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Wandern in Schottland

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Schottland : Wandern in Schottland
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Wandern und insbesondere das Bergwandern ist in Schottland ein Volkssport. Es bietet eine Möglichkeit dem Touristenstrom zu entgehen, Einheimische zu treffen, und grosse Teile des Landes zu erkunden die von den Strassen aus nicht sichtbar sind. Es gibt (fast) überall gut ausgestattete Wanderläden, und man kann davon ausgehen überall freundlich empfangen zu werden (oder sogar Tipps für die Wanderung zu bekommen).

Inhaltsverzeichnis

Sicherheit[Bearbeiten]

Bei aller Abgeschiedenheit ist das Wandern in Schottland sehr sicher. Die grösste Gefahr ist das Wetter: es kann praktisch jederzeit dichter Nebel aufziehen. Schnee und Sturm können auch zu jeder Jahreszeit und mit wenig Vorwarnung einsetzen. Folgendes ist zu bedenken:

  • Immer Karte und Kompass dabei haben. Man sollte immer sicher sein auch bei dichtem Nebel den Rückweg finden zu können.
  • Festes Schuhwerk ist ein Muss. Viele Wege sind sehr uneben und Turnschuhe bergen eine hohe Verletzungsgefahr.
  • Immer zusätzliche warme Kleidung dabei haben.
  • Immer Regenschutz dabei haben. Gore-Tex oder ähnliches ist zu empfehlen aber nicht zwingend. Man sollte nie kalt UND nass sein.
  • Sich vorher über den Wetterbericht informieren (aber sich nicht darauf verlassen!). Der Mountain Weather Information Service gibt detailierte auf Wanderer abgestimmte Wettervorhersagen heraus. Diese sind meistens an den Touristen Informationen und Jugendherbergen ausgehängt. Sturmwarnungen sind ernst zu nehmen.
  • Es ist sinnvoll ein Handy und die Nummer der Bergwacht dabeizuhaben. Allerdings besteht in weiten Teilen der Highlands kein Empfang (auf den Bergen eher als in den Tälern).

Rechtliches[Bearbeiten]

Im Hinblick auf Wandern wird in Schottland wenig rechtlich explizit geregelt, aber vieles de-facto erlaubt. Es gibt zwar kein Jedermannsrecht wie in Skandinavien, praktisch lässt sich aber kein grosser Unterschied feststellen. Prinzipiell ist Wandern in Schottland überall erlaubt (auch z.B. auf Weideland) solange kein Konflikt mit dem primären Nutzer des Landes entsteht. Grob bedeutet das, das man sich vernünftig verhalten soll: am Rand um Getreidefelder gehen, nicht mit Hund über Weiden mit jungen Schafen oder Kühen, und Schilder beachten die auf lokale Besonderheiten hinweisen (z.B. auf Wegen bleiben wo Vögel nisten). Wildzelten ist erlaubt, sollte jedoch ausser Sichtweise von Häusern und Strassen und nicht auf Weideland geschehen. Genaueres erfährt man aus dem Outdoor Access Code [1] (Links Recreational User->A-Z Guide).

Zu beachten ist, dass das meiste Brachland im Besitz von Jagdgütern ist, und man daher auf den etablierten Wegen bleiben soll, während gejagt wird. Jagdsaison ist grob von Juli bis Oktober. Genauere Informationen wann wo gejagt wird und was die etablierten Wege sind, werden normalerweise an den Einstiegspunkten der Wanderungen (Parkplätze o.ä.) angebracht, oder sind direkt vom zuständigen Jagdgut zu erfahren. Telefonnummern und weitere Informationen gibt es hier [2]

Routenvorschläge[Bearbeiten]

Ausgeschilderte Fernwanderwege[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu anderen Regionen gibt es in Schottland eher weniger ausgeschilderte Fernwanderwege. Die vorhandenen sind jedoch vor allem als Einstieg sehr zu empfehlen.

Liste (von Süden nach Norden):

  • Southern Upland Way ([3]): Portpatrick nach Cockburnspath. 340km. Von der irischen See zur Nordsee durch Hügelland. Sehr einsam. Teil des europäischen Fernwanderweges E2 [4].
  • West Highland Way ([5]): Von Milngavie (bei Glasgow) nach Fort William. 152km. Durch die Westlichen Highlands, von den Vororten Glasgows am Loch Lomond entlang, übers Rannoch Moor und am Ben Nevis vorbei. Spektakulärster der Fernwanderwege, sehr beliebt.
  • Speyside Way ([6]): Buckie nach Aviemore. 135km. Speyside gilt als "schottische Schweiz". Viele Wiskydistillen entlang des Weges.
  • Great Glen Way ([7]): Fort William nach Inverness. 117km. Die zweite Hälfte geht entlang des Loch Ness.

Alle diese Wege sind gut ausgeschildert und die Wanderwege sind von guter Qualität.

Andere Routen[Bearbeiten]

Es gibt viele traditionelle Wanderwege in Schottland die nicht oder nur teilweise beschildert sind, und bei denen auch die Qualität des Weges sehr unterschiedlich sind. Stellenweise kann kein Pfad sichtbar sein, die Orientierung muss dann mit Kompass und Karte erfolgen. Teils handelt es sich um traditionelle Viehtreiberrouten (Drove Roads - z.B. Lairig Ghru), teils handelt es sich um Routen neueren Datums (z.B. Einstiege um abgelegende Berge zu erreichen, die sich aber auch zu relativ flachen Wanderungen kombinieren lassen - The Great Wilderness ist ein Beispiel). Beschreibungen der Wege lassen sich in einschlägigen Wanderbüchern finden. Als Kartenmaterial ist die Landranger 1:50000 Serie des Britischen Ordnance Survey zu empfehlen. Nur in unübersichtlichem Gebirge sind die 1:25000 Karten von Nöten. Es ist zu bedenken dass auf den Ordnance Survey Karten nur solche Wanderwege eingetragen sind, die unterhalten werden und/oder auf Luftbildern deutlich als Wanderwege zu erkennen sind. Hier sollte ein Wanderführer bei der Routenplanung zu Hilfe genommen werden. Die Landranger Karten können unter [8] (bei geeigneter Auflösung) angesehen werden.

Als Wanderrouten zu empfehlen sind (als Auswahl)

  • Glen Tilt (von Blair Athol nach Braemar)
  • Lairig Ghru (von Braemar nach Aviemore)
  • Rannoch Moor (Einstiege in Bridge of Orchy, Kinloch Rannoch) man kann zum Loch Ossian (Corrour Station) und weiter durch das Glen Nevis nach Fort William oder die Lairig Leacach nach Spean Bridge wandern
  • Glen Affric (von Cannich nach Shiel Bridge)
  • The Great Wilderness (Fisherfield): das Gebiet zwischen Loch Maree und Little Loch Broom ist das grösste strassenlose Gebiet in Grossbritannien. Einstiege in Kinlochewe, Poolewe und Dundonnell.

Bergwandern[Bearbeiten]

Die schottischen Berge werden angesichts ihrer geringen Höhe (der höchste Ben Nevis ist 1314m hoch) häufig unterschätzt. Zu beachten ist jedoch, dass der Aufstieg meist auf Meereshöhe beginnt, und dass es kaum durchgehend gute Wanderwege gibt. Es gibt in Schottland 284 Berge über 3000 Fuss (914m) Höhe. Diese sind als Munros bekannt. Das Besteigen aller Munros ist ein schottischer Volkssport. Bisher haben knapp 3000 Leute alle Munros bestiegen. Ein Reiz der Munros ist, das (fast) alle (bis auf die berüchtigte inaccessible pinacle auf Skye) ohne Bergsteigerausrüstung zu besteigen sind. Für viele sollte man allerdings schwindelfrei sein. Aber auch abgesehen von den Munros gibt es in Schottland viele Berge und Bergketten, deren Erwanderung sich lohnt. Besonders beliebt sind

  • Torridon: Die Berge der Ben Eighe, Liathach und Ben Alligin Ketten.
  • Cullins: Im Süden Skyes. Gilt als Mekka der schottischen Alpinisten.
  • Glencoe: Die Berge an der Nordseite sind durch einen schwindelerregenden Grat verbunden, auf der Südseite gibt es versteckte Täler und den die Gegend dominierenden Bidean nam Bian.
  • Cairngorms: Zwischen Deeside und Speyside. Hochplateau mit tief eingeschnittenen Tälern.
  • Assynt: Nördlich von Ullapool. Einzelne Berge in teilweise bizzarren Formen. Trotzdem relativ problemlos zu erwandern.

Der Charakter der Berge ändert sich je nach Gegend. Grob dominieren im Südwesten (um Crianlarich) runde Berge mit breiten Flanken, im Südosten (Cairngorms und Grampians) Hochplateaus mit tiefen Tälern, während die Berge des Nordwestens häufig deutlich alpinen Charakter haben.




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