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Toskana

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Europa : Südeuropa : Italien : Toskana
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San Gimignano
Lage
Tuscany in Italy.svg
Flagge
Flag of Tuscany.svg
Kurzdaten
Hauptstadt: Florenz
Staatsform: Region
Währung: Euro (€)
Fläche: 22.990,18 km²
Bevölkerung: 3.750.511 (31. Dez. 2013)
Stromsystem: 230V, 50Hz
Zeitzone: UTC+1 UTC+2 (März bis Oktober)



Die Toskana (italienisch: Toscana) liegt in Italien.

Provinzen[Bearbeiten]

Die Region besteht folgenden Provinzen:

Landschaften[Bearbeiten]

Toskana

Die Toskana unterteilt sich in folgende Landschaften:

Zur Toskana zählt auch die Insel Elba.

Die interessantesten Orte[Bearbeiten]

Dom von Florenz
  • Anghiari (AR)
  • Arezzo - Die Stadt Giorgio Vasaris - heute das Mekka der Antiquitätenhändler
  • Bagno Vignoni (SI) - beschaulicher Thermalort mit beeindruckendem Wasserbecken
  • Bibbiena (AR) - das Zentrum des waldreichen Casentino
  • Bibbona (LI) - Touristen und Meer
  • Carrara (MS) - Stadt des weißen Marmors
  • Chiusi (SI) - lebhaftes Gewerbe und etruskische Relikte
  • Colle di Val d'Elsa (SI) - die Kristallstadt auf zwei Ebenen
  • Cortona (AR) - Die Stadt wurde von den Etruskern gegründet und war eine ihrer ältesten und bedeutendsten Städte.
  • Florenz - Die Hauptstadt der Region, bedeutsam für Geschichte, Kunst und Architektur.
  • Greve in Chianti (FI) - die Hauptstadt des Chianti Classico und Heimat des Gallo Nero
  • Grosseto - "Lucca der Maremma" am Nordufer des Ombrone und eine etruskische Stadt
  • Livorno - Die einstigte Medici-Stadt lebt vom Meer, von Häfen und Werften
  • Lucca - Reizvollste Provinzhaupstadt der Toskana
Duomo Santa Maria in Siena
  • Montalcino (SI) - wo Wein und Honig fließen
  • Montecatini Terme (PT) - Berühmt für seine Kuranlagen
  • Montepulciano (SI) - die Stadt des Vino Nobile
  • Pienza (SI) - Stadt Pius' II., ein Traum der Renaissance in Stein
  • Pisa (PI) - Weltberühmt durch den Schiefen Turm auf dem "Platz der Wunder"
  • Pitigliano (GR), Sovana und Sorano - die Tuffsteinstädte mit etruskischer Abstammung
  • Pistoia - Die vernachlässigte Nachbarin von Florenz
  • Poppi (AR) - ein mittelalterliches Städtchen inmitten dichter Wälder
  • Prato - Das Werk eines Mönchs in der Stadt der Tücher
  • San Gimignano (SI) - Manhattan des Mittelalters
  • San Quirico d'Orcia (SI) - Zypressen in sanfter Hügellandschaft
  • Santa Fiora (GR) - wo die Trinkwassserquellen üppig sprudeln
  • Siena - Stadt der Contraden
  • Volterra (PI) - Der spektakulärster Ausblick über die Toskana
Volterra
  • Viareggio (LU) - Mondänes Seebad mit Jugendstil-Flair

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Von der Toskana aus erreicht man folgende lohnende Reiseziele schnell:

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Toskana hat zwei verschiedene Gesichter - auf der einen Seite die kulturell bedeutsamen Städte Florenz, Siena, Lucca und Pisa, und auf der anderen Seite eine sehr ländliche Region. Die kleinen Städte, Dörfer, Burgen, Villen und Weingüter bieten eine willkommene Abwechslung zum Verkehr und Lärm der großen Städte.

San Gimignano

Die toskanischen Städte erlebten ihre Blütezeit im Mittelalter und vor allem während der Renaissance. Danach spielte die Toskana politisch und handelstechnisch eine eher untergeordnete Rolle, die altehrwürdigen Städte entwickelten sich in der Neuzeit kaum weiter, so dass Innenstädte und Bauwerke oft bis heute unangetastet erhalten blieben. Besonders eindrucksvoll sind zum Beispiel die trutzigen mittelalterlichen Geschlechtertürme in San Gimignano, das winzige Wehrdorf Monteriggioni oder das kleinstädtische Pienza, die "Perle der Renaissance", das seit der Zeit Pius II. nur wenig gewachsen ist. Auch viele der kleinen, weniger namhaften Orte wie Poppi oder Santa Fiora, oft auf Hügelkuppen gelegen, haben ihr mittelalterliches Stadtbild erhalten mit einer geschlossenen Stadtmauer, ausgetretenem Straßenpflaster, schmalen Natursteinhäusern und engen, dunklen Gassen. In diesen Orten fühlt sich der Besucher in eine vergangene Zeit zurückversetzt.

Moderner präsentiert sich Livorno. Nach Florenz die zweitgrößte toskanische Stadt bietet sie mit Industrie, Gewerbe, Hafenanlagen und Handel sehr viele Arbeitsplätze und wirkt alltäglicher und lebendiger als die historischen Touristenmagnete im Inland. Dennoch lohnt sich auch hier ein Besuch, nicht nur zum Shoppen.

Die toskanische Landschaft ist äußerst abwechslungsreich. Die alte Frage: "Ans Meer oder in die Berge" ist einfach gelöst: "In die Toskana!" Von rauen, alpin anmutenden Berglandschaften in der Garfagnana oder dem waldreichen Casentino an der Flanke des toscoromagnolischen Appenins über belebte Bäder an der Etruskischen Riviera und der Versilia oder den einsamen Stränden der Maremma bis ins Inland, wo man üppig grüne Wälder am Monte Amiata und der Montagnola senese ebenso findet wie trockene, beinah öde Hügellandschaften der Crete senesi, des Val d'Orcia oder der an die Hölle erinnernden Colline Metallifere, während sich das Chianti und Mugello als über Jahrhunderte kultivierte, gepflegte Gartenlandschaften präsentieren.

Ein ganz anderes Gesicht als das Inland zeigt die sehr belebte bis stellenweise überlaufene toskanische Küste, vor allem die Versilia und Etruskische Riviera in der nordwestlichen Toskana. Bereits seit dem 19. Jahrhundert spielt der Seebad-Tourismus im Sommer eine zentrale Rolle in dieser Region. Während im Juli und August die Strände von Italienern bevölkert werden, verlängern die ausländischen Gäste die Saison von Mai bis September. Die Architektur der Küstenorte unterscheidet sich fast vollständig von dem Baustil des Inlands, hier beherrschen gediegene Hotels, noble bis schrill-moderne Seebäder oder Restaurants sowie herausgeputzte Flaniermeilen mit schicken Shops und Bars das Ortsbild. Das Baden außerhalb der gebührenpflichtigen und mit Sonnenliegen und -schirmen sowie allen hygienischen Einrichtungen versehenen Seebädern ist unter den Einheimischen verpöhnt, die freien Strände abseits der Küstenorte gelten als verschmutzt und unkultiviert, dementsprechend findet man hier weniger Einheimische, abgesehen von der alternativ orientierten Jugend und den Hundebesitzern, die gern die offenen Strände mit ihren Vierbeinern aufsuchen. In den Küstenorten, Hotels und auf den zahlreichen Campingplätzen wird in den Sommermonaten fast allabendlich Unterhaltungsprogramm für die Badegäste geboten, von Karussels und Fahrgeschäften für die Jüngeren bis über Konzerte für jeden Geschmack sowie Freilicht-Kino, Open-Air-Disco und Tanzveranstaltungen für alle Altersgruppen und vieles mehr.

Ein Urlaub in der Toskana wird mit etwas Entdeckergeist oder Planung nie langweilig und eignet sich durch die Vielfältigkeit von Kunst, Kultur, Städten und Landschaften auch für längere Aufenthalte.

Sprache[Bearbeiten]

In der Toskana ist aus dem toskanischem Dialekt die italienische Schriftsprache entstanden. Hier wird das Italienische am klarsten ausgesprochen.

Gelegentlich wird das durch Roberto Benigni weltbekannte Toscano gesprochen, ein Dialekt, den man gelegentlich auf das Etruskische zurückführt, was jedoch wissenschaftlich nicht bewiesen ist. Im Toscano wird z.B. das "tsch" (also das c vor i/e wie in "pici" oder "ciao") als weicheres "sch" gesprochen (ähnlich wie in "pesce"), das gewöhnlich als "k" gesprochene c (vor a/u/o oder Konsonanten) bzw. ch (vor i/e)wie in "Chianti Classico" wird als gehauchtes "h" gesprochen usw. Mit etwas Übung ist das Toscano jedoch gut verständlich.

Anreise[Bearbeiten]

  • Auto

von Deutschland oder Österreich: über Brenner- oder Reschenpass und Verona nach Florenz

von Schweiz: über St.Gotthard-Pass über Mailand nach Florenz

!Achtung! Mautpflicht

  • Flugzeug

Zwei Flughäfen: Florenz (Amerigo Vespucci), Pisa (Gallileo Galilei)

  • Zug

Gute Direktverbindungen von europäischen Großstädten, z.B. der Nachtzug von München.

Mobilität[Bearbeiten]

Sogar die meisten der kleinen Dörfer, die das Gesicht der Toskana ausmachen, kann man in der Toskana recht gut mit Bus und Bahn erreichen. Die Fahrzeiten sind mitunter zwar länger als mit dem Auto, aber man erlebt auch viel mehr und kann die Landschaft besser genießen. Zudem sind die öffentlichen Verkehrsmittel in Italien ziemlich billig.

Bahn: Es gibt neben den Hauptstrecken auch einige Nebenlinien, die teilweise landschaftlich reizvoll sind (z.B. die Strecke Siena-Chiusi). Einen Streckenplan gibt es hier: http://www.rfi.it/cms-file/immagini/rfi/Toscana.jpg und Fahrzeiten kann man auf http://trenitalia.it (auch Englisch) herausfinden (wer damit nicht zurecht kommt: www.bahn.de hilft meist auch weiter.).

Bus: Fahrpläne findet man in der Regel auf der Website der regionalen Busgesellschaft (diese kann man auf der Seite orariautobus.it (für ganz Italien) herausfinden), oder man fragt einfach vor Ort, am besten in einem der zahlreichen "Tabacchi"-Läden, zu erkennen an einem Schild mit schwarzem T auf weißem Grund, wo man normalerweise auch die Fahrkarten kauft

Eine mögliche Kombination ist auch die Anreise per Bahn z.B. nach Siena und dortige Miete eines Autos (was auch den Vorteil hat, daß das italienische Autokennzeichen eine gute Tarnung gegenüber Dieben ist).

Wer mit dem Auto anreist, sollte sich vorgängig über die (teuren) Autobahngebühren informieren und Via-Cards einkaufen (in der Schweiz bsp. via TCS). Die Benzinpreise sind ebenfalls im Auge zu behalten, möchte man keine bösen Überraschungen im Reisebudget erleben.

Sportlichen Touristen bleibt als Alternative das Velo. Velo's gibts an zahlreichen Orten zu mieten. Vor allem für Biker ist die Toscana ein Paradies - ungeübte Radler werden die oft hügelige Landschaft weniger schätzen.

Wikitravel hilft bei der Suche eines Campingplatzes in der Region Toskana mit der Liste der Campingplätze.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die großen Städte der Toskana sind mehr als nur einen Besuch wert. Neben Florenz, Siena, Livorno, Arezzo und Pisa gibt es aber auch viele kleinere Städtchen und Dörfer zu erkunden.

  • Montecristo - entlegenste Insel des Toskanischen Archipels. Montecristo ist ein steil aus dem Meer ragender Felsen, dessen höchste Erhebung 645m misst. Die Insel verdankt ihre Berühmtheit zweifelsohne der Literatur: dem Roman "Der Graf von Montecristo" von Alexandre Dumas. Die Insel ist seit 1971 Naturschutzreservat. Montecristo ist das am strengsten geschützte Gebiet Italiens. Privatpersonen ist es nicht gestattet, die Insel zu betreten.
  • Saturnia - heiße Schwefelquellen im Landesinnern. Das heiße gesunde Wasser entspringt den Quellen und fließt über weißen geformten Fels. Tolles Erlebnis für die ganze Familie. Für den Eintritt ins private Bad muss bezahlt werden, ganz in der Nähe gibt es aber eine Badestelle mit Restaurant und Parkplatz die gratis zugänglich ist.
  • Pitigliano - Im Süden der Toskana scheint die Stadt wie aus dem Fels gewachsen. Eine kleine etruskische Stadt, die immer wieder beeindruckt. Der Ausflug dahin lässt sich gut mit der Reise zu den Thermen von Saturnia verbinden.
  • Sorano - gleich neben Pitigliano liegt diese zweite der Tuffsteinstädte. Der weiche Tuff-Fels unter der Stadt und die Hügel ringsherum sind wie ein Käse durchlöchert. Viele der Höhlen wurden bereits von vor über 3000 Jahren von den Etruskern als Grabstätten angelegt; sie wurden im Laufe der Jahrhunderte als Taubenschläge, Ställe, Lager, Keller oder sogar Wohnhöhlen genutzt. Auf dem höchsten Punkt Soranos liegt auf einem massigen Felsvorsprung eine Burg, deren "Dachterrasse" man besteigen kann, von hier aus hat man eine schöne Aussicht. Zwischen den drei Tuffsteinstädten Pitigliano, Sorano und Sovana gibt es die sogenannten "Vie cave" (Höhlenwege), die von den Etruskern angelegt wurden, sie laden auch im Sommer zu einem (schattigen) Spaziergang ein. Unterwegs gibt es immer wieder Grabnischen und -höhlen oder ganze Nekropolen zu besichtigen.

Neben den Ortschaften sind besonders die abwechslungsreichen Landschaften der Toskana sehenswert:

  • Chianti - Das wie ein Garten kultivierte und gepflegte Chianti-Gebiet liegt im Herzen der Toskana und ist besonders wegen seines Weins weltweit bekannt. Obwohl dieses Gebiet inzwischen das Zentrum des außerstädtischen Tourismus ist, sucht man dennoch vergeblich nach großen Hotels. Die vielen Touristen verteilen sich auf Pensionen, familiäre Hotels, Land- und Weingüter, Bauernhöfe, Ferienappartments und -häusern. Tagsüber konzentriert sich der Tourismus vor allem auf die Kleinstädte Greve, Radda, Castellina, Impruneta sowie die bekanntesten Weingüter, abseits der üblichen Routen wird es ruhiger.
  • Val d'Orcia - wenige Kilometer südlich von Siena erreicht man über die traditionsreiche Via Cassia (SS2) das Orcia-Tal. Sanfte Hügel in verschiedenen Sand-, Beige- und Terracotta-Tönen mit einzelnen oder in Alleen stehenden Zypressen dominieren das Bild. Auf den Hügelkuppen finden sich pittoreske Burgruinen, Naturstein-Gehöfte und historische Städtchen. Wem diese Landschaft wie aus dem Bilderbuch vorkommt, wird bald feststellen, dass hier tatsächlich ein Großteil der bekannten toskanischen Fotomotive zu finden sind, angefangen von der prototypischen Zypresseninsel bei San Quirico d'Orcia bis zur weltbekannten Silhouette von Pienza über den wogenden Weizenfeldern des Orcia-Tals. Entspannen kann sich der Reisende in zahlreichen Thermalquellen und bei einem Glas Vino Nobile oder Brunello und aromatischem Pecorino.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die Vielseitigkeit der Toscana schlägt sich auch im Angebot an Aktivtäten nieder. Besonders den mobilen Touristen stehen alle Türen offen, mit ÖV bedarf es einer ausführlichen Planung.

Abenteuerlustige nehmen sich einen Tag Zeit und fahren gut ausgerüstet mit Landkarte und Kamera im Auto los - quer durchs Land. Auch ohne Reiseführer findet man schnell interessante Orte - einfach den braunen Wegweisern zu den spannenden Namen folgen.

Wer etwas mehr voraus plant, verpasst weniger Termine: An vielen Orten finden traditionelle Märkte statt. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle, kriegt man hier doch neben geselliger Stimmung viele Artikel zu Preisen unter dem gewohnten Niveau. Wer frische Früchte, Fleisch, Fische oder Gemüse sucht, ist auf den Märkten ebenfalls bestens aufgehoben. Aber Achtung: Zeitig aufstehen, wer den Markt noch sehen möchte. Die meisten Märkte enden bereits gegen Mittag.

Wer früh aufsteht, erlebt die Städte der Toscana auch im Sommer ohne die Mittagshitze. Florenz oder Siena beispielsweise sind traumhafte Orte für Kulturbegeisterte und solche, die es werden möchten.

An der lebhaften Küste gibt es im Sommer Aktivitäten wie reiten, surfen, tauchen, fischen, schwimmen, Fitness und vieles mehr. Auf vielen Zeltplätzen entlang der Küste besteht ein spezielles Angebot an sportlichen und weniger sportlichen Aktivitäten. Im Winter schließen hier allerdings sehr viele Etablisments und die Küstenstädtchen wirken dann beinah ausgestorben.

Schifffahrten zu den vorgelagerten Inseln sind sehr zu empfehlen, allerdings nicht für das kleine Budget. Die Fahrten sind verhältnismässig teuer. Auch die Insel Elba wird oft als Ziel angeboten, dies von verschiedenen Häfen aus. Oftmals gibts unterwegs ein Bade- und Tauchstop.

Im Inland bieten Hotels und Pensionen, Vereine und Agenturen in Florenz, Siena und den Touristengebieten rund um das Jahr eine große Vielfalt von Aktivitäten an:

Für Unterhaltung ist mit Open-Air-Konzerten, Jazz- oder Klassik-Festivals, Kleinkunst und Theater oder Freilicht-Kino in den warmen Monaten gesorgt, kulinarische Feste und musikalische Veranstaltungen gibt es bis in den Winter hinein.

Die Toskana ist ein wahres Mekka für Kunst- und Kulturinteressierte. Besonders in Florenz und Siena, aber vermehrt auch in den kleinen Städten, gibt es außer den historischen Kulturstätten und Kunstwerken hochkarätige Kunstveranstaltungen wie Vernissagen, Installationen und Ausstellungen namhafter Künstler oder Kunsthandwerker, oft in Schlössern, Palazzi oder Kirchen. Nebenbei gibt es unzählige Künstler- und Kunsthandwerker, deren Werkstätten Besuchern offen stehen oder die offene Galerien betreiben.

Liebhaber von Antiquitäten kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Es gibt viele Trödel- und Antiquitäten-Märkte (Aushänge vor Ort beachten oder Gastgeber fragen), der berühmteste findet monatlich in Arezzo statt. Hier kann man neben Möbeln und Kunsthandwerk mit etwas Glück sogar echte Fundstücke aus der Antike erstehen.

Wer als Ausgleich zu kulinarischen Freuden und Kultur Sport machen möchte, findet besonders in den touristischen Gebieten eine ausgezeichnete Infrastruktur an Wander-, Reit- und Radwegen.

Die beliebstesten Sportarten sind Fußball und der Rennradsport, in den letzten Jahren hat sich auch das Mountain Biking in der Toskana etabliert. Viele Hotels und Pensionen stellen Fahrrader zur Verfügung, außerdem gibt es in vielen Städten Radverleihe, gelegentlich kann man sich dort auch Motorroller wie die legendäre Vespa ausleihen, was besonders im Hochsommer ein Genuss ist.

Für Wanderer werden jährlich neue Wege angelegt oder ausgewiesen, zusätzlich gibt es immer mehr didaktisch sehr gut aufbereitete Naturlehrpfade in besonders interessanten Gebieten oder Naturparks. Man sollte unbedingt auf die Aktualität des Kartenmaterials Wert legen oder in den Touristen-Infos nach aktuellem Material fragen!

Es gibt immer mehr Pferdehöfe, die Fremdenzimmer oder Appartments vermieten und Reitkurse oder geführte Ausritte organisieren, besonders in der Maremma, um den Monte Amiata und im Casentino.

Neben den touristischen Aktivitäten wie Sightseeing und Shopping ist es ratsam, sich dem toskanischen Tages-Rhythmus anzupassen. Wer mehr als nur einen Kurzurlaub verbringen möchte, kann auf diese Weise sehr entspannte Ferien verbringen und den Toskanern näher kommen. Der Ablauf sieht in der Regel so aus:

Man steht früh auf, besonders im Sommer. Das erste Frühstück besteht nur aus einem Malz- oder Milchkaffee oder allenfalls einem cappuccino und manchmal einem Keks oder einer Scheibe Zwieback. Am Vormittag bis etwa zehn Uhr trifft man sich auf einen cappuccino oder caffè (Espresso) in der Bar und isst dazu ggf. ein Gebäck-Teilchen. Eine Einladung in die Bar sollten Sie nie ausschlagen, da man hier wichtige soziale Bindungen knüpfen kann. Wer mehr Zeit hat, liest noch eine bisschen Zeitung, jede gute Bar hat mehrere zur Auswahl.

Die übliche Mittagessen-Zeit ist ein Uhr. Wer kein ganzes Menue essen möchte, geht entweder auf einen Teller Nudeln o.ä. in eine einfache Trattoria oder in eine tavola calda ("heißer Tisch", eine Art Schnellimbiss, jedoch ohne Fastfood), isst eine Pizza vom Blech oder holt sich ein tramezzino (Sandwich) in der Bar. Danach ist Mittagsruhe oder ein Schläfchen angesagt. Man denkt sich nichts dabei, selbst im Anzug im Park auf der Bank ein Nickerchen zu machen, ansonsten legt man sich ins Gras oder einfach ins Auto. Die Läden und auch viele Museen und Institutionen haben in der Regel von 13:00 bis 16:00 Uhr geschlossen und in die Städte kehrt Ruhe ein und man zieht sich vor der Mittagshitze zurück. Danach kehrt man zwischendurch auf einen schnellen caffè in der Bar ein. Das Ritual des Kaffeekränzchens mit Kaffee oder Tee und Kuchen ist weitgehend unbekannt, man nimmt den caffè zwischendurch im Stehen ein, auch trinkt man nachmittags keinen cappuccino mehr. Hartnäckige Teetrinker finden allerdings heutzutage in vielen Orten einen "Tea-Room", den man allerdings eher zur englischen Teestunde ab fünf Uhr aufsucht.

Ab fünf oder sechs Uhr macht man sich schön für die passeggiata, den rituellen Spaziergang auf dem corso, der Flaniermeile, meistens einer zentralen Einkaufsstraße und den angrenzenden Plätzen, größere Städte haben in jedem Viertel ihren corso. Gut angezogen geht man gemächlichen Schrittes den corso entlang, hält an, um mit jemandem zu sprechen, geht wieder ein Stückchen, setzt sich und beoachtet die anderen Menschen, nimmt einen Aperitivo an der Bar ein oder isst ein Eis. Dieses Ritual ist ein zentraler Bestandteil des italienischen Lebens, bis heute spielt die passeggiata eine sehr wichtige soziale Rolle, hier werden Geschäfte ausgemacht, man zeigt sich, erneuert Freundschaften und tauscht sich über die Neuigkeiten des Tages aus. Berufstätige nutzen die Zeit für die letzten Besorgungen, deswegen gibt es stets auch einen Lebensmittelladen auf dem corso, oder man kauft sich noch etwas in einem der eleganten Shops und zeigt seine Beute dann Bekannten und Freunden, die sie eifrig kommentieren.

Ab acht Uhr zieht man sich wieder zurück, die übliche Abendessen-Zeit ist gegen neun Uhr. Das Abendessen ist in der Regel mehrgängig, wer in ein Restaurant geht, sollte sich deshalb an die übliche Essenfolge halten (was natürlich nicht für Kinder gilt). Wer das üppige Abendessen nicht gewöhnt ist, aber trotzdem die Speisefolge probieren möchte, kann nach halben Portionen fragen, vor allen der primo, der erste Gang (Pasta, Risotto, Suppe o.ä.), kann oft halbiert werden, oder man nimmt eine Portion Antipasti zu zweit. Zum Essen gehört außer Wasser ein guter Wein, häufig sind auch die günstigen Hausweine von guter Qualität -- lassen Sie sich beraten. Nach dem Abendessen kehrt man im Sommer, wenn die Hitze endlich nachlässt, noch einmal zurück auf die Straße, wo es manchmal abendliche Veranstaltungen gibt oder man ratscht einfach mit den Nachbarn, bis die Hitze des Tages verschwunden ist und man sich zu Bett begeben kann. Bei kühlem Wetter verbringt man den Abend meist zuhause.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Aus Wurzeln in der etruskischen Epoche entwickelte sich eine Küche der armen Bauern, der cucina povera, beeinflußt von den höheren Ständen und mit der Zeit verfeinert. Ein wichtiger Grundsatz ist, Produkte der Umgebung so zu verwenden, dass ihr Geschmack erhalten bleibt. Die echte toskanische Küche ist auch heute noch wie einst - gesund, einfach und schnörkellos.

Die toskanische Küche unterscheidet sich regional sehr stark. Ausgehend von einer Welt ohne Kühltechnik und schnellem Transport gibt es z.B. frischen Meeresfisch traditionell nur an der Küste, während schon 20 km landeinwärts Salzwasserfisch nicht mehr in den urspünglichen Rezepten vorkommt, ausgenommen der lange haltbare, gesalzene baccalá (Stockfisch), der vor dem Verzehr ein bis zwei Tage in Wasser eingeweicht wird. Umgekehrt gibt es in den regenreichen Monaten im Inland -- besonders um den Monte Amiata und im Casentino -- alles rund um die Pilze, die hier in reicher Vielfalt wachsen, während an den Küsten in den kühlen Monaten vergleichsweise wenige Pilzsorten wachsen und hier keine Hauptrolle in der Küche spielen. Ebenso verhält es sich mit Kastanien, Wildgemüse und Kräutern, Obst und Jagdwild, man hält sich in der ursprünglichen Küche immer die saisonal verfügbaren Zutaten der näheren Region. Heute gibt es zwar vor allem in der gehobenen Gastronomie z.B. auch Meeresfische im Chianti usw., doch dies stellt eher ein Zugeständnis an die Touristen dar.

Ein Unding sind in der tradionellen toskanischen Küche ebenfalls außersaisonale Gemüse- und Obstsorten. Abgesehen von einigen geothermisch beheizten Gewächshäusern am Monte Amiata und in den Colline Metallifere, in denen außer Blumen auch Gemüse angebaut wird, gibt es nur das, was gerade vor Ort frisch und reif zu haben ist oder im Winter lagerfähig ist. Durch den Einfluss der cucina povera bedeutet das, dass man sich nicht zu fein ist, z.B. auf wildes Gemüse oder Frösche und Schnecken zurückzugreifen und vom Schlachtvieh alles auszunutzen, speziell auch die Innereien wie trippa (Kutteln), die zu den toskanischen Spezialitäten zählen. Auch wenn der deutsche Magen eine andere Vorstellung von italienischer Küche hat, sollte man die lokalen Spezialitäten unbedingt probieren.


Wichtige Zutaten für die toskanische Küche[Bearbeiten]

Wichtigster Bestandteil ist das ungesalzene weiße Brot. Geröstet, mit Knoblauch eingerieben und mit Olivenöl beträufelt wird es als Fettunta oder Bruschetta gegessen. Das salzlose Brot trocknet schnell aus, verschimmelt jedoch nicht und lässt sich gut aufbewahren. Da es in der Überlieferung den Leib Christi symbolisiert, durfte es nicht weggeworfen werden. Die Bauern weichten es in Wasser ein und gaben Gemüse der Jahreszeit hinzu. Auf diese Weise entstanden die Zuppe, schmackhafte Eintöpfe wie die Ribollita.

Pasta-Gerichte spielen in der unverfälschten toskanischen Küche so gut wie keine Rolle, außer den handgerollten pici.

Sehr wichtig ist gutes Fleisch. Von den Etruskern wurde die Methode übernommen, die Bistecca alla Fiorentina zuzubereiten: Eine Scheibe Fleisch von mindestens 600 Gramm wird über Holzkohle blutig bis rosa gegart. Erst auf dem Teller kommen etwas Olivenöl und Salz hinzu.

Vor allem in der Maremma und dem Val di Chiana gibt es heimische Rinderrassen, die auf den ausgedehnten Weiden in den Ebenen gehalten werden.

In den bewaldeten Gebieten um Siena wird eine kleine, schwarz-weiße Schweinerasse, die cinta-senese, gezüchtet, die halbwild in Eichenwäldchen gehalten werden.

Fisch spielt nur an der Küste eine größere Rolle, im Inland gibt es baccalá (Stockfisch) oder seltener die wenig geschätzten Flussfische wie Forellen.

Sehr beliebt ist Wild. Wenn im Spätsommer die Jagd beginnt, sind die Wälder und Flure stark von Jägern und ihren Hunden frequentiert, denn die Jagd ist Volkssport, man kommt von weither in die toskanischen Jagdgebiete. Beliebteste und wertvollste Jagdbeute ist das Wildschwein, gefolgt von Dammwild, das heute allerdings hauptsächlich aus Zucht kommt. Je nach Jagdgebiet sind Hasen und Wildvögel die häufigste Beute, z.B. Fasan, Rebhuhn, Schnepfe, Stockente usw.

Als Beilage sind vor allem im Winter Hülsenfrüchte sehr beliebt, die es hier in zahlreichen schmackhaften Sorten gibt und die den Toskanern den Schimpfnamen "Bohnenfresser" eingebracht haben. Eine Delikatesse sind die zierlichen Augenbohnen oder die kleinen und sehr exklusiven zolfini aus dem Pratomagno-Gebiet mit einem leichten Schwefelaroma oder die zarten coco nano sowie die deftigen, violett-schwarzen Feuerzungenbohnen, um nur wenige der toskanischen Sorten zu nennen. Traditionell werden die Hülsenfrüchte ohne vorheriges Einweichen über Nacht in einem fiasco (einer bauchigen Weinflasche) oder im Tontopf mit etwas Olivenöl ohne Salz langsam bei niedriger Temperatur gegart, z.B. in der warmen Asche des Kaminfeuers, so kommt der einzigartige Geschmack besonders gut zur Geltung. Ergänzend zu den toskanischen Bohnensorten werden gern Platterbsen und Linsen aus dem benachbarten Umbrien verspeist, beliebt sind vor allem die kleinen Gourmet-Linsen aus Castelluccio. Heute gibt es für Eilige im Supermarkt auch etliche schnellkochende Bohnenmischungen für Eintöpfe und Suppen oder vorgekochte Bohnenkerne frisch in der Kühltheke oder aus dem Tetrapack.

Ein sehr beliebtes und urtoskanisches Getreide ist farro (Dinkel), der schon von den Etruskern angebaut wurde. Der hiesige Dinkel ist deftiger und würziger als Weizen und wird in Beimischung für Brot und Nudeln, aber auch als ganzes Korn für Eintöpfe verwendet, z.B. als granfarro, einem Bohnen-Dinkeleintopf oder farrotto (wie Risotto, doch mit Dinkel statt Reis).

Eine wichtige Rolle spielt die Edelkastanie oder Marone. Die essbaren Kastanien werden in der Toskana teilweise faustgroß und sind sehr kohlehydratreich, weswegen Kastanienmehl früher als "Mehl der Bauern" bezeichnet wurde und bis in die Nachkriegsjahren eine wertvolle und sättigende Speise darstellte. Durch ihr intensiv nussig-süßes Aroma werden die Maronen auch heute noch sehr gern gegessen, entweder auf dem Feuer geröstet oder als Mehl in Süßspeisen und Nudeln.

Pilze sind besonders in den bewaldeten Regionen der Toskana eine wichtige Zutat rund um das Jahr. Die Stars sind die funghi porcini (Steinpilze) und der seltene, sehr delikate ovolo (Kaiserling), im Sommer auch der giallarello (oder finferlo, Pfifferling) es gibt jedoch zahllose weitere Speisepilzsorten. Für Pilz-Liebhaber ist es ratsam, die botanischen Bezeichnungen der Pilze zu kennen, da es keine einheitlichen italienischen Namen für die Pilzsorten gibt und die Pilze deshalb im Handel mit ihrem botanischen Namen angeboten werden! Es gibt alleine mindestens vier als "fungo porcino" bezeichnete Sorten, darunter neben dem echten Steinpilz z.B. der weniger aromatische Birkenpilz, deswegen achte man auf die Bezeichnung "Boletus edulis".

Das edelste und exklusivste Naturprodukt ist der tartufo (Trüffel). Die aromatische Knolle wächst besonders in der Gegend um San Miniato (PI) und San Giovanni d'Asso (SI). Man unterscheidet den hocharomatischen und selteneren weißen Trüffel sowie mehrere Sorten schwarzer Trüffel, wobei der schwarze Wintertrüffel der intensivere ist. Trüffel werden heute durch abgerichtete Hunde aufgespürt, Trüffel-Hochsaison sind die Monate Oktober und November, zu dieser Zeit finden viele Märkte und Feste rund um die Edelknolle statt.

Wichtigste Zutat beim Kochen, Braten und Backen ist das Olivenöl extra vergine. Viele der im internationalen Handel erhältlichen "toskanischen" Olivenöle stammen nur zu einem geringen Anteil von toskanischen Oliven, die meisten Oliven werden heutzutage aus Spanien und Griechenland importiert und in der Toskana gepresst, verschnitten und abgefüllt, z.B. die bekannten Öle von Bertoli. Das garantiert zwar einen hohen Umsatz und eine gleichbleibende Qualität, wer jedoch Wert auf sehr hochwertiges Olivenöl mit Charakter legt, sollte beim Kauf darauf achten, dass es sich um toskanische Oliven handelt (wobei gelegentlich kleine Mengen gute umbrische oder ligurische Oliven verwendet werden, was den Genuss nicht trübt).

Doch auch in der Toskana ist Olivenöl nicht gleich Olivenöl. Olivenöl unterscheidet sich in Duft, Aroma und Eigenschaft je nach Anbaugebiet, Erntemethode und Sorten. -- Beispielsweise ist das beliebte Olivenöl aus der meernahen Ebene von Lucca ist in der Regel sehr viskos, duftet warm und reif-fruchtig, hat eine schwere, ölige Textur und hat einen nussigen, vollen Geschmack, es eignet sich z.B. zum Verfeinern von Braten und Fleischgerichten. Das Olivenöl des Chianti ist vollkommen anders, es ist weniger viskos und von leichterer Textur, duftet intensiv mineralisch und frisch, hat einen erfrischenden, grünen und leicht bitteren Geschmack und eine angenehme Schärfe im Nachhall, es eignet sich hervorragend zu pinzimonio (Gemüsedipp), pesto, crostini (Röstbrot) etc. -- In Ölmühlen oder direkt beim Erzeuger wird man in der Regel sehr gut beraten, kann sich über die verwendeten Sorten, Anbau- und Erntemethoden informieren und darf das Öl meistens auch verkosten. Man sollte sich mehr auf Gaumen und Vertrauenswürdigkeit des Händlers verlassen als auf meist selbsternannte Gütebezeichnungen wie "superiore". Auch das extrem hochpreisige "Tropföl" (d.h. das erste Öl aus der Presse, dass nur durch die Schwerkraft aus den geschichteten Oliven tropft, vor der eigentlich Pressung) hält oft nicht, was der Preis verspricht. Oft gibt es in der Ölmühle oder beim Produzenten mehrere Qualitäten zur Auswahl, die man verschieden verwenden kann.

Olivenöl eignet sich entgegen der landläufigen Meinung sehr gut zum Braten und sogar Frittieren (bis ca. 190°C), dafür verwendet man in der Regel eine mittlere Qualität ohne Herkunftsgarantie. Das hochwertige und aromatische toskanische Olivenöl extra vergine ist besonders delikat zu Gemüsegerichten und Suppen, einfachen Fleischgerichten, auf geröstetem Brot, in Salaten oder zum Einlegen exklusiver Antipasti wie Steinpilze oder Artischocken. Bei warmen Gerichten gibt man das gute Olivenöl meistens direkt vor dem Servieren hinzu. Man sollte stets ein kleines Sortiment verschiedener Olivenöle im Haus haben, um jedem Gericht eine individuell passende Note zu geben.


Die Speisenfolge beim Menue[Bearbeiten]

Ein vollständiges Essen besteht aus mindestens vier Gängen, ein festliches Menue oft aus mehr.

Man trinkt vor dem Essen einen Aperitivo und isst ein paar Häppchen wie Oliven, Cracker oder Chips. Oft nimmt man den Aperitivo schon vorher in der Bar ein und geht erst danach ins Restaurant. In hochpreisigen Restaurants gibt es vor dem Essen noch eine Kleinigkeit als "Gaumenkitzler".

Das Essen beginnt mit den antipasti (Vorspeisen). Neben den bekannten in Öl eingelegten Gemüsesorten, die ehemals hauptsächlich im Winter gereicht wurden, wenn das frische Gemüse knapp war, gibt es eine Vielzahl von leckeren Kleinigkeiten aus frischem Gemüse, Pilzen, jungem Pecorino oder Ricotta, an der Küste auch gern mit Meeresfrüchten und Fisch. Viele Antipasti sind sehr aufwändig gemacht, deswegen isst man sie nur in kleinen Mengen, auch wenn sie zum Weiteressen verführen. Beliebt sind in der Toskana crostini und bruschetta, Röstbrot mit Olivenöl, Gemüse, Tomaten oder Hühnerleberpaste, die im Rahmen eines größeren Menues allerdings meistens vor dem antipasto serviert werden.

Danach gibt es den primo (ersten Gang), der traditionell kohlehydratreich und sättigend ist, z.B. pasta (Teigwaren) wie pici (auch "pinci", eine Art handgerollte, dicke Spaghetti), gnocchi di ricotta (Frischkäse-Nocken) oder risotto (aus Reis) bzw. farrotto (aus Dinkel), in den kühlen Monaten nimmt man gern einen toskanischen Eintopf wie ribollita (Bohnen-Kohlsuppe) oder acqua cotta (gemischte Gemüsesuppe mit Ei).

Nun geht es zum secondo (Hauptgang), meistens mit Fisch oder Fleisch, gelegtlich auch eine Käseplatte (z.B. in einem Pecorino-Gebiet wie Pienza) oder ein vegetarischer Hauptgang mit Gemüse und/oder Eiern. Zubereitung und Zutaten variieren regional und saisonal. Nimmt man nichts von der Karte, sondern lässt sich etwas zusammenstellen, kann das den Preis wesentlich nach oben treiben. Man sollte auch bei den Preisangaben von Fleisch darauf achten, ob der Preis pro Gericht oder pro 100g angegeben ist, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Bei den Fisch- oder Fleischgerichten sind üblicherweise keine Sättigungsbeilagen dabei, man bestellt sie extra. Beliebt sind polenta (Maisgrieß), patate fritte (frittierte Kartoffelspalten, die wenig mit Pommes zu tun haben), patate al forno (mit Olivenöl gebackene Kartoffeln, oft mit Kräutern wie Lorbeer oder Rosmarin), fagioli (gegarte Bohnenkerne) und verschiedenes frisch gegartes Gemüse. Im Sommer nimmt man wahlweise einen grünen Salat. Das ungesalzene Weißbrot gehört dabei immer auf den Tisch und wird meist auch ohne Aufforderung nachgefüllt.

Schließlich nimmt man das Dessert ein. Im Sommer kann das einfach frisches Obst sein, ansonsten ein Stückchen Käse, ein Sorbet oder eine Süßspeise.

Wer möchte, nimmt einen caffè ein oder beschließt die Mahlzeit mit einer Grappa (Tresterbrand) oder einem hausgemachten Brand oder Digestiv. Man trinkt niemals cappuccino nach einer Mahlzeit, auch wenn man heute an die Launen der Touristen gewöhnt ist und den cappuccino sogar aktiv anbietet, denn der reichhaltige Milchschaum wirkt sättigend und wird traditionell nur als Frühstück eingenommen.

Kinder werden in den Gaststätten gern gesehen, selbst in guten Restaurants, man bemüht sich sehr um den Nachwuchs. Es ist nie ein Problem, für die Kinder kleinere Mengen oder spezielle Kinderteller zu bekommen. Kleine Kinder müssen hier nicht bis zum Schluss brav am Tisch sitzen, sondern dürfen schon während des Essens herumlaufen und spielen, irgendwer kümmert sich immer um sie, während die Eltern das Essen genießen. Man sollte in sehr hektischen Touristenlokalen allerdings besser auf den Nachwuchs achten, da man hier keine Zeit mehr für die Kinder hat oder sie im Weg stehen.

Ausgehen[Bearbeiten]

Der Reiz des toscanischen Nachtlebens geht nicht primär von grossen Clubs in den Städten aus. Denn die dortige Stimmung gibt's auch in Österreich, Deutschland oder in der Schweiz. Viel spannender sind die kleinen Bars in den romantischen kleinen Örtchen, wo man des öftern auch Einheimische antrifft. Sobald die Orte als Touristenorte funktionieren, passen sich die Preise entsprechend an. Gemütliches Ambiente ist aber meist inklusive.

Entlang der Küste - insbesondere südlich von Livorno - gibt's zahlreiche Strandbars mit Stil. Wer Parties à la Mallorca sucht, ist hier am falschen Ort. Bei guter Musik und herrlichem Sonnenuntergang einen süssen Drink geniessen, bevor man vom Wellenbrecher aus die Sterne beobachtet - die Toscana hat auch Romantikern einiges zu bieten.

In der Provinz Grossetto liegt das malerische Fischerdorf Castiglione della Pescaia. Erst spät nach der Siesta erwacht es gegen 21.00 Uhr zum Leben, die Strassen füllen sich mit Touristen und die Läden, Bars und Strassenkaffees haben bis spät in die Nacht geöffnet.

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Milde Winter 7 bis 10 °C und heiße Sommer 27 bis 31 °C.

Das Klima in der Toskana kann sich durch Höhenunterschiede und offenen bzw. Kessellagen der einzelnen Landschaften stark unterscheiden.

In der Regel ist es in den hohen, bergigen Lagen wie im Casentino oder der Garfagnana, aber auch am Monte Amiata im Sommer kühler als in den Tälern, hier gibt es oft raue, kalte Winde und im Winter auch Schnee.

Ausgewogener ist das Klima in den bewachsenen Hügellandschaften wie dem Chianti oder der Montagnola senese.

In den offenen, wenig bewachsenen Tälern kann es besonders an Sonnentagen tagsüber sehr heiß werden, während die Temperaturen in der Nacht stark fallen können. Oft weht ein kühler Wind über die ungeschützen Hügel.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Die Toskana liegt sehr zentral. Innerhalb von ein paar Stunden sind Ligurien, Emilia-Romagna, Umbrien und Latium von Florenz aus direkt mit dem Zug erreichbar.