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Weilburg

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Oberhessen : Weilburg
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Weilburg
Lage
Lage von Weilburg
Weilburg
Weilburg
Kurzdaten
Bevölkerung: 14.178
Fläche: 57,45 qkm
Höhe über NN: 152 m ü. NN
Koordinaten: 50° 28' 59" N, 8° 15' 0" O 
Vorwahlnummer: 06471
Postleitzahl: 35789
Zeitzone: MEZ
Sommerzeit: +1
Website: offizielle Website von Weilburg
Website: Fremdenverkehrsamt
Im Notfall
Notruf: 110
Polizei: 110
Feuerwehr: 112




Weilburg ist eine Stadt an der Lahn in Mittelhessen. Sie liegt auch am Lahn-Camino, dem Jakobsweg von Marburg bis Lahnstein.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund[Bearbeiten]

Zum ersten Mal wurde Wilineburch im Jahr 906 in der Chronik des Abtes Regino von Prüm erwähnt. Der Felskegel an der Lahnschleife muss sich aber schon früher zum Bau einer Befestigungsanlage geeignet haben, wahrscheinlich war die Stelle des heutigen Schlosses mit einem fränkischen Kastell nach römischem Vorbild bebaut.

Der in Wilineburch geborene Konrad wurde 911 von den Herzögen zum König gewählt und gilt als der Begründer des Deutschen Reiches. Er gründete 912 eine Kirche und Abtei zum Andenken an seinen Vater, der in der Festung bestattet wurde. Im Jahre 918 erlangt die Wilineburch überragende geschichtliche Bedeutung. Nach dem vergeblichen Versuch, die auseinanderstrebenden Stämme des Reiches wieder zu einigen, lässt König Konrad I. von seinem Sterbelager aus die Kroninsignien seinem härtesten Widersacher, dem Sachsenherzog Heinrich Vogler überbringen (Weilburger Testament). Kaum drei Generationen sind vergangen seit der Unterwerfung der Sachsen durch Karl den Großen, dem Franken. Dass der Bruder König Konrads, Herzog Eberhard, zum Verzicht auf die Königskrone bereit ist und das Volk der Franken bewegen kann, der Wahl des Sachsenherzogs zum deutschen König zuzustimmen, muss als eine menschliche und politische Leistung ersten Ranges gewertet werden.

Bis 1062 wurde die Stadt nach und nach an das Bistum Worms verschenkt. 1225 verpfändet der Bischof von Worms die Stadt an das Haus Nassau. Nassau kaufte 1294 die Stadt und die Burg und Weilburg erhielt 1295 die Stadtrechte. Graf Johann I. Von Nassau machte Weilburg 1355 zu seiner Residenz, erneuerte die Burg und befestigte die Stadt. Weilburg wurde in den nächsten Jahrhunderten maßgeblich durch das Haus Nassau geprägt. Zwischen 1664 und 1719 erneuerte Graf Johann Ernst die Stadt, veränderte das Stadtbild und legte den Schlosspark an. Damit wurde Weilburg zu einem Beispiel einer deutschen Kleinresidenz des Absolutismus, das noch heute weitgehend erhalten geblieben ist. Erst im Jahr 1817 verlegte Herzog Wilhelm die Residenz nach Biebrich.

Anreise[Bearbeiten]

Auto[Bearbeiten]

Weilburg liegt an der B 49 zwischen Limburg und Wetzlar und der B 456 von Frankfurt bzw. Bad Homburg in Richtung Norden. Von Limburg oder Wetzlar sind es jeweils rund 30 km, von Bad Homburg etwa 40 km.

Bahn[Bearbeiten]

Mit der Bahn ist Weilburg über Limburg und Wetzlar gut zu erreichen. Weilburg ist Bahnstation an der Lahntalstrecke, die Züge fahren mindestens alle 60 Minuten.

Bus[Bearbeiten]

Weilburg ist dem Rhein-Main-Verkehrsverbund angeschlossen und leicht von Frankfurt und dem Umland zu erreichen. Der Weiltalbus befördert auch Fahrräder und verbindet Weilburg mit der Hohemark in Oberursel.

Fahrrad[Bearbeiten]

Der Lahntalradweg führt durch Weilburg.

Mobilität[Bearbeiten]

Durch den Rhein-Main-Verkehrsverbund www.rmv.de ist Weilburg mit allen umliegenden Orten regelmässig verbunden.

In der Kernstadt verkehrt ein City-Bus, der z.B. die Einkaufsbereiche und Schulen miteinander verbindet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Von Wetzlar auf dem Lahnhöhenweg zu Fuss kommend, sind Sie schon am Jagdschloss Windhof vorbeigegangen, das im 18. Jh. von Graf Johannes Ernst auf den Taunushöhen erbaut wurde und noch heute von der prunkvollen Geschichte Weilburgs zeugt. Ab 1927 wurde das Lustschloss als Schullandheim und heute dient es als Wohnheim für die Studierenden der staatlichen Techniker-Schule. Eine Besichtigung ist leider nicht möglich. Der Lahnhöhenweg führt dann durch ein Wohngebiet bis zur heutigen Frankfurter Straße.

Auf dem Weg hinunter zum Landtor passieren Sie die katholische Pfarrkirche und den Kalvarienberg, eine Kreuzigungsgruppe im Stil des 15. und 16. Jh. Gemeinsam mit der dahinterliegenden Heilig-Grab-Kapelle bildet die Gruppe eine religiöse und bauliche Einheit, entsprechend dem Jerusalemer Vorbild. Bei der Heilig-Grab-Kapelle handelt es sich um das älteste Weilburger Bauwerk. Wahrscheinlich errichtet unter Graf Johann Ludwig, der 1496 von einer Pilgerfahrt nach Jerusalem wohlbehalten zurückkam und den Kalvarienberg nach dem Vorbild der Passionsstätte in Saarbrücken (nicht mehr erhalten) in Auftrag gab. Die eingemeißelte Datierung 1505 auf dem Türsturz der Kapelle zeugt davon.

Sie sind noch auf der Taunus-Seite.

Auf dem Weg in die Altstadt hinein passieren Sie das klassizistische Landtor, von 1759 bis 1768 unter Fürst Karl Christian von Nasssau-Weilburg errichtet. Die lange Bauzeit erklärt sich durch Unterbrechungen, z. B. durch den Siebenjährigen Krieg. Links von Ihnen ist jetzt das alte Zuchthaus, später zur katholischen Pfarrkirche der wiederaufgebauten katholischen Gemeinde umgebaut.

Gleich auf der rechten Seite sehen Sie eine Treppe, die Sie nach oben in den Schlossgarten und zunächst zur unteren Orangerie (dem heutigen Schlosscafe) führt. Die Topographie Weilburgs machte es notwendig, den unter Graf Philipp III im 16. Jh. begonnenen Renaissance-Garten auf künstlich geschaffenen Geländeplateaus anzulegen. Zwei große Freitreppen führen weiter auf die obere Terrasse mit dem Lindensaal. Am Ende des Lindenbosketts erwartet Sie rechter Hand ein freier Blick über die Lahn und auf die Westerwaldseite Weilburgs. Linker Hand erblicken Sie die obere Orangerie. Ein Durchgang (Schild beachten) führt Sie durch das Hochschloss in den schönsten Renaissance-Hof Deutschlands.

Sie befinden sich jetzt im ältesten Teil des Gesamtkomplexes, der zwischen 1533 und 1572 im Renaissancestil erbaut und bis heute nahezu unverändert geblieben ist. Hier finden in jedem Jahr die weit über die hessischen Grenzen hinaus bekannten Weilburger Schlosskonzerte statt.

Eine Beschreibung des Schloss-Inneren würde den Umfang dieses Stadtrundganges sprengen, deshalb verweisen wir auf die Möglichkeit einer Schloss-Besichtigung oder auf die ganz hervorragend gestalteten Internet-Seiten von Rudi Müller unter www.weilburg-lahn.info. Nur eines sei erwähnt: Das Badezimmer mit fließendem kalten und warmen Wasser, ausgekleidet mit einer regionalen Besonderheit, dem Lahn-Marmor. Nicht nur das oben erwähnte Landtor ist aus Lahn-Marmor gebaut, auch das Empire-State-Building in New York oder der Moskauer Kreml wurden teilweise mit Lahn-Marmor ausgestattet. Dieser spezielle, polierbare Kalksandstein wird uns auf dem Weg entlang der Lahn noch weiter begleiten.

Wenn Sie aus dem Renaissancehof heraustreten und an der alten Wache vorbei gehen, erreichen Sie linker Hand nach wenigen Schritten die Schlosskirche. Die heutige Schlosskirche wurde unter Johann-Ernst von Nassau-Weilburg in den Jahren 1707 und 1708 gebaut. Durch einen besonderen Gang wurde sie mit dem Schloss verbunden. Die Fürstengruft unter einer Steinplatte vor dem Altar mit dem Wappen der Nassauer und Luxemburger ist im Besitz des Hauses Luxemburg und nur am Todestag von Herzog Adolph von Nassau am 17.11. der Öffentlichkeit zugänglich.

Baumeister Rothweil hat einen fast quadratischen Raum mit guter Akustik und freier Sicht auf die Kanzel und den Altar geschaffen. Die Stadt- und Landbevölkerung fand ihren Platz Parterre, während der Hof in Logen Platz nahm. Die Herrscherloge befindet sich gegenüber dem Altar. Der Innenraum ist relativ sparsam ausgeschmückt, Gestaltungselemente sind fast ausschließlich die Seitenwände, die klassisch-schlichten Stuckaturen und die Logen des Hofes.


Der Blick im Innenraum wird in erster Linie durch den von Anton Ruprecht gestalteten barocken Kanzelaltar ein-gefangen. Die Kanzel ist oberhalb des Altares errichtet und durch die Orgel (1903 von W. Sauer, Frankfurt/Oder geliefert) wird das Gesamtbild gekrönt.

Von der Schlosskirche gehen Sie die paar Schritte wieder zurück zum Schlossplatz und folgen, links abbiegend, der Neugasse bis hinunter zum Denkmal für die Gefallenen des Krieges 1870/71. In der außergewöhnlich breiten Neugasse gehen Sie vorbei an schmucken Fachwerkhäusern. In der Mauerstraße nach links finden Sie rechter Hand den Komödienbau und linker Hand das im Jahr 1780 errichtete Gymnasium, dessen Vorläufer eine im Jahr 1540 durch Graf Philipp III. gegründete Freischule war. Im weiteren Verlauf der Mauerstraße mit ihren klassizistischen Bauten sehen Sie noch das Rathaus (im Gebäude davor ist die Touristen-Info untergebracht) und hinter der kleinen Biegung das Gesellschaftshaus.

Hinter dem Denkmal führt eine Treppe hinunter zur Lahn. Hier können Sie sich nach links wenden, hinter dem Wohnmobil-Stellplatz das Rollschiff erreichen und an Sonn- und Feiertagen dort die mehr als 400 Jahre alte Fährverbindung auf die andere Lahnseite benutzen. Jeweils zwischen 14 und 17 Uhr (oder für Gruppen nach Vereinbarung) kostet das Übersetzen für Erwachsene und Fahr-räder 50 Cent, für Kinder 25 Cent.

Geradeaus sehen Sie den Ernst-Dienstbach-Steg, der bei den Weilburgern aber immer noch die "Kettenbrücke" heißt. Diese einstmals ganz aus Ketten bestehende, in Europa damals einzigartige Brücke, wurde 1784 für die Wasserversorgung des Schlosses errichtet. Hierüber führte die Wasserleitung, die aus einem Reservoir am darüberliegenden Kanapee gespeist wurde. Daher also auch das "fließende Wasser" im Schloss, welches bereits als Besonderheit des Schlosses Erwähnung fand.

Wir überqueren die moderne Brücke mit ihren durchbrochenen, alten Fundamenten und gelangen auf die Westerwaldseite. An dieser Stelle finden Sie den Wegweiser zur hoch gelegenen Jugendherberge. Aber auch, wenn Sie nicht in Odersbach übernachten wollen, sollten Sie diesem steil ansteigenden Pfad zum Kanapee und dem dort im 18. Jh. errichteten Kranentum (als Gerätehaus für die Wasserversorgung) folgen. Ein herrlicher Blick auf die Weilburger Altstadt und das Schloss belohnen Sie für die Mühen. Unter Glas ist hier oben auch ein Teil der alten Wasserversorgung mit Tonröhren freigelegt und kann besichtigt werden.

Hier endet unser kleiner Rundgang durch die nassauische Residenz, deren Geschichte mit der Ersterwähnung im Jahre 906 beginnt. Mit der Verlegung des Hofes nach Wiesbaden-Biebrich im Jahr 1816 verlor Weilburg an Bedeutung.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

  • Deutsches Baumaschinen Modellmuseum Gaudernbach, Brückenstraße 46, 06471 5020, [1]. Mittwochs 14:00 – 18:00 Uhr, Sonntags 9:30 – 12:00 Uhr. Eintritt frei.  edit

Bergbau und Stadtmuseum

Telefon: (0 64 71) 37 94 47 Fax: (0 64 71) 37 94 52

Öffnungszeiten:

April bis Oktober Di - Fr 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr Sa, So 10.00 - 17.00 Uhr

November bis März Mo - Fr 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr Letzter Einlass 16.30 Uhr

Kristallhöhle Kubach

Höhlenhaus 35781 Weilburg-Kubach Telefon / Fax: 06471 94000

Modellbau – Park

Hainallee 11 35781 Weilburg Tel.: 06471 629595

Schiffstunnel

Einziger Schiffstunnel Deutschlands Bauherr: Herzog Adolph von Nassau

Schloss

Öffnungszeiten: November bis Februar 10:00 bis 16:00 Uhr Führungen stündlich, letzte Führung 15 Uhr Täglich außer montags, Dauer ca. 50 min.

März bis Oktober 10:00 bis 17:00 Uhr Führungen stündlich und halbstündlich, letzte Führung 16 Uhr Täglich außer Montags, Dauer ca. 50 min.

Terrakottaarmee

Die größte Ausstellung der Terrakotta-Armee außerhalb der Volksrepublik China, die zugleich dauerhaft präsentiert wird.

Tiergarten Weilburg-Hirschhausen

Öffnungszeiten:

Der Tiergarten ist ganzjährig geöffnet ( Gaststätte montags Ruhetag ) im Sommer von 9.00 bis 19.00 Uhr im Winter von 9.00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit

Ballonfahrten

Bootsvermietung

Fahrradvermietung

Führungen

Historische Altstadtführungen in der Barocken Residenzstadt

Stadtführungen finden von Mai bis Mitte Oktober, jeden Samstag um 10.30 Uhr ab Tourist-Information, statt. Stadtführungen für Gruppen sind täglich nach Vereinbarung möglich. Treffpunkt für Gruppen-Stadtführungen nach Vereinbarung.

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Jeweils am Ortseingang von Norden und Süden kommend liegen Einkaufszentren mit Discoutern. In der Kernstadt finden Sie alle nur denkbaren Geschäfte, für den täglichen Bedarf gibt es einen kleinen "Tante-Emma-Laden" in der Marktstraße (durch das Landtor, erste Straße rechts).

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die Gaststätte "Zum Stadtpfeifer" bietet im rustikalen Ambiente eine gutbürgerliche Küche.

Zahlreiche weitere Restaurants und Gaststätten bieten in der Kernstadt gutbürgerliche deutsche und feine italienische Küche, Pizza, chinesisches und türkisches Essen.


Nachtleben[Bearbeiten]

Tommy's Sportbar, Mauerstraße 2 (direkt am Denkmal) bietet eine nette Umgebung und auch ein gutes Speiseangebot.


Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Jugendherberge Weilburg-Odersbach, Am Steinbühl, 35781 Weilburg, Tel: 06471/7116, Fax: 06471/1542, Ü/F ab 19 Euro, in der ersten Etage des Bahnhofes entsteht bis 2008 ein Biker- und Kanuten-Hotel, nähere Angaben sind noch nicht bekannt, Jugendzeltplatz, 4 Euro pro Person, Campingplatz Weilburg-Odersbach, ca. 4 km lahnabwärts

Weiter geht's[Bearbeiten]

Die hervorragend gemachten Internet-Seiten von Rudi Müller (www.weilburg-lahn.info) bieten eine Fülle von weiteren Informationen zu Weilburg gestern und heute.

Weblinks[Bearbeiten]

Varianten

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