Transsibirische Eisenbahn

Aus Wikitravel

Russland : Transsibirische Eisenbahn
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Transsibirische Eisenbahn
Die Transsibirische Eisenbahn
Dieser Artikel ist eine Reiseroute.

Die klassische Transsibirische Eisenbahn (kurz Transsib) führt von Moskau nach Wladiwostok. Weitere oft gereiste Strecken die unter dem Namen bekannt sind, sind die Trans-Mandschurische und die Trans-Mongolische, welche beide in Peking enden. Die BAM (Baikal-Amur-Magistrale) welche in Taischet von der Transsib abzweigt und nördlich am Baikalsee vorbei zum Pazifik führt. Richtungsangaben in diesem Artikel sind immer als "von Westen nach Osten" zu verstehen. Links verweisen oft auf englische Seiten.

Transsibirische Eisenbahn auf dem Weg nach Novosibirsk
Transsibirische Eisenbahn auf dem Weg nach Novosibirsk

[bearbeiten] Hintergrund

Die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn ist wohl eins der letzten noch existierenden Abenteuer. Schon die westlichen Großstädte Sankt Petersburg und Moskau können vielen von uns bereits fremd erscheinen. Doch das was danach kommt steht in keinem Vergleich dazu. Je weiter man nach Osten kommt, umso größer scheint die Armut und die Städte werden immer puritanischer. Und auch das Aussehen der Menschen ändert sich langsam zum asiatischen Erscheinungsbild.

Ein Highlight ist dabei Ulaan Baatar. Eine Hauptstadt, in der teilweise in Jurten gelebt wird. Und ein Tag später folgt die architektonische Hochkultur China.

Am meisten Leute lernt man aber im Zug kennen. Vor allem für Individualreisende ist die Chance sehr hoch, dass man mit Einheimischen im Abteil ist. Die herzliche Art dieser Menschen möchte ich aber hier nicht beschreiben, macht diese herrlich herzliche Erfahrung einfach selbst.

[bearbeiten] Geschichte

Schon im alten Rom gab es die Redewendung: „Der Weg ist das Leben“. Dieses Wort paßt auch auf die längste Eisenbahn Russlands – die Transsibirische Eisenbahn, die sich mit einer Länge von 9 288 km zwischen Moskau und dem am Pazifik gelegenen Wladiwostok erstreckt. Der Bau begann im Mai 1891 in der Nähe von Wladiwostok. Die Bauarbeiten (1891 – 1901) sind eine Heldentat des russischen Volkes: innerhalb von 10 Jahren errichtete man mehr als 7 000 km Eisenbahnanlagen – bei keiner anderen Eisenbahn geschah derlei in solchem Tempo. Und das trotz all der Bergrücken, Moore und Schluchten, trotz Frostboden, undurchdringlicher Taiga und gewaltigen sibirischen Flüssen, die es zu überwinden galt. Alles geschah mit einfachsten Mitteln: Spitzhacke und Schaufel. Geschick und Ausdauer der russischen Ingenieure und Arbeiter brachten das Wunder dieses Eisenbahnbaus zustande.

Nach Fertigstellung der Eisenbahn, deren Gesamtstrecke 9 288,2 km misst, schrieb die Pariser Zeitung „La France“: „Nach der Entdeckung Amerikas und dem Bau des Suezkanals kennt die Geschichte kein anderes Ereignis, das so große direkte und indirekte Konsequenzen hätte wie der Bau der transsibirischen Eisenbahn“.

Die Route der Transsib reicht vom Moskauer Jaroslaw-Bahnhof nach Wladiwostok. Diese Strecke umfaßt 2 Kontinente, 16 große Flüsse, 6 Föderationsstaaten und fast 100 Städte . Bis heute sind die Brücken über die Flüsse Amur, Jennisej und Ob einzigartig – sie sind die größten des Kontinents. Insgesamt hat die Strecke 485 Brücken.

Die neue Magistrale hat Russland verändert. Die Anbindung an die Eisenbahn bewirkte einen Aufschwung der Wirtschaft in Sibirien und Fernost, und massive Zuwanderung in diese Regionen. Städte, die an der Eisenbahn lagen, wuchsen, wurden schöner und große Industriestädte: Novosibirsk, Krasnojarsk, Irkutsk, Habarovsk und Wladiwostok.

Die Transsibirische Eisenbahn ist die Hauptachse des russischen Eisenbahnnetzes und das Verbindungsglied des asiatischen und des europäischen Bahnnetzes.

Eisenbahnbrücke der Transsibirischen Eisenbahn über den Kama in der Nähe von Perm
Eisenbahnbrücke der Transsibirischen Eisenbahn über den Kama in der Nähe von Perm

[bearbeiten] Vorbereitung

[bearbeiten] Alleine oder in einer Gruppe?

Ist man alleine unterwegs, ist dies die absolute Garantie, dass die Reise ein authentisches Abenteuer wird. Dazu kommt die Freiheit im ganz eigenen Tempo zu reisen und zu verweilen. Aber es lastet auch die gesamte Organisation auf einem selbst. Flug- und Zugbuchungen, Hotels finden und dann noch die Sehenswürdigkeiten suchen. Weiter ist es so gut wie unmöglich, einen Fahrschein am Bahnschalter zu kaufen, wenn man nicht über Russischkenntnisse verfügt. Wenigstens an den internationalen Ticketschaltern in Ulaanbaatar und Peking wird ein wenig Englisch gesprochen. Und dann sollte man noch darüber nachdenken, ob man es über Tage alleine nur mit russisch sprechendem Volk oder seinem einen (oder mehr) Reisepartner aushält.

Fahrscheine und Hotels kann man natürlich auch im heimischen Reisebüro buchen. Die Preise werden dann aber schnell exorbitant.

In der Gruppe fallen alle diese Probleme weg. Man muss nur bezahlen und dann zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Eine Gruppenreise ist etwa 30% teurer als wenn man sich selber organisiert. Dafür ist man dann an den Zeitplan der Gruppe gebunden und auch Interaktionen mit Einheimischen werden sich dann wohl auf das здравствуйте (Strasstwutje=höflich für hallo) zum Kellner beschränken.

Eine sehr günstige Möglichkeit ist es, als Fahrkarte das slowakische City Star zu nutzen, da man um 100 Euro von Pressburg an den Pazifik und retour fahren kann. Außerdem gibt es Mitfahrrerabatte. Die Reservierungen für die Betten im Schlafwagen bekommt man an jedem Bahnschalter der DB und ÖBB, der internationale Fahrkarten ausstellen kann, außerdem bei vielen Bahnschaltern der SBB.

[bearbeiten] Visa

Die Visa sind von Vorteil im Heimatland zu beantragen.

Das mongolische Visum kann einfach beim entsprechenden Konsulat (bzw. Mission in der Schweiz) beantragt werden. Das chinesische Visum ist ab 50 Tage vor der Einreise beim Chinesischen Konsulat erhältlich.

Schwieriger ist das russische Visum. Man erhält es nur auf Einladung hin. Für ein Touristenvisum heisst dies eine bestätigte Hotelreservierung und einen entsprechenden Zahlungsbeleg/Quittung (Voucher). Sowohl für die Reservierung wie auch für den Voucher bestehen Formvorschriften, die gerade in der Schweiz sehr genau eingehalten werden. Ein Ausdruck der Hotelreservierungen aus dem Internet ist daher meist unzureichend. Auch die meisten Reisebüros sind mit diesen Formularen nicht vertraut. Es ist daher empfehlenswert, ein spezialisiertes Reisebüro zu suchen oder die Formulare gesondert zu kaufen.

Weitere Informationen bei den russischen Konsulaten.

Online Visasupport

[bearbeiten] Klima und Ausrüstung

Es empfiehlt sich, die Ausrüstung möglichst klein zu halten und möglichst keine Wertsachen mitzuführen. Je nach Jahreszeit muss das Gepäck angepasst werden. Im Sommer kann es in Sibirien und China über 40 Grad warm werden. Im Winter liegt die Temperatur in der Mongolei unter minus 30°C.

Im Frühjahr und Herbst kann man durchaus mit einigen T-Shirts, Pullover und einer leichten Jacke auskommen. Ansonsten können Kleidungsstücke günstig auf den Märkten zugekauft werden.

Unabdingbar auf so einer langen Zugsreise sind bequeme Kleidung (Bsp: Trainer) und Flip-Flops. Auch Reiseliteratur sollte man genug mitnehmen.

Schmuck kann man gleich zu Hause lassen. Ob man sein Handy mitnehmen will, sollte man sich genau überlegen. Das gleiche gilt bei Laptops für Reisenotizen. Ein Muss ist natürlich eine Fotokamera. Bei Digitalkameras sollte man mindestens 256MB Speicher mitführen. Die Bilder können in jeder grösseren Stadt in Internetcafes auf CD gebrannt oder einen Server geladen werden.

Klimatabellen

[bearbeiten] Geld und Kosten

Die Kosten hängen hauptsächlich vom gewollten Qualitätsstandard ab. Reist man in der zweiten Klasse und steigt in Mittelklassehotels ab, so sind bei 100€ noch ein einfaches Abendessen und das grundlegende Kulturprogramm inbegriffen. Bei erster Klasse, Luxushotels und geführten Ausflügen kann man die Kosten einfach auf 500€ täglich hochtreiben. Bei Selbstversorgung, dritter Klasse und Jugendherbergen kann man die Kosten auf 10€ pro Tag runter drücken.

China und die Mongolei sind etwas günstiger und touristisch besser erschlossen als Russland.

Rabatte gibt es so gut wie keine. Einzig die ISIC (oder ein lokaler Studienausweis) verhilft dann und wann zu besseren Preisen. Als Pensionär kommt man auch selten mal besser weg.

Geld vieler bekannter Währungen kann in jeder Stadt zu guten Kursen bei den Banken gewechselt werden. Welches mit zu bringen lohnt sich nicht, da die Wechselkurse im Land selber viel besser sind. Wechselstuben am Flughafen sollte man meiden (ausser in China - siehe unten) oder nur so viel wechseln, dass man in die Stadt kommt. Auch in vielen Wechselstuben werden die wichtigsten Währungen (inkl. Schweizerfranken) zu einem etwas schlechteren Kurs gewechselt. US$ kann man auch weit ab der Metropolen noch verwenden. Das gleiche gilt je länger je mehr auch für den (beliebteren da sicherer) Euro. Im Zug gibt es eigentlich keine Wechselmöglichkeit und wenn, dann zu miserablen Konditionen.

In China kann man nur zu einem von der Regierung festgelegten Wechselkurs Geld wechseln. Privatbanken verweigern da gerne vor allem bei Schweizerfranken den Service und man muss sich zur Staatsbank bemühen.

Kreditkarten können vor allem in Hotels, besseren Restaurants, Reisebüros und Boutiquen benutzt werden. Sie sind vor allem in Moskau und Peking gerne gesehen. An Geldautomaten sollte man auf Visa setzen.

Travellers Cheques sind nur an wenigen Orten einlösbar. Dafür kriegt man dann eine akzeptable Rate.

Trinkgeld gibt man in Russland bis zu 10%. In der Mongolei rundet man die Rechnung auf. In China ist Trinkgeld sehr unbekannt.

[bearbeiten] Sprache

Obwohl Russland ein riesiges Land ist und einige Provinzen eine eigene Sprache haben, wird in jeder Schule das gleiche Russisch unterrichtet. Hat man also ein wenig Russisch gelernt, kann man es auf der gesamten Strecke anwenden. Ein grosses Hindernis für die meisten Reisenden ist das Kyrillische Alphabet. Es zu lernen dauert etwa fünf Stunden und sollte als grundlegende Vorbereitung gelten, da nicht alle Anzeigen auch in Lateinischer Schrift sind.

In der Mongolei wird Mongolisch gesprochen. Die Schrift ist auch Kyrillisch und enthält im Vergleich zum Russischen Alphabet zwei weitere Zeichen.

Im chinesischen Teil der Transsib spricht man den chinesischen Dialekt Mandarin. Wer kein Chinesisch spricht, sollte sich alles aufschreiben lassen, da man ansonsten mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht verstanden wird.

Englisch wird vor allem von jungen und gebildeten Leuten gesprochen. Ausser in Sankt Petersburg und vielleicht noch Moskau ist das Englisch meistens sehr schlecht und mit einem starken Akzent belastet. Manche älteren Russen sprechen deutsch. Jüngere lernen meist neben Englisch noch Französisch, welches sie meist besser beherrschen und lieber sprechen.

Touristen unter sich sprechen in ihrer Muttersprache oder in Englisch. Französisch und Spanisch sind selten.

[bearbeiten] Anreise

Grundsätzlich ist die Transsibirische Eisenbahn mit jedem bekannten Verkehrsmittel erreichbar. Am einfachsten sind aber Flugzeug und Zug.

[bearbeiten] Flugzeug

Die meisten Städte auf dieser Route sind mit dem Flugzeug erreichbar, was wohl der einfachste Weg ist, seinen Startpunkt zu erreichen und am Ende der Reise zurückzukehren.

Moskau, Peking und auch Sankt Petersburg werden von vielen Interkontinentalen Airlines angeflogen. Viele Städte in Sibirien sind durch Lufthansa mit Frankfurt verbunden. Die meisten anderen Städte (inklusive Wladiwostok) auf und neben der Strecke werden durch Aeroflot und Sibir Airways mit Moskau verbunden.

[bearbeiten] Zug

Sankt Petersburg ist mit drei Direktzügen täglich mit Helsinki verbunden. Moskau hat Direktzüge nach Berlin, Wien und in viele Städte im Ostblock. Hier ist zu beachten, dass ein Transitvisum für Weissrussland benötigt wird.

Von Peking aus kann man so gut wie jeden Punkt in China erreichen. Das Abenteuer Transsibirische Eisenbahn mit einer Chinareise zu verbinden ist also kein Problem.

[bearbeiten] Bus

Auch wenn Busreisen im deutschsprachigen Raum nicht so populär sind wie Zugreisen, soll diese Methode hier dennoch erwähnt sein. Von Helsinki aus gibt es mehrere Verbindungen nach Sankt Petersburg. Von Berlin und Wien gibt es Busverbindungen nach Moskau.

In China hat man meist die freie Wahl zwischen Zug und Bus.

[bearbeiten] Schiff

Sankt Petersburg wird eigentlich nur von Kreuzfahrtschiffen angefahren. Dasselbe gilt für Kazan, welches über eine Flusskreuzfahrt vom kaspischen Meer her erreicht werden kann.

Regelmässige Fährverbindungen existieren zwischen Wladiwostok und Japan.

[bearbeiten] Auto

Die Transsibirische Eisenbahn mit dem eigenen Fahrzeug zu erreichen macht nicht viel Sinn, da man das Auto nicht mit auf den Zug nehmen kann. Die ganze Strecke mit dem eigenen Fahrzeug abzufahren würde ich als sehr abenteuerlich bezeichnen. Neben dem ganzen behördlichen Aspekten an den Grenzen sind die teilweise schlechten Strassenzustände und die Wegweiser in den jeweiligen Landessprachen zu erwähnen.

[bearbeiten] Los geht's

Rote Linie = Transsiberische Eisenbahn grüne Linie = Baikal-Amur-Magistrale
Rote Linie = Transsiberische Eisenbahn
grüne Linie = Baikal-Amur-Magistrale

[bearbeiten] Hauptlinie

Auszusteigen lohnt sich nicht überall. Am attraktivsten sind die folgenden Städte (ausgenommen Grenz- und Abzweigstädte).

Hauptstrecke:

  • Moskau (0 km, Moskauer Zeit)
  • Nischnij Nowgorod (442 km, Moskauer Zeit) an der Wolga
  • Perm (1436 km, Moskauer Zeit plus 2 Stunden) am Kama
  • Grenze zwischen Europa und Asien (1777 km), markiert durch einen weißen Obelisken
  • Jekaterinburg (1816 km, Moskauer Zeit plus 2 Stunden) im Ural
  • Tyumen (2138, Moskauer Zeit plus 2 Stunden) das erste russische Fort in Sibirien
  • Omsk (2712 km, Moskauer Zeit plus 3 Stunden) am Irtysch
  • Nowosibirsk (3335 km, Moskauer Zeit plus 3 Stunden) am Ob
  • Taiga (3565 km, Moskauer Zeit plus 4 Stunden) Abzweigung nach Tomsk
  • Krasnojarsk (4098 km, Moskauer Zeit plus 4 Stunden) am Jenissei
  • Abzweigung der BAM bei Taischet (4515 km)
  • Irkutsk (5185 km, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) südlich vom Baikalsee
  • Ulan-Ude (5642 km, Moskauer Zeit plus 5 Stunden)
  • Abzweigung der Trans-Mongolischen Linie bei Zaudinsky (5655 km)
  • Tschita (6199 km, Moskauer Zeit plus 6 Stunden)
  • Abzweigung der Trans-Mandschurischen Linie bei Tarskaja (6312 km)
  • Chabarowsk (8521 km, Moskauer Zeit plus 7 Stunden) am Amur
  • Wladiwostok (9288 km, Moskauer Zeit plus 7 Stunden), am Pazifik

[bearbeiten] Baikal-Amur-Magistrale (BAM)

  • Taischet(0 km, Moskauer Zeit plus 4 Stunden) Abzweigung von der Hauptstrecke
  • Bratsk (326 km, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Der Damm ist das eigentliche Highlight hier
  • Sewerobaikalsk (1064 km, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Am nördlichen Ende des Baikalsees
  • Tynda (2364 km, Moskauer Zeit plus 6 Stunden) die BAM-Stadt
  • Komsomolsk-na-Amure (3837 km, Moskauer Zeit plus 7 Stunden) letzte interessante Stadt, verbindung zur Hauptstrecke
  • Vaino (4283 km, Moskauer Zeit plus 7 Stunden) Fähre nach Kholmsk
  • Sovietskaya Gavan (4309 km, Moskauer Zeit plus 7 Stunden) Der triste Endpunkt der BAM

[bearbeiten] Die Trans-Mongolische Linie

  • Nauschki (5902 km / 0 km, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Russischer Grenzort
  • Sükhbaatar (21 km, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Mongolischer Grenzort
  • Ulaanbaatar (404 km, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Hauptstadt der Mongolei
  • Zamyn-Üüd (1113 km, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Mongolischer Grenzort
  • Erlian (842 km bis Peking, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Chinesischer Grenzort
  • Jining (498 km bis Peking, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Wichtiger Eisenbahnknotenpunkt
  • Datong (371 km bis Peking, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Für altertümliche Klöster
  • Peking (0 km, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Hauptstadt von China

[bearbeiten] Die Trans-Mandschurische Linie

  • Zabaikalsk (6666 km, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Russischer Grenzort
  • Manzhouli (935 km bis Harbin, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Chinesischer Grenzort
  • Harbin (1388 km bis Peking, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Eine chinesische Millionenstadt mit russischem Einfluss
  • Shanhaiguan (415 km bis Peking, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Hier trifft die grosse Mauer das Meer
  • Peking (0 km, Moskauer Zeit plus 5 Stunden) Hauptstadt von China

[bearbeiten] Abstecher

Einige der interessantesten Ziele sind etwas abseits der Hauptlinie. Sankt Petersburg darf hier natürlich auf keinen Fall fehlen. Kazan (820 km, Moskauer Zeit), die Hauptstadt der Tataren liegt auf der alternativen Strecke im Ural zwischen Moskau und Jekaterinburg. Tobolsk (212 km ab Tyumen, Moskauer Zeit plus 2 Stunden) findet sich nahe Tyumen, und ist die alte sibirische Hauptstadt. Tomsk (79 km ab Taiga, Moskauer Zeit plus 4 Stunden), Sibiriens schönste Stadt, erreicht man von Nowosibirsk und Krasnoyarsk, wenn man bei Taiga abzweigt.

Ein Muss für jeden Transsibreisenden ist der Baikalsee. Ausgangspunkte hierfür sind Irkutsk und Severobaikalsk.

In der Mongolei sollte man unbedingt das Umland von Ulaanbaatar besuchen. Beispielsweise den Nationalpark Terelj oder (weit) im Süden die Wüste Gobi.

Die Grosse Mauer ist eine der Hauptattraktionen in China.

[bearbeiten] Züge und Klassen

Richtig, Züge! Auf der Transsib herrscht Hochbetrieb. Die gesamte Strecke ist zweigleisig und zwischen Moskau und Irkutsk kreuzen sich alle 10 Minuten irgendwelche Züge. Sei dies Fernverkehr, Vorortszüge oder Gütertransporte.

[bearbeiten] Touristenzüge

Für uns Touristen sind vor allem die Fernverkehrszüge wichtig. Hier gibt es die Kategorien Firmennye (Фирменный), Skory (Скорый) und Passaschirskiie (Пассажирский). Die Firmenyezüge gelten als Hochkomfortzüge und sind etwa gleich schnell wie die Skory (Express). Einiges langsamer aber qualitativ akzeptabel sind die Passaschirskiie, was in etwa Passagierzug heisst.

Bei der Wahl gelten zwei Regeln:

  1. Je höher die Kursnummer, desto schlechter der (Service im) Zug. Die Zugkategorie steht im Fahrplan.
  2. Je weiter die Strecke ist, die man am Stück zurücklegen will, desto kleiner ist die Auswahl an Zügen (Kursen).

Die Direktzüge Moskau-Ulaanbataar-Peking und Moskau-Hohot-Peking (und zurück) fahren einmal pro Woche. Zwischen Moskau und Sankt Petersburg sind es über 20 täglich.

Auf den Fernverkehrszügen wird jeder Wagon durch eine oder zwei meist weibliche ZugbegleiterIn (проводник provodnik/проводница provodnitsa) betreut. Sie ist für die Reinlichkeit unter anderem der zwei Toiletten zuständig, leert den Müll, kocht Wasser und, ach ja, kontrolliert Fahrscheine.

[bearbeiten] Klassen

Auf dem Russischen Eisenbahnnetz gibt es insgesamt vier Klassen.

  • In der ersten Klasse (СВ/SV-Spalny Vagon) besteht ein Wagen aus 9 Abteilen mit jeweils zwei Liegen. Die Abteile können von innen verschlossen werden. Mit einem Vierkantschlüssel kann man die Tür aber von aussen Offnen. Ist die Kette vorgehängt, lässt sich die Tür nicht weiter als 5cm aufschieben.
  • Die zweite Klasse (Купе/Kupje) ist genau gleich aufgebaut, nur dass hier vier Betten (zwei oben, zwei unten) pro Abteil sind.
  • Die dritte Klasse (Плацкарте/Plazkartje) ist ein Massenschlag mit 54 Betten.
  • Die vierte Klasse (Obschchy) findet sich eigentlich nur in Vorortszügen (Prigorodny Poezd oder Elektritschka). Hier herrscht etwa die gleiche Bestuhlung, wie wir sie von den S-Bahnen her kennen.

[bearbeiten] Fahrpläne

[bearbeiten] Unterkunft und Verpflegung

[bearbeiten] Essen

Auf einer so langen Reise lernt man auch viele Küchen kennen. Für die lokale Küche schau doch einfach bei den einzelnen Städten und Regionen hinein. Hier sind nur ein paar allgemeine, zugbezogene Dinge.

Supermärkte (nicht unbedingt westlicher Art), günstige Essstände und einfache Restaurants gibt es eigentlich in jedem Ort entlang der Route. Teurere Restaurants finden sich vor allem in den Grossstädten. Auch Fastfood Ketten sind dort vorhanden. Die Amerikanischen Ketten finden sich aber nur in Moskau, Sankt Petersburg und Peking.

Die meisten Züge sind mit einem Speisewagen ausgerüstet. Ohne entsprechende Sprachkenntnisse kann das Bestellen aber bereits zum Erlebnis werden. Die Qualität hängt sehr stark vom jeweiligen Speisewagen ab. Hier ist nochmals zu beachten, dass in manchen Zügen das Essen im Speisewagen im Fahrschein inbegriffen ist.

Eine Alternative zum Speisewagen sind die Babuschkas (zu Deutsch Grossmütter), die an jeder Station ihre Waren auf dem Bahnsteig feilbieten. Die Preise sind annehmbar, ob man gekochte Hühnerbeine und Omul probieren will, muss jeder selber entscheiden.

Eine andere Alternative sind Fertiggerichte, die mit heissem Wasser aufgebrüht werden können. Eine reiche Auswahl davon gibt es in vielen Supermärkten und Kiosken nahe den Bahnhöfen. Für das heisse Wasser steht in jedem Wagen ein Samowar zur freien Verfügung, der von der Zugbegleiterin ständig gefüllt und erhitzt wird.

Das Essen wird traditionell auf dem Tisch im Abteil ausgebreitet und dann geteilt. Somit entsteht ein sehr gemütliches Picknick und man lernt seine Fahrbegleiter auf eine äusserst gemütliche Art kennen. Man sollte aber darauf achten, dass man eingeladen wird (Formsache) und dass man auch selber etwas dazulegt. Spezialitäten aus der Heimat sind dabei sehr willkommen.

[bearbeiten] Trinken

Der Alkohol ist vor allem in Russland sehr stark in der Bevölkerung verankert. Somit gehört natürlich zum gemütlichen Picknick spätestens nach fünf Minuten auch der ominöse Wodka. An dieser Stelle sollte man sich mit absoluter Sicherheit bewusst sein, wann man aufhören muss. Ein Wetttrinken endet mit Sicherheit in einem russischen Spital oder dem Leichenhaus. Die Qualität dieses reinen Wassers kann ich nicht bemängeln. Trotz exzessiven Konsums auf meinen Reisen habe ich mein Augenlicht bisher nicht verloren. Von Flaschen ohne Zollsiegel sollte man dennoch die Finger lassen.

Samovar im Zug
Samovar im Zug

Daneben haben vor allem Russland und China eine sehr intensive Teekultur. In Russland ist dies Schwarztee mit Zitrone, in China grüner Tee. Getrunken wird er vor allem in Pausen, nach dem Essen und auch als Aperitiv bei bestimmten Anlässen.

[bearbeiten] Schlafen

Kabine mit vier Liegen
Kabine mit vier Liegen

In Fernverkehrszügen hat man immer ein Bett, egal in welcher Klasse man reist. Die Liegen sind 1.90 Meter lang und etwa einen halben Meter breit. Es kann sein, dass man in weniger komfortablen Zügen oder Klassen die Bettwäsche dazumieten muss. Die Zugbegleiterin kassiert dann etwa 40 - 60 Rubel (ca. 2€ / CHF 2-3).

Muss man vor acht Uhr Ortszeit aussteigen, wird man eine halbe Stunde vor Ankunft von der Zugbegleiterin geweckt. Ansonsten wird man eine viertel Stunde vorher auf das Erreichen des Ziels hingewiesen. In der dritten Klasse wird eine halbe Stunde vor Ankunft das Licht angemacht.

[bearbeiten] Vorschriften und Sicherheit

[bearbeiten] Sicherheit

Am sichersten ist man im Zug selber. Das wohl schlimmste, was einem hier passieren kann, ist, dass man beklaut wird. Mir selber sind aber keine Reisenden bekannt, die im Zug bestohlen wurden.

Ansonsten kann man sagen, je weiter man nach Osten kommt, umso unsicherer sind die Städte. Wenn man alleine unterwegs ist, sollte man einsame Gegenden meiden, in Menschenmengen besteht lediglich die Gefahr, beklaut zu werden. Auch zu beachten ist, dass manche Züge mitten in der Nacht am Reiseziel ankommen. Hier empfiehlt es sich, einen Zug zu wählen, der zu helleren Zeiten ankommt.

Auf Märkten wird man als Tourist sehr gerne übers Ohr gehauen. Hier ist etwas Verhandlungsgeschick von Nöten und Russischkenntnisse helfen. Verhandlungen sollten immer in Rubel geführt werden, auch wenn der Händler mit Dollar beginnt und man am Schluss mit Dollar bezahlen will. Gewechselt wird zum aktuellen durchschnittlichen Bankkurs.

Händler und Taxifahrer halten einem oft am Ärmel fest, weil sie einen zu ihrem Stand bzw. Auto führen wollen. Hier reicht es, sich einfach los zu reissen. Die Leute wollen einen vielleicht durch zu hohe Preise betrügen, sich aber sicher nicht körperlich schädigen.

In manchen Hotels wird Prostitution auf den Gängen betrieben. Wer diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen will sollte sich über die finanziellen und Gesundheitsrisken im klaren sein.

Die wohl unsicherste Stadt bei Nacht ist Ulaan Baatar. Hotels und Jugendherbergen schliessen hier sehr oft zwischen 0.00 Uhr und 6.00 Uhr, da es auf der Strasse zu gefährlich ist.

[bearbeiten] Gesund bleiben

Die Reise sollte man bei guter Gesundheit antreten und dieser Zustand soll sich bitte auch nicht bis zum Ende der Fahrt ändern. Eine gute medizinische Versorgung nach westlichen Maßstäben ist eigentlich nur in Moskau und Sankt Petersburg zu finden. In Peking sind die Zustände in Privatkliniken annähernd gut. In der Mongolei ist man in der Provinz mit dem eigenen Erste-Hilfe-Kasten wohl am besten versorgt. Für kleinere Verletzungen reichen die Privatkliniken in Ulaan Baatar noch aus, bei schwereren Leiden sollte man keine Kosten scheuen, um möglichst schnell Moskau, Peking, die USA oder Westeuropa zu erreichen.

Vor allem sollte man sich um die Grippe sorgen machen. Wegen der Gefahr, Tollwut zu bekommen, sollte man Abstand zu wilden Tieren halten.

Aktuelle medizinische Hinweise für die entsprechenden Länder gibt das Auswärtige Amt

[bearbeiten] Respekt

Die Russen versuchen scheinbar immer noch mit der neuen Situation Kapitalismus klar zu kommen. Während ältere Leute meist scheinbar den alten Zeiten nachtrauern, empfangen die jungen die neue Freiheit mit offenen Armen.
Die meisten Russen werden einem abweisend und introvertiert vorkommen. Kommt man aber mit ihnen ins Gespräch, erzählen sie einem ihre ganze Lebensgeschichte. Alkohol und ein paar Worte Russisch sind sehr hilfreich, um das Eis zu brechen.

Das nomadische Leben der Mongolen hat sie zu guten Gastgebern gemacht. Fremde sind gerne gesehen und willkommene Gäste. Eine persönliche Bindung zu ihnen aufzubauen ist jedoch ein Kunststück.

Bei den Chinesen ist die Familie der Mittelpunkt. Begegnungen sind meist von tiefer Erfurcht und gegenseitigem Respekt geprägt. Ausserdem sind die Leute meist sehr hilfsbereit.

Fotografieren darf man trotz der touristischen Öffnung der Länder nicht. Vor allem Militärische und Verwaltungsgebäude sollte man keinesfalls abbilden, wenn man nicht im schlimmsten Fall im Gefängnis enden will. Aber auch andere staatliche Gebäude wie beispielsweise Bahnhöfe sollte man nicht all zu offen ablichten. Museen weisen normalerweise auf ihre Regeln hin.

[bearbeiten] Weiter geht's

Ist man nach sieben Tagen Transsib - Reise in Wladiwostok angekommen, hat man das Gefühl, man sei am Ende der Welt. Doch bekanntlich ist die Erde ja keine Scheibe. Somit hat man hier die Möglichkeit, eine Fähre zu besteigen und nach Japan weiter zu fahren. Nach Osten hin gibt es Züge nach Harbin in China mit Verbindungen nach Peking. Eine Fortsetzung der Reise nach Nordkorea wird sich schwierig gestalten.

Ist die Reise in Peking zu Ende, ist dies ein wunderbarer Startpunkt für eine Chinareise.

Ab Moskau kann man sich gerne noch den Goldenen Ring ansehen oder noch einen Abstecher nach Sankt Petersburg, dem Tor zu Skandinavien, machen. Auch gehen Direktzüge nach halb Europa.

Will man einfach nur nach Hause, kann man dieselben Methoden wie bei der Anreise nutzen.

[bearbeiten] Weblinks