Quebradas
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Die Quebradas sind Hochtäler im andinen Nordwesten Argentiniens. Sie sind in die Hochwüste der Puna eingeschnitten und wegen ihren farbenfrohen Gesteinsformationen und ihren kolonialen Kleinstädten weltberühmt.
[bearbeiten] Regionen
Drei in ihrer Geografie ähnliche Haupttäler prägen die Region:
- Das Valle Calchaquí liegt im Westen der Provinzen Catamarca, Tucumán und Salta und ist etwa 150 km lang.
- Die Quebrada del Toro zieht sich zwischen Salta und San Antonio de los Cobres in Südost-Nordwest-Richtung etwa 80 km entlang.
- Die Quebrada de Humahuaca ist das nördlichste Hochtal. Es zieht sich auf einer Länge von 100 km zwischen der Stadt San Salvador de Jujuy und Humahuaca in Nord-Süd-Richtung.
Daneben gibt es Nebentäler wie die Quebrada de Cafayate und die Quebrada de Iruya.
[bearbeiten] Orte
- Santa María del Yokavil, 20.000 Einwohner, im Valle Calchaquí, inmitten vielfarbiger Berglandschaften
- Humahuaca, 10.000 Einwohner, berühmte alte Kolonialstadt in der Quebrada de Humahuaca
- Cafayate, 8.000 Einwohner, Weinbau-Ort mit schönem Zentrum, im Valle Calchaquí
- Tilcara, 7.000 Einwohner, lebhafter Ferienort in der Quebrada de Humahuaca
- Iruya, 2.000 Einwohner, kleiner Ort in einer beeindruckenden Nebenschlucht
- Purmamarca, 2.000 Einwohner, kleiner Ort in farbenfroher Nebenschlucht der Quebrada de Humahuaca, berühmt für seinen "Sieben-Farben-Berg"
- Tres Cruces, 500 Einwohner, gelegen an der vielleicht spektakulärsten Bergformation Argentiniens
[bearbeiten] Weitere Ziele
- Ruinen von Quilmes, eine in einen Berghang eingebaute präkolumbianische Festungsanlage
- Coctaca, die größte präkolumbianische Ruinenstadt Argentiniens
[bearbeiten] Hintergrund
Die Quebradas, Hochtäler auf 2.000 bis 3.000 m Höhe, waren in vorkolumbianischer Zeit eines der Hauptsiedlungsgebiete der indianischen Stämme der Omaguacas und Diaguitas. Ihre heutigen Bewohner sind zum größten Teil Nachkommen dieser Ureinwohner, was sich besonders in den traditionellen Festen bemerkbar macht, die immer noch gefeiert werden und zu einem Magnet für Reisende geworden sind.
Die Spanier erreichten die Gegend vom Norden aus und bauten besonders die Quebrada de Humahuaca zu einer der Hauptstraßen ihres kolonialen Imperiums aus. Sie errichteten mehrere Orte, die heute noch weitgehend originalgetreu erhalten sind - insbesondere die Kirchen und Kapellen.
[bearbeiten] Sprache
Der Dialekt der Region ist ähnlich dem, der im übrigen Nordwestargentinien gesprochen wird. Einige ältere Bewohner beherrschen noch die Sprachen der Ureinwohner, Quechua und Aymara, was aber immer mehr verloren geht.
[bearbeiten] Anreise
Alle drei Täler sind über gute Straßen erreichbar, Ausgangspunkte sind Salta und San Salvador de Jujuy, die mit dem Flugzeug und dem Bus zu erreichen sind. Von dort aus gibt es häufige Busverbindungen in alle drei Täler.
Zu beachten sind die Regenfälle im Sommer, die zu Erdrutschen und Überschwemmungen führen können.
[bearbeiten] Mobilität
In den Tälern fahren Busse zwischen den verschiedenen Ortschaften hin und her. In die Seitentäler gibt es meistens mindestens einmal am Tag einen Kleinbus (Traffic), diese sind allerdings deutlich teurer als die Busse. In der Quebrada del Toro gibt es keine Ortschaften und deswegen nur wenige Busse. Diese Schlucht ist jedoch auch mit dem berühmten Tren a las Nubes (Zug in die Wolken) zu erreichen, der allerdings inzwischen recht teuer geworden ist.
[bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Das Koloniale Stadtzentrum von Humahuaca
- Die Indianerfestung Pucará in Tilcara
- Der Sieben-Farben-Berg in Purmamarca
[bearbeiten] Aktivitäten
Die Region ist eine der besten Argentiniens zum Wandern, Trekken und Mountainbiken. Eine Vielzahl von Wegen und Pfaden durchzieht die Landschaft. Die schroffen Felswände laden Kletterer geradezu ein, die anderen werden lieber die beeindruckenden Schluchten, Seitentäler und niedrigeren Berghänge meistern.
Ein besonderes Erlebnis ist die Reittour von Valle Grande in der Selva Subandina nach Humahuaca (etwa 60 km, ca. 2 Tage).
[bearbeiten] Küche
Ähnlich wie in der Puna ist die Küche allgemein sehr pikant. Fast alle Speisen haben Mais als Basis und Paprika als Beilage. Es gibt viel Hähnchen (picante de pollo) sowie die würzigen Empanadas (Teigtaschen), Humitas und Tamales (Maisbrei-Varianten).
Fast-Food ist in der Region extrem billig, wird aber sehr fettig zubereitet, empfindliche Mägen sollten es damit nicht übertreiben.
[bearbeiten] Ausgehen
In allen Städten findet man mindestens einen kleinen Disco-Pub.
Das Nachtleben nimmt im Sommer an Intensität zu, wenn die Touristen sich in der Region vergnügen. Im Januar ist dann das Epizentrum Tilcara, während des Karnevals dagegen Humahuaca. Bei beiden Events gibt es viel Folklore zu hören, wobei man jedoch überrascht feststellen wird, dass die Einheimischen lieber zu Cumbia- und Cuarteto-Klängen in Turnhallen tanzen.
[bearbeiten] Sicherheit
Die einzige kriminelle Gefahr sind Campingplatzdiebe in der Saison, ansonsten ist die Region extrem ruhig und sicher.
Man sollte nie in einem Fluss baden, wenn irgendwo in der Gegend ein Gewitter herunterkommt. Dies hat zur Folge, das der sich innerhalb wenigen Minuten oder sogar Sekunden in einen reißenden Strom verwandelt, der auch Geröll mit sich führt!
[bearbeiten] Klima
Das Klima ist das ganze Jahr über recht angenehm und sonnig. Im Sommer gibt es allerdings häufige Gewitter. Die Temperaturen erreichen im Sommer in Santa María (1.700 m) 30°C tagsüber, 12°C nachts, in Humahuaca (2.900 m) 26°C tagsüber und 8°C nachts. Im Winter liegen die Tagestemperaturen bei etwa 20°C in Santa María und 17°C in Humahuaca, nachts gibt es allgemein leichten Frost (um -5°C).
[bearbeiten] Weiter geht's
Die Quebrada de Humahuaca bietet sich geradezu zur Weiterreise nach Bolivien an.
[bearbeiten] Weblinks

