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Radstadt

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Pongau : Radstadt
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Radstadt
Hauptplatz
Lage
Lage von Radstadt
Radstadt
Radstadt
Kurzdaten
Bevölkerung: 4.900
Fläche: 60,82 km²
Höhe über NN: 858 m
Koordinaten: 47° 22' 59" N, 13° 28' 0" O 
Vorwahlnummer: 06452
Postleitzahl: 5550
Stadtplan: Radstadt
Website: offizielle Webseite von Radstadt
Website: Tourismusseite
Im Notfall
Notruf: 112
Polizei: 133
Feuerwehr: 122
Notarzt: 144




Der Bahnhof Radstadt der Ennstalbahn in Salzburg
Panorama Radstadt
Schloss Tandalier
Kath. Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt
Färberturm

Radstadt ist eine Gemeinde im Pongau (politischer Bezirk St. Johann im Pongau), einem Gau des Salzburger Landes in Österreich.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Gegend um Radstadt wurde im 4. Jhdt. v. Chr. von den Kelten besiedelt. Anschließend erfolgte die Besitznahme durch die Römer, wobei die wichtige Römerstraße von Aquileia über den Radstädter Tauern nach Juvavum (Stadt Salzburg) führte. Mit der bayrischen Besiedelung im 7. Jhdt. n. Chr. beginnt die eigentliche Geschichte der "alten Stadt im Gebirge". Die Namensgebung, ob slawischen oder germanischen Ursprungs, ist bis heute nicht geklärt - Rastat (1074), Radestat (1092), Rastat (1139). Im 13. Jhdt. wurde die gesamte Terrasse befestigt und Radstadt erhielt am 27. Juli 1289 das Stadtrecht - die einzige Stadt des Erzbistums Salzburg im Gebirge. Der Ort wurde wegen seiner strategischen Bedeutung an der Grenze zu Österreich mit vielen Privilegien und Freiheiten ausgestattet. Seine erste Bewährungsprobe musste die Stadt 1306 im Streit mit Herzog Albrecht von Österreich ablegen. Aus dieser Zeit stammt auch das Stadtwappen. Langsam wurden Gerichts-, Markt- und Stapelrecht von der Muttersiedlung Altenmarkt auf Radstadt übertragen.

Durch die vielen Großbrände (1365, 1417, 1616, 1781, 1855 und 1865) wurde die Stadt vieler historischer Bauwerke beraubt, von denen heute nur noch der Schusterturm (eine spätgotische Lichtsäule aus 1513) im Friedhof zeugt. Die bedeutendste Epoche Radstadts war der Bauernkrieg 1525/1526. 5000 Bauern sammelten sich, doch der Ort hielt der Belagerung stand.

1621 wurde in der ehemaligen Pflegeburg ein Benediktiner - Gymnasium errichtet. 1628 übernahm der Kapuzinerorden die Burg als Kloster bis zu seiner Auflösung im Jahre 1978. 1731/32 mussten wegen des Emigrationsediktes Erzbischof Firmians über 3000 Menschen aus dem Bezirk Radstadt auswandern, wobei viele in Ostpreußen eine neue Heimat fanden.

1875 brachte der Bau der Bahnlinie Bischofshofen – Selzthal neuen wirtschaftlichen Aufschwung. 1938 kam es schließlich zum Zusammenschluss der beiden Gemeinden Radstadt-Stadt und Radstadt-Land. Um das überkommene Erbe zu bewahren, erhielt Radstadt als erste Gemeinde des Landes ein Ortsbildschutzgesetz.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Auto erreicht man Radstadt von Deutschland bzw. der Stadt Salzburg und von Italien oder Slowenien bzw. Klagenfurt am besten über die Tauernautobahn (A10), Ausfahrt Altenmarkt, dann noch ca. 6 km auf der B99 bis Radstadt, von Richtung Wien und Graz über Liezen und Schladming auf der Ennstal-Bundesstraße B320.

Radstadt hat eine Schnellzugstation und ist im 2-Stundentakt mit Salzburg und Graz verbunden. Von Deutschland aus gibt es täglich Direktverbindungen mit Frankfurt am Main und Saarbrücken. Gäste mit fixer Buchung können vom Bahnhof abgeholt werden.

Der Flughafen Salzburg ist ungefähr 75 km entfernt.

Mobilität[Bearbeiten]

Es gibt regelmäßige Busverbindungen in die Nachbarorte. In die Stadt Salzburg kommt man am besten direkt mit der Bahn von Radstadt aus, oder mit dem Bus bis Bischofshofen und von da mit der Bahn nach Salzburg. Während der Wintersaison gibt es für die Gäste mit Liftkarten Skibusse zum Nulltarif, im Sommer bringen "Wanderbusse" die Gäste zu den Ausgangspunkten diverser Touren und holen sie wieder ab.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schloss Lerchen - In dem Gebäude ist ein Teil des Heimatmuseums untergebracht, es zeigt die Entwicklung der Stadt.
  • Stadtmauer - Die Besiedelung der sehr günstig, gelegenen Terrasse über dem Ennstal begann erst spät, gewann aber zunehmend an Bedeutung. Im 13. Jhdt. schließlich wurde die gesamte Terrasse befestigt und zur planmäßigsten und regelmäßigsten Stadtanlage des heutigen Österreich. Unter Erzbischof Rudolf von Hohenegg wurde Radstadt am 27. Juli 1289 zur Stadt erhoben – bis zum Jahr 2000 übrigens der einzige Ort mit Stadtrecht des Erzbistums Salzburg im Gebirge. Die Stadtmauer, die als Meisterwerk Ihrer Art gilt, ist auch heute noch zum Großteil im Original erhalten. Die Stadteinfahrten im Westen und im Osten, die die damaligen Stadttore ablösten sind so ziemlich die einzigen baulichen Eingriffe, die die Stadtmauer in den mehr als 700 Jahren ihres Bestehens veränderten. Heute gilt die Stadtmauer Radstadts als denkmalgeschütztes Wahrzeichen, welches man auf einem gemütlichen Spazierweg in ca. 20 min umwandern kann.
  • Stadttürme - Eine bedeutende Epoche Radstadts war der Bauernkrieg 1525/1526. Hier sammelten sich 5000 Bauern und Bergknappen zum letzten, großen, verzweifelten Kampf im deutschen Bauernkrieg unter der Führung Michl Gaismairs. Die Stadt, unter ihrem Pfleger Christoph Graf von Schernberg, hielt der Belagerung stand, und das heranrückende Entsatzheer konnte am 19. Juni 1526 die Belagerer vertreiben. Ihre Anführer wurden enthauptet, und zur Sühne mussten die Besiegten die Befestigungsanlagen verstärken und die drei Rundtürme errichtet werden. Warum nur drei und nicht vier Türme errichtet wurden, lässt sich bis heute nicht nachvollziehen. Die drei Türme, Hexenturm, Teichturm und Kapuzinerturm werden heute zum Teil wieder genutzt. Der Teichturm wurde im Jahre 1998 als Teil des neuen Musik- und Kulturzentrums adaptiert und dient heute als Veranstaltungsort.
  • Kapuzinerturm - Der Kapuzinerturm, in dem sich ein Museum befindet und dessen Dachstuhl als Meisterwerk der Zimmermannskunst gilt, wurde im Jahr 2014 neu adaptiert. Der Schwerpunkt ist auf die Bauernkriege 1525/1526, wobei der Besucher mittels multimedialer Inszenierung praktisch ins Geschehen einbezogen wird.
  • Stadtpfarrkirche - Die Mutterpfarre des salzburgischen Ennstales war Altenmarkt, das bereits 1074 als Pfarre erwähnt wird. Auch heute ist Altenmarkt Sitz des Dekanats. 1314 wird in Radstadt die erste Kirche gebaut, die dem heiligen Virgil geweiht wird. 1417 wird nach einem Brand die Kirche neugebaut, sodass eine im Kern romanisch-frühgotische, dreischiffige Basilika entsteht, der im Osten ein langer, hoher gotischer Chor angefügt wird. Nach dem Brand von 1616 wurde die Kirche unter Erzbischof Markus Sittikus und der Bauleitung des Salzburger Dombaumeisters Santino Solari besonders schön wieder errichtet und 1618, verbunden mit dem Wechsel des Patroziniums - zu unser Lieben Frau Himmelfahrt - geweiht. 1781 brannte die Stadtpfarrkirche wiederum nieder und wurde lange Zeit nicht wieder errichtet. 1859 wird Radstadt eine eigene Pfarre. 1865 war die letzte Beeinträchtigung durch einen Stadtbrand. Danach Reromanisierung der drei Schiffe und Regotisierung des Chores. Ab 1957 Restaurierung der Kirche, Anpassung an die nachkonziliaren liturgischen Vorschriften.
  • Schusterturm - Spätgotische Lichtsäule im Friedhof der Stadtpfarrkirche Radstadt aus dem Jahre 1513. In früheren Zeiten brannte im Inneren des Turmes das sogenannte "ewige Licht", welchem auch Schutz vor Kriegen, Unwettern, Krankheiten und Seuchen wie die Pest (deshalb auch die fälschliche Meinung der Schusterturm sei eine Pestsäule) zugeschrieben wurde. Heute eines der wenigen Bauwerke, das durch die häufigen Stadtbrände Radstadts nicht betroffen war.
  • Kapuzinerkirche - Das ehemalige Kapuzinerkloster war ursprünglich eine alte, verfallene Burg, die seit 1401 nachweisbar ist. Unter Einbezug der noch stehenden Hauptmauern wurde 1628 das Kloster errichtet. Daraus erklärt sich die ungewöhnliche Höhe der Baulichkeit. 1634 wird die Kapuzinerkirche zu Ehren der unbefleckten Empfängnis Mariä geweiht. 1746 erfuhr das Kloster eine Vergrößerung. 1978 verließ der Kapuziner-Orden Radstadt und das ehemalige Kloster dient nun Radstadt als zweite katholische Kirche.Sehenswert: Barocker Hochaltar und die Kapuzinergruft
  • Loretokirche - 1677 ließ Johann Christoph Ziurletti nordwestlich der Stadt die Loretokirche erbauen. 1986 und 1987 wurde die Loretokirche großzügig renoviert. Heute findet die Loretokirche nur noch für spezielle Anlässe Verwendung – der hintere Anbau ist für Besucher geöffnet!

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Radstadt ist Ausgangspunkt für Wanderer jeglichen Alters. Im Norden der Dachstein, im Süden die Radstädter Tauern, eröffnen eine Wanderwelt für jede Kondition. Für Gipfelstürmer ist die fabelhafte Aussicht vom 1.768 Meter hohen Rossbrand mit Panoramablick auf rund 150 Alpengipfel der verdiente Lohn. Genießer stärken sich mit herzhafter Hausmannskost aus der Pongauer Bauernküche in den Jausenstationen und Almhütten. Radstadt ist auch Etappenort des Salzburger Almenweges, der sich 350 Kilometer lang vom Tennengebirge über die Tauern bis zum Dachstein erstreckt. 120 gemütliche Almen und Hütten laden entlang dieser Wanderroute zur Einkehr ein. Ob auf eigene Faust über die gut beschilderten Wanderwege oder bei begleiteten Wanderungen und Bergtouren - die Radstädter Bergwelt ist ideal in Wanderschuhen zu erleben.
  • Rossbrand Wandern zum 1768 m hohen Hausberg von Radstadt. Von Juni bis Oktober fährt Mo und Do der Wanderbus auf den beliebten Aussichtsberg.
  • Bürgerbergalm - beliebtes Wanderziel; Ruhig und mitten auf einer Waldlichtung gelegen, mit freiem Panoramablick auf die Radstädter Tauern und die umliegende Bergwelt. Hüttenabende mit herzhafter Hausmannskost. Die kleinen Gäste können sich austoben, denn es gibt einen kleinen Spielplatz unmittelbar neben der Sonnenterrasse.
  • Alpenfreischwimmbad, für den Badespaß sorgen beheizte Becken und eine 40 Meter lange Riesenrutsche. Nahe dem Zentrum, ist das Freibad bequem zu Fuß zu erreichen.
  • Radfahren - Die Region rund um Radstadt hat für Radler einiges zu bieten – von gemütlichen familienfreundlichen Strecken bis hin zu anspruchsvollen Bergstrecken. Auch Mountainbiker kommen in der Region rund um Radstadt mit 20 neu beschilderten Strecken voll auf ihre Kosten. So können anspruchsvolle Fahrer etwa auf der Route zum Rossbrand 950 Höhenmeter überwinden. Übrigens - eine Ladestation für e-bikes finden Sie am Stadtplatz im Zentrum von Radstadt.
  • Ski Amadé: Skischaukel Radstadt/Altenmarkt, 8 Liftanlagen, über 17 km überwiegend blaue und rote Pisten Die Skischaukel Radstadt-Altenmarkt, das familiengerechte, windgeschützte und schneesichere Skigebiet bietet modernste Liftanlagen - von der Vierersesselbahnen bis zur 8-er oder 10-er Kabinenbahn. Tagesticket € 43,50
  • auch Langläufer kommen nicht zu kurz: 180 km gespurte Loipen für Klassiker und Skater, die 50 km lange Tauernloipe und Höhenloipen lassen jedes Langläuferherz höher schlagen. Die kostenlos benutzbaren Loipen sind gut ausschildert, einen dazugehörigen Loipenplan erhalten man kostenlos in der Information. Das Herzstück ist die 50 km lange Tauernloipe, welche die Orte Radstadt, Altenmarkt, Flachau, Wagrain und Eben verbindet. Das „Schmuckstück“ der Region ist sicher die abwechslungsreiche und landschaftlich einzigartige Loipe von Radstadt nach Untertauern mit ihrem leicht kupiertem Gelände. Wer es gemütlicher haben will unternimmt einen Ausflug per Langlaufski nach Mandling. Loipenfüchse zieht es vielleicht zur Waldhöhenloipe nach Zauchensee und wer dann noch nicht genug hat, der finden auf der 3 km langen beleuchteten „Kaswurm-Loipe“ in Radstadt auch am Abend die Möglichkeit, seine Runden zu ziehen. Zusätzlich laden die nahegelegenen Höhenloipen auf der Gnadenalm (1.300 m) und am Roßrand (1.600 -1.760 m) zum Langlauf bis ins Frühjahr.
  • Den Startpunkt der Rodelbahn Königslehen auf 1.552 m Höhe erreicht man bequem mit der Seilbahn, dann geht es auf einer 6 km langen Bahn bis auf 852 m hinunter zum Endpunkt. Bei einer echten Rodelpartie darf eine zünftige Hüttengaudi nicht fehlen. Die urige Skihütte Sportalm am Berg oder die neue Schirmbar „Unterberg-Salettl“ im Tal laden zur Einkehr ein. Dienstags und Freitags wird die Bahn ausgeleuchtet. Liftbetrieb ab 18.00 Uhr; letzte Bergfahrt 21.00 Uhr; Rodelbahn beleuchtet bis 22.30 Uhr

Einkaufen[Bearbeiten]

Seit sich einige Großmärkte am Stadtrand an der B99 Richtung Obertauern angesiedelt haben, stehen im Zentrum etliche Geschäftslokale leer und man kann manche Dinge des täglichen Bedarfs nicht mehr so leicht ohne Auto einkaufen. Ausrüstung für Wintersport, Bergsport etc. ist in preisgünstiger Auswahl erhältlich, ebenfalls kann die Ski- und Snowboardausrüstung für die Dauer des Urlaubes problemlos ausgeliehen werden.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

  • Camelot Irish Pub - Ernest-Thun-Gasse 14
  • Road House - Hoheneggstrasse 1
  • Fuggo - Ernest-Thun-Straße 14
  • Fuggo´s Schirm Bar (geöffnet von Mai- September)

Unterkunft[Bearbeiten]

Weiter geht's[Bearbeiten]

Andere nahegelegene Orte sind Filzmoos, Schladming, Obertauern und Forstau.



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