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Sächsische Schweiz

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Die Sächsische Schweiz [1] liegt etwa 40 km südöstlich von Dresden an der Elbe und bildet den deutschen Teil des Elbsandsteingebirges. Es ist für seine bizarren Felsen, Tafelberge und Schlüchte (Schluchten) bekannt, weltweit gibt es keine vergleichbare Landschaft.

Für diejenigen, die Natur mögen, ist diese Region eines der besten Reiseziele in Sachsen. An sommerlichen Wochenenden kann das Gebirge überfüllt sein. Wer Ruhe und Einsamkeit sucht, fährt daher in entlegenere Gebiete, wählt kühlere Tage oder fährt an einem Werktag. Im Spätherbst oder sogar im Winter bist du außerhalb der Ortschaften fast allein.

Sandsteinfelsen


Orte[Bearbeiten]

Anordnung flussaufwärts:

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Als Hauptpunkte sind zu nennen: der Liebethaler Grund, von der Wesenitz durchströmt, der Uttewalder Grund, die Bastei (220 m über der Elbe), der Amselgrund mit dem Amselloch, der Hockstein, der Brand, der Tiefe Grund, das Kirnitzschtal, der Lilienstein, der Kuhstall, der Große Winterberg (556 m ü. M.), alle auf dem rechten Elbufer; dann der Zirkelstein, die Festung Königstein (287 m über der Elbe, 362 m ü. M.), der Papststein und Pfaffenstein, der Bärenstein, der Bielagrund etc., alle auf dem linken Elbufer.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Sandsteingebirge, mit einer mittleren Höhe von 400 m, ist außerordentlich zerklüftetes Gebirge, das durch Erosion eines ehemaligen Meeresgrundes entstanden ist. Das Gebiet zeichnet sich aus durch senkrechte Felswände, freistehenden Felsenpfeiler, große Tafelbergen und enge schluchtenartigen Gründen aus. Dazu gehört auch die Elbe die durch das Sandsteingebirge eine Schlucht gegraben hat. Das Gebiet beinhaltet den Nationalpark Sächsische Schweiz (einer von deutschlandweit 14 Nationalparks) und weitere Schutzzonen. Die Sächsische Schweiz ist ein sehr abwechslungsreiches Wandergebiet. Auf den Gipfeln bieten sich schöne Aussichten. In den Schlüchten ist es hingegen oft dunkel und feucht. Daher wachsen hier andere Pflanzen als auf den trockenen, sandigen und luftigen Höhen (z.B. Kiefer). In der Sächsischen Schweiz gibt es auch Burgen, wie die Festung Königstein oder Hohenstein und immer wieder kleine Ortschaften, mit kleinen lokal bedeutenden Sehenswürdigkeiten. Die Sächsische Schweiz ist die Wiege des Freikletterns, von hier aus wurde das Freiklettern in die USA (Yosemite Valley) gebracht, wo es dann erst berühmt wurde. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird hier bereits geklettert.

Anreise[Bearbeiten]

Den besten Zugang bietet Dresden. Die Anreise mit dem Zug ist gut und komfortabel. Im Vergleich zum Auto ist sie aufgrund des direkten Verlaufs entlang der Elbe sogar schneller. Die Anfahrt erfolgt mit der S 1 in Richtung Bad Schandau/Schöna. Das dauert z.B. vom Hauptbahnhof nach Königstein 40 Minuten. Die S-Bahn fährt im Stundentakt oder häufiger und auch im Winter bis kurz nach oder vor Mitternacht. Die Bahn fährt flussaufwärts gesehen auf der rechten Seite durch das Elbtal in der Sächsischen Schweiz. Viele beliebte Wander- und Klettergebiete und Ortschaften befinden sich jedoch auf der linken Seite. Daher gibt es in der Nähe jedes Bahnhofs eine Fähre. Normalerweise kann man mit dem S-Bahnticket gleich im Anschluss noch die Fähre nutzen ohne Zusatzkosten (außer in Rathen). Wenn das Wetter an einem Feiertag sehr schön ist, dann sind die S-Bahnen voller Einheimischer. Mit einigen Buslinien kommt man auch in entlegenere, meist weniger besuchte Gebiete. Wichtige Busse fahren in der Nähe der Bahnhöfe in Pirna, Königstein oder Bad Schandau ab. Nähere Informationen auf der Internetseite des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO).

Wenn du die Straßen außerhalb Dresdens nicht kennst, kann die Anfahrt mit dem Auto recht schwierig werden. Auf jedem Fall solltest du den Verkehrsschildern mit der Aufschrift Tschechische Republik (Decin) oder Bad Schandau folgen. An stark frequentierten Wanderparkplätzen werden Parkgebühren erhoben. An schönen Wochenenden sind Parkplätze schwieriger zu finden und ab und zu kann es an vorkommen, dass sich lange Staus auf den Zufahrtsstraßen in die Sächsische Schweiz bilden.

Wer Zeit hat, kann auch eine Fahrt mit einem Schiff der Sächsischen Dampfschiffahrt machen. Alte, wunderschöne Dampfschiffe (es gibt auch moderne Dieselschiffe, achte also darauf, welche Tickets du kaufst) bringen dich flussaufwärts. Sehr gemütliche Fahrt, achte auch auf die Antriebsmaschinen! Vor 1990 wurden sie mit Kohle befeuert, heute wird Öl benutzt.

Mobilität[Bearbeiten]

Der "Bastei-Kraxler", ein alter renovierter Ausflugsbus

Im Nationalpark und den umliegenden Schutzgebieten gibt es eine hohe Anzahl an frei zugänglichen Wanderwegen. Rollstuhlfahrer und Kinderwagen können nur auf sehr wenigen Wegen ungehindert durchkommen, da die beliebten Wanderwege oft Stufen, Leitern oder Stiegen beinhalten.

An der Elbe hingegen gibt es einen guten Fahrradweg, der nach Dresden fährt. Auch auf den asphaltierten Straßen kann man gut fahren, viele sind jedoch sehr steil.

Es gibt Buslinien, die verschiedene Gebiete mit Bad Schandau, Königstein oder Pirna verbinden, teilweise können in diesen Bussen auch Fahrräder transportiert werden. Mit dem Auto kann man ebenfalls verschiedene Gebiete anfahren. Vor allem für Touristen interesant ist eine Bustour mit dem Basteikraxler, der auch zum Königsstein hoch fährt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Wer hier herkommt sollte die Naturfelsen und die Landschaft bestaunen, dies geht oft auch, wenn man nur einen kleinen Spaziergang macht. Außerdem kann man auch eine Reihe von Burgen, Festungen und Schlössern besichtigen:

Darüberhinaus findet man auf den Wanderungen durchs Gebirge oder die Ortschaften auch kleinere Denkmäler oder Reste uralten Gemäuers: Z.B. Mühlen, besondere Wege, Verstecke für Räuber (Hinteres Raubschloss) und Kühe (Kuhstall) oder religöse Stätten, techniche Anlagen (z.B. für den Abbau des Sandsteins), besondere Aussichtspunkte u.v.m.

Zu Ostern schmücken die Menschen mit bunten Ostereiern die Sträucher und Bäume in ihren Gärten, auch dies ist sehenswert, wenn man es nicht in anderen Teilen von Sachsen bereits gesehen hat.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Blick auf Rathen

Die meisten Besucher kommen wegen der hervorragenden Wanderwege, die das gesamte Gebiet durchziehen und von kurzen Spaziergängen bis zu 30 km Touren für jeden etwas bieten. Wanderkarten und -führer bekommt man praktisch in jedem Dorf und den Buchhandlungen Dresdens für wenig Geld, die Wanderwege sind sehr gut ausgeschildert. Es gibt viele Kletterstiegen mit Treppen und Leitern. Klettersteige bei denen Ungeübte ein Absicherung durch ein Klettersteigset benötigen gibt es nur wenige (Häntzschelstiege).

Für Anhänger des Bergsportes ist die Sächsische Schweiz ein einmaliges Klettergebiet, weil hier das Klettern erfunden wurde und die Landschaft ihres Gleichen sucht. Die Sandsteinfelsen sind schon seit über 100 Jahren für Kletterer erschlossen und bieten alle Schwierigkeitsgrade bis hin zu 10c an über tausend Gipfeln. Die Absicherung der Kletterwege ist verglichen mit anderen Klettergebieten relativ gering, weshalb auch fortgeschrittene Kletter vor dem Klettern in der Sächsischen Schweiz Respekt haben. Hinzu kommen spezielle Kletterregeln, die es nicht in anderen Gebieten gibt. Dies erschwert den Einstieg in das sächsische Klettern auf eigene Faust. Einen ersten Überblick gibt der Sächsische Bersteigerbund.

In den Touristenzentren Rathen und Stadt Wehlen, kann man seit einigen Jahren auch Paddeltouren buchen, die besonders bei größeren Gruppen oder Vereinen beliebt sind. Wer ein eigenes (Falt-)boot hat, kann mit der S-Bahn in die Sächsische Schweiz fahren und auf der Elbe bis nach Dresden zurückpaddeln.

Auf dem kleinen Amselsee in Rathen ist im Sommer das Ausleihen eines Ruderboots beliebt. Eine Kahnfahrten gibt es auch in der Hinteren Schleuse bei Hinterhermsdorf.

Am Parkhaus zur Festungkönigsstein gibt es einen Kletterpark und Hochseilgarten.

Das Gebiet wird auch besucht, um Vögel z.B. Falken zu beobachten. Das Maskottchen der Sächsischen Schweiz - der Luchs – ist zu scheu. Selbst Jäger und Förster bekommen ihn nur selten im Leben zu sehen.

Entlang der Elbe führt ein guter Radweg entlang. Er befindet sich flussaufwärts auf dem rechten Ufer. In der S-Bahn kann man sein Fahrrad nach Kauf eines Fahrradtickets mitnehmen. Auf sehr wenigen Wanderwegen im Gebiet (meist Versorgungswege) ist auch das Fahrrad erlaubt.

Es gibt einige Geocachs im Gebiet, die für das Hobby Geocaching genutz werden.

In Bad Schandau gibt es ein Schwimmbad mit großer Saunalandschaft. Nach einem Hochwasser kann es jedoch geschlossen sein.

An manchen Stellen gibt es kleinere und größere aber immer enge Höhlen, in die man "fahren" kann. Ein Höhlenführer in Buchform ist dafür zwingend notwendig. Die Höhlen sind meist nicht ausgeschildert. In Dresden kann man in großen Bücherläden oder Outdoorgeschäften solche kaufen.

Im Winter wenn ausreichend Schnee liegt, kann man auch auf einigen Wegen Langlauf fahren. Bei sehr ausdauerenden Sportlern ist z.B. die Hohe Tour bekannt. Dies ist eine Langlauftour, die in Altenberg im Erzgebirge beginnt und bis nach Schmilka verläuft. Zum Startpunkt fährt man mit der Bahn von Heidenau aus und kann mit der S-Bahn von Schmilka auch wieder zurück fahren.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Viele Ortschaften haben mindestens eine Gaststätte, in der man tagsüber etwas zu essen bekommt. Meist handelt es sich dabei um deutsche Küche. Einige Bergbauden sind nur auf einer Wanderung zu erreichen und bieten ebenfalls oft einfache deutsche Küche. Hin und wieder finden sich auch Lokale, mit einer alternativen Speisekarte. In vielen Ortschaften gibt es am Wochenende Imbissbuden oder Eisstände.

Wer Proviant für Unterwegs einkaufen möchte, kann dies z.B. in den Bäckereien tun, die es in Bad Schandau oder Königsstein gibt. Dort erhält findet man oft auch ein großes Angebot an preiswerten Kuchen. In Bad Schandau gibt es auch einen Supermarkt. Wasser bzw. Quellen gibt es nur sehr selten (man muss wissen wo), daher sollte man aussreichend Getränke mitnehmen, wenn man wandert.

Ausgehen[Bearbeiten]

Ausgehen im engeren Sinne kann man hier eher nicht. Für Kneipen, Bars oder Tanzstätten fährt man nach Dresden oder findet ein Lokal in Pirna. Es gibt aber Gaststätten in denen man ein Glas Bier oder Wein trinken kann.

Eine Besonderheit ist die Felsenbühne in Rathen, die im Sommer Theateraufführungen zeigt mitten in den Sandsteinfelsen.

Feste[Bearbeiten]

Über das Jahr verteilt gibt es in verschiedenen Ortschaften Veranstaltungen und Feste; z.B. der historisch romantische Weihnachtsmarkt auf der Festung Königsstein, das Puppenspielfest auf der Burg Hohenstein, das Kirnitzschtalfest oder das Rathener Felsenfest.

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Es gibt Gasthöfe, Pensionen und Hotels in vielen Ortschaften. Desweiteren findet man ebenfalls in oder in der Nähe von Ortschaften auch Ferienwohnungen, Jugendherbergen auf Burgen und wenige (Berg-)Hütten. Einen Zeltplatz gibt es im Kirnitzschtal. Man kann auch bequem in Dresden oder Pirna übernachten und nur tagsüber in die Sächsische Schweiz kommen, sowie es die Einheimischen machen.

Das Freiübernachten und das Zelten (außerhalb von Zeltplätzen und Privatgrundstücken) ist im gesamten Gebiet verboten. Das Boofen in sogenannten Boofen ist nur zum Übernachten nach oder vor einem Klettertag eingerichtet. Es wird überhaupt nicht gern gesehen, wenn die Boofen zu einem anderen Zweck als genannt oder in großen Gruppen genutzt werden. Die Ranger des National Parks kontrollieren die Einhaltung der Bestimmungen beim Boofen streng. Verstöße werden mit hohen Geldstrafen (ab 300 Euro) geahnt.

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Früher mehr als heute, fuhren die Dresdner nach Schmilka, um in Hřensko in der Tschechischen Republik günstig einzukaufen oder böhmisches Essen zu genießen.

Ausrüster fürs Wandern und Klettern gibt es in Dresden viele (lokale kleine Geschäfte sind z.B. Rumtreiber, Gipfelgrat und Die Hütte).

Es gibt Forellenräuchereien z.B. in Rathen [2].

Sicherheit[Bearbeiten]

Die größte Gefahr sind Unfälle und Abstürze beim Wandern und Klettern. Jährlich gibt es mehrere Verletzte und leider auch manchmal Tote, die durch die Bergwacht gerettet und geborgen werden müssen.[3] Man sollte gute Wanderschuhe anziehen, bei Hitze viel trinken und wenn man nicht gut in Form ist, zu Beginn kleinere Touren planen. Bei starkem Regen und im Winter bei Eis und Schnee ist die Absturzgefahr beim Wandern sehr hoch. Das Klettern ist bei nassem Fels absolut verboten und sehr gefährlich.

Vereinzelte Diebstähle von Kletterrucksäcken werden hin und wieder verzeichnet, insbesondere wenn sehr viel los ist. Auch Einbrüche in geparkte Autos kommen vor.

Wilde Tiere (wie Füchse und die frechen Bilche) stellen für Schlafende im Freien eine ernst zu nehmende Gefahr dar, sie können ins Gesicht beißen und Proviant stehlen.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima unterscheidet sich nicht viel von den umliegenden Regionen in Sachsen und der Tschechischen Republik. Es gibt jedoch mindestens zwei Besonderheiten. So kann es an ansonsten sonnigen Tagen an der Grenze zur böhmischen Schweiz oft Wolken geben, die dort festhängen (die Böhmische Walze). Außerdem spürt man an warmen Tagen, dass es unten in den Schlüchten im Wald sehr kühl bleibt während oben auf dem Gipfel es richtig heiß werden kann.

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