im äußersten Südwesten.
  • Vaasa - neben Turku und den Ålandinseln das dritte schwedischsprachige Zentrum des Landes.

In Ostfinnland:

  • Kuopio - größte Stadt in Ostfinnland.
  • Lappeenranta in der Nähe der russischen Grenze mit den berühmten Wasserfällen.
  • Mikkeli - Hauptquartier Marschall Mannerheims im 2. Weltkrieg.
  • Savonlinna - bekannt für sein Schloss und das Opernfestival.

In Mittelfinnland:

  • Kalajoki - beliebte Sandstrände, deren Besucherzahlen an schönen Sommertagen Dimensionen von Mittelmeerstränden annehmen.
  • Oulu - am nordöstlichen Ufer des Bottnischen Meerbusens.
  • Raahe - sehenswerte Holzhausstadt südlich von Oulu.

In Finnisch Lappland:

  • Rovaniemi - das "Tor zum Norden", idealer Punkt zum Beobachten der Nordlichter.
  • Tankavaara - ehemaliges Goldgräberdorf, Goldmuseum und alljährlicher Goldwäscherwettbewerb.


Weitere Ziele

Die bekanntesten Wintersportgebiete sind Saariselkä und Levi in Nordlappland, weiterhin überziehen Skiloipen den gesamten Norden des Landes. Eine beliebte Wintersportart ist Eishockey. Viele Seen sind im Winter zugefroren, so dass sich Eisfischen (pilkkiminen) oder Schlittschuhfahren förmlich anbietet.

Finnland besitzt eine große Zahl von Nationalparks. Die meisten Parks sind für die Öffentlichkeit zugänglich und bieten eine gute Infrastruktur mit markierten Wanderpfaden, Informationstafeln, Zeltplätzen und Schutzhütten. Es ist empfehlenswert, sich vorher über die Vorschriften zu informieren. Die wichtigsten Nationalparks:

Süden

Westen

Südosten

Norden


Badestrände sind keinesfalls die Ziele, die man bei einer Finnlandreise zuerst ansteuert. Trotzdem befinden sich an der Süd- und Westküste zahlreiche Sandstrände, die im Juli und August bei Wassertemperaturen über 18°C, im Süden nicht selten auch über 20°C, zum Baden einladen. Der schönste Strand ist zweifelsohne der kilometerlange Yyteri bei Pori, sehr beliebt sind auch die Sandstrände von Kalajoki. Die seichten Binnenseen sind auch für kälteempfindliche Gemüter geeignet, da sie sich in der Sonne schnell erwärmen.

Verschiedene Ziele:

Hintergrund

Sauna

Die Sauna ist wahrscheinlich Finnlands berühmtester Exportartikel (und das einzige finnische Wort, das auch in anderen Ländern genutzt wird). Die Sauna ist im wesentlichen ein hölzerner Raum mit einer Temperatur von 70 bis 120°C. Nach einer inoffiziellen Statistik gibt es in dem 5-Mio-Einwohner-Land nicht weniger als 2 Mio. Saunas; in Apartmentwohnungen, Büros, Sommerhütten und sogar im Parlament. In früheren Zeiten war die Sauna (als steriler Ort) Geburts- und Heilstätte und das erste Gebäude, das bei einer Haushaltsgründung errichtet wurde.

Wenn du von Finnen eingeladen wirst, wirst du höchstwahrscheinlich auch zu einem Saunagang eingeladen - eine Ablehnung deinerseits würde als unhöflich empfunden werden. Vor dem Saunagung duscht man sich ab. Öffentliche Saunabäder sind oft nach Geschlecht getrennt. Die Temperatur wird durch das Aufgießen von viel Wasser auf erhitzte Steine (kiuas) erhöht. Der aufsteigende Dampf heißt löyly. Einige Saunagänger(innen) schlagen sich zur besseren Durchblutung mit Birkenzweigen. Damit die Ohren nicht brennen, tragen einige Finnen Mützen aus Baumwolle in der Sauna.

Die Kleidungsregeln für den Saunagang:

  • Keine Kleidung bei
    • privater Sauna mit Familie oder guten Freunden
    • öffentlicher Sauna mit getrennten Geschlechtern
    • extrem laxen Gelegenheiten (z.B. bei Saunaparty spät in der Nacht nach viel olut[Bier])
  • Badekleidung bei
    • öffentlicher gemischter Sauna (auch Saunaparties, zumindest zu Beginn)
  • Handtuch umgewickelt (lässt sich ggf. schnell ausziehen, aber man ist zunächst angezogen)
    • sonst
    • immer wenn Unklarheit herrscht

Wenn dir die Hitze zu groß werden sollte, solltest du auf eine niedrigere Bank herunterklettern oder (was in Finnland nur Kinder machen) schütte Dir etwas kühles Wasser über den Kopf. Nach dem Verlassen der Sauna (10 bis 15 Minuten Aufenthalt) erfolgt die Abkühlung im See - oder im Winter - durch Rollen im Schnee. Die Abkühlzeit sollte bis zum nächsten Saunagang grundsätzlich länger sein. Wiederhole den Vorgang ein paar mal, trinke danach ein kühles Bier und genieße diese finnische Lebensart!

Heutzutage wird meistens ein elektrischer Saunaofen genutzt, der einfach zu bedienen und zu warten ist. In abgelegenen Gegenden wirst du auf den traditionellen, holzgefeuerten Saunaofen treffen, aber Fanatiker bevorzugen auch die heute selten gewordene, schornsteinlose Rauchsauna (savusauna). Bei dieser Sauna wird der Raum mit Rauch gefüllt und vor dem Eintreten abgeblasen.

Sauna

Finnland ist, ähnlich wie Schweden, relativ flach. In Süd- und Mittelfinnland wechseln sich hauptsächlich Seen mit Hügeln ab. In Lappland ist die Landschaft gebirgiger. Im extremen Nordwesten teilt sich das Land mit Schweden und Norwegen das alte kaledonische Skandengebirge. Dort befindet sich auch mit dem 1.328 m hohen Halti der höchste Berg. Die bedeutendsten Flüsse (meist Abflüsse der zahlreichen Seen) sind: der Kemijoki (512 km), der Tornionjoki (408 km), der Ounasjoki (340 km), der Muonionjoki (330 km), der Iijoki (310 km) und der Tenojoki (304 km). Der geografische Mittelpunkt für Finnland lautet 63° 24' 0" N, 25° 51' 0" O .

Die Landschaft gliedert sich in den südlichen Küstensaum zwischen Hamina und Turku, den Bottnischen Küstensaum zwischen Turku und Vaasa, die berühmte Finnische Seenplatte, das Mittelfinnische Hügelland östlich von Oulu und den finnischen Teil Lapplands.

Etwa drei Viertel des Landes bestehen aus Wald. Süd- und Mittelfinnland ist überwiegend von Kiefern-, Fichten- und Birkenwald bedeckt. Im äußersten Süden und auf den Ålandinseln treten auch Buchen und andere Pflanzen, die eher für mitteleuropäische Mischwälder typisch sind, auf. Im Norden (Lappland) wird die Vegetation deutlich karger. Während der dreimonatigen Wachstumsperiode taut der Boden nur oberflächlich auf, so dass lediglich flachwurzelnde Gewächse die Möglichkeit bekommen, sich anzusiedeln.

In südfinnischen Wäldern sind, ähnlich wie in Mitteleuropa, Säugetiere wie Dachs, Hase, Reh und Rotfuchs anzutreffen. Die Elchbestände in Süd- und Mittelfinnland sind im Vergleich zu Schweden eher als gering einzuschätzen, jedoch warnen auch vielerorts Verkehrsschilder vor einem Zusammenstoß, der nicht nur für das involvierte Tier tödlich enden kann. Typisch für Nordfinnland ist das Ren. Von Süd nach Nord zunehmend, treten im Sommer in gewässernahen und windarmen Gebieten regelrechte Mückenplagen auf.

Aufgrund der hohen Breitenlage erscheint Ende Juni/Anfang Juli nördlich des Polarkreises die Mitternachtssonne; auch in Südfinnland wird es zu dieser Jahreszeit nie wirklich dunkel. Das Gegenteil ist die Polarnacht (kaamos), in der am 21. Dezember die Sonne am Polarkreis (Rovaniemi) nicht auftaucht. Auch in den südlicheren Breiten erscheint die Sonne dann nur für wenige Stunden über den Bäumen, bis sie wieder verschwindet.

Finnland ist kulturell stark von seinen Nachbarn geprägt. Vom 12. bis zum 19. Jahrhundert gehörte das Land zu Schweden. 1809 wurde es autonomes Großfürstentum von Russland und erhielt als Folge der Oktoberrevolution 1917 seine Unabhängigkeit. Als erstes Land Europas führte Finnland 1906 das Frauenwahlrecht ein. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das Land von der Sowjetunion angegriffen, konnte jedoch seine Unabhängigkeit unter Gebietsverlusten erfolgreich verteidigen. Zwischen 1941 und 1944 kämpfte Finnland an der Seite Hitlerdeutschlands gegen die Sowjetunion, um die verlorenen Gebiete wieder zurück zu gewinnen. Nach der Niederlage musste es einen Beistandspakt mit der Sowjetunion abschließen und blieb bis 1991 neutral. Der wirtschafts- und außenpolitische Spagat dieser Zeit wurde im Westen oft kritisiert; jedem westlichen Staat, der eine ähnliche Politik verfolgte (z.B. Österreich), wurde eine "Finnlandisierung" vorgeworfen. Im Ostblock hingegen wurden die Finnen als die "weniger bösen Kapitalisten" angesehen. Prägend für die Nachkriegsgeschichte des Landes war der langjährige Staatspräsident Urho Kekkonen (1900-1986). Weltweite Anerkennung erhielt Finnland als Gastgeber der KSZE im Jahre 1975. Nach der Auflösung der SU brach die Wirtschaft zusammen; die Arbeitslosenrate zählte Mitte der Neunziger Jahre zu den höchsten Europas. Erst zu Beginn des neuen Jahrtausends sank sie wieder unter den deutschen Durchschnitt. Am 1. Januar 1995 trat Finnland der EU bei und führte 1999 als einziges nordeuropäisches Land den Euro ein. Es entsagt jedoch nach wie vor der NATO.

Blick vom Gipfel des Koli auf den Pielinen-See

Klima

Winterliche Szenerie in Rovaniemi.

Das finnische Klima ist kühl aber beständig. Durch den Einfluss des Golfstroms im Atlantik ist es für die Breitenlage jedoch vergleichsweise mild, mit einem leichten West-Ost-Gefälle. Im Winter können die Temperaturen im Süden -30°C und im Norden sogar -50°C erreichen. Diese Extremwerte sind jedoch ungewöhnlich. Der Frühling (März bis April) kehrt in den Waldgegenden eher ein als in den Schären und an den Küsten; die Nachtfröste dauern aber oft bis in den Sommer fort. In dieser Jahreszeit zieht es die Finnen nach Norden, um dort Wintersport zu treiben. Der kurze Sommer ist sehr angenehm, mit Durchschnittstemperaturen um +20°C. Auch die Wassertemperaturen der Seen steigen aufgrund der geringen Wassertiefe auf bis zu 20°C, so dass gerade für Campingtouristen diese Zeit die beste des Jahres ist. Die Monate Mai und Juni sind sehr trocken, August und September bringen am meisten Regen. Der Herbst (Oktober bis Dezember) ist die unangenehmste Zeit des Jahres - nass, regnerisch und zunehmend dunkel. Er dauert an den Küsten in der Regel länger als in den inneren Gegenden.

Temperaturdaten für Helsinki:

Monat J F M A M J J A S O N D
Durchschnittstemperatur -4 -3 -1 2 8 17 19 18 11 3 0 -3
Höchsttemperatur -1 0 3 6 14 22 24 23 15 6 2 -1
Tiefsttemperatur -9 -6 -4 -2 3 10 14 13 7 0 -2 -6

Anreise

Wichtig: Bei der Einreise aus Mitteleuropa und Schweden nicht vergessen, die Uhr um eine Stunde vor zu stellen. Für die Einreise genügt der Personalausweis.

Flugzeug

Der wichtigste Flughafen des Landes ist Helsinki-Vantaa. Linienflüge gibt es in Hülle und Fülle:

Neben den Linienflügen fliegen auch Billigflieger Finnland an.

Air Berlin Düsseldorf - Helsinki und (ab 02.05.06) Berlin - Helsinki, [1] Ryanair von Frankfurt-Hahn und Bremen nach Tampere, Blue1 ab Berlin, Hamburg, FlyNiki, Wien, Air Berlin Von Sylt, Hamburg, Berlin, Düsseldorf,... nach Helsinki

Man kann auch mit EasyjJet von Berlin nach Tallin fliegen und von dort mit der Fähre (Viking Line, Silja Line, Eckeröline oder Tallink) nach Helsinki fahren - bei langfristiger Buchung evtl. günstiger als Direktflug / Direktfähre.

Auch Air Baltic bedient viele Destinationen in Finnland, z. B Helsinki, Lappeenranta, Tampere, Oulu, Rovaniemi

Bahn

Hochgeschwindigkeitszug Pendolino S220 (Sm3) im Hauptbahnhof von Helsinki: schnelle Verbindungen von Turku in die Hauptstadt

Die einzige sinnvolle Reisemöglichkeit mit der Bahn von Deutschland und der Schweiz aus führt über Dänemark nach Stockholm. Dort besteht die Möglichkeit, mit der Fähre nach Südfinnland oder mit einem Anschlusszug nach Boden in Nordschweden zu gelangen, wo Umsteigemöglichkeit auf eine Buslinie zum Grenzübergang Haparanda in Lappland besteht. Wer mit der Fähre aus Stockholm in Turku einreist, kann direkt am Hafen in Schnellzüge nach Helsinki und Tampere umsteigen. Die Hochgeschwindigkeitszüge S2 und die Intercity-Züge beginnen allerdings am 3 km entfernten Hauptbahnhof von Turku. Dieser Fahrplan gibt Auskunft über die Verbindungen von Hamburg nach Finnland inklusive Schiffspassage.

Zugverbindungen über Estland oder St. Petersburg sind derzeit noch unzureichend, es sei denn, man reist aus Wien an. Dann ergibt sich eine Reisezeit, die mit 45 bis 46 Stunden unwesentlich länger ist als bei der Fahrt über Schweden. Wer ohnehin eine Reise nach St. Petersburg unternimmt, kann von dort aus problemlos mit der Bahn nach Finnland reisen. Täglich verkehren zwei Zugpaare von St. Petersburg nach Helsinki, und zwar der finnische "Sibelius" (Abfahrt 16:28) und der russische "Repin" (Abfahrt 7:28). Die Fahrzeit liegt bei ziemlich genau fünf Stunden. Auch von Moskau verkehrt mit dem "Tolstoi" ein Zugpaar nach Helsinki. Der Zug verlässt täglich um 22:50 den Leningrad-Bahnhof und erreicht am nächsten Tag um 11:20 Helsinki. In Finnland gilt wie in Schweden und Norwegen die Interrail-Zone B.

Bus

Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die Touristenreisen nach Finnland anbieten.

Auto

Die kürzeste und schnellste Route führt über die Vogelfluglinie (Puttgarden auf Fehmarn und Dänemark) zu der schwedischen Küstenstadt Helsingborg, dann auf der E4 nach Stockholm (wo die Fähren nach Turku und Helsinki ablegen) oder noch ein kleines Stück weiter nach Kapellskär, wo die Fähren nach Naantali ablegen. Tipp: wer gern lange schläft, sollte die Strecke StockholmHelsinki wählen.

Die Fähren zwischen Puttgarden und Rødby fahren ungefähr stündlich, die Fähren zwischen Helsingør und Helsingborg etwa dreimal pro Stunde. Eine Reservierung ist nicht erforderlich. Betreiber: Dänische Staatsbahn

Die Fähren zwischen Schweden und Finnland sollte man unbedingt reservieren. Sie werden von der Silja Line und der Viking Line betrieben. Es gibt auch Durchgangs- bzw. Kombi-Tickets für alle Fähren zwischen Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland, siehe bei Schiff. Eine weitere Linie zwischen Stockholm und Turku ist die SeaWind Line, allerdings ohne Durchgangstarife usw.

Schiff

Schiffslinien aus Deutschland verlaufen von Travemünde und Rostock nach Helsinki.

  • Finnlines Lübeck-Travemünde – Helsinki;
  • Mit dem Durchtarif von TT-Line und Viking Line über Schweden (besonders für Fahrten mit dem Auto interessant)
  • Weitere Schiffsverbindungen gibt es von Tallin mit mehreren Reedereien, bis zu 20 Abfahrten am Tag.

Mobilität

Eisenbahnnetz (Rot: Reisezugstrecken)

Reisen innerhalb Finnlands sind relativ teuer. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind jedoch gut organisiert und komfortabel, im dünner besiedelten Norden und Osten des Landes fahren öffentliche Verkehrsmittel allerdings oft nur 2x täglich (zur Schule und zurück). Der örtliche Reiseplaner kann bei der Suche nach den besten Bus- und Zugverbindungen behilflich sein.

Insgesamt existieren 148 Flugplätze, von denen 76 befestigte Start- und Landebahnen haben. Der größte Flughafen ist wie bereits im Abschnitt Anreise/Flugzeug erwähnt Helsinki-Vantaa, der zweitgrößte befindet sich in Oulu. Die größeren Flughäfen werden von der staatlichen Gesellschaft Finavia betrieben, kleinere Flugplätze befinden sich in kommunalem Eigentum. Das Flugzeug ist zwar das schnellste Fortbewegungsmittel für Langstreckenreisen (Nord-Süd-Ausdehnung: über 1.100 km), gleichfalls jedoch das teuerste. Es ist empfehlenswert, früh zu buchen. Auf der Verbindung HelsinkiOulu, der wichtigsten Inlandsflugverbindung, kostet ein Ticket in der Economy-Class 251 €, das durch Frühbuchung erhältliche Billigticket "Happy Hour" hingegen nur 62 €. Finnische Fluggesellschaften sind:

  • Finnair (größte Fluggesellschaft)
  • Golden Air (Ticketverkäufe durch Finnair)
  • Blue1 (Gesellschaft der SAS; früher Air Botnia)

Die Eisenbahn eignet sich für Mittelstreckenreisen. Die Tarife der Finnischen Staatsbahn VR sind recht unterschiedlich. Ein Beispiel für die wichtige Verbindung Helsinki – Tampere:

Typ Preis Fahrzeit
Pendolino-Neigezüge (S 220) 28,40 € 1:27
InterCity und InterCity 2 (Doppelstock-IC) 24,40 € 1:48
Nachtschnellzug (yöpikajuna, nattexpresståg) 19,00 € 1:53
Nahverkehrszug (taajamajuna, regionaltåg oder lähijuna, närtåg) 19,00 € 2:23

Die folgenden Beispiele für Nachtzuschläge beziehen sich auf die 1. Klasse. In Nachtzügen sind Ein-, Zwei- oder Dreibettabteile recht günstig für 43/21/11 € verfügbar. Zu beachten ist dabei, dass die Einbettabteile nur in der 1. Klasse vorhanden sind.

Entfernungen
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HELSINKI - 274 812 612 835 176 744 165 417
JYVÄSKYLÄ 274 - 554 338 561 150 470 307 282
KUUSAMO 812 554 - 216 195 704 302 861 535
OULU 612 338 216 - 223 488 132 645 319
ROVANIEMI 835 561 195 223 - 711 122 868 542
TAMPERE 176 150 704 488 711 - 620 157 241
TORNIO 744 470 302 132 122 620 - 777 451
TURKU 165 307 861 645 868 157 777 - 332
VAASA 417 282 535 319 542 241 451 332 -

Die größte Bedeutung kommt dem Straßenverkehr zu, besonders in ländlichen Gegenden, wo das Eisenbahnnetz nicht hinreicht. Das Straßennetz ist 78.000 km lang und überwiegend befestigt. Das Kernnetz umfast 13.000 km und konzentriert sich vorwiegend auf den Süden und die Westküste. 63 % des Straßenverkehrs findet auf den Hauptstraßen statt, welche in Klasse-I- (valtatie) und Klasse-II- (kantatie) Straßen unterteilt sind. Autobahnen wurden seit den 1970er Jahren gebaut, kommen aber immer noch selten vor, wobei allerdings große Bauprojekte in Angriff genommen wurden. Das Autobahnnetz ist 653 km lang und lediglich eine Route (von Helsinki nach Tampere) ist durchgehend fertiggestellt. Mautpflichtige Straßen gibt es nicht. Das Ausleihen von Autos ist möglich, aber generell teuer. Im Winter ist Auto fahren gefährlich, besonders für Fahrer, die die finnischen Wetterbedingungen nicht gewöhnt sind. Es sind jedoch die Autobahnen und großen Landstraßen in der Regel schnee- und eisfrei. Die kleineren Straßen sind geräumt und werden mit einer Art Raspel bearbeitet, sodaß ein vorsichtiges Fahren mit Winterreifen recht problemlos möglich ist. Außerdem hilft die meist vorsichtige Fahrweise der Finnen und die geringe Verkehrsdichte beim Vorwärtskommen auf kleineren Straßen. Die gefährlichsten Straßenbedingungen liegen bei Temperaturen um 0°C vor. Besonders in Lappland sind Zusammenstöße mit Rentieren (überlebbar) und Elchen (tödlich) an der Tagesordnung. Besonders an Tagesrandlagen ist erhöhte Vorsicht geboten. In Finnland herrscht Rechtsverkehr. Gebotsschilder sind gelb mit rotem Rand, es besteht Gurtpflicht für alle Fahrzeuginsassen und, wie in den anderen nordeuropäischen Ländern, Lichtpflicht zu allen Tageszeiten. Im Stadtverkehr haben Straßenbahnen und Busse immer Vorfahrt. Die Geschwindigkeitsgrenzen liegen innerorts bei 50 km/h, außerorts, sofern nicht anders ausgewiesen, bei 80 km/h und auf Autobahnen bei 120 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5, Übertretungen werden finanziell hart geahndet. Die Straßenverkehrsverwaltung gibt Auskunft über den Straßenzustand (mit Webcams).

Auf Langstreckenfahrten von Helsinki nach Lappland sind die Autoreisezüge der VR beliebt. Sie verkehren über Nacht und bieten für 215 € in der Nebensaison neben dem Autostellplatz auch Schlafwagenkabinen für 1 bis 3 Personen.

Matkahuolto bietet im gesamten Land Langstreckenbusse an. Die Fahrpreise entsprechen normalerweise den Preisen der Bahn oder liegen leicht darunter. Innerstädtische Busverbindungen sind von den Stadtverwaltungen starken Regulierungen unterworfen. Viele Städte besitzen auch eigene Busgesellschaften wie zum Beispiel Helsingin kaupungin liikennelaitos (HKL) in Helsinki.

Das Fahren per Anhalter ist möglich, jedoch eher ungewöhnlich, da das rauhe Klima, aber auch der geringe Verkehr nicht gerade ermutigt, sich am Straßenrand aufzustellen. Weitere Details gibt es auf der finnischen Tramperseite liftari.org oder im Finnland-Artikel auf dem Hitchwiki.

Sprache

Die Republik Finnland ist offiziell zweisprachig. Besonders im Süden und im Westen wird neben Finnisch auch Schwedisch gesprochen. Auf den Åland-Inseln ist Schwedisch sogar die einzige Sprache. Viele Städte des Landes besitzen alternative Namen auf Schwedisch. Im Osten des Landes sprechen viele Menschen Russisch. Mittel- und Nordfinnland sind, abgesehen von Sámi und einigen "extremen" finnischen Dialekten, einsprachig.

Die finnische Sprache besitzt keinerlei Ähnlichkeiten mit Deutsch, Englisch oder anderen westlichen Fremdsprachen. Wortstämme lassen sich nicht ableiten, es sei denn, man hat Vorkenntnisse im Estnischen oder dem etwas entfernteren Ungarischen. Mit den meisten Finnen kann man sich problemlos auf Englisch unterhalten, aber auch Schwedisch ist als Fremdsprache gebräuchlich. Finnisch gehört, wie auch Ungarisch, Estnisch und die Sprachen kleinerer Völker in Sibirien, zu den finnougrischen Sprachen. Es ist also nicht mit dem Schwedischen verwandt, das zu den indogermanischen Sprachen zählt.

Kaufen

Finnland führte am 1. Januar 2002 den Euro ein, der die Finnmark (FIM) ablöste. Als einziges Land der Eurozone nutzt Finnland keine 1- und 2-Cent-Stücke, stattdessen werden die Beträge auf 5 Cent gerundet. Die Münzen sind jedoch immer noch gesetzliches Zahlungsmittel, und es gibt auch immer noch eine geringe Zahl von finnischen 1- und 2-Cent-Münzen, die bei Sammlern hoch im Preis stehen. Die Euro- und Cent-Zeichen auf den Preisschildern werden gewöhnlich weggelassen; die Preise werden stattdessen z.B. als 5,- statt 5 € angegeben.

Noch 1990 wurde Finnland zum teuersten Land der Welt erklärt. Seitdem haben die anderen Länder zwar "aufgeholt", es macht sich aber nach wie vor auf den Geldbeutel bemerkbar. Jedoch sind die meisten normalen Artikel inzwischen auf deutschen Preisniveau angekommen. Es fällt aber auf, daß es viele Lebensmittel gibt, die aus Deutschland importiert wurden. (nicht nur bei den Filialen deutscher Discounter).

Küche

Essen

Ein typisches finnisches Gericht: Grillwürstchen, Kartoffelbrei, zerschnittene Karrotten, ein Spritzer Senf und ein Glas piimä (Buttermilch).

Die finnische Küche ist stark von seinen Nachbarn beeinflusst. Sie basiert im wesentlichen auf Kartoffeln und Brot mit Fisch und verschiedenen Fleischsorten. Obwohl sie nicht unbedingt ein Paradies für Gourmets ist, gibt es doch einige nennenswerte Spezialitäten:

  • Karelische Pastete (karjalanpiirakka), ein kleines Gebäck aus Milchreis in einem Mantel aus Roggenteig, wird mit Butter und Eiern gegessen.
  • Geräucherter Lachs (savulohi), wird im Gegensatz zu seinem schwedischen Pendant warm serviert.
  • Gekringeltes Würstchen (lenkkimakkara), eine durchschnittlich gewürzte Wurst, die mehr Mehl als Fleisch enthält; schmeckt am besten gegrillt mit einem Klecks finnischen Senf (sinappi), der sehr mild und süß ist.
  • Brotkäse (leipäjuusto), eine Art Quark, wird am besten mit Moltebeermarmelade serviert.
  • Verschiedene Rentier-Gerichte (poro), keine alltägliche Mahlzeit für Finnen, wird jedoch von Touristen und im kalten Norden gern gegessen.
Karjalanpiirakka
  • Verschiedene Beeren im Sommer, einschließlich den ergötzlichen aber teuren Moltebeeren (lakka).
  • Lakritze (lakritsi), besonders die kräftige, salzige Art salmiakki, die ihren einzigartigen Geschmack durch Ammoniumchlorid erhält
  • Finnische Torten aller Hand, werden oft bei Kaffee gegessen.

Es gibt auch verschiedene regionale Spezialitäten, allen voran der Fischhahn (kalakukko) aus Ostfinnland und die Blutwurst (mustamakkara) aus Tampere. Zur Osterzeit sollten Sie sich nach mämmi erkundigen, eine Art Gerstenbrei, der zwar nicht besonders aussieht, dafür aber umso besser schmeckt.

Finnen essen nur bei bestimmten Gelegenheiten auswärts, entsprechend hoch sind auch die Restaurantpreise. Eine Ausnahme ist die Mittagszeit, wenn Dank eines von der Regierung eingerichteten Couponsystems Restaurants in den Städten Speisen für etwa 7 € anbieten, meistens bestehend aus einer Hauptspeise, Salattafel, Brottisch und einem Getränk. Universitätsmensen, von denen viele für die Öffentlichkeit zugänglich sind, sind mit 3 bis 4 € besonders für Studenten günstig, obwohl man ohne Studentenausweis normalerweise etwas mehr zahlen muss. Für ein Abendessen ist man auf Fast Food (Hamburger, Kebap oder ähnliches) im Bereich von 5 bis 10 € oder auf ein "schönes" Restaurant für 20 oder mehr € verwiesen.

Solltest du unterwegs sein, empfielt es sich nach Grillständen (grilli), die Würstchen, Hamburger oder andere mitnehmbare Speisen anbieten, Ausschau zu halten - bis spät in die Nacht auch zu vernünftigen Preisen. Die finnische Pendant zu Mc Donald's ist Hesburger mit einem ähnlichen Menue.

Falls du finanziell nicht besonders gut ausgestattet bist, heißt das Zauberwort Selbstversorgung. Asietten und andere fertigverpackte Speisen, die schnell in der Mikrowelle erwärmt werden können, lassen sich problemlos für 1 oder 2 € im Supermarkt kaufen.

Trinken

Die Finnen besitzen den Ruf als weltgrößte Kaffeetrinker (kahvi); sie trinken im Durchschnitt neun Tassen täglich, allerdings meistens mit Zucker und Milch. Vorsicht: hin und wieder wird man gefragt, ob man statt der Sahne (kerma) "richtige Sahne" (oikea kerma) in den Kaffee haben möchte. Dabei handelt es sich jedoch keinesfalls um ein Molkereiprodukt, sondern vielmehr um einen Decknamen für Hochprozentiges!

Alkohol ist verhältnismäßig teuer, obwohl die gewachsene Konkurrenz durch den EU-Beitritt Estlands 2004 zu einer Senkung der Spirituosensteuer um 33 % geführt hat. Immer noch kostet eine Flasche Bier in einer Bar oder Kneipe etwa 5 €, im Supermarkt 2 €. Während Bier oder Apfelwein in jedem Supermarkt erhältlich ist, gibt es Weine und Hochprozentiges nur in den staatlichen Alko-Läden. Die Altersgrenze für den Kauf von Alkohol liegt bei 18, von Hochprozentigem bei 20 Jahren. Jung aussehende Kunden müssen sich gewöhnlich ausweisen können. Bier gibt es in drei Stärkeklassen: I ist sehr schwach und für Jugendliche gedacht, III entspricht etwa dem deutschen Bier und IV ist relativ stark.

Die Finnen stellen auch gern selbst alkoholische Getränke her: Kotikalja (Hausbier) besteht aus einem vergorenen Gemisch von Getreide, Hefe, Wasser sowie etwas Zitronensaft und ist sehr erfrischend. Manche betreiben auch im Wald versteckte Destillen, das hochprozentige Produkt wird Pontikka genannt.

Nein, die Finnen sind nicht, wie oft behauptet, ein Volk von Alkoholikern. Sie trinken wenig (statistisch nur halb so viel wie Deutsche), aber wenn, dann umso mehr. Der Durchschnittsfinne geht Freitagabend in die Kneipe, um mit Alkohol wenigstens einmal in der Woche aus seiner Welt "auszubrechen". Dies ist oft der richtige Zeitpunkt für den Ausländer, um mit einem sonst so verschlossenen und schüchternen Finnen in Kontakt zu kommen.

Ausgehen

"Frösteln" in der arktischen Eisbar (Helsinki).

Finnland ist kein "Nightlife"-Land, was jedoch nicht unbedingt auf die Wesensart der Finnen zurückzuführen ist, sondern eher auf die hohen Alkoholpreise. Bis auf die Mittsommerzeit ist es in ländlichen Gegenden sehr ruhig. Das Nachtleben konzentriert sich in den wenigen größeren Zentren wie Helsinki oder Tampere, die eine für ihre Einwohnerzahl große Zahl an Bars, Kneipen und Kinos bieten. Die größeren Hotels besitzen in der Regel eigene Diskotheken, die bis in die Frühe geöffnet sind. Beliebt sind auch abendliche Dampferausflüge, auf denen die Gäste zum Tanz aufgefordert werden. Leben ist in Finnland recht teuer.

Unterkunft

Übernachtungen sind günstiger als in den anderen Skandinavischen Ländern. Doppelzimmer mit Frühstück gibt es schon unter EUR 40 pro Person. Besonders preiswerte Alternativen sind die zahlreichen Ferienhäuser im ganzen Land. Eine Buchung vorab ist zu empfehlen (einfach googeln), da die Eigentümer der Ferienhäuser und auch die Häuser selbst nur schwer ausfindig zu machen sind. Billige Angebote bieten Jugendherbergen (retkeilymaja), die sich über ein weites Netz erstrecken und normalerweise weniger als 20 € pro Nacht kosten. Eine Möglichkeit, praktisch kostenlos zu schlafen, bietet das in Nordeuropa gebräuchliche Jedermannsrecht (jokamiehenoikeus), das Recht überall und an jedem Ort (also auch auf Privatgrundstücken) zu campen, zu wandern, Beeren und Pilze zu pflücken. Ebenso allgemein ist das Jedermannsrecht aber auch beschränkt durch das Erfordernis, dass seine Ausübung weder der Natur noch anderen Menschen Schaden, Störungen oder sonstige Nachteile zufügen darf. Insbesondere ist der häusliche Frieden des Landbesitzers zu achten, so dass z. B. zu Wohnhäusern immer ein angemessener Abstand zu halten ist. Die Jagd, das Fangen von Tieren sowie das Einsammeln von Eiern fallen nicht unter das Jedermannsrecht.


Lernen

Finnische Universitäten unterstützen Austauschprogramme. Universitätsstädte sind Helsinki, Joensuu, Jyväskylä, Kuopio, Rovaniemi (Universität von Lappland), Oulu, Tampere, Turku und Vaasa. In Turku existiert mit der Åbo Akademi auch eine schwedischsprachige Universität.

Arbeiten

Bürger der Europäischen Union können in Finnland hürdenlos arbeiten. Der Erwerb einer Arbeitserlaubnis für Bürger außerhalb der EU ist schwierig. Zu beachten ist, dass man für die meisten Jobs Sprachkenntnisse entweder in Finnisch oder in Schwedisch vorweisen muss.

Feiertage

Insgesamt gibt es 16 gesetzliche Feiertage:

Termin Name Bedeutung
1. Januar Uudenvuodenpäivä Neujahr
6. Januar bzw. folgender Samstag Loppiainen Dreikönigstag
18. April 2014 Pääsiäinen Karfreitag, vor dem ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond
21. April 2014 Ostermontag
1. Mai Vappu Walpurgisnacht (beginnt am 30. April mit Vappuaatto), ein Frühlingsfest, das mit dem Maitag zusammenfällt. Ursprünglich ein Arbeitertag, hat sich Vappu zu einem Festival der Studenten, die farbige Overalls tragen und die Straßen durchwandern, entwickelt.
29. Mai 2014 Helatorstai Christi Himmelfahrt, 40 Tage nach Ostern
9. Juni 2014 Helluntai Pfingstmontag, 50 Tage nach Ostern
vorletzter Fr./Sa. im Juni Juhannus Mittsommer, wird zur Sommersonnenwende gefeiert. Charakteristisch für diese ausgelassenen Feiern ist das Legen von unzähligen Freudenfeuern. Die Städte leeren sich zu diesem Fest fast vollständig, da es die Menschen in ihre Sommerhütten auf dem Land zieht.
1. November Allerheiligen
6. Dezember Itsenäisyyspäivä Unabhängigkeitstag zur düsteren Winterzeit. Gefeiert wird die Unabhängigkeit von Russland. Der Präsident des Landes hält einen Ball für wichtige Persönlichkeiten, der im Fernsehen für weniger wichtige übertragen wird.
13. Dezember Pikkujoulu St. Lucia Tag oder "kleine Weihnachten" - heilige Lucia für Licht und Güte im finnischen Winter
24. Dezember Jouluaatto Heiligabend
25. Dezember Joulu 1. Weihnachtstag
26. Dezember Joulu 2. Weihnachtstag

In Helsinki findet Ende August ein regionales Fest statt, die Nacht der Künste (Taiteiden yö). Dieses in den 1990ern von Buchhändlern ins Leben gerufene Fest wird auch als "kleines Vappu" bezeichnet. Auch wenn viele Menschen einfach nur betrunken durch die Straßen laufen, ist das offizielle Ziel die Zelebrierung der namensgebenden Kunst.

Sicherheit

Finnland gilt generell als sicher. Lediglich an Freitag und Samstag Nacht, wenn die betrunkene Jugend durch die Straßen zieht, ist mit Ärger zu rechnen. Die Risiken aus den klimatischen Bedingungen und der geringen Bevölkerungsdichte in weiten Teilen des Landes sind bei solider Reiseplanung vermeidbar.

Gesund bleiben

Es sind einige ernsthafte Gesundheitsrisiken vorhanden, besonders im kalten und weitläufigen Lappland. Wenn du in dieser Gegend in unerschlossene Gegenden ziehst, ist es empfehlenswert, zur Sicherheit vorher die Behörden zu informieren, die im Zweifelsfall nach dir suchen. Ziehe dich warm an und trage eine Sonnenbrille, besonders im Frühling.

Ernsthafte Quälgeister sind im Sommer Mücken, die in Horden das Land überfallen, besonders nach Regenfällen. Obwohl sie keine Malaria oder andere schwere Krankheiten übertragen, sind sie ziemlich lästig (durch ihr Fluggeräusch), und ihre Stiche jucken sehr. Gewöhnlich sind Mücken besonders zu Sonnenauf- und untergang aktiv, was im Land der Mitternachtssonne bedeutet, dass sie die gesamte Nacht über nerven. Abwehrmöglichkeiten bieten sich durch (Lager-)feuer und Spray, das in fast jedem Laden und allen Apotheken (apteekki) erhältlich ist - nur einige örtlich erhältliche Sprays schrecken auch die ganz kleinen Mücken ab, die besonders im Norden zahlreich sind und große, mehrere Tage juckende Stiche hervorrufen, also gezielt danach fragen. Das Zelt sollte ein feines (Lochgröße unter 1mm) Insektengitter besitzen; als Übernachtungsstelle sollte ein windreicher Ort gewählt werden.

Respekt

Finnen sind bekanntermaßen schweigsame und verschlossene Menschen. Dennnoch sind Finnen generell hilfreich und freundlich; wenn sie gefragt werden, helfen sie Ausländern gern. So wie die Deutschen, legen die Finnen im Allgemeinen Wert auf Pünktlichkeit. Verzögerungen von fünf bis zehn Minuten werden noch toleriert, aber zwanzig Minuten bis eine halbe Stunde gelten schon eindeutig als eine Verspätung, besonders wenn man mit den Behörden umgeht.

Beim Betreten finnischer Privatwohnungen ist es Sitte, die Schuhe auszuziehen. Die meiste Zeit des Jahres tragen die Schuhe nämlich eine Menge Schnee und Schlamm mit, und folglich ist es üblich, jederzeit, auch im Sommer, die Schuhe auszuziehen. Geschenke oder Blumen werden zwar geschätzt, sind aber nicht zwingend notwendig.

Im Sommer ist das Sonnenbaden "oben-ohne" allgegenwärtig. Freikörperkultur ist auf bestimmte Strände beschränkt. Kleiderordnungen sind unüblich und sogar bei Geschäfts-Meetings im Vergleich zu anderen Ländern sehr locker.

Kommunizieren

Internet-Cafés sind relativ dünn angesiedelt, obwohl in vielen Restaurants und Kneipen auch ein Internetzugang angeboten wird. Für den Zugang in einer Bibliothek musst du dich vorher anmelden.

Botschaften

  • Österreichische Botschaft in Finnland
    Keskuskatu 1A, 00100 Helsinki
    Tel. (0)9 17 13 22; Fax (0)9 66 50 84

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