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Wetzlar

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Wetzlar
Lage
Lage von Wetzlar
Wetzlar
Wetzlar
Kurzdaten
Bevölkerung: 52.269
Höhe über NN: 148-401
Koordinaten: 50° 34' 0" N, 8° 30' 0" O
Vorwahlnummer: 06441
Postleitzahl: 35521–35586
Zeitzone: CET
Sommerzeit: +1 CET
Website: offizielle Website von Wetzlar

Wetzlar in Hessen gehört zu den ältesten Städten Deutschlands. Die Stadt liegt beiderseits von Lahn und Dill. Es war eine wichtige Stadt des Heiligen Römischen Reichs, hier war der Sitz des Reichskammergerichts, wo sich u. a. auch Goethe als Praktikant einschrieb. Heute ist sie als Oberzentrum eine Stadt mit Sonderstatus, wie sechs weitere größere Mittelstädte in Hessen, ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum, sowie der herausragende Industriestandort in Mittelhessen. Die Hochschulstadt Wetzlar ist Hauptsitz der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises. Wetzlar ist als Sportstadt mit bedeutenden Sportlern, Sportveranstaltungen und -vereinen bekannt, darunter auch einige Bundesliga-Mannschaften.

[bearbeiten] Hintergrund

Geschichte

Bereits in der Altsteinzeit war die Wetzlarer Region besiedelt, so auch im Bereich des Stadtteils Dalheim (Wüstungen Dalheim und Wanendorf). Durch die vom Klima begünstigte Lage blieben dort die Menschen auch in der Würmeiszeit vor rund 50.000 Jahren.

Jüngste umfangreiche Ausgrabungen längs der Lahn in Wetzlar-Dalheim haben größere, 7500 bis 7000 Jahre alte Siedlungsreste einer Bandkeramik-Kultur hervorgebracht. Weitere Siedlungen germanischen Ursprungs in der unmittelbaren Nähe werden gegenwärtig freigelegt. Sie stammen zum Teil aus der Zeit um Christi Geburt und waren für die Dauer von zirka 1400 Jahren kontinuierlich besiedelt. Auf der Gemarkung Wetzlars bestanden zudem drei keltische Siedlungen.

Schon aus der keltischen La-Tène-Zeit ist die Eisenerzgewinnung und -verhüttung in und um Wetzlar nachgewiesen. Somit hat die Eisenverarbeitung dort eine rund 2500-jährige Tradition.

In Waldgirmes, unmittelbar an der östlichen Stadtgrenze, befand sich eine zivile römische Siedlung im Aufbau, siehe Römisches Forum Lahnau-Waldgirmes und in Dorlar gab es im ersten Jahrzehnt des ersten Jahrhunderts n. Chr. ein römisches Militärlager.

Es gibt keine Aufzeichnungen über die Entstehung Wetzlars, auch keine Urkunden über Verleihung der Stadtrechte o.ä. Die Endsilbe -lar deutet auf eine Entstehung bis zum 3.Jh. hin. Der Name Wetzlar entstand möglicherweise bis zum 3. Jahrhundert, die Endsilbe -lar weist darauf hin (näheres in der Geschichte der Stadt Wetzlar), nachweislich besteht die Stadt seit dem 8. Jahrhundert.

Zu einem unbekannten Zeitpunkt erwarb Wetzlar das Marktrecht und damit das Recht, Marktzoll zu erheben. Im Laufe der Jahre entstand auf einem Hügel, dem späteren Domhügel mit dem Marienstift, eine Marktsiedlung. Sie war Anziehungspunkt für Händler und Handwerker. Zum ersten Kirchenbau vor 897 war es dann auch möglicher Treffpunkt für gläubige Christen.

Die alte Reichsburg Kalsmunt: Nach Karl Metz soll diese Burg bzw. dieses Schloss bereits eine frühe römische Gründung sein. Für Zedler hat dieses Schloss Karl der Große um das Jahr 785 erbaut, um die demnach bereits bestehende Stadt dadurch besser im Zaume halten zu können. Sie soll von ihm Carols Mons (Carlmund oder Carlmont) genannt worden sein, die heutige Benennung wird folgendermaßen gedeutet: Kals- = Karls und -munt = Vasall, d. h. ein Lehensmann des Fränkischen Hofes. Andere Quellen halten den Namen für vorgermanisch oder keltisch wie: The name Kalsmunt is of Celtic origin and means “barren hill”, mit der Bedeutung nutzlos/fruchtlos/unfruchtbarer Hügel. Auf der Reichsburg Kalsmunt wurden die kaiserlichen Münzen für Wetzlar geprägt.

Als eine frühe urkundliche Ersterwähnung der Stadt gilt eine Schenkung Ingolds an das Kloster Lorsch aus dem Jahre 832 im Lorscher Codex (Urkundenabschrift Nr. 3146).

Der Konradiner Gebhard, Graf in der Wetterau und ab 904 Herzog von Lothringen, ließ 897 eine Salvatorkirche (Erlöserkirche) weihen, welche frühere Bauten ersetzte. Er stiftete 914/915 das Kloster St. Maria in Wetzlar, dort wurde er auch begraben. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts erfolgte die Gründung des Marienstiftes, eines Kollegiatstiftes, durch Gebhards Söhne Hermann I., einen späteren Herzog von Schwaben, und Udo I., Graf in der Wetterau.

Der Hohenstauferkaiser Friedrich I. (Barbarossa) verlieh Wetzlar viele Privilegien, unter anderem eine Münzstätte und eine eigene Gerichtsbarkeit. Die Reichsburg Kalsmunt wurde zum Schutz über der Stadt aus- oder umgebaut.

Vom mittelalterlichen Wetzlar sind neben dem Dom und dem Kalsmunt nur noch Teile der Stadtbefestigung erhalten. Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung war die 1288 erstmalig genannte Steinerne Brücke über die Lahn.

Während des wirtschaftlichen Niedergangs Wetzlars in den folgenden Jahrzehnten am es im Jahr 1370 zu einem Stadt-Bankrott, der sich auch an der Baugeschichte des Domes ablesen lässt. So wurde bereits 1230 damit begonnen, den prächtigen romanischen Dom durch eine gotische Hallenkirche zu ersetzen. Erst 1490 konnte der Südturm fertiggestellt werden, auf den 2. Turm verzichtete man gänzlich. Die Einwohnerzahl schrumpfte von 6.000 auf knapp über 2.000.

Schon 1544 erschien Wetzlar auf dem Reichstag unter den protestantischen Ständen. Da das Marienstift katholisch blieb, suchte und fand man eine Lösung: die Stifts- und Pfarrkirche wurde geteilt und seitdem wird der Dom bis zur heutigen Zeit ökumenisch genutzt.

Erst Ende des 17. Jhdts. bot sich wieder die Gelegenheit zum wirtschaftlichen Aufschwung. Das Reichskammergericht, die höchste Gerichtsbarkeit im Deutschen Reich, musste Speyer verlassen und Wetzlar zeigte sich bereit, den Wünschen des Gerichtes großzügig entgegenzukommen. Das Reichskammergericht brachte eine rege Bautätigkeit und ein Anwachsen der Bevölkerung mit sich. Im Jahr 1772 absolvierte Goethe auf Veranlassung seines Vaters ein Praktikum am Kammergericht und verarbeitete seine unerfüllte Liebe zu Charlotte Buff und den Selbstmord Jerusalems zum ersten internationalen "Bestseller" Die Leiden des jungen Werthers. Der Deutschordenhof, in dem Goethes Lotte lebte, zählt heute zu den beliebtesten Goethe-Orten und zieht Goethe-Begeisterte aus aller Welt an.

Als im Jahr 1806 Kaiser Franz II. seine Kaiserkrone niederlegte, kam es zum zweiten tiefen Einschnitt in der Geschichte Wetzlars. Das Deutsche Reich und damit auch das Reichskammergericht wurde aufgelöst und Wetzlar versank wieder in die Bedeutungslosigkeit. Erst in der zweiten Hälfte mit Einsetzen der Industrialisierung erholte Wetzlar sich wieder. Karl Kellner gründete sein Optisches Institut, das nach seinem Tod von Ernst Leitz gekauft wurde. 1914 erfand Barnack die erste Kleinbildkamara. Und die Namen Hensoldt und Seibert haben in der Welt auch heute noch Weltgeltung - als zweite optische Fertigungsstätte für Mikroskope.

[bearbeiten] Anreise

[bearbeiten] Bahn

Wetzlar besitzt zwei Bahnhöfe, einmal den Bahnhof im Stadtteil Dutenhofen wo RegionalExpress-Züge halten und den zentraleren Bahnhof Wetzlar. Am Bahnhof verkehren Regionalzüge in Richtung Aachen, Köln, Siegen, Koblenz, Limburg an der Lahn, Fulda, Frankfurt am Main. Außerdem gibt es eine Direktanbindung an das europäische Fernverkehrsnetz mit EuroCity über Frankfurt und München nach Österreich, Slowenien und Kroatien.

[bearbeiten] Bus

Wetzlar verfügt über ein gutausgebautes Busliniennetz. Der Stadtverkehr wird durch 12 Buslinien abgedeckt, sowie 9 Linien im Überlandverkehr. Zentrale Haltestelle des Netzes ist der Busbahnhof am Bahnhof Wetzlar, wo alle Linien des Netzes verkehren. Die Stammstrecke des Netzes führt bis zum Leitzplatz, wo ein Linientakt von ca. 2-5 Minuten herrscht.

[bearbeiten] Auto

Wetzlar ist sehr gut an das deutsche Fernstraßennetz angeschlossen. An Wetzlar führt die Autobahn 45 vorbei welche durch drei Abfahrten an Wetzlar angeschlossen ist. Des weiteren führt von der A45 an der Anschlussstelle "Wetzlarer Kreuz" die Autobahn 480 bis zum Stadtteil Dalheim. Es führen außerdem noch die Bundesstraßen B49 (Luxemburg-Alsfeld), B277 (Haiger-Wetzlar), sowie die Ortsumgehung B277a durch die Stadt.

[bearbeiten] Fahrrad

Der Lahntalradweg führt durch Wetzlar.

[bearbeiten] Mobilität

In Wetzlar gibt es ein City-Bus-System, das die Einkaufsbereiche der Wetzlarer Innenstadt im 20-Minuten-Takt miteinander verbindet. Der Preis ist zur Zeit 0,50 Euro je Fahrt (Stand Juni 2008). Dies ist die günstigste Verbindung z.B. vom Bahnhof in die Innenstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten. Fahrzeiten sind Montag - Freitag von 10:00 h - 19:00 Uhr, Samstag von 10:00 Uhr - 15:00 Uhr.

Die Stadtteile sind durch den gut ausgebauten ÖPNV mit der Innenstadt verbunden.

[bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • Wetzlarer Dom, St. Marientift
  • von Lemmers-Danforth Sammlung im Palais Papius
  • Reichskammergerichtmuseum
  • Jerusalemhaus
  • Lottehaus
  • Villa Leitz, Jugendstilensemble
  • Industriemuseum
  • Optikmuseum "Viseum"
  • Alte Lahnbrücke
  • Historische Altstadt

[bearbeiten] Aktivitäten

Stadtrundgang

Rechts vom Dom befindet sich die Hauptwache, ein Gebäude aus Wetzlars preußischer Zeit. Hier beginnt die Pfaffengasse, die zum einstigen Deutsch-Ordenshof führt. In den Hauptgebäuden befindet sich das Stadt- und Industriemuseum. Das Lottehaus ist im ehemaligen Verwalterhaus untergebracht. Es erinnert an die Begegnung Goethes mit Charlotte Buff und an den Sommer 1772, als Goethe hier fast täglich zu Gast war. Ausgestellt sind Bilder und Kupferstiche, Briefe, Möbel sowie Haushaltsgegenstände. Zwei Räume im ersten Stock des Museums enthalten eine ständige Ausstellung zur Entstehung und Wirkungsgeschichte von Goethes erstem Roman, "Die Leiden des jungen Werthers", mit dem er weltberühmt wurde.

Zurück zum Dom, ursprünglich Stiftskirche und unverwechselbares Wahrzeichen der Stadt. In seiner Vielgestaltigkeit ist er ein Spiegelbild der historischen Stadtentwicklung und vereinigt in gelungener Art romanische und gotische Stilelemente. Eine weitere Besonderheit: Der Wetzlarer Dom dient seit seiner Reformation beiden Konfessionen als Kirche.

[bearbeiten] Einkaufen

In Wetzlar lässt es sich gut einkaufen, da das Angebot sehr vielfältig ist. Am besten man beginnt seinen Shopping-Trip in der historischen Altstadt, folgt dieser über die Alte Lahnbrücke, geht weiter durch die Langgasse und kommt dann nach und nach in die Neustadt, wo das Produktangebot recht umfangreich wird. Wetzlar beherbergt seit 2005 das größte Einkaufszentrum Mittelhessens: das FORUM Wetzlar mit ca. 110 Geschäften. Haupteinkaufsstraße ist die Bahnhofsstraße, die von der Altstadt kommend an das FORUM anschließt.

[bearbeiten] Küche

Wetzlar bietet für fast jeden Geschmack etwas. Gerichte aus vielen Ländern können in diversen Restaurants probiert werden. Ganz besonders gut geeignet ist die Altstadt. Dort sind viele Restaurants zentral gelegen. Die Spilburg bietet weitere Restaurants an (Zu erreichen mit der Buslinie 12 oder 312). Das Café Schauinsland Wetzlar bietet eine gute Aussicht über ganz Wetzlar und ist besonders für diese zu empfehlen.

[bearbeiten] Ausgehen

[bearbeiten] Unterkunft

Jugendherberge Wetzlar, Richard-Schirrmann-Strasse 3, 35578 Wetzlar, Telefon 06441-71068, eMail wetzlar@djh.de

[bearbeiten] Klarkommen

[bearbeiten] Kommunizieren

[bearbeiten] Weiter geht's