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La Gomera

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(nach El Hierro) mit 25 km Durchmesser die zweitkleinste der Kanarischen Inseln.

Rathaus von San Sebastián

Orte[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

La Gomera ist - wie auch die anderen Kanareninseln - vulkanischen Ursprungs, wobei sich die Vulkantätigkeit auf den Kanaren von Ost nach West entwickelt hat. Das heißt, La Gomera ist entstehungsgeschichtlich jünger als die östlichen Inseln Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa, aber älter als die westlicheren Inseln La Palma und El Hierro. Besiedelt wurde das Land vermutlich zwischen dem 5. und 3. Jhdt. v. Chr. von Berbern aus Nordafrika. Darauf weist die ursprüngliche Sprache der Guanchen (Ureinwohner der Kanaren) hin.

Ob Phönizier, Griechen und Römer die Inselgruppe kannten, ist unklar, es wird jedoch in diversen Schriften der Antike immer wieder auf eine Inselgruppe gleichen Namens Bezug genommen, oft in Zusammenhang mit dem sagenhaften Land Atlantis. Auch in zahlreichen arabischen, byzanthinischen und europäischen Schriften des Mittelalters wird auf die Inseln Bezug genommen. Eroberungen begannen allerdings erst Anfang des 15. Jahrhunderts. Jean de Béthencourt, der im Auftrag der spanischen Krone bereits Lanzarote und Fuerteventura eingenommen hatte, scheiterte 1404 beim Versuch, La Gomera zu erobern, am massiven Widerstand der Ureinwohner. Beim zweiten Versuch der Eroberung unterwarfen sich ihm zwei der damals vier gomerischen Stämme, die anderen beiden Stämme leisteten allerdings noch bis zum Ende des Jahrhunderts erbitterten Widerstand.

Ab 1447 wurde die Familie Peraza vom spanischen König mit der "Grafschaft Gomera" belehnt, ab 1477 regierte Hernán Peraza d. J. Gegen dessen Schreckensregiment rebellierte die Bevölkerung 1488 und ermordete Hernán, woraufhin ihm seine Frau Beatriz de Bobadilla nachfolgte. Christoph Kolumbus, der widerholt vor seinen Reisen nach Amerika auf Gomera an Land ging, soll in die schöne Beatriz verliebt gewesen sein und seine Abreise aus diesem Grund wiederholt hinausgezögert haben.

Aus diesen Gründen sind die Einwohner Gomeras zwar politisch Spanier, in der Realität sind sie aber Gomeros und Madrid ist weit weg.

Sprache[Bearbeiten]

Amts- und Umgangssprache ist Spanisch. In tourismusorientierten Geschäften und Restaurants (vor allem im Valle Gran Rey) wird auch Deutsch gesprochen: Im Valle Gran Rey leben viele Deutsche und viele Geschäfte werden von Deutschen betrieben. Bei mangelnden spanischen Sprachkenntnissen ist Englisch hilfreich, vor allem in Playa Santiago im Süden von La Gomera. Eine Besonderheit der Insel ist die Sprache El Silbo [el ˈsilβo] (span. „der Pfiff“),die Pfeifsprache der Guanchen, der Ureinwohner der Kanarischen Inseln. Eine Form davon hat sich bis heute auf der Insel La Gomera erhalten.

Anreise[Bearbeiten]

Internationale Fluglinien fliegen La Gomera nicht direkt an. Man erreicht die Insel am besten über Teneriffa mit der Fähre oder dem Schnellboot. Von Los Cristianos aus fahren zwei Gesellschaften mehrmals täglich nach San Sebastián auf Gomera. Am schnellsten ist die Überfahrt mit dem Fred Olsen Express, der außerdem die größten Schiffe betreibt und damit für potentielle SeekrankheitskandidatInnen sicherlich die beste Wahl ist. Alternative hierzu ist die im Juni 2006 in Betrieb genommene Fähre von Naviera Armas. Die Personenfähre Benchi Express (ebenfalls von Fred Olsen) fährt allerdings neben San Sebastián auch dreimal täglich nach Playa de Santiago und Valle Gran Rey weiter. Seit Januar 2012 wird diese Linie nicht mehr bedient - nach einer Gesellschaft, die die Strecke übernimmt, wird noch gesucht.

Der kleine Flughafen bei Playa de Santiago wird nur noch von Teneriffa-Nord und nicht von Teneriffa Süd aus angeflogen. Täglich landen zwei Maschinen aus Teneriffa-Nord bzw. fliegen dort hin (vormittags und nachmittags). Von Teneriffa-Nord bestehen Flugverbindungen zu den anderen Kanarischen Inseln.

Mobilität[Bearbeiten]

Leider gibt es im Landesinneren nur wenige Busverbindungen. Das bequemste und beweglichste Verkehrsmittel ist sicher ein Mietauto, das man auf La Gomera kostengünstig bei verschiedenen Anbietern mieten kann. Aber Wanderungen mit Bus oder Autostop sind recht mühsam und mit Taxis auf die Dauer ziemlich teuer.

Es gibt ausserdem eine kleine Fähre (Benchi Express), die zwischen den Häfen Valle Gran Rey (Vueltas), Playa de Santiago und San Sebastian verkehrt (Stand Juni 2010).

Die Schiffsverbindungen von San Sebastian über Playa de Santiago nach Valle Gran Rey werden zum 01.02.2012 eingestellt!

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

  • Los Organos. Hierbei handelt es sich um einen freigewitterten Lavaschlot. Die typische sechseckige Struktur entstand durch Risse beim Abkühlen der Lava.
  • Nationalpark Garajonay. Immergrüner Nebelwald mit einzigartiger Atmosphäre, steht seit 1981 als Nationalpark und seit 1986 als UNESCO-Welterbe unter Schutz.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Radfahren und Mountainbiken

Als wandertouristisch exzellent erschlossene, grüne Insel entwickelt sich La Gomera parallel zu den übrigen Kanarischen Inseln zu einem Biker-Geheimtipp und einem schneefreien, teils hochalpinen Trainingsrevier für die Wintermonate. Während das Radfahren mit Citybikes innerhalb der touristischen Talorte (insbesondere Valle Gran Rey) von Bedeutung ist, steht der gebirgige Teil der Insel mit seinen Trails und Pisten vor allem den Mountainbikern offen, die hier auch im Nationalpark Garajonay gern gesehen sind. Höhepunkte stellt neben dem Garajonay (1487 m) selbst der Nordwesten der Insel um die Ermita Santa Clara dar. Diverse Tourenanbieter in Valle Gran Rey ermöglichen auch Mountainbikern ohne mitgebrachtes Rad Touren auf der Insel - mit Guide oder hochwertigen Miet-MTBs.

Wandern

Küstenlandschaft La Gomera
Wandern auf La Gomera
Meerwasser Pool an der Küste

Für Wanderer ist La Gomera ein Paradies!

Ein guter Ausgangspunkt ist das klimatisch sehr ausgeglichene Valle Gran Rey (der touristisch am besten erschlosse Ort auf La Gomera). Von dort aus lassen sich einige schöne Wanderungen machen und mit Bus, Mietauto oder Taxi ist man auch relativ schnell in den Bergen. Es empfiehlt sich aber auch, einige Tage den Norden als Ausgangspunkt für Wanderungn zu wählen (z.B. Hermigua, Agulo, Vallehermoso)

Zur Ausrüstung gehören unbedingt Wanderschuhe, warme Kleider und Regenschutz. In den Bergen kann es bei schlechtem Wetter empfindlich kühl werden! Des weiteren empfiehlt sich die Mitnahme eines Handys.

Einige interessante Wanderungen:

  • San Sebastian - Lomo Fragoso - San Sebastian
  • Degollada de Peraza (Höhenstrasse) - La Laja - Cruce de la Zarcita
  • Agulo - La Palmita - Agulo
  • La Calera - Arure
  • Chipude - Fortaleza - Alto de Garajonay - Chipude
  • Höhenstrasse - El Cedro - Höhenstrasse
  • Höhenstrasse "Alto del Contadero", El Cedro, Ermita de Lourdes, Barranco del Cedro, Hermigua

2004/2005 wurden zahlreiche Wanderwege auf Gomera neu markiert. Zwei Hauptwege (Rund um die Insel und mitten über die Insel) sind rot-weiss markiert. Weitere Wege gelb-weiss. An allen wichtigen Startpunkten für Wanderungen wurden ausführliche Informationstafeln aufgestellt.

Whale Watching

La Gomera hat eine der größten Walpopulationen der Welt. Es gibt das ganze Jahr über die Möglichkeit, "sanftes Whalewatching" zu betreiben, das heißt, die Veranstalter verpflichten sich, bestimmte Richtlinien (Mindestabstand, kein laufender Motor in unmittelbarer Nähe der Wale und Delphine, keine Berührungen, kein Schwimmen, etc.) einzuhalten und außerdem eine Teil ihres Gewinnes an Organisationen zum Schutz von Walen abzuführen.

Es gibt außerdem Bestrebungen, in den Küstengewässern von La Gomera ein Walschutzgebiet einzurichten. Generell ist anzuraten, sich vorher über den Betreiber zu informieren, ob er die Auflagen des sanften Whalewatchings erfüllt und gegebenenfalls lieber auf die Fahrt zu verzichten.

Walsichtungen sind beinahe garantiert, wobei es sich hauptsächlich um Grind- oder Pilotwale handelt, oft aber auch Delphine. Mit Glück kann sogar ein Pottwal gesichtet werden.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Eine Suppe aus Brunnenkresse ist eine Spezialität der Insel. Als Einlage dient Gofio. Das unterscheidet sich von unserem Mehl, indem das Getreide zuerst geröstet und dann gemahlen wird. So kann man es verwenden, ohne es erneut erhitzen zu müssen. Suppe mit Gofio war einmal Grundnahrungsmittel der Einheimischen und heute ist es Geschmackssache.

Der Palmenhonig wird aus dem Saft von Dattelpalmen eingekocht und es bedarf eines besonderen Know-Hows, um einer Dattelpalme nur soviel Saft abzuzapfen, dass die Palme weiterhin überlebt. Palmenhonig wird vielfach als Zutat verwendet. Ein Beispiel sind Pfannkuchen mit Palmenhonig.

Obwohl eine Insel, gibt es in den Gewässern um Gomera wenig Fische, und so bekommt man eher selten frischen Fisch. Viele Restaurants bieten Fisch aus der Tiefkühltruhe an, wie z.B. die Seezunge, die man auf fast jeder karte findet, die es aber in den Kanarischen Gewässern nicht gibt. Auf den Speisekarte steht allerdings vielfach "pescado del dia" (Fisch des Tages). Gemeint ist das, was den Fischern zufällig am gleichen Tag ins Netz ging. Eine Besonderheit und nicht gerade alltäglich ist "cantadero". Dieser Fisch hat einen riesigen Kopf und sieht dreieckig aus. Er hat sehr viele Gräten und schmeckt sehr aromatisch. Zum Fisch gehören "Papas arrugadas", die vielfach mit "Schrumpelkartoffeln" übersetzt werden. Genauer gesagt, sind das kleine Pellkartoffeln in Meerwasser gekocht, die mit Schale gegessen werden. Dazu gehört "Mojo". Das ist zweierlei Soße. Die eine grün mit Koriander und die andere rot mit Chili. So kann man den Fisch bzw. die Kartoffeln, nach Geschmack nachwürzen.

Es gibt Wein von der Insel, allerdings nicht in großen Mengen. Deshalb sollen die Rebflächen noch erweitert werden, um den Durst von Touristen stillen zu können. Unter "Zumo" versteht man einen Saft aus Früchten, die im Mixer püriert wurden. Vor allem darin befinden sich Früchte der Insel: Bananen, Papaya, Mango, Maracuja, Kiwi, Orangen. In fast jedem Restaurant bekommt man sehr günstig "Zumo de Naranja natural", frisch gepressten Orangensaft.

Ausgehen[Bearbeiten]

Speziell im Valle Gran Rey gibt es viele Restaurants, z.B. das La Salsa oder das Habibi (beide in Vueltas), das El Coco Loco (Borbalan) oder das El Baifo (La Playa) und einige Bars und Kneipen; Kanarische Küche gibt es z.B. im Charco del Conde (La Puntilla) oder im El Palmar (Borbalan). Die ursprüngliche typische kanarische Küche bieten kleinere Lokale wie das Abisinia (Vueltas).

In Hermigua ragt das baskische Restaurant Iraxtere heraus (nicht preiswert!). Beliebter Treffpunkt in Hermigua ist die Casa Creativa (das lila Haus) mit schöner Terasse und netter Bar. Leider hat das Restaurant der Casa Creativa zuletzt meist zu.

In San Sebastian bietet das Casa del Mar frischen Fisch und Paella.

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die Anzahl der Übernachtungsorte ist relativ beschränkt. Auf La Gomera, speziell im Valle Gran Rey, gibt es mittlerweile viele unterschiedliche Unterkünfte in allen Kategorien. Einige Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auch im Norden der Insel (z.B. in Hermigua) oder im Süden (z.B. Playa Santiago). Für Wanderer empfiehlt sich das Valle Gran Rey oder Hermigua als idealer Standort.

Gute Hotels gibt es relativ wenige, z.B. das Hotel Parador **** (relativ teuer) in San Sebastian, das Tecina der Familie Olson in Playa de Santiago, oder das Ibo Alfaro in Hermigua. Eine Buchung im voraus ist meistens empfehlenswert. Die besten Hotels, Appartements und Studios/Zimmer mietet man am besten vorab im Internet. Es ist auch möglich eine Unterkunft direkt vor Ort zu finden, in der Hochsaison (um Weihnachten und Ostern) empfiehlt sich in jedem Fall eine vorherige Buchung.

Sicherheit[Bearbeiten]

Ein Urlaub auf La Gomera ist sehr sicher. Einbrüche oder Kriminalität gibt es nur sehr selten, kein Vergleich mit der Nachbarinsel Teneriffa.

Klima[Bearbeiten]

La Gomera hat ein sehr ausgeglichenes Klima: relativ milde Winter und nicht allzu heiße Sommer. Die durchschnittlichen Temperaturen schwanken über das Jahr nur um rund 5 bis 10 Grad und befinden sich fast immer im Bereich zwischen 18 und 26 Grad. Das gleiche gilt für die Schwankung zwischen Tages- und Nachttemperatur. Im Norden ist es allerdings auch öfters bewölkt und die zentralen Teile der Inseln können sogar als feucht eingestuft werden, weil dort die Wolken häufig hängen bleiben. Dies führt auch zu einer ausgesprochen Besonderheit der Insel - dem Nebelwald. Dort auf knapp 1500 Meter kann es auch mal nur 15°C sein, während am Strand die Badegäste in der Sonne brutzeln.
Bedingt durch die Lage mitten im Atlantik zeigt das Thermometer fast immer 23-25°C an (im Schatten), egal ob es in der Sonne extrem heiß ist oder ob der Himmel bedeckt ist. Die Temperaturangaben der Wetterdienste sagen deshalb recht wenig aus.

Weblinks[Bearbeiten]




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