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Spanish Town

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Jamaika : Spanish Town
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Spanish Town
Kurzdaten
Bevölkerung: 92.400
Koordinaten: 17° 59' 43" N, 76° 57' 6" W 
Zeitzone: UTC−5




Spanish Town ist eine Stadt im Südosten vom Jamaika ca. 15 Kilometer westlich der Hauptstadt Kingston.

Hintergrund[Bearbeiten]

Spanish Town wurde 1523 von den spanischen Eroberern als Santiago de la Vega gegründet. Zwischen 1534 und 1872 wurde die Insel von dort aus regiert. Als die britischen Truppen die Insel besetzten gab es zwischen 400 und 500 Wohnhäuser. 1655 zerstörte man alle Kirchen und Klöster der Stadt und brannte sie nieder. Um die Stadt herum wurde im letzten Jahrhundert großflächig Zuckerrohr angebaut. Dazu wurde der an der Stadt vorbei fließende Fluß Rio Cobre aufgestaut, das Stauwasser über offene Kanäle auf die Felder geleitet. Diese Kanäle sind noch heute vorhanden. Ein großer Teil der Zuckerrohrfelder liegt inzwischen brach. Auf einer weiteren Fläche südöstlich von Spanish Town entstand der Ort Portmore, geplant auf dem Reißbrett, eine reine Schlafstadt für die Mittelschicht von Kingston. Spanish Town selbst wurde in der Neuzeit immer mehr zum industriellen Vorort von Kingston mit einer breiten Palette von mittelgroßen Betrieben. Das Stadtzentrum hat enge, verwinkelte Straßenzüge, ist heiß, schmutzig, unfreundlich und hatte besonders in den 1970 und 80-er Jahren eine hohe Kriminalitätsrate. Erst in den letzten Jahren entstanden an der Hauptdurchgangsstraße drei große Einkaufszentren. Für Touristen ist nur der kleine Bereich des Stadtzentrums mit den historischen Gebäuden von Bedeutung. Ohne diese würde man die Stadt besser umfahren. Ein weiterer Beleg für den wenig attraktiven Ort ist das Fehlen jeglicher Hotels.

Anreise[Bearbeiten]

Die Staatsstraße A1 verbindet das Zentrum der Hauptstadt Kingston auf 19 Km mit Spanish Town. Schon Anfang der 1970-er Jahre wurde die Straße von der Stadtgrenze Kingston bis nach Spanish Town vierspurig ausgebaut. In der Folgezeit erhielt diese Schnellstraße den Namen Nelson Mandela Highway. Gleichzeitig wurde zentrumsnah der Spanish Town By-Pass als Umgehungsstraße gebaut. Diesen kann man etwa auf halbem Wege verlassen, um an der Südküste nach Westen zu fahren, oder an seinem Ende wieder auf die A1 geleitet werden. Dann fährt man weiter in nördlicher Richtung durch das enge Tal des Rio Cobre zur Nordküste nach Ocho Rios. Zur Jahrhundertwende wurde parallel der kostenpflichtige Highway 2000 gebaut, der in der Planung bis nach Montego Bay führen soll.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Von gewisser geschichtlicher Bedeutung und touristischem Interesse ist nur das Stadtzentrum. Dies war eine Plaza, bei den Engländern wurde es zum Paradeplatz, heute ist es schlicht „The Park“. Eine Reihe hoher Palmen und eine Mauer mit Gußeisenzaun darauf umgeben ihn. Seine heutigen Ausmaße entsprechen der ursprünglichen Größe der spanischen Plaza.

Auf der Nordseite befindet sich das Nationalarchiv von Jamaika in weiß getünchten Gebäuden, dort werden alle wichtigen Dokumente und Urkunden der Insel aufbewahrt. Ursprünglich war das linke Gebäude als Munitionslager errichtet worden. In der Mitte davor befindet sich das mehrfach renovierte Rodney Memorial. Es wurde zum Gedenken an Admiral George Rodney errichtet. Unter seiner Führung konnte die britische Flotte im Jahre 1782 südlich von Guadeloupe der französischen Flotte unter dem Count de Grasse eine vernichtende Niederlage beibringen. Dadurch wurde die britische Vorherrschaft in der Region gesicherte. Die Statue wurde von dem englischen Künstler John Bacon aus italienischem Mamor gemeiselt. Die beiden Kanonen rechts und links der Statue stammen von dem französischen Flaggschiff.

An der Westseite des Platzes steht die Fassade vom Old Kings House. 1759-65 zum damaligen Preis von 30.000 britischen Pfund erbaut, war es bis 1872 Sitz des Generalgouverneurs. Im Jahre 1838 wurde von den Stufen aus die Abschaffung der Sklaverei verkündet. 1925 wurde der größte Teil des Gebäudes durch ein Feuer zerstört. Heute ist in den anschließenden Stallungen das Folk Museum untergebracht. Die Ausstellung ist keinen Besuch Wert.

Gegenüber auf der Ostseite steht das House of Assembly, 1762 erbaut. Hier im Versammlungshaus berieten sich die Volksvertreter, heute ist es der Sitz der Bezirksregierung.

Als letztes Gebäude wurde 1819 auf der Südseite des Platzes das Gerichtsgebäude erbaut. Ursprünglich befand sich dort die spanische Kirche des weißen Kreuzes. Nach einem Brand im Jahre 1986 stehen nur noch die leeren Wände des Gerichtsgebäudes, ein historischer Wiederaufbau ist geplant.

Keine 100 Meter südlich dieses Platzes erreicht man die Cathedral of St. Jago. Sie steht an der Stelle einer ersten Franziskanerkapelle aus dem Jahre 1525, die 1666 von den Engländern durch eine eigene Kathedrale ersetzt. Diese wurde 1712 von einem Hurrikan zerstört und 1714 in einem romanisch beeinflussten Stil wiederaufgebaut. Erst später erhielt sie gotisch inspirierte Anbauten. Der ungewöhnliche Turm wurde erst 1831 aufgesetzt.

Die letzte "Sehenswürdigkeit" des Ortes ist eine Brücke über den Rio Cobre am Stadtrand, neben der Hauptstraße nach Kingston. Es ist die älteste Eisenbrücke im karibischen Raum. Sie wurde 1801 aus vorgefertigten Teilen zusammengebaut. Die Brücke steht unter Denkmalschutz und wird nur noch von Fußgängern benutzt.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Weiter geht's[Bearbeiten]

Varianten

Aktionen

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