Neu bei Wikitravel? Bitte lies dir kurz unsere Einsteigertipps durch.

Tūna el-Gebel

Aus Wikitravel
Wechseln zu: Navigation, Suche

Tuna el-Gebel (arab.: تونا الجبل, Tūnā al-Gabal) ist eine archäologische Stätte in Mittelägypten (Ägypten) im Gouvernement el-Minyā ca. 45 km südlich von el-Minyā, 15 km nordwestlich von Mallawī und 10 km westlich von el-Aschmunein auf dem Westufer des Nils.

Hintergrund[Bearbeiten]

Tūna el-Gebel ist die Nekropole der Hohen Priester des Gottes Thot, Tempel-Bediensteten und Militärangehörigen der Gauhauptstadt Chemenu (Hermopolis magna) bei el-Aschmunein von der 18. Dynastie bis in die griechisch-römische Zeit.

Zur Nekropole gehörte ein heute zerstörter Thot-Tempel, der mit unterirdischen Tiergalerien für Paviane und Ibisse, den heiligen Tieren des Thot, verbunden war und seit der 19. Dynastie benutzt wurde. Diese Kultstätte entwickelte sich alsbald zur Pilgerstätte. Insbesondere in griechisch-römischer Zeit ließen sich hier bedeutende Persönlichkeiten in Kalkstein- und Lehmziegel-Kapellen bestatten. Zu den bekanntesten Grabherrn gehören der Thot-Priester Petosiris, Ptolemaios und die Isadoro/Isidora.

In der Amarnazeit befand sich hier die Nordwest-Grenze des Stadtgebietes von Achetaton (Tell el-Amarna).

Anreise[Bearbeiten]

Auto[Bearbeiten]

Von el-Minyā aus nach Süden (42 km) bzw. Mallawī aus nach Norden fährt man bis er-Rōda (arab. الروضة, ar-Rūḍa), dann ca. 6 km nach Westen bis zum Dorf el-Aschmunein, von hier aus weitere 10 km bis nach Tūna el-Gebel. Es ist möglich, dass Sie sich einem Konvoi anschließen müssen.

Mobilität[Bearbeiten]

Unmittelbar vor der archäologischen Stätte gibt es einen Parkplatz. Das Gelände müssen Sie zu Fuß ergründen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die Nekropole sit von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt LE 15. Die Grenzstele etwa 500 m vor dem Eingang von Tūna el-Gebel ist kostenlos zugänglich.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist die des Grabes des Thot-Priesters Petosiris, der ca. 300 v. Chr. lebte, wegen seiner Dekoration. Das Grab besteht aus Vorhalle und Opferhalle. Die Vorhalle mit seinen Schrankenwänden ist mit Szenen des täglichen Lebens in einem ägyptisch-griechischen Mischstil dekoriert: Handwerker (Metallarbeiter, Tischler, Salbenmacher) und Landwirte beim Pflügen, bei der Getreide- und Flachsernte und bei der Weinherstellung. An der Rückwand sind Opferträger mit Buketts und die Söhne des Petosiris zu erkennen. Die sich anschließende Pfeilerhalle enthält ausschließlich religiöse Szenen im altägyptischen Stil. Auf den Pfeilern ist der Grabherr, verschiedene Götter anbetend, dargestellt. Die linke Wand zeigt den Begräbniszug, das Zentralfeld der Rückwand seinen Vater und Bruder, wie sie Osiris, Isis und Nephthys anbeten, und die rechte Wand den Grabherrn vor verschiedenen Göttern und Opferträgern. Von dieser Kammer aus gelangte man zur unterirdischen Grabkammer. Der Sarg des Petosiris steht heute im Ägyptischen Museum von Kairo.

Im Süden des Grabes des Petosiris findet man weitere Gräber, so das des Ptolemaios und das der Isadoro/Isidora. Letztere lebte im 2. Jahrhundert n. Chr. und wurde in Folgezeit sehr verehrt. Sie ertrank im Nil, ihre Mumie liegt heute noch in ihrem Grab.

Auf dem Rückweg sollte man sich dem 35 m tiefen Brunnenschacht (es-Sāqīya) aus ptolemäischer Zeit zuwenden.

Der letzte Höhepunkt ist der Besuch der Tierkatakomben (Galerie C; arab. السرادب, as-Sarādib) im Nordwesten der Nekropole. Am Ende der Eingangstreppe befinden sich der Kultbildraum des Ptolemaios’ I. und eine bemalte Paviankammer. Die Galerien bestehen selbst aus zahlreichen Nischen, in denen Ibis-Mumien in Tonkrügen und Pavian-Mumien bestattet wurden; beides sind die heiligen Tiere des Gottes Thot. Gefüllte Nischen wurden später verschlossen.

Vor oder nach dem Besuch der Nekropole sollte man der Amarna-Stele A, ca. 500 m nördlich der Nekropole auf der westlichen Straßenseite, einen Besuch abstatten. Sie gehört zu den 14 so genannten Grenzstelen, die die Stadtgrenze von Tell el-Amarna markieren. Sie enthalten ein Dekret zur Anlage der Stadt. Die Stele A wird beiderseitig von einer Statuengruppe des Königspaares eingerahmt. Die Stele A ist die am einfachsten zugängliche Grenzstele.

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Unterkunftsmöglichkeiten bestehen in el-Minyā.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Der Besuch von Tūna el-Gebel lässt sich mit dem Besuch von el-Aschmunein verbinden.

Weblinks[Bearbeiten]




Varianten

Aktionen

Insider für dieses Reiseziel:

In anderen Sprachen