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Koblenz

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Rheinland-Pfalz : Koblenz
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Koblenz
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Lage
Lage von Koblenz
Koblenz
Koblenz
Kurzdaten
Bevölkerung: 106.000
Fläche: 105,02 km²
Höhe über NN: 64,7 m ü. NN
Koordinaten: 50° 21' 0" N, 7° 36' 0" O 
Vorwahlnummer: 0261
Postleitzahl: 56077
Website: offizielle Website von Koblenz
Website: Fremdenverkehrsamt




Koblenz ist eine Stadt in Rheinland-Pfalz am Zufluss der Mosel in den Rhein.

Hintergrund[Bearbeiten]

Koblenz, eine Großstadt mit etwas mehr als hunderttausend Einwohnern, idyllisch gelegen am Zusammenfluss von Mosel und Rhein, Zentrum der vier Mittelgebirge Eifel, Hunsrück, Taunus und Westerwald und nördlicher Abschluss des UNESCO Weltkulturerbes Oberes Mittelrheintal, blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Vor mehr als zweitausend Jahren gründeten die Römer an der bedeutenden Verkehrskreuzung ein erstes Kastell. Oft war Koblenz bedeutender militärischer Knotenpunkt, sowohl während der Deutsch Französischen Kriege, als auch im Konfliktfall mit der UDSSR. Heute findet man nur noch die innere Führung der Bundeswehr und die Festung Ehrenbreitstein in der heute eine Jugendherberge, ein Museum und ein Restaurant untergebracht sind. Koblenz besitzt eine sehr gute Verkehrsanbindung, besonders durch Bahn und Schiff. Von den Menschen in der Umgebung wird Koblenz als Einkaufsmöglichkeit und Arbeitgeber genutzt. Das Koblenzer Wahrzeichen ist der Schängel, welcher aus der Deutsch Französischen Vergangenheit entstanden ist.

Anreise[Bearbeiten]

Bahn[Bearbeiten]

Der Koblenzer Hauptbahnhof liegt an der linken Rheinstrecke. Er dient als Knotenpunkt für Reisende Richtung Trier und Luxembourg, sowie nach Köln, Neuwied, Limburg, Gießen, Mainz, Wiesbaden und Frankfurt. Auf der linken Rheinstrecke fahren stündlich IC's und einzelne ICE's, ansonsten zahlreiche Regional-Expresszüge und Regionalbahnen mit inzwischen modernen Zügen auf beiden Rheinseiten.

Seit 14.4.2011 (Bundesgartenschau 2011) ist der Schienenhaltepunkt Koblenz Stadtmitte in Innenstadtnähe in Betrieb und wird von den Regionalzügen Richtung Köln, Mainz (MRB: Köln-Koblenz-Mainz) und Frankfurt (SE: Frankfurt/M.-Wiesbaden-Lahnstein-Koblenz-Neuwied) bedient. Dieser befindet sich direkt am Einkaufszentrum Löhr-Center, zwischen Saarplatz und Herz-Jesu-Kirche.

Bus[Bearbeiten]

Die Anreise per Bus ist grundsätzlich von allen Städten in der Umgebung möglich. Busse verkehren in südlicher Richtung über Boppard, Südwestlich in den Hunsrück, in Verlängerung bis zu dem Flughafen Frankfurt Hahn (etwas 1,5 h), nach Westen die Mosel entlang, Nordwestlich in die Eifel, den Rhein runter und in den Westerwald, unter anderem auch zum ICE Bahnhof nach Montabaur.

Fernbusbahnhof[Bearbeiten]

  • Hauptbahnhof: Dörth, Hahn, Kastellaun, Köln

Auto[Bearbeiten]

  • Das Koblenzer Kreuz liegt nordwestlich der Innenstadt und wird von der A 61 und der A 48 gebildet
  • alternativ bietet sich die B9 sowie die B42 für die Anreise über das Rheintal an.

Schiff[Bearbeiten]

Koblenz ist Teil der Rheinschiene zwischen Köln und Koblenz. In den Sommermonaten ab Mai bis Oktober fahren regelmäßig Schiffe der Köln-Düsseldorfer-Gesellschaft zwischen Düsseldorf und Bingen. Schiffe starten von hier in die Mosel weiter Richtung Mittelmosel, entlang des größten zusammenhängenden Weinanbaugebiets Europas, sowie den Rhein hinauf durch das Mittelrheintal (Weltkulturerbe) an der Loreley vorbei nach St. Goar. Es existieren Kombinationstarife zwischen der KD und den Nahverkehrsbetrieben. Viele Kreuzfahrtschiffe aus den Niederlanden, der Schweiz und anderen Ländern, die die europäischen Binnengewässer zwischen Nordsee und Mittelmeer befahren, machen Halt in Koblenz. Zudem verkehrt eine Fähre zwischen den Ufern des Rheins von Ehrenbreitstein (Ortsteil von Koblenz, rechtsrheinisch) bis zu der Anlegestelle in der Nähe des Deutschen Ecks. Diese Fähre wird oft genutzt um die rechtsrheinisch gelegene Festung Ehrenbreitstein zu erreichen. Vom Fuße des Rheins trennt Besucher noch eine Sesselbahnfahrt oder ein Fußmarsch mit 100 Höhenmetern von der Sehenswürdigkeit.

Mobilität[Bearbeiten]

Koblenz besitzt ein gut ausgebautes Stadtbussystem, das das gesamte Stadtgebiet erschließt. Die Straßenbahn wurde schon in den 1960er Jahren stillgelegt. Fahrscheine sind beim Busfahrer erhältlich. Wer die Stadt besichtigen will, sollte eine Tages(für Einzelpersonen)- oder Minigruppenkarte(bis zu 5 Personen) lösen. Das Rheinland-Pfalz-Ticket schließt den Busverkehr des VRM mit ein und gilt auch auf der rechten Rheinseite bis Wiesbaden und auf der linken Rheinseite bis Bonn. An Wochenenden und Feiertagen gibt es für die meisten Stadtbusstrecken einen Nachtbus, der auch Spätheimkehrern bis 1 Uhr die Möglichkeit gibt, mit dem Bus zu fahren. Stadtbusverbindungen (in alle Stadtteile von Koblenz) starten ab Löhr-Center oder Zentralplatz, die meisten Regional- und auch einige Stadtbusverbindungen fahren den Hauptbahnhof an (z.B. nach Bendorf, Vallendar, Lahnstein, Braubach, Mülheim-Kärlich, Boppard, Mayen, Neuwied...).

Seilbahn, nur bis Herbst 2013 – Fahrpreis: 8,- € (mit Eintritt Festung Ehrenbreitstein: 11,20 €), Kinder 7-18 J.: 4,- € (5,60 €).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Kirchen[Bearbeiten]

St. Kastor (älteste Kirche in Koblenz)
  • In der Altstadt: Liebfrauen-Kirche, Florinskirche, Jesuitenkirche
  • Am Deutschen Eck: Basilika St. Kastor (älteste Kirche in Koblenz)

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

  • Festung Ehrenbreitstein auf einem Felsen über dem rechten Rheinufer – Wiedereröffnung am 15. April 2011 im Rahmen der Bundesgartenschau.
  • Kurfürstliches Schloss (am Rheinufer, Besichtigung nur von außen)
  • Kurfürstliche Stadtburg Koblenz (Alte Burg) von 1185 am Moselufer
  • Schloss Stolzenfels ca. 5 km südlich von Koblenz

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Balduinbrücke

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck
  • Der Schängelbrunnen am alten Rathaus wurde dem "Maskottchen" der Stadt Koblenz gewidmet. Das Wort Schängel stammt vom französischen "Jean" ab und war ursprünglich als Schimpfwort gemeint, wird heute aber als liebevolle Bezeichnung für die Koblenzer Bürger benutzt.

Museen[Bearbeiten]

  • Museum Ludwig im Deutschherrenhaus am Deutschen Eck
  • Mittelrhein-Museum (Altes Kaufhaus) am Florinsmarkt in der Altstadt
  • Rheinisches Fastnachtsmuseum im Kehlturm des Forts Konstantin, direkt hinter dem Koblenzer Hauptbahnhof
  • Landesmuseum Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein. – bis März 2012 geschlossen
  • Deutsche Bahn Museum Koblenz − Geöffnet bis Juni: Samstags von 10 - 16 Uhr, 1. Juli bis 31. Aug. 2012: Di. - So. von 10 - 17 Uhr, 1. Sept. bis 8. Dez. 2012: Samstags von 10 - 16 Uhr. · Eintrittt: 2,50 €, Konder 6-14. J.: 1,- €, Familien: 5,- €.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

  • "Deutsches Eck": Zusammenfluss von Rhein und Mosel mit Kaiser-Wilhelm-Denkmal und schönem Blick auf die gegenüberliegende Festung Ehrenbreitstein.
  • "Der Plan": Zentraler Platz in der Altstadt mit diversen Gastronomie-Angeboten. Ein weiterer beliebter Platz in der Altstadt ist der Jesuitenplatz am Rathaus.
  • "Görresplatz: in der Altstadt mit vielen Gastronomien und einer Tiefgarage und einem Brunnen der zentral am Platz gelegen ist.

Parks[Bearbeiten]

Als Park können unter anderem die Rheinanlagen angesehen werden. Sie erstrecken sich von der Pfaffendorfer-Brücke im Norden bis zur Südbrücke. Sie bestehen aus einem Grünstreifen, der besonders im hinteren Bereich auf dem Oberwerth ausgedehnte Rasenflächen und aufgelockertem Baumbestand aufweist. Von den Anwohnern werden sie als Naherholungsgebiet zum Spazieren, Sonnen oder zum Treffen von Freunden, besonders von Jugendlichen zu späterer Stunde, genutzt (Das Grillen ist seit kurzem nicht mehr erlaubt).

Verschiedenes[Bearbeiten]

Die Schau befand sich an drei Orten: am Kurfürstlichen Schloss, den Rheinanlagen beim Deutschen Eck und auf dem Hochplateau vor der Festung Ehrenbreitstein. Für die Verbindung über den Rhein wurde extra ein Seilbahn gebaut, die aber nach 3 Jahren wieder demontiert werden soll. Bei Gewitterwarnung fällt die Seilbahn aus. Die Blumenschau ist dürftig, dafür gibt es viel Rasen und Wege. Für erheblich weniger Eintritt wird in anderen Gärten ein Vielfaches geboten. Die exzellenten Aussichtspunkte auf der Festung und am Deutschen Eck sind auch ohne Eintritt zugänglich.
Deutsches Eck: Mündung der Mosel n den Rhein

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Altstadtfest am 6. und 7. Juli 2012 · Der Eintritt ist frei!
  • Gaukler- und Kleinkunstfestival vom 27. − 29. Juli 2012 in der Koblenzer Altstadt.
  • Rhein in Flammen − jährliches Feuerwerk an verschiedenen Orten auf dem Rhein und an verschiedenen Tagen. In Spay und Koblenz am 11. August 2012 und 10. Aug. 2013.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Alte Burg

Stadtrundgang Koblenz

Vielleicht haben Sie ja ein wenig Zeit, um sich Koblenz anzusehen. Wenn es sich dabei um richtig viel Zeit handelt, dann besorgen Sie sich am besten einen der wirklich guten Stadtführer. Für ein paar Stunden kann aber dieser Stadtrundgang als Anhalt dienen.

Folgende Sehenswürdigkeiten begegnen uns u. a. auf unserem Streifzug durch die Koblenzer Kernstadt:

· Münzplatz

· Florinsmarkt

· Liebfrauenkirche

· Jakobuskapelle

· St. Kastor

· Deutsches Eck

· Kurfürstliches Schloss

Beginnen wir unseren Stadtrundgang am Münzplatz, inmitten des römischen "apud Confluentes", also am Zusammenfluss. So ganz sicher sind sich die Historiker nicht - die Kastell-Theorie ist umstritten, manche glauben, Koblenz wäre als Handelssiedlung entstanden. Aber wie auch immer, fest steht, dass die Siedlung einen rasanten Aufschwung nahm und sich ständig vergrößerte. Zum Schutz gegen Angriffe germanischer Stämme bauten die Römer Confluentes im dritten Jh. zu einem starken Kastell aus.

Hier am Münzplatz standen die kurtrierischen Münzwerkstätten, Koblenz gehörte von 1018 bis 1794 dem Erzstift Trier und war lange Zeit Residenz des Trierer Erzbischofs. Einziges erhaltenes Gebäude in diesem Ensemble ist das Wohnhaus des kurfürstlichen Münzmeisters - 1761/62 nach Plänen von Johannes Seiz gebaut. Sie finden dieses Haus auf der rechten Seite des Platzes.

An der Westseite des Münzplatzes fällt der Metternicher Hof ins Auge. 1644 kam die Grafenfamilie von Metternich durch Belehnung in den Besitz des Hauses, 1773 wurde hier der spätere österreichische Staatskanzler Clemens Wenzel Lothar von Metternich geboren.

Durch den Torbogen gehen wir jetzt in Richtung Alte Burg. Wenn Sie sich einmal umschauen, dann sehen Sie eine sehr schöne Seccomalerei aus dem Jahr 1911. Die Verbindungsstraße ‚Im Paradies’ heißt so nach dem kurfürstlichen Garten. Direkt vor Ihnen liegt nun die Alte Burg, in der zweiten Hälfte des 13. Jhs. als Zwingburg am Moselufer erbaut. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Burg stets vergrößert. Im 19. Jh. diente sie als Blechwarenfabrik, dann als städtische Gemäldegalerie. Heute schließlich nutzt sie die Stadt Koblenz als Archiv.

Am Moselufer erkennen Sie linker Hand die Balduinbrücke, Mitte des 14. Jhs. auf Anweisung von Erzbischof Balduin errichtet. Diese zweitälteste Steinbrücke Deutschlands bewältigte bis zum 19. Jh. als einzige Moselüberquerung den gesamten Verkehr zwischen Köln und Mainz. Damit war sie auch eine der einträglichsten Geldquellen der Stadt.

Am Moselufer geht es an einige sehenswerten Erkern vorbei bis zum ‚Deutschen Kaiser’. Dieser spätgotische Adelsbau wurde 1520 errichtet. Als einziges spätmittelalterliches Gebäude hat es die Kriegswirren unbeschadet überstanden.

Bitte gehen Sie nun ein Stückchen die Kornpfortstraße hoch und biegen dann nach rechts in die Gasse Unterm Stern ein. Der Weg führt Sie zum Florinsmarkt. An dessen Nordseite befindet sich rechter Hand das Schöffenhaus, von Erzbischof Richard von Greiffenclau 1528-30 im gotischen Stil errichtet. 1528, Gotik? Richtig, eigentlich war der Renaissance-Stil der angesagte Baustil. Direkt daneben steht das 1425 fertiggestellte Kaufmann- und Tanzhaus. Unten, im Erdgeschoss, waren die Lagerräume und Verkaufsstände der Kaufleute, die erste Etage wurde von den Koblenzer Bürgern für Festveranstaltungen genutzt. Nach Beschädigungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg ist der spätgotische Charakter zwar noch erkennbar, aber der Barock überwiegt heute schon. Das Mittelrhein-Museum hat hier sein Domizil gefunden. An das Kaufmann- und Tanzhaus grenzt unmittelbar der Bürresheimer Hof, angelegt 1659/60. Der linke, zweiflügelige Bau kam Anfang des 18. Jh. hinzu, der moselseitige Saalbau in der Mitte 1769. Von 1851 bis zur Reichspogromnacht im Jahr 1938 war die Synagoge der jüdischen Gemeinde hier untergebracht.

An der Ostseite des Platzes steht die ehemalige Stiftskirche St. Florin, heute eine evangelische Gemeindekirche. Um 1100 erbaut, wurde die Kirche mehrfach umgebaut und ergänzt, so dass sie heute romanische, gotische und barocke Elemente aufweist. Die kaum restaurierten mittelalterlichen Wandmalereien gehören zu den lebendigsten Zeugnisse am Mittelrhein. Bei Ausgrabungen in der Kirche entdeckte man die Fundamente eines römischen Stadtmauerturms und fränkische Estrichreste über römischen Häusern. An der Nordseite der Kirche sehen Sie das älteste Haus Koblenz, das romanische Kapitelhaus aus der Zeit um 1230. Schräg gegenüber, auf der anderen Straßenseite, befindet sich der Pfarrhof Liebfrauen. Die zwei rückwärtigen Türme der Hofanlage gehören zur frühmittelalterlichen Stadtbefestigung.

Wir gehen nun durch die Mehlgasse zur Liebfrauenkirche, die auf dem höchsten Punkt der Koblenzer Innenstadt steht. Schon im 5. oder 6. Jh. n. Chr. hat hier innerhalb eines römischen Großbaues eine Kirche existiert. Der heutige Bau zeigt überwiegend Elemente der Spätromanik und Spätgotik. Die barocken Zwiebeltürme entstanden 1693. Zur Ausstattung gehören Renaissancegrabplatten, ein Nikolausaltar von 1680 und das gotische Glasfenster im nördlichen Seitenchor.

Auf den Plan gelangen wir, wenn wir direkt neben der ehemaligen Grabkapelle die rechte Treppe hinunter gehen. Dieser Platz hat eine bewegte Geschichte zu erzählen. Er diente den Fleischern bis 1771 als Markt, den Jesuiten um 1594 als Theaterbühne, der Gerichtsbarkeit im 17. Jh. als Turnier- und Gerichtsplatz. An der Nordseite waren Stadtkommandantur und Hauptwache und im 19. Jh. das Rathaus untergebracht. Der in der Mitte 1805 errichtete Brunnen erinnert an die erste Koblenzer Wasserleitung. An der Kreuzung Löhrstraße/Marktstraße/Altengraben/Plan sehen Sie noch die vier Fachwerkhäuser aus dem Jahr 1608, von den Koblenzern kurz die ‚Vier Türme’ genannt.

Altes Kaufhaus, heute Mittelrheinmuseum, mit Augenroller

Der Kreis um das römische Koblenz schließt sich, wenn wir von hier durch den Entenpfuhl und die Kornpfortstraße in Richtung Mosel gehen. An verschiedenen Stellen ist die römische Stadtmauer zu sehen und in moderne Gebäude integriert. Im Parkhaus neben dem Hotel ‚Zur Kornpforte’ sind zwei römische Stadtmauertürme gefunden worden.

Unterwegs bewundern Sie noch den wunderschönen barocken Erker des Dreikönigenhaus, einem Adelshof aus dem Beginn des 18. Jhs. Das Relief zeigt die Heiligen Drei Könige. Der Erker des benachbarten Krämerzunfthauses zeigt dagegen die heiligen Michael, Maria und Tobias mit dem Fisch sowie einen Engel und Justitia mit Schwert und Waage.

Am Dreikönigenhaus biegen Sie rechts in die Straße Am Alten Hospital ein und gehen dann durch das Kastorviertel in Richtung Rhein. Zwar wurde das Viertel weitgehend im 2. Weltkrieg zerstört, erhalten ist lediglich die Fassade des Fahnensaals des ehemaligen (von der) Leyenschen Hofes. Den kleinen Umweg machen wir aber wegen der aus dem 14. Jh. stammenden Jakobuskapelle.

1355 wurde die gotische Kapelle als Friedhofskapelle des Deutschen Ordens erbaut. Leider wurde die Kapelle 1944 durch Bomben zerstört, 1965 begann man mit dem Wiederaufbau.

Die Alt-Katholische Gemeinde übernahm die Innenausstattung. Heinrich Voegele-Mönnighoff (1907-1987) entwarf und arbeitete den Altar, die Gitter des Tabernakels und das schmiedeeiserne Ambo. Die kupfernen Türgriffe sind als Jakobsmuscheln ausgebildet. Voegele-Mönnighoff schenkte der Gemeinde u. a. eine Keramikfigur des Heiligen Jakobus d. Ä.; mittlerweile in Bronze gegossen passt sie sich hervorragend dem gotischen Raum an.

Schräg gegenüber nun steht die bedeutendste Koblenzer Kirche: St. Kastor. Hier wurde deutsche Geschichte geschrieben und Johannes Paul II. hat sie 1991 zur Basilika minor erhoben. Der erhaltene romanische Baubestand macht sie auch baugeschichtlich zu einer ganz besondere Kirche.

Schon seit dem 1. Jh. wurde diese Stelle für Kulthandlungen genutzt, um 100 wurde hier ein gallorömischer Tempel angelegt, der hier bis spätestens zum Ende des 7. Jhs. stand. Die erste Kastorkirche, benannt nach dem heiligen Kastor, dem Missionar an der Mosel (siehe auch 2. Tagesetappe Treis-Karden), wurde 836 geweiht. In Koblenz befand sich ein fränkischer Königshof, so galt König Ludwig der Fromme als Bauherr dieser Kirche außerhalb der Stadt.

Kirche und Stift St. Kastor waren eng mit der Reichsgeschichte verbunden: 842 wurden hier die Bestimmungen der Reichsteilung ausgehandelt, 860 verhandelten die Karolinger familieninterne Streitigkeiten, 862 wurde die Reichsteilung in Ost- und Westreich beschlossen. Daraus gingen dann das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und Frankreich hervor.

1199 wurde die Kastorkirche im Krieg schwer beschädigt, Reparaturen und der Neubau des Kirchenschiffes wurden notwendig.

1338 fand das letzte bedeutende Treffen im Stift statt. König Ludwig der Bayer und der englische König Eduard III. besiegelten in der Kastorkirche Freundschaft und Bund.

Die Fresken in der Kirche stammen aus den Jahren 1840 bis 1860. Zwischen 1890 und 1894 erhielt die gesamte Kirche eine Verblendung aus Tuffstein und somit ihr heutiges Erscheinungsbild.

Die Kastorkirche ist auch heute noch reich mit Kunstschätzen ausgestattet: die gotischen Wandgräber der Trierer Erzbischöfe, die Steinkanzel von 1625 und der Schrein der seligen Rizza, der angeblichen Tochter Ludwigs des Frommen. Im südlichen Kirchenschiff sehen Sie die Brigitten-Madonna, entstanden zwischen 1350 und 1410 in Böhmen und nach vielen Umzügen schließlich in St. Kastor gelandet.

Auf dem Vorplatz steht ein Kursiosum. Der französische Präfekt ließ etwas voreilig zur Erinnerung an den glorreichen und siegreichen Russlandfeldzug Napoleons den Brunnen errichten. Wie bekannt, endete der Feldzug in einem Desaster, die Franzosen mussten am Rhein abziehen. Der russische Stadtkommandant zeigt jedoch Humor. Er ließ am 01.01.1814 unter die eingemeißelte Huldigung des Siegers sein ‚gesehen und genehmigt’ setzen.

1110 wurde ein Hospital neben der Kastorkirche gegründet, die erste Einrichtung zur Krankenpflege nördlich der Alpen. 1216 wurde der Deutsche Orden, der sich in der Krankenpflege engagierte, nach Koblenz gerufen und erhielt einen Teil des Geländes der Kastorkirche mit dem dort befindlichen St. Nikolaus-Hospital als Geschenk. Zur Verwaltung der Ordensprovinz Koblenz errichtete der Orden direkt an der Ecke der Moselmündung in den Rhein das Deutschherrenhaus. Seitdem wird die Stelle Deutscher Ordt, bzw. später Deutsches Eck genannt.

Das heutige Deutsche Eck mit dem Reiterstandbild auf der Landzunge erreichen wir, wenn wir der Danziger Freiheit folgen und dann die Straße überqueren. Das Standbild Kaiser Wilhelm I. wurde in den letzten Kriegstagen schwer beschädigt und demontiert. Lediglich der Kopf befindet sich heute im Mittelrhein- Museum. Am 18. Mai 1953 hat der damaligen Bundespräsident Theodor Heuss den Denkmaltorso zum Mahnmal der Deutschen Einheit erklärt. Nach der Wiedervereinigung wurde das Standbild rekonstruiert und 1993 wieder aufgestellt.

Hier von der Landzunge haben Sie einen sehr guten Blick auf die ehemalige Festung Ehrenbreitstein. Schon Ende des 10. Jhs. stand auf dem Plateau die erste Burg. 1018 schenkte Kaiser Heinrich II. sie dem Erzstift Trier. Zunächst Grenzburg gewann sie aber rasch an Bedeutung, als sich Kurtrier in den Westerwald ausdehnte. Anfang des 16. Jhs. hat der bereits erwähnte Erzbischof Richard von Greiffenclau die ersten Geschützbastionen bauen lassen und die erste Kanone, Vogel Greif, wurde 1524 in Frankfurt in Auftrag gegeben. Bis ins 18. Jh. hinein wurde die Festung immer wieder erweitert und verstärkt, sie galt als uneinnehmbar. 1794 nahmen die französischen Revolutionstruppen die Stadt ein, konnten aber die Festung erst fünf Jahre später nach einjähriger Dauerbelagerung besetzen. Damit die Festung nicht dem Feind in die Hände fallen konnte wurde sie 1801 von den Franzosen gesprengt und lag bis 1815 in Trümmern. In diesem Jahr kam aus dem preußischen Hauptstadt Berlin die Order, die Stadt Koblenz und die Festung Ehrenbreitstein neu zu befestigen. 50 Jahre später war sie aber schon wieder veraltet und wurde nach dem Frieden von Versailles (Ende des 1. Weltkrieges) noch nicht einmal mehr geschliffen. Im 2. Weltkrieg boten die Kasematten und Felsentunnel den Koblenzer Bürgern noch einmal Schutz vor den alliierten Bombenangriffen.

Liebfrauenkirche

Heute wird die Festung als Landesmuseum, als Jugendherberge, von zwei Restaurants und vom Landesamt für Denkmalschutz genutzt; die andere Seite ist mit einer kleinen Personenfähre erreichbar.

Jetzt geht es wieder zurück; Sie überqueren noch einmal die Danziger Freiheit und kommen durch das Tor in der Stadtmauer in den Blumenhof. Von der stattlichen Dreiflügelanlage ist nur noch das Komturhaus erhalten, seit 1992 ist hier das Ludwig-Museum mit zeitgenössischer französischer Kunst untergebracht.

Weiter geht es zum Konrad-Adenauer-Ufer und vorbei an der ehemaligen Mädchenschule von St. Kastor, bis Sie rechts in die Rheinstraße einbiegen. Auf dem Görresplatz gehen Sie doch einmal um den Brunnen mit der Historiensäule herum. Dieses Kunstwerk mit Szenen aus der wechselvollen Stadtgeschichte wurde von Prof. Dr. Jürgen Weber geschaffen und im Jahr 2000 eingeweiht.

Durch die Firmungsstraße gelangen Sie zum Jesuitenplatz, vorbei an einigen schön erhaltenen Barockhäusern. Hier steht auch das alte Gymnasium, seit 1895 als Rathaus genutzt. Im Treppenhaus des ehemaligen Jesuitenkollegiums, heute Rathausgebäude I, können Sie die 1701 von Carl Maria Pozzi geschaffenen Stuckdecken bewundern. Von der Jesuitenkirche an der Ostseite existiert leider nur noch die frühbarocke Fassade. Dahinter errichtete man nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg einen modernen Kirchenbau. Durch den Torbogen neben der Kirche geht es weiter, den ehemaligen Klosterhof können wir durch das reich verzierte barocke Westportal erblicken. Rechts steht der Schängelbrunnen. Schängel heißen die in Koblenz geborenen Jungen, denen Carl Burger 1940 hier ein Denkmal setzte. Sie folgen der Gymnasialstraße und biegen rechts in die Schanzenpforte ein. Die mittelalterliche Stadtmauer wurde hier stellenweise in die Wohnhäuser integriert und wurde dadurch erhalten.

Am Ende der Schanzenpforte halten Sie sich rechts und erreichen die Clemensstadt (Neustadt), benannt nach dem letzten Trierer Kurfürsten Clemens Wenzelslaus. Im 18. Jh. sollten am Rheinufer ein prunkvolles Schloss und ein neuer, repräsentativer Stadtteil entstehen. Gleich zu Ihrer Rechten befindet sich das erste neu entstandene Wohnhaus aus dem Jahr 1786, besonders die prunkvolle Fassadengestaltung fällt auf. Jenseits der Clemensstraße liegt das frühklassizistische Comödien- und Ballhaus, das heutige Stadttheater. Heute ist es das einzige Theater seines Jhs. im Rheinland. Hoch über dem Eingang erkennen Sie eine in Latein gehaltene Inschrift: „Ridendo corrigo mores“ (mit Lachen verbessere ich die Sitten); vermutlich als Konzept fürs Theater gedacht, dennoch auch eine Weisheit, auf die man sich im Alltag vielleicht häufiger besinnen sollte …

Am Theater geht es die Stresemannstraße hinunter zum Rhein, vorbei an den ehemaligen Gebäuden des Oberpräsidiums der preußischen Rheinprovinz im rheinischen Barock mit Jugendstileinflüssen. Das Regierungsgebäude von 1906 am Konrad-Adenauer-Ufer ist ein riesiger neo-romanischer Bau. Hier befindet sich heute das Präsidium des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung.

Auf der Uferpromenade geht es jetzt stromaufwärts durch die Kaiserin-Augusta-Anlagen, gestaltet nach einem Entwurf von Peter Joseph Lenné. Vorbei am Joseph-Görres-Denkmal, das an einen der führenden Köpfe der revolutionären rheinischen Jugend zu Beginn des 19. Jhs. erinnert, erreichen Sie die Pfaffendorfer Brücke und das 1925 erbaute Weindorf. Auf dem Fußgängerweg durch die Unterführung gelangen Sie schlussendlich zum Kurfürstlichen Schloss. Das im reinen Klassizismus errichtete Gebäude mit den Zirkelbauten und dem Mittelbau, der durch die wuchtigen Säulen auffällt, wurde 1786 eingeweiht. Schon acht Jahre später musste Clemens Wenzelslaus vor den anrückenden französischen Truppen nach Augsburg fliehen. Dorthin nahm er auch die prächtige Innenausstattung mit. Leider ist das Kurfürstlichen Schloss, heute sind hier verschiedene Behörden untergebracht, nicht zu besichtigen.

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Löhrcenter Forum Mittelrhein

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Ausgehen[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

  • Die Jugendherberge Koblenz in der Festung Ehrenbreitstein gehört wegen ihrer Lage hoch über dem Rhein gegenüber der Moselmündung zu den beliebtesten Jugendherbergen Deutschlands. Die JH war 2010 geschlossen. Neu renoviert verfügt sie über 157 Betten in Zimmern für 1-, 2-, 4- und Mehrbettbelegung, alle mit Dusche/WC. Übernachtungen mit Frühstück kosten ab 19,90 €, in 2-Bett-Zimmern 25,40 €.
  • Rhein-Hotel Diehl's Terrassen, (direkt am Rhein, gegenüber auf dem stadtseitigen Ufer ist das Deutsche Eck), [1].  edit
  • Top Hotel Kraemer, Kardinal-Krementz-Str 12 (zentrale, verkehrsgünstige Lage und moderne Ausstattung), 0261406200 (, fax: 026141340), [2]. 74 - 210€.  edit

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesund bleiben[Bearbeiten]

In Andernach befindet sich in direkter Nähe und über die Bundesstraße B9 gut erreichbar das neue Monte Mare SAUNA & SPA Andernach. Highlight ist die Geysir-Sauna und ein Sauna-Außengarten mit altem Baumbestand.

Klarkommen[Bearbeiten]

Kommunizieren[Bearbeiten]

Weiter geht's[Bearbeiten]





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