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Assuan/Elephantine

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Assuan : Elephantine
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Elephantine (arab. الفنتين, Alfantīn, auch arab. جزيرة اسوان, Gazīrat Aswān) ist ein antikes Siedlungsgebiet auf einer Nilinsel in Assuan. Der zentrale Teil der Insel wird von zwei nubischen Dörfern eingenommen, im Norden davon befindet sich das Turm-Hotel, im Süden die archäologische Grabungsstätte.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Insel Elephantine ist der älteste Teil des heutigen Assuan. Der altägyptische Name Abu für Elefant oder Elfenbein bezeichnet die Insel selbst und das unmittelbare Umland. Diese Insel bildete während der nahezu ganzen Zeit Altägyptens dessen südliche Grenze, auch wenn Pharaonen im Mittleren und Neuen Reich bis zum Vierten Nilkatarakt vordringen konnten. Die Insel war strategisch gut gelegen: von hier aus waren der Erste Nilkatarakt und Personen- und Handelsbewegungen zu Wasser und auf dem Land gut zu überwachen. Der Friedhof der Stadt befand sich auf dem Westufer des Nils.

Auf der Insel wurde die Göttertriade Satet, Chnum und Anukis verehrt. Der Kult der Satet, auch Satis, Herrin von Elephantine – und somit Beschützerin des Südgrenze Ägyptens, wird seit prädynastischer Zeit betrieben. Sie gilt ab dem Neuen Reich als Gemahlin des Chnum und Mutter der Anuket. Chnum, Herr der Kataraktregion, ist Schöpfergott und verantwortlich für die jährlichen Nilüberschwemmungen. Anuket, auch Anukis, von Sehel, ebenfalls Kataraktgöttin, wird insbesondere auf der Insel Sehel verehrt, wo ihr ein eigener Tempel geweiht war.

Im Süden der Insel befindet sich das zum Teil bis zu 12 m hoch anstehende Ruinenfeld der altägyptischen Stadt Abu. Seit 1969 finden hier Grabungskampagnen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für ägyptischen Bauforschung statt.

Die Stadt wurde ursprünglich auf zwei Granithügeln angelegt, die dazwischen liegende Senke wurde erst zum Ende des Alten Reiches aufgeschüttet. Die Besiedelung erfolgte bereits in der Negade-Zeit (ca. 3500 v. Chr.), am Ende dieser zeit wurde bereits das erste Satet-Heiligtum errichtet. Am Ende der 1. Dynastie wurde nahe der Südspitze der Insel eine Festung angelegt; im Umfeld der Festung wurde das Siedlungsgebiet mit seinen Verwaltungsbauten, Wohnungen und Werkstätten angelegt. Das bestehende Satet-Heiligtum wird an gleicher Stelle durch einen Neubau ersetzt.

Seit dem Mittleren Reich erlebt Abu einen beträchtlichen Bedeutungszuwachs insbesondere als Verwaltungszentrum: die ägyptischen Könige drängen nun weit nach Süden nach Nubien vor, um es u.a. als Rohstoffquelle zu nutzen. Abu bildet den nördlichen Ausgangspunkt einer Kette von Festungen entlang des Nils. Unter dem König Sesostris I. (Mittleres Reich) erfolgt ein erneuter Neubau des Satet-Tempels, es wurden ein Chnum-Tempel und ein Heiligtum für den vergöttlichten Heqaib, Gouverneur am Ende des Alten Reiches und späterer Ortsheiliger, errichtet.

Eine erneute Blütezeit ist mit der erneuten Eroberung Nubiens im Neuen Reich verbunden. Abu dehnt sich nach Norden aus, die Tempel der Satet und des Chnum werden unter Hatschepsut und Thutmosis III. erneut durch Neubauten ersetzt, Amennophis III. und Ramses II. lassen Stationsheiligtümer errichten.

Aber erst wieder zu Beginn der 26. Dynastie gibt es erneute Bauaktivitäten auf der Insel: Der Chnum-Tempel erhält eine Kolonnade, und das Nilometer wird angelegt.

In persischer Zeit wird die Festung wieder ausgebaut. Unter den Soldaten befindet sich auch eine jüdische Kolonie, die hier einen eigenen Jahwe-Tempel anlegt. Von dieser Siedlung und dem Tempel sind aber nur geringe Reste erhalten.

Eine letzte Blüte erlebt Abu mit dem Ende der 30. Dynastie. Der Chnum-Tempel wird erneut umgebaut. Aufgrund der steigenden Einwohnerzahlen verlagert sich das Siedlungsgebiet immer mehr auf das Ostufer des heutigen Assuan; mit dem Vordringen des Christentums erlischt die Bedeutung Elephantines gegenüber Assuans. Der Raubbau an den Monumenten zur Baustoffgewinnung tut sein Übriges; heutzutage sind von vielen Monumenten nur noch die Grundmauern erhalten.

Anreise[Bearbeiten]

Man erreicht die Insel Elephantine nur mit Fähren oder einem Motor- oder Segelboot.

Fähren befinden sich:

  • Auf halber Länge der Insel Elephantine, eine Einheimischenfähre verbindet das Ostufer der Stadt (nördlich der Polizeistation) und Elephantine. Man erreicht Elephantine etwa an der Grenze zwischen dem Turmhotel und den nubischen Dörfern. Auf dem Ostufer kann man bequem die archäologische Stätte von Elephantine erreichen.
  • Etwa auf Höhe der Geschäftsstelle von EgyptAir verbindet eine Fähre das Ostufer mit der Insel Elephantine.
  • Fähren verbinden auch das Westufer auf der Höhe des Aga-Khan-Mausoleums und die Lord-Kitchener-Insel mit dem Westufers der Insel Elephantine.

Auf Höhe des Südendes der Insel Elephantine können Sie auch mit einem Segel- oder Motorboot die Insel erreichen.

Mobilität[Bearbeiten]

Auf vielen Wegen lässt sich kaum ein Fahrzeug einsetzen, so wird man den Großteil der Insel zu Fuß erkunden müssen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Das Grabungsareal ist in der zeit von 08:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt LE 25.

Im Süden der Insel befindet sich das Grabungsareal der altägyptischen Stadt, das weitgehend für den Besucher erschlossen wurde. Nur der Nordteil mit seiner Stufenpyramide aus der 3. Dynastie ist (noch) nicht zugänglich, eine vergleichbare Pyramide kann man aber z.B. in Zawiyet al-Maijitin besichtigen.

Man erreicht das Grabungsareal mit den genannten Fähren zum einen direkt an den Haupteingang. Andererseits befindet sich im Norden des Areals auf der Inselostseite eine Tür im Zaun des Grabungsareals, so dass es auch von Norden her entlang der nubischen Dörfer begehbar ist.

Vom DAI wurde ein Rundgang über das Grabungsareal mit 28 Stationen, die etwa im Gegenuhrzeigersinn erreicht werden können, angelegt, zu dem es (im Prinzip) auch ein Führungsheft gibt. Man beginnt den Rundgang am Museumsgebäude, durchquert im Süden einen kleinen Garten und startet

  1. am Satet-Tempel aus der griechisch-römischen Zeit. Es ist die letzte Bauphase des mehrfach neu errichteten Tempels (frühzeitliches Heiligtum, 6. Dynastie, 11. Dynastie, 12. Dynastie, 18. Dynastie, griechisch-römische Zeit). An dessen Nordseite gelangt man über einen Pfad zum
  2. Satet-Tempel der 18. Dynastie (Neues Reich) und nördlich davon zum
  3. Satet-Tempel der 6. Dynastie. Dieser Tempel liegt unterhalb des vorher genannten Tempels. Leider ist er nicht immer zugänglich. Nun kehrt man zurück auf dem Weg, den wir gekommen sind, und setzten den Weg an der Vorderseite des Satet-Tempels aus griechisch-römischer Zeit in südlicher Richtung fort. Nun erblickt man
  4. Reste der frühzeitlichen Festung, von der noch zwei Mauerabschnitte erhalten sind, und der Siedlung des Alten Reiches östlich des Weges und
  5. Bauteile des Chnum-Tempels westlich des Weges. Diese Architekturfragmente stammen aus dem Mittleren Reich, dem Neuen Reich (18. – 20. Dynastie) und der 29. und 30. Dynastie. Nun gabelt sich der Weg, wir wählen zuerst den östlichen Weg, der am
  6. 18 m hohen Pylon-Tor des Chnum-Temples aus der Spätzeit vorbeiführt. In etwa südlicher Richtung erreicht man na ca. 100 m das
  7. Nilometer des Chnum-Tempels in Form eines Heiligen Sees und ca. 10 m weiter südlich die
  8. Südliche Balustrade der Chnum-Tempel-Terrasse. Jetzt begeben wir uns nach Norden, immer an der Uferlinie entlang. Nach ca. 100 m erreicht man
  9. eine weiteres Heiligtum, das wohl ein Heiligtum einer Nilgottheit war, und nach weiteren 30 m das
  10. Nilometer des Satet-Tempels. Nun läuft man wieder zurück bis zum Pylontor des Chnum-Tempels.
  11. Man durchquert nun den griechisch-römischen Vorhof des spätzeitlichen Chnum-Tempel, auf etwa halber Länge des Tempel-Komplexes biegt man nach Norden und erblickt nun den Friedhof der Heiligen Widder, den heiligen Tieren des Gottes Chnum. Kehren wir zurück in des Tempelgebäude, und durchschreiten wir in der Tempelmitte die
  12. Vorhalle des Ptolemaios VIII. und ca. 10 m westlich hiervon das
  13. 42 m lange Tempelhaus des Nektanebos II. Den beiden Säulenhallen folgen drei Sanktuare wohl für die hiesieg Göttertriade. Der Weg setzt sich nun Nach Süden fort. Ungefähr 50 m südwestlich des Chnum-Tempels befindet sch das
  14. Tor Amenophis’ II. Von hier aus lässt sich der Südteil des Siedlungsgebietes betrachten. Etwa 150 m weiter südlich stößt man auf zwei Heiligtümer, die nicht von der Insel Elephantine stammen:
  15. Im Westen befindet sich ein älterer Tempelteil des Tempels von Kalābscha, der 1972 bei der Umsetzung des Kalābscha-Tempels in dessen Fundamenten wieder aufgefunden wurde und hier wiederreichtet wurde.
  16. Östlich hiervon befindet sich das Tor von Ajuala (Abū Hōr). Ajuala befand sich ca. 7 km südlich von Kalābscha; das Tor wurde aber bereits 1900 abgetragen und im hiesigen Museumshof gelagert. 1987 wurde es hier wiedererrichtet. Nun gehen wir wieder zurück zum Chnum-Tempel und passieren den Tempel an seiner Nordseite. Im Westen des Tempels gibt es
  17. einen Aussichtspunkt auf das antike Stadtgelände. Der Rückweg erfolgt in nordöstlicher Richtung. Man erreicht nun das berühmte
  18. Heiligtum des Heqaib. Heqaib war Gouverneur am Ende des Alten Reiches. Sein Grab befindet sich auf dem Gräberfeld von Qubbet el-Hawa. Später wurde er von der hiesigen Bevölkerung verehrt und vergöttert und ihm im Mittleren Reich dieses Heiligtum geweiht. Das Heiligtum ist nicht immer für Besucher zugänglich. Nun setzt man den Weg in nordwestlicher Richtung fort. Man erreicht nun
  19. die Wohnhäuser der späten 12. Dynastie und eine
  20. eine Versorgungsanlage zur An-, Auslieferung und Lagerung von Nahrungsmitteln aus derselben Zeit. Die nun folgenden Gebäude (21 – 26) befinden sich nicht mehr an ihrem ursprünglichen Ort, sie sind hier wiedererrichtet worden. Nach ca. 20 m in nordöstlicher Richtung erblickt man die
  21. christliche Basilika aus dem 6. Jahrhundert, von der im Wesentlichen nur Säulenbasen und -schäfte aus Granit erhalten sind. In südöstlicher Richtung erreicht man später die
  22. Einbauten Intefs II. und Intefs III. (11. Dynastie) in den Satet-Tempel aus der 6. Dynastie. Auf der südlichen Wegseite erkennt man nun den
  23. Satet-Tempel aus der Zeit Mentuhoteps II., des Begründers des Mittleren Reiches. Wenige Meter weiter stößt man auf mehrere Heiligtümer, so dem
  24. Barkensanktuar Sesostris’ I. nördlich des Weges. Auf der Südwesite des Weges erblickt man den
  25. Satet-Tempel desselben Herrschers. An seiner Nordseite befinden sich
  26. eine Kulteinrichtung zur Feier der Nilflut und ein
  27. Festhof zur Feier der Nilflut.
  28. Etwas außerhalb des Grabungsareals im Nordosten befindet sich eine monumentale Treppenanlage.

An den Besuch des Grabungsgeländes kann man den Besuch des Assuan-Museums und des separaten Grabungsmuseums unmittelbar nördlich hiervon anschließen. Das 1902 als Amtsgebäude errichtete Museum stellt wichtige Grabungsfunde aus der gesamten altägyptischen Zeit in Gegenuhrzeigerrichtung aus. Man beginne mit der Besichtigung der Pläne zur Stadtentwicklung und dem Modell des antiken Elephantine. Es folgen mehrere Statuen und Reliefs hier bauender Pharaonen, Funde aus dem Satet-Tempel und zahlreiche Funde aus der Siedlung (Hausinventar, Toilettenartikel und Schmuck, Werkzeuge aus Werkstätten, Keramik u.v.m.).

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Im Turm-Hotel Mövenpick steht ein Café zur Verfügung, dass eine gute Aussicht über Assuan bietet. Gutes Essen gibt es im ElMasri, das ist im Souk.

Ausgehen[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Auf der Insel Elephantine gibt es nur ein Hotel. Die meisten Hotels von Assuan befinden sich auf dem östlichen Nilufer.

5-Sterne-Hotels



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