Selva Subandina
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Die Selva Subandina, auch yunga genannt, ist eine subtropische Urwaldregion im andinen Nordwesten Argentiniens. Sie zieht sich in Nord-Süd-Richtung zwischen dem extremen Nordosten der Provinz Catamarca bis an die Grenze nach Bolivien hin.
[bearbeiten] Regionen
Der subtropische Urwald liegt am Osthang der sogenannten Sierras Subandinas östlich der Anden. Diese werden durch die Täler Valle de Lerma bei Salta und Valle del Río Grande de Jujuy bei San Salvador de Jujuy durchschnitten, die zur Region der Quebradas überleiten.
Die Vegetation richtet sich nach der Höhenlinie. Unterhalb von 500 m liegt die Selva Basal, ein heute wegen landwirtschaftlicher Nutzung fast komplett abgeholzter Urwald, der in die Ebene des Chaco übergeht und dabei an Dichte verliert. Am dichtesten ist die Flora zwischen 500 und 800 m Höhe in der immergrünen sogenannten Nuboselva (Nebelwald), darüber schließen die deutlich trockeneren Bosques Montanos (Bergwälder) an, die mit zunehmender Höhe ihren Urwaldcharakter verlieren. Oberhalb von 1500 m geht die Vegation in Grasländer über, die bis zu den Gipfeln anhalten. An den Westhängen der Sierras herrscht trockene Steppenvegetation.
[bearbeiten] Orte
Die Region der Selva Subandina gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten Argentiniens. Alle wichtigen Städte des Nordwestens befinden sich in dieser Region.
- San Miguel de Tucumán, 800.000 Einwohner, die größte Stadt Nordwestargentiniens mit vielen Bauten aus der Kolonialzeit und einem aktiven Kulturleben
- Salta, 500.000 Einwohner, die am besten erhaltene Kolonialstadt Argentiniens mit einem sehenswerten Zentrum
- San Salvador de Jujuy, 300.000 Einwohner, sehr reizvoll in einem Bergtal gelegene Stadt mit einigen kolonialen Bauten im Zentrum.
- San Ramón de la Nueva Orán, 100.000 Einwohner, Metropole der tropischen Landwirtschaft nahe der Grenze zu Bolivien und Ausgangspunkt für den unberührtesten Teil des Urwaldes
- Tartagal, 70.000 Einwohner, nahe der Grenze zu Bolivien und Paraguay, Handels- und Landwirtschaftsmetropole und Zentrum der indianischen Kultur des Nordwestens (acht verschiedene Völker wohnen in der Region)
- Concepción, 60.000 Einwohner, im Süden von Tucumán gelegene Industriestadt mit gutem Zugang zum Urwald
- Tafí del Valle, 8.000 Einwohner, beliebtester Ferienort der Region, gelegen in einem Bergtal mit Stausee auf 2.000 m Höhe, oberhalb des Urwaldes
[bearbeiten] Weitere Ziele
- Nationalpark Baritú, unberührter und schwer zugänglicher Nationalpark an der Grenze zu Bolivien mit der größten Artenvielfalt Argentiniens
- Nationalpark El Rey, im Zentrum der Provinz Salta, Nationalpark mit recht guter Infrastruktur
- Nationalpark Calilegua, im Osten der Provinz Jujuy, Urwaldpark, den man auf einer Straße gut durchfahren kann, mit guter Infrastruktur
- Nationalpark Andacollo, im Westen der Provinz Tucumán, neuster Nationalpark der Region, kaum Infrastruktur
- Dique Escaba, direkt im Urwald gelegener Stausee im Süden von Tucumán, mit minimaler Infrastruktur (Campingplatz)
[bearbeiten] Hintergrund
Die Selva Subandina ist der argentinische Teil der Selva Tucumano-Boliviana oder Yunga, eines größeren Urwaldgebietes, das sich an den Osthängen der Anden und ihrer Vorgebirge über Bolivien bis in den Osten von Peru erstreckt. Bisher ist die Gegend vom Massentourismus noch nicht entdeckt worden, die interessantesten, unberührtesten Gebiete sind daher auch (mit Ausnahme des Nationalparks Calilegua) recht schwer zu erreichen. Am Fuß der Sierra liegen die großen Städte, wie aneinandergereiht in Nord-Süd-Richtung, umgeben von Zuckerrohr- Tabak und Zitrusplantagen, dem einstigen Reichtum der Region. Oft hat man den Eindruck eines riesigen Ballungsraums. So hat das gesamte Tal der Provinz Tucumán eine Bevölkerungsdichte von mehr als 1.000 Einwohnern pro Quadratkilometer! Dies hat leider als negative Auswirkung die Abholzung des Regenwaldes mit sich gebracht.
Wer die Natur kennenlernen will, sollte ein Zelt mitzunehmen, da es im Urwald selbst fast keine Hotels gibt, man in den Nationalparks aber gut campen kann. Eine der wenigen Möglichkeiten ist die Gegend um den winzigen Ort La Viña im Nordosten der Provinz Catamarca, die sehr reizvoll ist und einen Ferienkomplex mit Hütten (cabañas) gibt. Nur für Eilige und Bequeme empfehlenswert ist allgemein der Besuch der Ferienorte in der Umgebung von San Miguel de Tucumán, z.B San Javier oder Villa Nougués. Auch wenn diese Orte gut über Busse erreichbar sind, sieht man wenig vom Urwald selbst, da dieser dort weitgehend in Kulturland umgewandelt wurde. Zwar haben diese Orte eine recht gute Infrastruktur und bieten auch oft gute Aussichten auf das Tal, wer aber wirklich die üppige Natur erleben will, sollte die Nationalparks und Naturreservate besuchen.
Die großen Städte der Region sind allerdings ebenfalls sehenswert. Jede hat ihren eigenen Charakter. So kontrastiert die geschäftige, brummende Metropole Tucumán - man sagt, sie habe das beste Nachtleben Argentiniens - mit dem trotz seiner Einwohnerzahl beschaulichen kolonialen Salta und dem kleineren, von Natur umgebenen San Salvador de Jujuy.
Wirtschaftlich gilt die Region als eines der großen Armenhäuser des Landes, besonders schwer betroffen sind die südlichen Teile. In Tucumán, der ärmsten Provinz Argentiniens, sind 22% der Kinder unter 5 Jahren unterernährt. Im Zentrum der Stadt Tucumán merkt man davon wenig, aber an der Peripherie, z.B. im explosiv wachsenden Tucumaner Vorort Alderetes, liegt der Durchschnittslohn bei 150 Pesos und damit bei weniger als einem Fünftel des argentinischen Durchschnitts, weit unter der Armutsgrenze. Die Ursache für diese Misere liegen bereits mehr als 50 Jahre zurück: Damals boomte die Region als Zuckerlieferant der Welt. Seit jedoch ärmere Staaten in Konkurrenz treten und die Preise sinken, mussten viele Zuckerfabriken geschlossen werden und die Arbeitslosigkeit wuchs stark an. Zwar hat die Region auch Erdöl und eine reichhaltige Industrie, dennoch reichen diese Wirtschaftszweige nicht aus, um die Abhängigkeit vom Zuckeranbau zu lösen und so die Lage der Region zu verbessern. Deutlich besser ist die Situation in Salta mit seiner vielfältigen Wirtschaft und einer rennommierten Universität. Der Reichtum dieser Provinz ist aber im Wesentlichen auf seine Hauptstadt beschränkt: Im Nordosten, dem Gebiet um Tartagal, ist die Situation ähnlich schlecht wie in Tucumán.
[bearbeiten] Sprache
Gesprochen wird der für den gesamten Nordwesten Argentiniens typischen Dialekt, der dem in Zentralargentinien ähnelt und deutlich vom Litoral (z.B. Buenos Aires) abweicht.
Im Norden der Region werden noch verschieden indigene Sprachen gesprochen, u.a. das mit dem Guaraní verwandte Chiriguano, das Wichi und das Toba, in den höher gelegenen Gebieten auch Quechua und Aymara (geschätzt insgesamt ca. 100.000 Sprecher).
[bearbeiten] Anreise
Die Städte, die an der Achse zwischen Catamarca, Tucumán und der Grenze zu Bolivien liegen, werden von einem dichten Busnetz aus allen Gegenden angefahren und sind ihrerseits Ausgangspunkte für Ausflüge in die Urwälder.
Flughäfen gibt es in San Miguel de Tucumán, Salta und Jujuy. Die Landepisten vieler kleinerer Orte sind dagegen oft verwaist.
Mit dem Auto erreicht man die Gegend am besten über die Ruta Nacional 9, die die Hauptachse der Region bildet und mit etwa 15 km Abstand östlich von den Urwaldgebieten vorbeiführt.
[bearbeiten] Mobilität
Das Tal mit den meisten Städten hat eine sehr gute Verkehrsinfrastruktur. Schwieriger wird es, wenn man ohne eigenes Fahrzeug in die abgelegenen Gegenden will. In einige der Urwaldgebiete fahren Kleinbusse (Traffic) meist einmal am Tag (z.B. zum Dique Escaba).
[bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Koloniales Zentrum von Salta (Kirchen, Monumentalbauten, traditionelle spanische Häuser und Galerien, etc.)
- Regierungspalast und Kathedrale in San Miguel de Tucumán
[bearbeiten] Aktivitäten
In den Nationalparks kann man gut wandern, man sollte aber in der Gruppe unterwegs sein, da besonders außerhalb der Saison kaum Touristen diese Gegenden besuchen und die Infrastruktur recht schlecht ist. Ebenfalls empfehlenswert sind Reittouren.
Baden kann man gut in den Stauseen der Region, z.B. dem Dique Escaba und dem Dique El Cadillal in Tucumán und dem Dique Sumampa in Catamarca.
[bearbeiten] Küche
Die tropische Landwirtschaft führt dazu, dass in der Region sehr günstig Früchte wie etwa Mangos und Melonen zu bekommen sind. Ansonsten wird in den Restaurants meist das argentinische "Standardangebot" geliefert.
[bearbeiten] Ausgehen
San Miguel de Tucumán ist im ganzen Land für sein Nachtleben bekannt, das fast die ganze Woche lang dauert. Ebenfalls eine gute Auswahl an Ausgehmöglichkeiten bieten Salta und Jujuy. Typischerweise liegen die größeren Diskotheken etwas außerhalb der Stadtzentren in Vororten, in Tucumán etwa in Yerba Buena (Westen) und in Jujuy in Palpalá (Südwesten). In den kleineren Städten gibt es ebenfalls Diskotheken und Pubs.
[bearbeiten] Sicherheit
Etwas mehr als im Rest des Nordwestens muss man natürlich in der größten Stadt San Miguel de Tucumán auf der Hut vor Kriminellen sein, auch wenn das Kriminalitätsniveau unter dem von Buenos Aires liegt. Salta und Jujuy sind dagegen ruhig, dort kann man problemlos bis spät in der Nacht herumspazieren.
[bearbeiten] Klima
Das Klima ist allgemein recht feucht, es gibt jedoch weit weniger Regen als etwa in der Amazonasregion (ca. 800-1000 mm). Beste Reisezeit ist das Winterhalbjahr (Mai bis Oktober) , dann ist die Region relativ trocken und angenehme Temperaturen um 20°- 30°C bei viel Sonnenschein herrschen vor, allerdings gibt es auch teilweise längere Kälteeinbrüche mit grauem Nieselregenwetter, aber so gut wie nie starkem Regen. Die Sommer sind dagegen schwülheiß mit sehr häufigen Regenfällen und Gewittern, die durchschnittlichen Tagestemperaturen liegen zwischen 30° und 35°C, oft werden 40°C erreicht. Im Nebelwald gibt es an jedem zweiten Tag dichten Nebel (im Winter allerdings selten).
[bearbeiten] Weiter geht's
Eine Reise in die Region kann man gut mit einem Ausflug in die Puna und die Quebradas, nur durch die Berge vom Urwald getrennt, verbinden. Der Kontrast zwischen dem üppig grünen Regenwald und den staubtrockenen Steppengebieten auf der Westseite der Berge ist sehr beeindruckend. Besonders reizvoll ist die (sehr kurvige, aber geteerte) Straße zwischen San Miguel de Tucumán und Santa María del Yokavil in Catamarca, über Famaillá, Tafí del Valle und Amaichá del Valle, bei der ein 3.000 m hoher Pass überquert wird und der Urwald zum Greifen nah erscheint - auf der anderen Seite empfangen den Reisenden vielfarbige Wüstenberge bei Santa Maria. Ebenfalls sehr zu empfehlen ist eine Reise in die Quebrada de Humahuaca.
[bearbeiten] Weblinks

