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Benutzer:Hansm/Zur Kommerzialisierung von Wikitravel: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Siehe auch:''' [[:en:User:Hansm/Commercialisation FAQ]].

Aktuelle Version vom 14. Juli 2006, 19:10 Uhr

Ich habe von den sog. "good news", d.h. dem Verkauf der Domain und der bevorstehenden Kommerzialisierung, erst am 23.4. nach der Rückkehr aus einem kurzen Urlaub erfahren. Sicherlich kann man dieser Entwicklung auch gewisse positive Aspekte abgewinnen, dennoch hat mich das Vorgehen von E. und M. tief enttäuscht.

Dass jemand mit den Inhalten von Wikitravel Geld verdient, ist vollkommen in Ordnung. Das war von Anfang an klar in der Lizenz geregelt. Dass die CC-by-sa-Lizenz nicht änderbar ist und somit die Inhalte weiter unter dieser Lizenz bleiben, sollte auch klar sein (s. jedoch auch unten). Die essenziellen Grundfragen können also als geklärt betrachtet werden.

Vorteile für das Projekt Wikitravel[Bearbeiten]

Ja, es gibt welche:

  1. Der neue Betreiber verfügt sicherlich über ein wesentlich größeres Finanzvolumen als die Privatpersonen E. und M.
  2. Neue Hardware kann dadurch bei Bedarf leicht beschafft werden.
  3. Ausgaben für spezielle Dienste (Design, vielleicht Karten, Skripte) können finanziert werden.
  4. Wikitravel ist unabhängig von der Entscheidung zweier Privatleute, von der bisher alles abhing.

Nachteile für das Projekt Wikitravel[Bearbeiten]

Leider hat sich nach ausgiebigem Nachdenken über die aktuelle Lage mein erster Eindruck gefestigt, dass die Nachteile deutlich überwiegen. Den weitaus größten Verlust sehe ich beim Vertrauen in die Führung des Projekts. In vielen Richtlinien, die größtenteils von E. geschrieben wurden, werden Begriffe wie Diskusion und Konsens in den Vordergrund gestellt. Hier einige Zitate:

  • en:Wikitravel:Consensus: "Consensus is not a policy; it is a fact of life on a Wiki. Because anyone can edit, anyone can change what is already there, or write something new or different."
  • en:Wikitravel:Welcome, Wikipedians#Consensus: "So far, we've been lucky to avoid much conflict that couldn't be resolved through discussion. For this reason, we don't have a lot of intercommunication overhead -- committees, votes, arbitration, mediation. We try to keep our processes for making decisions very informal and casual."
  • en:Wikitravel:Non-administrator tasks: "We try to make decisions by consensus, so there's no guarantee that your idea will be accepted, but it definitely won't be if you don't suggest it in the first place!"
  • en:Wikitravel:Administrator nominations/Archives#User:Wrh2 über die Nominierung von Wrh2: "Doesn't seem to understand the importance of consensus in decision-making. Sorry, doesn't work for me. --Evan 11:48, 26 Jun 2005 (EDT)"

Das hört sich gut an und das war mein erster Eindruck von dem unbedeutenden kleinen Server, den ich Anfang September 2003 mehr oder weniger zufällig gefunden habe. Im Laufe der Zeit sind mir einige Mechanismen klarer geworden. Kurz gesagt: Konsens ist gut, solange er sich mit E.s Meinung deckt.

Ein paar Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:

  • Seit ewigen Zeiten gab es eine Diskussion über Kategorien. Viele, vielleicht sogar die Mehrheit, wollten sie und haben gute Gründe dafür geliefert. E. wollte sie nicht. Er hat sein Turtle-RDF-Plugin auf dem Server installiert und in Windeseile seine IsIn-Vorlage in weit über hundert Artikel verstreut. OK, hier muss ich sagen, er hat mit seinem RDF eine gute Entscheidung getroffen, nicht jedoch mit seiner Vorgehensweise.
  • Mein Versuch, im Rahmen einer RDF-Expedition ein konsitentes Konzept zu entwickeln, hat E. abgewürgt. Statt dessen bringt er von Zeit zu Zeit neue (meiner Meinung nach nicht immer sehr ausgereifte) RDF-Features heraus, die dann in allen Sprachversionen umzusetzen sind.
  • Datenbank-Dumps sind notwendig für saubere Wikitravel-Spiegel. E. hält die Community seit mehr als einem Jahr damit hin und führt technische oder zeitliche Gründe an.

Klar, vieles kann man schlucken, auch wenn man anderer Meinung ist. Der letzte Alleingang hat jedoch eine andere Qualität. Hier wurde über Nacht das Tafelsilber verschachert und dann das Ganze dreist als gute Neuigkeit vermarktet. Folgende Gedankenpunkte mögen erklären, wie ich zu so harten Worten komme:

  1. Verkauf musste nicht sein: Bis vor einiger Zeit gab es in der Navigationsleiste den voreingestellten Link "Spenden". Es kam immer mal wieder zu Spendenangeboten, obwohl gar nicht dafür geworben wurde. Warum wurden diese ausgeschlagen und statt dessen die Site kommerzialisiert? Vermutlich würden Spenden nicht 1 1/2 Arbeitsplätze hergeben, aber einen Server von der Größe von Wikitravel sollte man damit schon finanzieren können.
  2. Verstoß gegen eigene Policy: Im Punkt 6 von en:Wikitravel:Goals and non-goals#Non-Goals heißt es "However, blatant advertising is not welcome". Wohlgemerkt, das ist nicht irgendeine der vielen Regeln, die im englischen Wikitravel herumschwirren, sondern eine der Leitregeln für das gesamte Projekt. Unter diesen Voraussetzungen haben sich viele Wikitraveller erst dem Projekt angeschlossen.
  3. Zweifel an vollständig freier Zugänglichkeit: Die Inhalte von Wikitravel gehören den Autoren, nicht wikitravel.org. Jeder einzelne Autor besitzt ein Urheberrecht an seinen Artikeln und hat sie in der Absicht hochgeladen, sie jederman unter der CC by-sa-Lizenz frei zugänglich zu machen. Dazu gehören auch das Spiegeln oder anderweitige Verarbeitung. Wird der Betreiber des Servers die Verfügbarkeit der Daten in vollem Umfang gewährleisten könnenn/wollen? Bereits E. hat Spiegel behindert und die Datenbank-Dumps nicht herausgerückt, die man zum Aufsetzen eines sauberen Spiegels oder alternativen Servers brauchte. Auch zur Erstellung einer Printausgabe könnten sie hilfreich sein. Welches Interesse sollte nun eine Werbefirma, die nach Seitenaufrufen rechnet, an Spiegeln oder Printausgaben haben? Von einem alternativen Server ganz zu schweigen. Im Prinzip kann man die Daten natürlich mit einem Bot quasi vom Server stehlen, jedoch nicht unter Einhaltung der Script-Policy. Diese verlangt 60 Sekunden Abstand zwischen einzelnen Zugriffen. In der Presseerklärung zum Verkauf der Domain wurde stolz verkündet, dass alle 10 Sekunden eine Seite bearbeitet wird. Da würde man schlicht nicht nach kommen.
  4. Ausgewogenheit der Inhalte fraglich: IB ist auf seine zahlenden Werbekunden angewiesen. Was passiert denn, wenn man etwas gegen die Hotelkette oder das Reiseunternehmen schreibt, die große Kunden von IB sind? Die Realität zeigt, dass es sich die wenigsten Zeitschriften leisten können, gegen ihre Werbekunden zu schreiben. Kann sich Wikitravel seinen neutralen Standpunkt unter diesen Bedingungen bewahren?
  5. Führung durch Angestellte einer Werbefirma: Machen wir uns nichts vor: E. und M. arbeiten jetzt für eine Firma, die gewisse Interessen verfolgt. Sie werden daran gemessen, wie gut sie diese Interessen umsetzten können. Nach den Erfahrungen mit E. bin ich mir sicher, dass er der richtige Mann für IB ist. Er hat Erfahrung darin, seine Ziele durch pseudo-demokratische Diskussionen durchzusetzten, wenn's sein muss, auch gegen die Masse der Wikitraveller.
  6. Wikitraveller sind Zielgruppe für Werbung: Ich vermute, dass die Einblendung von Werbung ganz harmlos beginnt. Ein paar Kästen, mit denen fast jeder hier leben kann. Erst nach und nach wird die Schmerzgrenze der Werbebelatbarkeit ausgetestet. Die Optimierung ist erreicht, wenn das Produkt aus Seitenaufrufen und Anzahl der Werbebanner maximal ist. Ob nach Autoren und Lesern unterschieden werden kann, weiß ich nicht. Ich gehe davon aus, dass sich auch Autoren ständig Werbung anschauen müssen. --- Eine äußerst unangenehme Vorstellung!
  7. Ladezeiten verlängern sich: Werbe-Banner und Add-Ins müssen mit jedem Seitenaufruf neu geladen werden. Bereits jetzt finde ich den Google-Analyzer, auf den man ständig warten muss, sehr lästig.
  8. Was, wenn die goldenen Eier ausbleiben? Wie lange wird IB bereit sein, Wikitravel zu finanzieren, wenn der erwartete Profit nicht erzielt wird? Es könnte noch schlimmer kommen. Wie wäre es im Falle eines Konkurses? Was pasiert dann mit den Inhalten?
  9. Aus Konkurenten werden Kollegen: Bis 2003 war Giorgio Baresi Betreiber des wenig erfolgreichen Reisewikis CaptainCook.com, dessen Inhalte unter GFDL standen. Diese Inhalte gingen in world66.com ein, das damals auch unter der GFDL lizensiert war. Heute benutzt es die CC by-sa. Wie kann das sein? Was hat E. damals dazu gesagt? In en:Wikitravel talk:List of related projects#world66.com finden wir: "All our content could be posted there. I'm dubious about World66's content, since it was originally a GFDL site, and they switched over to by-sa without getting the consent of their contributors. If we copy any of their content here, and somebody reuses it, and one of their contributors who submitted under the GFDL sues our downstream reuser... well, I feel that we've done that reuser a disservice. It's also worth noting that most of the images at World66 are downloaded from other Web sites through Google images, and aren't submitted by contributors. So, in general, I'd be really wary about copying info from World 66 here. --Evan 14:38, 28 Jul 2004 (EDT)" In E.s Ankündigung vom 20.4. heißt es nun: "We think the melding of these two sites [wikitravel.org and world66.com] is going to make a project that's greater that the sum of its parts." E. scheint in Bezug auf Lizenzen flexibler geworden zu sein. Hoffen wir mal, dass er Wikitravel-Inhalte bei der CC by-sa lässt.
  10. Entmündigung: Mir ist zunehmend unwohl bei der Vorstellung, dass es 2 Chefs (eigentlich einen) gibt, die das Sagen haben, und die sog. Administratoren lediglich Handlangertätigkeiten ausüben. Der Rest darf fröhlich schreiben, soll aber ansonsten die von oben vorgegeben Regeln einhalten. So stelle ich mir das vielzitierte Wiki-Prinzip nicht vor.

-- Hansm 22:09, 24. Apr 2006 (CEST)

Siehe auch: en:User:Hansm/Commercialisation FAQ.

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