Wer auf Reisen geht, muß mit Unwägbarkeiten rechnen. Eine Schwierigkeit ist die Nutzung von elektrischen Geräten. Dies liegt an den unterschiedlichen Stromsystemen. Während in Europa, dem Großteil Afrikas, Asiens und Australiens/Ozeaniens 220 - 240 V mit 50 Hz üblich sind, wird in Nord-, Zentral- und Südamerika sowie westlichem Japan 120 - 140 V mit 60 Hz verwendet. Neben verschiedenen Spannungen und Frequenzen gibt es zudem noch verschiedene Steckersysteme. Um diesem Problem zu begegnen, empfiehlt sich daher ein Multiadapter. Wenn dieselbe Spannung und Hertzzahl wie im Heimatland verwendet wird, reicht ein Steckeradapter. Ist dieses nicht der Fall, muß ein Spannungskonverter zum Einsatz kommen. Achtung: ein Spannungskonverter ändert nur die Spannung, nicht jedoch die Frequenz. Viele der modernen elektronischen Geräte können dank eingebautem Netzteil mit verschiedenen Spannungen betrieben werden. Hierzu sollte man aufmerksam in der Bedienungsanleitung nachlesen.
1) Grossbritanien, Irland und Hongkong: Eine sogenannte Rasierersteckdose (ähnlich Typ C) ist gelegentlich in Badezimmern vorhanden. Hier besteht oftmals die Möglichkeit, sowohl 110 V als auch 220 V zu benutzen; die Spannung ist dabei häufig über einen Schalter wählbar. Diese Steckdosen sind auf 1A oder 3A abgesichert, können also nur für Geräte mit 200W-600W benutzt werden (Rasierer, elektrische Zahnbürsten, kein Fön!). Steckdosen des Typ G haben häufig einen Ein-/Ausschalter.
2) Brasilien, Bolivien: Die Netzspannung kann teilweise in der selben Gegend, sogar im selben Gebäude, zwischen 110 und 230 V betragen.
4) Südkorea: Das Stromnetz wird auf 220 V umgestellt. Es gibt teilweise noch die alte Spannung mit 110 V (Steckertyp A und B). Teilweise wird sowohl 110 V als auch 220 V angeboten.
5) Argentinien und Uruguay: Aussenleiter und Neutralleiter sind vertauscht.
6) Liberia: Da es keine zentrale Stromversorgung und Kontrolle gibt, schwankt die Spannung zwischen 110 und 220 V, die Frequenz schwankt zwischen 50 und 60 Hz. Stecker Typ A und B sind überwiegend bei 110-V-Anschlüssen und C und F bei 220-V-Anschlüssen zu finden. Im Zweifelsfall Spannung prüfen.
8) Mexiko und USA: Für Klimaanlagen und Waschmaschinen und Ähnliches werden 240 V verwendet, entsprechende Hinweise fehlen auf den Steckdosen in Mexiko häufig.
Geräte mit eingebauten oder externem Netzteil wie Laptops, Ladegeräte für Digitalkameras und Handys, portable CD Spieler und ähnliches sind für den Reisenden am unproblematischsten. Hier genügt in aller Regel ein Steckeradapter, um diese auch mit anderen Stromsystemen betreiben zu können.
Hier ist vor allem der Fön zu erwähnen. Diese Geräte sind meist für eine bestimmte Spannung gebaut und daher nicht mit anderen Systemen kompatibel. Die Verwendung einer falschen Spannung kann zum Brand des Gerätes oder Schlimmerem führen.
Falls ein Gerät zum ersten Mal in einem anderen Stromnetz betrieben wird, sollte man es nicht aus den Augen lassen. Starke Überwärmung, ungewöhnliche Geräusche und aufsteigender Rauch sind Alarmsignale. Wenn möglich die Stromzufuhr über die Hauptsicherung oder (wenn vorhanden) über einen Schalter an der Steckdose unterbrechen. Bei direktem Ziehen des Steckers besteht die Gefahr eines Stromschadens durch angeschmolzene Isolierungen.
Man sollte niemals versuchen, ein Gerät mit einer höheren Spannung zu betreiben, als vorgesehen ist (beispielsweise 230V statt 110V). Das Gerät wird, sofern es nicht anpassbar ist, wahrscheinlich beschädigt und kann Feuer fangen oder explodieren.