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Val d'Orcia

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Südeuropa : Italien : Toskana : Val d'Orcia
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Val d'Orcia ist ein Gebiet in der südlichen Toskana.

Orte[Bearbeiten]

Kapelle Santa Maria di Vitaleta bei San Quirico d'Orcia
  • Bagno Vignoni
  • Bagni San Filippo
  • Buonconvento
  • Campiglia d'Orcia
  • Castiglione d'Orcia
  • Montalcino
  • Montepulciano
  • Monticchiello
  • Pienza
  • Radicofani
  • San Quirico d'Orcia
  • Vivo d'Orcia

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Mit Val d'Orcia (Orcia-Tal) bezeichnet man das Gebiet zwischen Montalcino, San Quirico d'Orcia, Pienza und Radicofani.. Das flache und im Sommer fast ausgetrocknete Flußbett der Orcia durchzieht das Tal von Osten nach Westen, während die Via Cassia (SS2) das Tal von Norden nach Süden quert und die Hauptverkehrsader dargstellt.

Das Orcia-Tal ist eine landwirschaftlich genutzte Hügellandschaft. In den Senken und auf den lehmhaltigen Hügeln werden überwiegend Getreide und Sonnenblumen angebaut, auf den Hügelkuppen auch zunehmend Oliven. In der Gegend um Montalcino im Westen und Montepulciano im Osten des Tals dominieren Weinberge das Bild. Im Frühjahr sind die Hügel saftig grün mit roten Sprengseln des Klatschmohns, im Sommer golden von reifenden Weizen und den Sonnenblumen. Nach der Ernte im Sommer bis zum ersten Herbstregen ist das Orcia-Tal dagegen trocken und ohne Bewuchs. Durch die einzigartigen Schattierungen der Lehmhügel und dem von feinem Staub gefilterten Licht wirkt die Landschaft jedoch besonders jetzt einzigartig sanft, warm und harmonisch. Auf fast jedem Hügel steht ein Gehöft, früher Bauernhöfe, die dem kargen Gebiet das wenige abgerungen haben, was die Erde hergab, heute oftmals nur noch Ruinen oder aber luxuriöse Ferienanlagen. Dagegen bestimmen im Tal entlang der Via Cassia große landwirschaftliche Genossenschaftshöfe das Bild, die heute die Arbeit großflächig erledigen.

Die prägnante, wellenartige Hügellandschaft mit den vereinzelten und in Grüppchen oder Alleen stehenden Zypressen und den kleinen Landkirchen ist ein sehr häufiges Fotomotiv und wird oft fälschlich für das typische Gesicht der gesamten Toskana gehalten. Tatsächlich beschränkt sich dieses Landschaftsbild fast ausschließlich um die eng umrissene Region im Herzen des Val d'Orcia um San Quirico d'Orcia und Pienza. Im Hintergrund des Orcia-Tals erhebt sich im Süden aus dem Hügelmeer der üppig bewachsene und quellreiche Monte Amiata, ein erloschener Vulkan von 1738 m Höhe.

Lange Zeit bedeutete die Kargheit des Val d'Orcia Armut und harte Arbeit, kein Reisender hielt sich hier freiwillig auf. Populärer wurde das Orcia-Tal erst durch die Schilderungen von Iris Origo, einer Angloamerikanerin, die den Marchese Origo heiratete und mit ihm das Landgut La Foce (westlich von Chianciano Terme) herrichtete und bewirtschafteten ließ.

Inzwischen gibt es im Val d'Orcia sehr gute touristische Strukturen, ohne dass die Region jedoch überlaufen wäre. In den Städten gibt es noch alltägliches Leben und die Touristenströme halten sich in Grenzen.

Klima[Bearbeiten]


Das Klima ist sehr wechselhaft mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht.

Ab März sind die Tagestemperaturen sehr angenehm für Wanderungen und Besichtigungen, jedoch ist es mangels Wäldern oder höherem Bewuchs fast immer windig, eine Wind- und Regenjacke sollte immer mitgeführt werden. In der Nacht kann es im Frühjahr noch empfindlich kalt werden. Nach starkem Regen sollten unbefestigte Wanderwege gemieden werden, da die schwere tonhaltige Erde eisglatt wird und an den Schuhen klebt.

Anfang Mai wird es an sonnigen Tagen in den Hügeln sehr heiß, Tagestemperaturen über 30°C sind keine Seltenheit, im August sogar bis 40°C. Im Sommer ist es nur dank der dauerhaften leichten Brise auf den Hügeln halbwegs erträglich, wobei man von Wanderungen und Sport absehen sollte, da es kaum Schatten gibt.

Im September wird es wieder angenehmer, tagsüber ist es an Sonnentagen noch immer heiß, wobei schon ein kurzes Gewitter oft Temperaturstürze von über 15°C mit sich bringt. Auch in der Nacht kann es kühl werden, eine warme Jacke sollte man immer einstecken haben. Besonders an leicht bedeckten Tagen ist das Klima nun für Wanderungen ideal. Auch im Oktober ist es an Sonnentagen tagsüber sehr warm und lädt zum ausgiebigen Wandern, Biken und Erkunden ein, es kann jedoch auch sehr kühle, windige Tage geben, eine Windjacke ist angeraten. Im Ferienhaus ist ein Kamin nun sehr sinnvoll, um die abendliche Kälte zu vertreiben.

Im November und Dezember ist es an klaren Tagen noch warm genug, um draußen zu sitzen. Durch die häufigeren Regenfälle wird das Wandern jedoch erschwert. In den Städten gibt es kaum noch Touristen, allerdings haben viele Museen und Kulturstätten nur sehr eingeschränkt geöffnet. In der Nacht und an wolkigen oder regnerischen Tagen kann es empfindlich kalt werden. Viele Ferienunterkünfte sind nicht ausreichend gedämmt und ausgesprochen fußkalt, deswegen sind warme Haussachen und Nachtwäsche trotz Heizung dringend angeraten.

Im Januar und Februar kann es auch tagsüber sehr kalt sein, auch wenn es nur selten Frost gibt. Besonders unangenehm ist der schneidende Wind. Wer Urlaub in dieser Jahreszeit plant, sollte gut ausgerüstet reisen und eine beheizbare Unterkunft innerhalb einer Ortschaft suchen. Einzelne Ferienhäuser auf den Hügeln sind in der Regel trotz Heizung kaum bewohnbar. Die Städte sind jetzt so gut wie ausgestorben und die Toskana zeigt nun ihr anderes, raueres Gesicht.

Sprache[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Pkw, von Norden kommend:

Über die A1 (E35) bis Val di Chiana / Bettolle, dann Richtung Torrita di Siena und weiter nach Pienza.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Bagno Vignoni ist ein gepflegter, kleiner Kurort im zentralen Val d'Orcia mit einer schönen Aussicht über das Tal. Einzigartig ist die zentrale Piazza, ein großes Natursteinbecken, in das Thermalwasser quillt. Bis in die achtziger Jahre durfte man dort kostenlos baden, heute stehen dafür mehrere Thermalbäder zur Verfügung.

Das neueste und größte Bad in Bagno Vignoni ist dem Hotel Adler Thermae angeschlossen und so geschickt in die Hügel oberhalb des Städtchens eingefügt, dass man es kaum bemerkt. Leider steht es nur Hotelgästen zur Verfügung. Das Thermalbecken des Hotels Posta Marcucci ist zwar bescheidener, doch steht es auch Tagesgästen offen und entschädigt mit einer schönen Aussicht über das Tal. Hotelgästen steht auch ein überdachtes Becken zur Verfügung, die Tagesgäste müssen im Freien baden.

Natürliches Thermalbecken unterhalb des Kurortes Bagno Vignoni

Das Thermalwasser fließt von dem zentralen Becken über kleine Kanäle durch den archäologischen Park am Ortseingang, gleich neben dem Parkplatz. Dort kann man die Ruinen einer alten Mühle und eines antiken Thermalbades besichtigen und ein Fußbad nehmen. Über eine etwas versteckte Treppe geht es im Zick-Zack den Hang hinunter zur Orcia und zu weiteren Überresten von Mühlen, außerdem liegt einige Meter unterhalb des archäologischen Parks ein flaches Thermalbecken mit feinem, weißen Schlamm, wo man kostenlos baden kann. Das Wasser ist hier bereits abgekühlt und nur noch lauwarm, an warmen Frühlings- oder Herbsttagen reicht die Temperatur zumindest für ein kurzes Bad mit Schlammpeeling aus, im Sommer ist das Baden angenehm erfrischend.

Bagni San Filippo ist, wie der Name verrät, ebenfalls ein Thermalkurort, jedoch weniger bekannt und kleiner als Bagno Vignoni. Der Ort liegt am Fuße des Monte Amiata, unmittelbar an der Via Cassia. Auf der Straße zwischen Campiglia d'Orcia und Bagni San Filippo kann man die Klause des Heiligen in einer Höhle besichtigen, die heute als Kapelle dient. Der Ort selbst ist etwas verschlafen und unspektakulär. Das kleine Kurhotel Terme San Filippo stellt sein einige Meter außerhalb des Ortes gelegenes Thermalbecken auch Tagesgästen zur Verfügung. Das Bad besteht neben den Umkleiden, Duschen und der einfachen Bar nur aus einem schlichten, unüberdachten Warmwasserbecken mit einigen Liegen sowie einer Naturdusche, wo das sehr heiße Wasser dem Berg entspringt.

Folgt man am Ortseingang von Bagni San Filippo der Ausschilderung Fosso Bianco ins Tal unterhalb des Thermalbades, gelangt man zu einer idyllischen Flußlandschaft mit einem beeindruckenden, weißen Sinterfelsen und einigen natürlichen Warm- und Kaltwasserbecken, wo man kostenlos das kalk- und schwefelhaltige Thermalwasser nutzen kann und sogar eine warme Nackenmassage in Anspruch nehmen kann. Bei langen Haaren ist eine Badekappe angeraten, die Haut freut sich über ein Peeling mit dem weißen Schlamm. Achtung: Kalk und Schwefelduft sind nur schwer wieder aus den Badesachen zu bekommen, am besten auf ältere Badesachen zurückgreifen.

Das Dorf Campiglia d'Orcia klebt an einem Felsen zwischen dem Orcia-Tal und dem Monte Amiata. Auf dem Felsen gibt es einen Aussichtspunkt, von dem aus man ein spektakuläres Panorama über das Val d'Orcia hat. Das Dorf bietet Touristen nicht mehr als alltägliches Leben mit ein paar Läden und sehr gastfreundliche Bewohner, ist dadurch jedoch besonders charmant.

Einige Kilometer von Campiglia liegt das Dorf Vivo d'Orcia, wo man schon an der üppigen Vegetation den Übergang zum Monte Amiata bemerkt. Pittoreske, bewirtschaftete Maronenhaine, einige Quellen, der Fluß Vivo mit kleinen Wasserfällen und ein sehr malerisch an einem Waldteich gelegener Picknick-Platz mit Grillstelle machen das Dorf zu einem lohnenden Ausflugsziel oder Rastplatz für Wanderungen. Im kleinen Coop am Orteingang kann man alles für eine Brotzeit kaufen.

Stiftskirche La Collegiata in San Quirico d'Orcia

San Quirico d'Orcia ist trotz seines sehenswerten Stadtkerns und der verkehrsgünstigen Lage an der Via Cassia relativ wenig von Touristen besucht. In der Via dei Fossi unterhalb der Stadtmauer gibt es reichlich Parkplätze und Treppen führen hinauf zu dem Rundweg entlang der Stadtmauer mit den malerischen Türmen und gepflegten Häusern. Die Altstadt ist verkehrsberuhigt und lädt zu einem Aufenthalt ein. In der Hauptstraße, der Via Dante, gibt es alles für den alltäglichen Bedarf sowie einige Delikatessenläden mit ähnlichem Sortiment wie in Pienza, jedoch ein wenig günstiger. In einem sehr guten Gemüse- und Lebensmittelladen mit einer freundlichen Besitzerin kann man sich mit den regionalen Produkten eindecken, auch den heimischen Safran kann man hier kaufen. Schräg gegenüber wartet ein charmant chaotischer Tuttocasa auf Kunden, eine gute Adresse für ausgefallene Kochuntensilien zum kleinen Preis. Der zentrale Platz ist die Piazza della Libertá, wo man sich ein Eis in der Bar gönnen und auf einer der Bänke ausruhen kann. Einige Meter weiter wartet der Palazzo Chigi (17. Jahrhundert) mit wechselnden Ausstellungen auf Besucher. Daneben steht die beeindruckende Kirche La Collegiata mit kunstgeschichtlich sehr interessanten Portalen, deren Symbolik an frühe Landkichen erinnert. Der Hauptbau ist romanisch, der Turm wurde erst später hinzugefügt. Hinter der Kirche gibt es einen lauschigen Platz im Schatten von mächtigen Zypressen. Ebenfalls zu einer Rast lädt der Barockgarten Horti Leoni ein. Man betritt ihn durch ein Portal aus Steineichen von der Piazza della Libertá. Im Herbst gibt es eine jährlich wechselnde Kunstaustellung im Garten. Etwas weiter oben stößt man in einem Wäldchen auf die Ruinen der ehemaligen Burganlage und gelangt von hier aus wieder hinab in einen schmucken, kleinen Rosengarten. Von dort sind es nur wenige Meter zur Via Dante und durch einen Innenhof zum Ospedale della Scala, einem mittelalterlichen Hospital, das heute als Wohnhaus genutzt wird.

Außerhalb des Altstadtkerns von San Quirico hat sich die Neustadt ausgebreitet, wo man einen Coop und Geschäfte für den täglichen Bedarf sowie verschiedene Bars und Restaurants findet. Im Tal auf der anderen Seite der Via Cassia liegt das kleine Gewerbegebiet Le Fornacci, wo sich einige namhafte Keramik- und Terracotta-Produzenten angesiedelt haben. Von hier aus gelangt man auch zu der wohl meistfotografierten Kapelle der Umgegend, Santa Maria di Vitaleta, auf die man allerdings von der Straße von San Quirico nach Pienza eine bessere Aussicht hat. Ebenfalls ein sehr beliebtes und weltweit bekanntes Fotomotiv ist die Zypresseninsel: in San Quirico auf die Via Cassia in Richtung Norden (Montalcino) fahrend, sieht man das prototypische Motiv nach einige Kilometern auf der linken Straßenseite. An der Straße gibt es inzwischen Parkbuchten für einen Fotostopp, die allerdings oft von Reisebussen blockiert sind.

Blick auf die Piazza Pio II. in Pienza

Pflicht ist ein Besuch in Pienza. Nicht nur aus kunstgeschichtlichen Aspekten ein lohnender Besuch, auch dem Gourmet wird hier einiges geboten. Einstmals war Pienza nur eine Dorf und hieß Corsignano, bis Papst Pius II. aus dem sieneser Geschlecht der Piccolomini, der hier geboren und getauft wurde, entschied, aus dem Dorf eine Planstadt zu machen, welche die "Perle der Renaissance" werden sollte. Heute erinnert besonders der zentrale Platz Piazza Pio II. an das Projekt, hier stehen dicht gedrängt der Palazzo Piccolomini, der Palazzo Borgia, der Dom Santa Maria Assunta und das Rathaus, alles entworfen von dem bekannten Renaissance-Baumeister Rosselino. Da der naturgegebene Platz auf dem Felsen begrenzt war, versuchte man, mit einem optischen Trick den Platz größer erscheinen zu lassen, Schautafeln erläutern den Trick. Sowohl der Dom als auch der Palazzo Piccolomini sind teilweise über den Abgrund gebaut, der Garten des Palazzo ist sozusagen hängend gebaut worden, was besonders eindrucksvoll von der unterhalb der Gebäude verlaufenden Straße ersichtlich ist. Von der Piazza gelangt man links vom Dom auf eine kleine, herausgeputzte Promenade entlang der Stadtmauer, von wo man eine umwerfende Aussicht über das Val d'Orcia hat und spektakuläre Sonnenuntergänge beobachten kann. Die zentrale Einkaufsstraße durch die enge Altstadt ist der Corso Rosselino, wo sich diverse Delikatessenläden, Bars und Souvenirläden aufreihen. Im Sommer ist der Geruch des allgegenwärtigen Pecorino umwerfend, hier bekommt man alle möglichen (und unmöglich) Variationen des Schafskäses, aber auch sehr gute Weine und andere typische Lebensmittel des Val d'Orcia. Am ersten Wochenende im September findet die Festa del Cacio (Käsefest) statt, dessen Höhepunkt das Käse-Spiel ist, bei dem die Contrade (Stadtteile) gegeneinander Käse über den Platz in eine Zielscheibe rollen.

Ein schöner Spaziergang kann von Pienza aus über die lebhafte, begrünte Piazza Dante gemacht werden und dort linker Hand hinunter zur Pieve di Corsignano, der schlichten romanischen Kirche, wo Silvio Enea Piccolomini, der spätere Papst Pius II., getauft wurde. In die schöne Tuffsteinkirche und auf den ruhigen Platz mit der Quelle davor verirren sich bisher nur wenige Touristen. Von hier führt ein Feldweg, die Via delle Cisterne, an einigen Quellen vorbei und lockt zu einem entspannenden Spaziergang mit Blick auf den Monte Amiata.

Unweit des Dorfes Castelnuovo dell'Abate liegt das Benediktiner-Kloster Abbazia Sant'Antimo. Die romanische Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert und beeindruckt von außen durch ihre Größe ebenso wie durch die idyllische Lage in einem kleinen Nebental mit silbrig schimmernden, knorrigen Olivenbäumen und einer einzelnen Zypresse, die fast so hoch ist wie der Kirchturm. Die Kirche wurde aus dem fast lebendig wirkenden, warm-sandfarbenen Travertin erbaut, der schlichte, hohe Innenraum ist durch ornamentverzierte Säulen gegliedert und sonst nur wenig geschmückt. Während der Messe pflegen die Mönche den Brauch der gregorianischen Gesänge. Um das Kloster gibt es zahlreiche, gut ausgeschilderte Spazier- und Wanderwege.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Im Frühjahr und Herbst kann man schöne Wanderungen durch das Orcia-Tal unternehmen. Allerdings gibt es wenig Schatten, das Wandern kann so an heißen, sonnigen Tagen beschwerlich werden. Zudem sollte man immer eine Wind- und Regenjacke dabei haben (siehe auch "Klima"). Landkapellen, alte Orte und Burgruinen sind willkommene Abwechslungen bei Wanderungen, von den Hügelkuppen kann man oft das gesamte Tal überblicken. Etwas schattiger ist eine Wanderung entlang der Orcia. An kühlen Tagen können die wandermüden Glieder in Bagno Vignoni oder Bagni San Filippo nach der Tour im warmen Thermalwasser entspannt werden.

Ebenfalls sehr beliebt ist der Radsport, sowohl mit dem Rennrad als auch mit dem Mountain-Bike. Die Steigungen sind selten sehr steil, können sich jedoch hinziehen. Auch hier gilt zu beachten, dass es wenig schattige Strecken gibt, an sonnigen Sommertagen ist von Sport abgeraten. Im Hochsommer ist ein Ausflug mit der Vespa angenehmer als selbst zu strampeln, der Fahrtwind macht die hohen Temperaturen erträglicher. Es gibt einige Vespa- und Fahrradverleihe in Siena und Montalcino. Oft bieten auch Agritourismus-Betriebe oder Hotels Leihräder an, eine Vespa kann man gelegentlich auf Anfrage auch bei Piaggio-Werkstätten ausleihen.

Besonders am Fuß des Monte Amiata (z.B. in Campiglia d'Orcia) gibt es einige Reitställe, oft werden auf den Pferdehöfen auch Gästezimmer oder Ferienwohnungen angeboten.

Ein beliebtes Ausflugsziel ist das Orcia-Tal für (Hobby-)Fotografen. Viele Motive sind zwar schon tausendfach fotografiert, aber einzigartige Licht- und Schattenspiele der pittoresken Hügellandschaft stellen immer neue Herausforderungen an den Fotografen.

Da das Tal nicht sehr dicht besiedelt ist, ist es ideal für einen entspannenden, ruhigen Urlaub, wobei viele kulturelle Höhepunkte mit dem Pkw schnell erreichbar sind.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die Küche des Val d'Orcia ist von der cucina povera, der armen Küche, geprägt.

Einfache Zubereitungsarten mit den Wild- und Gartengemüsen der Saison, Polenta (Maisgrieß), Brot, Pasta und haltbare Wurst- und Fleischwaren sind die Grundzutaten der Region, hinzu kommen Huhn, Hase oder Kaninchen und Wildvögel wie Fasan und Rebhuhn, in der feuchten Jahreszeit sammelt man gern Schnecken.

Die Hauptrolle spielt der Pecorino (oder einfach cacio: Käse), ein junger, schnittfester bis hartgereifter Käse aus Schafsmilch sowie das Nebenprodukt der Käsereien, die frischkäseartige Ricotta, die wunderbare Nudelfüllungen ergibt und der seltenere, quarkähnliche Raviggiolo, der nur wenige Tage haltbar ist und z.B. mit einer regionalen, würzigen Honigsorte angerührt ein leichtes Dessert ergibt.

Jeder Pecorino variiert nach Weidegrund, Hersteller und Reifegrad. Einige Beispiele:

Sehr junger Pecorino hat keine Rinde, er hat einen leicht quarkigen bis schnittfesten Teig und schmeckt frisch, je nach Hersteller angenehm süß-aromatisch bis leicht säuerlich. Junger Pecorino ist für den baldigen Verzehr gedacht und schimmelt rasch an den Schnittstellen, er muss kühl und luftig gelagert werden. Oft wird er z.B. mit Walnüssen, Trüffeln, Rauke oder auch Safran verarbeitet und ist delikat als Vorspeise oder kleine Mahlzeit.

Pecorino mittlerer Reifegrade hat einen cremig-festen Teig und schmeckt angenehm frisch, süß und aromatisch nach Kräutern. Er hat eine hell-beige bis dunkelgraue Rinde, wenn er mit Olivenöl oder -trester abgerieben wurde oder die Rinde ist orange bis hellrot, wenn er mit Tomatenmark eingerieben wurde. Es gibt eine große Anzahl Varianten, z.B. mit Trüffeln, Peperoncini, Pfeffer usw. Der leicht gereifte Pecorino hält sich als Laib einige Monate, angeschnitten mindestens zwei Wochen.

Reifer Pecorino hat eine feste bis sehr harte, braune oder schwarze Rinde oder wird z.B. unter feiner Asche oder ubriaco, d.h. "betrunken" in Traubentrester oder in würzig-scharfen Trockenkräutern gelagert. Er hat einen festen bis fein-krümeligen, von winzigen Luftbläschen durchzogenen Teig und ist aromatisch-süß und dezent gesalzen. Die Laibe halten sich viele Monate, Stücke bei geeigneter Lagerung mehrere Wochen. Manchmal wird der reife Pecorino stückchenweise in Olivenöl mit Kräutern eingelegt, um ihn noch haltbarer und würziger zu machen.

Wichtige Tipps für Transport und Lagerung von Pecorino:

Heute bieten fast alle Läden an, den Käse am Laib oder in Stücken einzuschweißen (sotto vuoto). Das Einschweißen ist zwar hygienisch, doch der Haltbarkeit nicht immer zuträglich, da oft nicht richtig vakuumiert wird oder die Verschweißung nicht dicht ist und der Käse im Plastik schwitzt und rasch schimmelt. Zudem muss der Käse eingeschweißt lückenlos gekühlt werden, sonst schwitzt er innerhalb der Verschweißung Fett und Wasser aus und nimmt eine strenge Ammoniaknote an. Fertig eingeschweißte Stücke aus dem Supermarkt (wo es auch hochwertige Sorten gibt) sind den schnell im Laden eingeschweißten Stücken vorzuziehen, bei letzteren sollte man sehr genau das Vakuum prüfen und undichte Stellen suchen und die Verschweißung ggf. sorgfältiger wiederholen lassen. Zudem wird die dicke Plastikfolie in der Regel nach dem Einschweißen mitgewogen und teuer bezahlt.

Gereifter Pecorino sollte niemals eingeschweißt werden, ebenfalls trocken eingelegte Laibe (unter Asche oder Kräuter), da er im Vakuum nicht mehr atmen kann und nicht nachreift, sondern in Konsistenz und Geschmack abbaut. Man transportiert Laibe am besten in Papier (ohne Plastikbeschichtung) und Stücke in Wachspapier, notfalls in plastikbeschichtetem Papier, das nachher hedoch entfernt werden sollte. Ganze Laibe müssen nur leicht gekühlt werden und eignen sich auch für eine längere Heimreise. Die Lagerung sollte luftig zwischen 9° und 15°C erfolgen, also am besten im Keller oder einem Weinklimaschrank. Die Laibe nicht direkt aufeinander lagern, sondern durch Bastmatten o.ä. getrennt. Ein kleines Problem bei reifen Sorten sind Käsemilben, die mit dem blanken Auge nicht sichtbar sind, aber sich bald durch staubfeinen Abrieb der Rinde bemerkbar machen. Der Laib sollte daraufhin mit einer festen Wurzelbürste gründlich abgebürstet werden und dann dünn mit wenig Olivenöl abgerieben werden, ebenso sollten alle Laibe in direkter Nähe behandelt werden. Das kann bei Bedarf nach einiger Zeit wiederholt werden. Die Milben fressen sich nur sehr langsam voran, können jedoch nach drei, vier Monaten die Rinde soweit zersetzt haben, dass der Käse ungeschützt ist und sich Schimmel bilden kann oder der Käse austrocknet. Die Olivenölschicht tötet die Milben und bildet eine natürliche Schutzschicht.

Zunehmend spielt der Anbau von Oliven eine wichtige Rolle, die hochwertigen Olivenöle aus dem Orcia-Tal sind samtig, duften fruchtig-würzig und schmecken frisch und leicht pikant. Viele Bauern setzen auf den biologischen Anbau. Um San Quirico d'Orcia wird außerdem Safran angebaut oder wild gesammelt.

Um Montalcino werden herausragende Honigsorten hergestellt, z.B. von Thymian, Rosmarin, Süßklee, Sonnenblume, Lavendel und Heidekraut; eine regionale Spezialität ist der bitter-würzige Erdbeerbaumhonig (corbezzolo), der seinen hohen Preis lohnt und nachweislich sehr gesund ist (leberreinigend, blutdrucksenkend). Feine Konfitüren aus Wildsammlung (Klatschmohn, Schlehen, Erdbeerbaum, Brombeeren, Feigen etc.) ergänzen das Nahrungsangebot.


Spezialitäten:

Pici (auch: pinci), eine Art dickere, handgerollte Spaghetti aus dem heimischen Weizen, z.B. als Pici alle Bricciole (Pici mit Brotkrümeln) serviert, ein sehr einfaches, aber pikantes Gericht.

Picchio Pacchio, ein eindickter Eintopf aus trockenem Brot, Tomaten und Zwiebeln mit gestockten Eiern.

Rivolti con Ricotta, Pfannkuchen mit einer Füllung aus vorgegartem Suppengemüse, Spinat und Ricotta und in der üppigeren Variante zusätzlich mit Rindfleisch, Salsicce (Hartwürsten) und Schinken, im Ofen mit Käse überbacken.

Buristo, eine Art Blutwurst aus Schweineköpfen (Zunge, Ohren etc.) mit Speck im Schweinemagen gekocht und mit Zwiebeln serviert.

Biscotti (Kekse) in verschiedenen Ausführungen aus dem heimischen Getreide, oft mit den lokalen Honigsorten gesüßt, sind eine Delikatesse. Erwähnenswert sind die Ossi di Morto (Gebeine der Toten), die frisch mürbe schmecken, jedoch bald hart werden. Die Brutti ma Buoni (Häßliche, aber Gute) sind mit Haselnüssen und einer Prise Kaffee gebacken. Cavalucci sind würzige Hartkekse mit Walnüssen, Anis und Orangeat.

Fagioli (Bohnenkerne): Besonders beliebt sind die braun gemusterten Borlotti-Bohnen oder die violett-schwarzen Feuerbohnen, exklusiver die kleinen, hellen Zolfini oder die schwarzgefleckten Augenbohnen. Auch Kichererbsen und Platterbsen werden gern gegessen. Die Bohnen werden traditionell in einer Flasche oder einem Tontopf langsam bei niedriger Temperatur gegart und als Beilage gereicht.

Baccalá (Stockfisch): Der in Salz konservierte Fisch war vor Einführung der Kühltechnik im Inland der einzige haltbare Seefisch und wird hier immer noch sehr gern gegessen. Man weicht ihn ein bis zwei Tage in kaltes Wasser ein, das häufig gewechselt werden muss, und gart ihn z.B. in Tomatensoße. Guter baccalá ist zart und schmeckt aromatisch ohne aufdringlichen Fischgeschmack.

Nachtleben[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Weiter geht's[Bearbeiten]

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