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Südtirol

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Villnöß - St. Magdalena
Lage
South Tyrol in Italy.svg
Kurzdaten
Hauptstadt: Bozen
Staatsform: Autonome Provinz
Währung: Euro (EUR)
Fläche: 7.400,43 km²
Bevölkerung: 515.714 (31. Dez. 2013)
Zeitzone: UTC+1
Website: Tourismusseite



Die mehrheitlich deutschsprachige Provinz Südtirol ist, neben der italienischsprachigen Provinz Trentino, der zu Italien gehörende Teil der Alpenregion Tirol, südlich des Brennerpasses.

Regionen[Bearbeiten]

Orte[Bearbeiten]

Städte[Bearbeiten]

  • Bozen (104.000 Einwohner), ital. Bolzano
  • Brixen (20.700 Einwohner), ital. Bressanone
  • Bruneck (15.500 Einwohner), ital. Brunico
  • Glurns (880 Einwohner), ital. Glorenza, eine der kleinsten Städte Europas mit komplett erhaltener Stadtmauer
  • Leifers (17.200 Einwohner), ital. Laives
  • Meran (38.200 Einwohner), ital. Merano
  • Sterzing (6.400 Einwohner), ital. Vipiteno

Kleinere, aber touristisch interessante Orte[Bearbeiten]

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Ehrenburg (ital.: Casteldarne), romantisches Dörfchen im schönen Pustertal, wunderschönes Schloss und prunkvoll eingerichtete Kirche, Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und Radtouren.

Hintergrund[Bearbeiten]

1363 übergab die Gräfin von Tirol Margarethe Maultasch dem Habsburger Herzog von Österreich Rudolf IV. die Grafschaft Tirol. Benannt ist diese nach dem Stammsitz der Grafen, dem Schloss Tirol bei Meran.
Im Zuge der napoleonischen Kriege verlor Österreich 1805 Tirol an Bayern. 1809 erhoben sich die Tiroler unter der Führung von Andreas Hofer, einem Wirt aus dem Passeiertal gegen die bayrisch-französischen Truppen. Nach anfänglichen Erfolgen wurde der Aufstand niedergeschlagen und Hofer in Mantua hingerichtet. Nach dem Sturz Napoleons wurde Tirol 1813 wieder an Österreich angeschlossen.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde die südliche Hälfte Tirols, das heutige Südtirol mit dem Trentino ("Welschsüdtirol"), durch den Friedensvertrag von Saint Germain der Siegermacht Italien zugesprochen. Die Brennerlinie wurde zur Staatsgrenze erklärt.
1922-1939: Die faschistische Regierung Italiens betreibt eine "Italienisierung" Südtirol. Der Unterricht in deutscher Sprache wird verboten, italienische Ortsnamen eingeführt, große Industriebetriebe werden in Südtirol angesiedelt um italienischen Arbeitern aus dem ganzen Land einen Anreiz bieten zu können.
1939: Hitler und Mussolini stellen die deutschsprachigen Südtiroler vor die Wahl (Option): Ins Deutsche Reich auswandern oder im Land bleiben und auf jede sprachliche und kulturelle Eigenständigkeit verzichten. Der Krieg verhindert die Auswanderung eines Großteils der Bevölkerung. 75.000 wandern aus.

Im Mai 1945 wird Südtirol von den Alliierten besetzt. Am Rande der Pariser Friedenskonferenz wird ein Schutzvertrag für die Interessen der deutschsprachigen Minderheit unterzeichnet. 1948 genehmigt die italienische Nationalversammlung das 1. Autonomiestatut für die Region Trentino-Südtirol. 1960 fordert eine UNO-Resolution eine Ausweitung dieser Autonomie. 1972 tritt das neue Autonomiestatut in Kraft welches der Autonomen Provinz Bozen weitreichende Selbstbestimmungsrechte einräumt.

Sprache[Bearbeiten]

70 % der Südtiroler gehören der deutschen Muttersprache an, 25 % der italienischen und 5 % der ladinischen. In den größeren Städten ist der Anteil der italienischsprachigen Bevölkerung wesentlich höher (Meran ca. 50%, Bozen ca. 73% Italiener). Die Amtssprachen sind deutsch, italienisch und ladinisch.

Anreise[Bearbeiten]

Die klassische Anreise sowohl per Auto als auch per Bahn erfolgt von Innsbruck kommend über den Brennerpass. Wer ins Vinschgau möchte, kann auch über den Reschenpass anreisen, der nicht so stark frequentiert ist wie der Brenner und keine Autobahngebühr kostet. In Bozen befindet sich ein Regionalflughafen, der ganzjährig mit Rom und Mailand im Linienverkehr verbunden ist.

Fahrrad[Bearbeiten]

Aus Deutschland führt die Via Claudia Augusta von Donauwörth über Augsburg, dem Fernpass (A), dem Reschenpass (A), durch den Vinschgau, über Meran, Bozen, Trient nach Venedig.

Mobilität[Bearbeiten]

Südtirol verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, der Bahnverkehr beschränkt sich nicht nur auf das Eisack- und Etschtal folgende Hauptverbindung Innsbruck - Verona und die Bahnlinien durch das Pustertal nach Lienz und durch den Vinschgau. Allerdings sind die Züge nicht sehr schnell, dafür sehr billig. Gute Bahnanbindung auch bis Venedig.

Eine günstige Möglichkeit stellen die Busverbindungen des Transport Verbundsystems der Autonomen Provinz Bozen dar. Fast jede kleine Ortschaft im ganzen Land ist über öffentliche Busse erreichbar.

Der km kostet 0,15 € mit Bus oder Bahn. Wenn man diese öfters in Anspruch nehmen will, so ist es ratsam, sich einen Fahrschein zu 10 € oder 25 € zuzulegen (mit diesem Fahrschein kostet der km 0,12 €. Man kann diesen Fahrschein nicht nur in den Stadtbussen benützen, sondern auch mit den Zügen von Trient bis Innsbruck, den Überlandbussen und den Stadtbussen von Meran, Brixen, Schlanders, Bruneck, Leifers, Mals und Toblach fahren. Am Besten aber kaufen Sie sich eine sog. "Mobilcard", das sind 1- Tages-, 3-Tages 7-Tageskarten: Sie gibt es für 1 Tag: 15 €, 3 Tage: 23 € und 7 Tage: 23 €. Der Vorteil dieser Karten ist, dass man unlimiert durch ganz Südtirol mit allen öffentlichen Verkehrsmittel fahren kann. (Regionalzüge der SAD und Trenitalia, Busse, City-Busse, Seilbahnen) Achten Sie jedoch auf alle Fahrkarten, denn sie sind extrem anfällig. Lassen Sie die Fahrkarten nie neben einen Handy, Magneten oder sonstiger Wärmequellen liegen und achten Sie darauf die Karten nicht zu verbiegen. Ansonsten werden sie beschädigt und sind vom Entwerter nicht mehr lesbar und somit ungültig.

Das Fahrradnetz wurde in den letzten Jahren sehr gut ausgebaut mit dem Ziel alle Täler zu verbinden. Sehr beliebt ist der grenzüberschreitende Fahrradweg von Toblach/Innichen im Pustertal nach Lienz (Österreich).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

  • Dolfi Land: Holzschnitzkunst aus Südtirol mit ganzjährigem Weihnachtsmarkt in St. Ulrich. www.dolfiland.com
  • Die berühmten Drei Zinnen im Hochpustertal
  • Die Sextner Sonnenuhr - weltgrößte steinerne Bergsonnenuhr
  • Schloss Tirol bei Meran
  • Archäologiemuseum in Bozen mit der weltberühmten Eismumie "Ötzi"
  • Bunker- und Festungsanlagen/-ruinen des 1. Weltkriegs in ganz Südtirol
  • [3-Burgenwanderung] bei Eppan
  • Reinhold Messners Bergvölker Museum Firmian auf Schloss Sigmundskron bei Eppan
  • [Eislöcher] Eppan/Berg ungewöhnliches Kältewunder Klima/Vegetation von 2000 Höhenmetern auf 500 Höhenmetern

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Sommer/Frühling/Herbst:
17.000 km markierte Wanderwege: Höhenwege und Gipfeltouren, Talwanderungen und Seenrundwege, Wanderungen auf Schutzhütten und Almen. Etwas besonderes für den Westen Südtirols sind die Waalwege. Der Vinschgau und der Raum rund um Meran sind seit jeher äußerst regenarm. Deshalb konstruierten die Bauern vor Jahrhunderten ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem: die Waale. Sie hoben viele Kilometer Gräben aus, bauten Holzrohre und Rinnen und leiteten damit das Gletscherwasser zu ihren Wiesen und Feldern. Diese alten Konstruktionen durchziehen noch die Landschaft. Abenteuerliche Pfade und Stege, bilden die Waalwege. Einst zur Instandhaltung der künstlichen Wasseradern gedacht, sind sie heute als Wanderwege sehr beliebt.
Ganz Südtirol ist von einem Radwegenetz durchzogen. Besonders reizvoll ist der Pustertal-Radweg, der bis nach Lienz (A) führt und der Vinschger Radweg von Mals nach Meran. An der Strecke liegen die Haltestellen der Vinschgerbahn, von denen einige einen Radverleihe betreiben. Dadurch bietet sich eine Kombination von Bahn&Bike an.

Winter:
27 größere und kleinere Skigebiete stellen die Hauptattraktion im Winter dar. Der Skiverbund Ortler Skiarena deckt die westliche Landeshälfte ab. In den Dolomiten sind alle Skigebiete zum größten Skikarussell der Welt Dolomiti SuperSki zusammengefasst. Langlaufloipen gibt es in vielen Hochtälern (z.B. Höhlensteintal, Ridnauntal) und auf Almen (z.B. der Seiser Alm, der Villanderer Alm). Rodeln, Schneeschuhwandern, Skitouren und Eislaufen gehören ebenfalls zu den beliebtesten Winteraktivitäten und werden als kleine Abenteuertouren von vielen Hotels in Südtirol [1] angeboten. Die bevozugte Zeit für diese Aktivitäten ist ab Oktober und kann sich bis zum März des darauffolgenden Jahres hinziehen.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Der italienisch-mediterrane Einfluss auf die bodenständige alpine Küche ist natürlich in Südtirol besonders stark ausgeprägt. Neben traditionellen Gerichten wie Knödeln, Schlutzkrapfen, Tirtlen und Krapfen sind Nudelgerichte, Pizza, Risotto und andere italienische Köstlichkeiten sehr beliebt.
In Buschen- und Hofschankbetrieben wird die bäuerliche Küche auf gutem Niveau gepflegt. Von Oktober bis Dezember ist in allen Weinbaugebieten das Törggelen gepflegt, eine Verkostung der erntefrischen Kastanien, Obstsorten und des jungen Weines. Dazu werden Gerstesuppe, Selchfleisch, Sauerkraut und süße Krapfen serviert.
In den Pizzerias und Restaurants findet man eine Kombination der italienischen und der alpinen Küche. Alle Bars und Cafes servieren den obligatorischen italienischen Caffe, als espresso, macchiato, cappuccino, latte macchiato...
In den letzten Jahren erlebte die Gourmetküche einen enormen Aufschwung. 11 Restaurants halten einen Michelin-Stern, das St. Hubertus in St. Kassian (Gadertal) sogar zwei. 68 Hauben-Lokale kochen auf hohem Niveau und favorisieren die Verwendung heimischer, saisonaler Produkte.

Wein:

Seit Jahrhunderten wird der Weinbau in Südtirol gepflegt. Hohe Tages- und niedrige Nachttemperaturen wirken sich günstige aus und geben den Südtiroler Weinen eine besondere Fruchtigkeit. Südtirol ist eine der kleinsten Weinbauregionen Italiens. 98% der Weine stehen unter DOC-Schutz. Trotz der geringen Anbaufläche von 5000 ha und der produzierten Menge von nur 350.000 hl stammen über 7% der "Drei-Gläser-Weine" aus Südtirol. Diese wichtige italienische Auszeichnung wurde 2008 an 22 Südtiroler Weine vergeben. Die zwei autochthonen Weinsorten, der Vernatsch (St. Magdalener) und der Lagrein, werden mit Schwerpunkt auf Qualität angebaut. Das Eisacktal hat sich auf die Weißweinproduktion spezialisiert und konnte sich damit an die italienische Spitze setzen.

Klima[Bearbeiten]

Die Lage südlich des Alpenhauptkammes beschert Südtirol ein ausgesprochen mildes Klima, das auch dem Weinbau (etwa am Kalterer See südlich von Bozen) sehr entgegenkommt. Je weiter man nach Süden gelangt, desto mediterraner wird das Klima. Statistisch gesehen kann Südtirol mit 300 Sonnentagen im Jahr aufwarten.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Südlich von Salurn (also außerhalb Südtirols) lohnen Abstecher nach Trient (Trento) und zum Gardasee.

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