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Lungau

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Der Lungau ist eine Region im Südosten des Bundeslandes Salzburg in Österreich. Er grenzt im Osten an die Steiermark und im Süden an Kärnten.

Regionen[Bearbeiten]

Der Lungau ist eine hoch gelegene Beckenlandschaft, begrenz im Norden von den Radstädter Tauern, den Schladminger Tauern und im Süden von den Gurktaler Alpen. Kurioserweise öffnet sich der Lungau über das Murtal hin zur Steiermark und ist zum übrigen Salzburg hin nur über hohe Pässe in Verbindung und würde so von der Geographie her viel eher der Steiermark zugehörig erscheinen.

Die Mur entspringt in Westen des Lungaus und durchfließt sein Becken in etwa seiner Mitte Richtung Osten und weiter in die Steiermark, um nach etwa 450 km an der Grenze zwischen Ungarn und Kroatien in die Drau (Drava) zu münden. Fächerförmig reihen sich im nördlichen Halbkreis folgende Täler von West nach Ost aneinander: Zederhaustal, Taurachtal, Weißpriachtal, Göriachtal, Lessachtal, Leißnitztal. Zederhausbach, Taurach und Leißnitz fließen direkt in die Mur, die Taurach nimmt auf ihrer Reise die Bäche aus dem Weißpriach-, Göriach- und Lessachtal auf. Im südlichen Halbkreis befinden sich das Bundschuh und das Thomatal.

Orte[Bearbeiten]

  • Tamsweg, Hauptort des Lungaus, zu dieser Gemeinde gehören auch einige kleinere Orte (Mörtelsdorf, Seetal, Sauerfeld etc.)
  • St. Michael im Lungau, hier befindet sich der Anschluss an die Tauernautobahn
  • Mauterndorf, erster größerer Ort vom Radstädter Tauernpass her kommend, Schigebiet Speiereck
  • Mariapfarr, größerer zentraler Ort an einem Südhang gelegen, sehr sonnenreich
  • Göriach, stiller Ort im gleichnamigen Tal
  • Lessach, stiller Ort im gleichnamigen Tal
  • St. Andrä im Lungau, zur dieser Gemeinde gehört auch Lintsching, das vielfach als das schönste Dorf des Lungaus gilt
  • St Margarethen im Lungau, Anschluss an das Schigebiet am Katschberg
  • Weißpriach, kleiner Ort im gleichnamigen Tal, Schigebiet Fanningberg
  • Tweng, erster kleiner Ort im Lungau nach dem Radstädter Tauernpaß
  • Unternberg
  • Neggerndorf
  • Thomatal mit dem anschließenden [Bundschuh]], eine der stillsten Gegenden des Lungaus
  • Ramingstein, im äußersten Südosten des Lungaus, einzige Gemeinde die knapp unter 1000 m Seehöhe liegt
  • Zederhaus, durch das gleichnamige Tal führt die Tauernautobahn

Hintergrund[Bearbeiten]

Früheste Spuren einer Besiedelung lassen sich bis auf die Zeit von etwa 1250 v. Chr. nachweisen. Um etwa 450 v. Chr. war der Lungau keltisch besiedelt. In der Römerzeit führte die Passstraße über den Radstädter Tauern durch den Lungau. Heute noch sieht man römische Meilensteine entlang der Straße über den Pass. Im Bereich des heutigen Schlosses Moosham war eine Straßenstation mit Post- und Rasthäusern. Im 6. Jahrhundert fielen slawische Stämme ein, zahlreiche Ortsnamen im Lungau erinnern noch an diese Zeit, so z. B. Lonka, Liegnitz (Bäche), Gurpitscheck, Gumma (Berge), Lintsching, Lasa (Orte). 1002 kam der Lungau zum Erzbistum Salzburg. Neben Land- und Forstwirtschaft gab es bescheidenen Bergbau, Eisenerz, Arsen, Gold und Silber. Die Industrialisierung ging am Lungau weitgehend vorüber. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Murtalbahn zwischen Unzmarkt in der Steiermark über Tamsweg nach Mauterndorf eröffnet. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war eine Reise aus dem Lungau über den Tauernpass nach Salzburg vor allem im Winter eine nur unter großen Anstrengungen zu bewerkstelligende lange Reise. Der Ausbau der Straße über den Radstädter Tauernpass und der Bau der Tauernautobahn-Scheitelstrecke in den 1970er Jahren beendete die lange Isolation des Lungaues. Heute braucht man von der Stadt Salzburg mit dem Auto nur mehr etwa 1 1/2 Stunden.

Bis heute hat sich der Lungau viel von seiner Eigenart bewahrt. Im Gegensatz zu anderen Salzburger Landschaften ist der Lungau wenig zersiedelt und die kleinen Orte zeigen noch weitgehend ihr unverwechselbares Erscheinungsbild. Die Erhaltung alter Häuser und üppiger Blumenschmuck an Fenstern und Balkonen sind der Bevölkerung noch ein persönliches Anliegen. Architektonische "Schandflecke" gibt es kaum.

Klima[Bearbeiten]

Auf Grund seiner Höhenlage - fast immer über 1000 m - gibt es kalte, trockene Winter und nur mäßig warme Sommer. Der Lungau gilt als "das Sibirien Österreichs", Schneefall auch im Sommer ist zumindest auf den Bergen nicht ungewöhnlich. Allerdings ist es, vor allem an den sanften Südhängen des Zentralbeckens, sehr sonnig. Mariapfarr gilt vielfach als der sonnenreichste Ort Österreichs.

Sprache[Bearbeiten]

Österreichisches Deutsch mit zahlreichen lokalen Dialektausdrücken z. B. "Eachtling" (=Erdling) für Erdäpfel (Kartoffeln), "Date" für Vater, "Monaleit" für Männer, "Menscha" für Frauen etc.

Anreise[Bearbeiten]

Von der Stadt Salzburg aus ist der Lungau über die Tauernautobahn (A10) durch den Tauerntunnel - Ausfahrt St. Michael im Lungau - oder über den Radstädter Tauernpass (B99) - von der A10 her Ausfahrt Altenmarkt - nur über die Straße zu erreichen, von der Steiermark her über das Murtal auf der Straße oder über eine Schmalspurbahn von Unzmarkt nach Tamsweg, Von Kärnten her ebenfalls über die Tauernautobahn (A10) durch den Katschbergtunnel oder über den Katschbergpass. Nahegelegenste Bahnstation aus Richtung Salzburg oder Graz ist Radstadt, von wo aus Anschluss an den Bus besteht.

Mobilität[Bearbeiten]

Mit dem Auto gelangt man in kurzer Zeit an jeden beliebigen Ort. Der öffentliche Verkehr wird fast ausschließlich mit Bussen bewerkstelligt, lediglich von Tamsweg in Richtung Steiermark gibt es zweistündlich Bahnverkehr auf einer 760 mm Schmalspurstrecke. Im Sommer wird auf der Strecke Mauterndorf - Tamsweg ein Museumsbetrieb mit Dampflokomotiven geführt. Für Wanderer und Bergsteiger gibt es während der Saison Taxibusse (Tälerbusse) in die einzelnen Täler, die zeitweise für den privaten Autoverkehr gesperrt sind. Zudem ermöglichen diese Taxibusse (Tälerbusse) Touren, bei denen man nicht an den Ausgangspunkt zurückkehren muss.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

  • Schloss Mauterndorf
  • Schloss Moosham
  • Wallfahrtskirche St. Leonhard
  • Heimatmuseum in Tamsweg

Bemerkenswertes Brauchtum[Bearbeiten]

Alljährlich am 24. Juni findet in Zederhaus eine Prozession, bei der zahlreiche Prangstangen mitgeführt werden, statt. Diese mehrere Meter hohe Stangen sind mit Kränzen, die aus tausenden Blumen angefertigt werden, umwunden.

Zu besonderen Anlässen gibt es in vielen Orten des Lungaues sogenannte Samson-Umzüge. Der Samson ist eine, bekleidungsmäßig etwa einem römischen Legionär nachempfundene, mehrere Meter hohe Puppe, die von einem einzigen Mann getragen wird. Begleitet wird der Samson immer von zwei Zwergen.

Beim Preberseeschießen am gleichnamigen Moorsee wird auf das Spiegelbild der Zielscheibe im See geschossen. Die Kugel prallt an der Wasseroberfläche ab und trifft so ihr Ziel.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

  • Wandern und Bergsteigen, von leichten Wanderungen bis mittelschweren Bergtouren (höchster Berg ist der Hochgolling, 2863 m), Beerensammeln, Pilzesuchen etc. hat der Lungau alles zu bieten.
  • Schifahren, der Lungau ist ein ideales Gebiet für Schitouren. Aber auch Pistenfahrer kommen auf ihre Rechnung: Am Katschberg, Fanningberg und Speiereck gibt es Lifte und der Schizirkus von Obertauern liegt in unmittelbarer Nähe.
  • Langlaufen, der Lungau ist ein Paradies für Langläufer, es gibt zahlreiche Loipen aller Schwierigkeitsgrade, ein Einstieg in das Loipennetz ist fast von jeder Unterkunft aus möglich.
  • Radfahren und Mountainbiken
  • Reiten, zahlreiche Bauern haben Pferde und bieten Gästereiten, Kutschenfahrten etc. an.
  • Fischen, in klaren Gebirgsflüssen und Bergseen.
  • Golf, in St. Michael im Lungau gibt es einen Golfplatz

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Österreichische Küche mit zahlreichen traditionellen bäuerlichen Gerichten unter Verwendung vorwiegend regionaler Produkte. Der Lungau hat eine hohe Dichte an Biobauern. Spezialitäten sind unter anderem die "Lungauer Eachtlinge" (Kartoffeln), Fleisch von "glücklichen" (Freilandhaltung) Hühnern, Schweinen (hier ist das "Waldschwein" erwähnenswert, eine Kreuzung aus Wild- und Hausschwein), Rindern, Schafen etc.

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Im Lungau gibt es vergleichsweise wenig Hotels im eigentlichen Sinn aber zahlreiche Gasthäuser mit Zimmervermietung und viele Unterkunftsmöglichkeiten im Rahmen von "Urlaub am Bauernhof" und sonstige Privatunterkünfte.

Nachtleben[Bearbeiten]

Wer ein ausgeprägtes Nachtleben sucht, macht normalerweise nicht Urlaub im Lungau. Für Jugendliche gibt es natürlich diverse Lokale, deren Besonderheit aber lediglich örtlichen Charakter hat. Allerdings gibt es im Schisportort Obertauern, dem Ort am Radstädter Tauernpass, der Grenze zwischen Lungau und Pongau, zumindest in der Wintersaison jegliche Art der Vergnügungen, die die Fremdenverkehrsmanager glauben ihren Gästen bieten zu müssen.

Sicherheit[Bearbeiten]

Der Lungau ist eine kleine Welt für sich, bei etwa 21.000 Einwohnern kennt fast Jeder Jeden und Kriminalität ist kaum ein Thema. Erhöhte Vorsicht ist eventuell im Straßenverkehr zu empfehlen, die Unfallhäufigkeit im Lungau ist signifikant höher als in anderen Landesteilen. Möglicherweise liegt dies daran, dass der Lungau, der lange Zeit als das Armenhaus Salzburgs galt, erst spät die "Segnungen" der Motorisierung entdeckte: Vor allem Jugendliche gefallen sich als Rennfahrer, möglichst lautes Motorengeräusch und Rasen gelten bei nicht wenigen Lungauern als weniger verwerflich als anderswo. Dies sollten Ruhedürftige eventuell auch bei der Wahl der Unterkunft bedenken.

Weiter geht's[Bearbeiten]

An den Lungau schließt sich der Bezirk Murau der Steiermark mit der Steirischen Holzstraße (Museen etc. zum Thema Holz) an, weiters der Nationalpark Nockberge im Bundesland Kärnten.

Weblinks[Bearbeiten]

Homepage des örtlichen Fremdenverkehrsverbandes [[1]]

Tälerbus



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