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Karnak

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Das Dorf Karnak (arab. الكرنك al-Karnak) befindet sich 3 km nördlich von Luxor im Gouvernement Qena. Es behergt mit der der Tempelanlage von Karnak eine der bedeutendsten Tempelanlagen Ägyptens.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Amun-Tempel besteht an dieser Stelle (wohl) seit der 11. Dynastie bis in die römische Zeit; der Zeitpunkt der frühesten Bauten ist umstritten. Es ist der größte und wohl auch der beeindruckendste Tempelkomplex Ägyptens. Das älteste Zeugnis ist die Säule Antefs II. (11. Dynastie) mit einer Widmung an Amun, sie befindet sich heute im Museum von Luxor. Dies ist die Zeit, in der Theben zur Residenz aufsteigt.

Die Bauten des Mittleren Reiches befanden sich an der Freifläche vor der Festhalle Thutmosis’ III. Vom Tempel Sesostris’ I., einer etwa 40 × 40 m großen Anlage, sind aber nur noch wenige Grundmauerreste erhalten. Vom selben König stammen Reste eines Sedfesttempels im Hof vor dem 7. Pylon. Die bedeutendste Anlage dieses Königs fand im in einem Pylon verbaut, aber heute im Freilichtmuseum wiedererrichtet: die Weiße Kapelle (chapelle blanche) Sesostris’ I.

Die heute erhaltenen Tempelteile stammen aus den Zeiten ab der 18. Dynastie, als grobe Regel mag gelten, dass die jüngeren Tempelteile dem Tempel im Westen vorgelagert worden; die Tempelteile am Eingang sind somit die jüngsten. Neben dem Haupttempel wurden mehrere weitere Tempel, z.B. für Chons, Apet und Ptah, und zahlreiche Kapellen angelegt.

Außerhalb des Tempelkomplexes befinden sich im Norden der Tempel des Month und im Süden der Tempel der Mut. Beide Anlagen sind aber normalerweise für den Touristen nicht zugänglich.

Anreise[Bearbeiten]

Karnak lässt sich von Luxor aus mit dem Taxi oder Sammeltaxi erreichen. Zu Fuß benötigt man vom Zentrum Luxor aus ca. 45 bis 60 Minuten.

Mobilität[Bearbeiten]

Den Tempel muss man zu Fuß ergründen. Man sollte mindestens einen halben Tag für einen (groben) Überblick vorsehen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Öffungszeiten und Eintrittspreise[Bearbeiten]

  • Der Tempelkomplex von Karnak, eine der bedeutendsten tempelanlagen Ägyptens. Täglich geöffnet von 6 – 18 Uhr (Mai bis September) bzw. 6 – 17 Uhr (Oktober bis April). Eintrittspreis LE 50.
  • Das Karnak-Freilichtmuseum befindet sich innerhalb des Tempelkomplexes. Es beherbergt wiedergefundene frühere Tempelteile. Seit 2004 befindet sich das Tickethäuschen unmittelbar vor dem Freilichtmuseem. Eintrittspreis LE 25.

Tempel-Hauptanlage des Amun[Bearbeiten]

In östlicher Richtung, vorbei an einem Obelisken Sethos’ I. und den Resten der Sphingenallee erreicht man der 1. Pylon in der Tempelumfassungsmauer. Im Süden erkennt man Überreste der Kapelle der Hakoris. Im Hof vor dem 2. Pylon findet man an zentraler Stelle den Säulengang des Taharka (25. Dynastie), zur linken sieht man die Kapellen von Mut, Amun und Chons aus der Zeit Sethos II. (19. Dynastie), zur rechten erkennt man den Eingang zum Tempel Ramses’ III. (20. Dynastie). Auf beiden Seiten sind Sphingenalleen zu sehen. In der Südostecke dieses Hofes befindet sich die so genannte Bubastidenhalle (22. Dynastie). Den Eingang zum zweiten Pylon flankieren zwei Kolossalstauen Ramses’ II. Verlässt man diesen Hof durch das Nordtor, so gelangt man zum Freilichtmuseum.

Durchschreitet man diesen zweiten Pylon – unter Haremhab (18. Dynastie) errichtet –, befindet man sich im einzigartigen Großen Säulensaal mit seinen 132 zumeist Papyrusbündel-Säulen aus Sandstein, die das Dach trugen, von dem heute nur noch einzelne Fenster erhalten sind. Die Halle ist 104 m breit und 52 m tief. Von den zahlreichen Reliefs sollten wenigstens die von Sethos I. auf der Nordwand betrachtet werden.

Durch den unter Amenophis III. errichteten 3. Pylon erreicht man einen breiten Mittelhof geringer Tiefe. In der Mitte befinden sich ein von ehemals zwei Obelisken Thutmosis’ I. (18. Dynastie), die vor dem von ihm errichteten 4. Pylon stehen. Durch diesen Pylon erreicht man eine Säulenhalle, der ummauerte Obelisk stammt von Hatschepsut, auf die der 5. Pylon, ebenfalls unter Thutmosis I. errichtet, folgt. Nach einer weiteren Säulenhalle gelangt man zum kleinsten aller Pylone. Der 6. Pylon wurde unter Thutmosis III. errichtet. Im anschließen Saal, zur rechten (Südseite) findet man die beiden Wappenpfeiler aus Granit. Dieser Halle folgt das eigentliche Kultzentrum, der Barkenschrein aus Granit. An seinem Südende sollte man sich nach links wenden: Hier findet man die Annalen Thutmosis’ III. von seinen Feldzügen nach Palästina. Geht man an das Ende des Annalensaals, so erricht man durch ein Tor die Kapelle der Hatschepsut, die noch Reste ihrer ursprünglichen Farbigkeit birgt – nur die Königin ist ausgehackt.

Von der Barkenkapelle aus erreicht man über eine große Freifläche mit den bescheidenen Resten der Tempelanlage des Mittleren Reiches die Festhalle Thutmosis’ III. Der etwa 44 m breite Raum wird von 20 Säulen und 32 Pfeilern eingenommen. An der Nordseite findet man noch Statuenreste, im Südwestteil befand sich ehedem die Königstafel von Karnak (heute im Louvre).

Wenn man weiter nach Osten läuft, sollte man sich einer kleinen Halle mit vier Säulen in Ost-West-Richtung links der Mitte zuwenden. Der so genannte Botanische Garten zeigt zahlreiche Pflanzen- und Tierdarstellungen. Über Holztreppen erreicht man die Rückseite des Tempelgebäudes, die hier befindlichen Kapellen stammen aus der Zeit Thutmosis’ III. Writer im Osten befinden sich noch Tempelteile Ramses’ III. und des Taharqa. Der hier nicht mehr vorhandene Obelisk schmückt heute den Lateran in Rom.

Üblicherweise wendet man sich nun nach Süden. An der Nordseite des Heiligen Sees findet man eine gedeckte Treppe („Nilometer“) aus der 25. Dynastie, Reste vom Tempel des Re-Harachte aus der Zeit des Taharqa, an dessen Südseite den Kolossalskarabäus Amenophis’ III. und die Spitze des zweiten Obelisken der Hatschepsut.

Westlich davon trifft man auf die südliche Erweiterung, die Prozessionsstraße mit dem 7. bis 10. Pylon. Westlich vor dem 7. Pylon traf man auf die berühmte Cachette (ein Statuenversteck nicht mehr benötigter Statuen), deren Statuen heute im Ägyptischen Museum von Kairo zu sehen sind. Unmittelbar vor dem 7. Pylon finden sich sieben Kolossalstauen von Königen aus dem Mittleren und Neuen Reich. Die Südseite des 7. Pylons setzt die Kriegsberichterstattung Thutmosis’ III. fort. Der 8. Pylon wurde unter Hatschepsut errichtet, seine Südseite zeigt die Feindniederschlagung Amenophis’ II., davor befinden sich vier Kalksteinstatuen, eine zeigt Amenophis I. Die beiden weitern Pylone befinden sich noch in der Restauration. Im neunten Pylon fand man zahlreiche, so genannte Talatat-Blöcke eines Tempels Echnatos aus Theben. Diese Blöcke werden rekonstruiert im Museum von Luxor präsentiert.

Weitere Tempelanlagen im Tempelkomplex von Karnak[Bearbeiten]

  • Tempel des Chons, unter Ramses III. und seinen Nachfolgern errichtet. Er befindet sich in der Südwestecke des Tempelkomplexes. Durch eine Sphingenalle Ramses’ IX. gelangt zum Eingangspylon auf der Südseite. Über einen offenen Hof gelangt man zum Säulensaal und danach zum Allerheiligsten. Dahinter befindet sich ein kleiner Säulensaal mit vier Säulen. Die drei Räume zur rechten verdienen Beachtung wegen der gut erhaltenen Dekoration. Das Betreten des Daches ist (eigentlich ...) nicht möglich. Man hat von hier aus eine gute Aussicht auf das südliche Tempelgelände.
  • Westlich des Chonstempels befindet sich der Tempel der Apet (Ipet) aus der zeit Ptolemaios VIII. Der Tempel ist nicht zugänglich.
  • An der Südseite des Hofes zwischen ersten und zweitem Pylon befindet sich der Tempel Ramses’ III. Im Hof stehen zu beiden Seiten acht Osirispfeiler und am Südende nochmals vier. Im Süden erreicht man einen Säulensaal mit acht Säulen und drei Kapellen für Mut, Amun und Chons.
  • In der Mitte der Nordumfassung befindet sich der Tempel des Ptah, unter Thutmosis III. errichtet. Auf dem Wege dahin befinden sich mehrere spätzeitliche Kapellen. 2005 fanden auf dem Gelände Grabungs- und Rekonstruktionsarbeiten statt, der Zugang zum Tempel und zu den Kapellen ist wohl gegenwärtig nicht möglich.

Tempelanlagen außerhalb des Amun-Tempel-Komplexes[Bearbeiten]

  • Im Norden befindet sich der Tempel des Month und der Ma'at, errichtet unter Amenophis III. (18. Dynastie). Der Bereich ist nur von außen einsehbar.
  • Im Süden befindet sich der Tempel der Mut. Er stammt aus der Zeit Amenophis III. In der Anlage findet man im Nordosten die Reste eines Amun-Tempels aus der Zeit Amenophis’ III., zahlreiche Statuen der Sachmet aus den Jahren der Krankheit Amenophis’ III. Im Süden befinden sich die Reste eines Heiligen Sees und die Überreste eines Tempels Ramses’ III. Eigentlich ist der Tempel nicht zugänglich; höfliches Fragen und Bakschisch ... manchmal. Dieser Tempel ist nicht einfach zu erreichen, weil man nicht einfach um die Ecke des Tempelkomplexes laufen kann. Man muss sich südlich von Karnak zur östlich der Hauptstraße gelegenen Sphingenalle begeben und würde so am Mut-Tempel vorbei zum verschlossenen Südtor des Amun-Tempelkomplexes gelangen.

Freilichtmuseum[Bearbeiten]

Vom Hof zwischen dem ersten und zweiten Pylon erreicht man durch das Nordtor das Freilichtmuseum. Bevor man zum Museum hineilt oder bei der Rückkehr sollte man an der Nordseite der Tempelnordwand innehalten und sich die – für diese Stelle übliche – Wanddekoration ansehen: Schlachtszenen Sethos’ I.

Das Freilichtmuseum zeigt Tempelteile, die in späteren Zeiten abgebrochen wurden, um sie als Bau- bzw. Füllmaterial für andere Tempelteile, z.B. Pylone wiederzuverwenden. Sie sind hier wiedererrichtet worden. Zu den wichtigen Gebäuden zählen:

  • die Weiße Kapelle (chapelle blanche) Sesostris’ I.,
  • die Rote Kapelle der Hatschepsut,
  • und das Alabastersanktuar Amenophis’ I.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Zumeist dreimal täglich findet die Licht- und Tonshow am Tempel von Karnak statt. Der Eintrittspreis beträgt für Ausländer LE 55.

Tag Erste Show Zweite Show Dritte Show Vierte Show
Montag English Français Español keine Show
Dienstag 日本語 English Français keine Show
Mittwoch Deutsch English Français keine Show
Donnerstag English Français اللغة العربية الفصحى keine Show
Freitag - Français Español keine Show
Samstag Français English Italiano keine Show
Sonntag Deutsch English Italiano Français
Oktober bis März, Start 18:30 Uhr 19:45 Uhr 21:00 Uhr 22:15 Uhr
April bis September, Start 20:00 Uhr 21:15 Uhr 22:30 Uhr 23:45 Uhr

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Vor dem Tempel befinden sich mehrere Souvenirgeschäfte.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die meisten Touristen wählen ihre Unterkunft in Luxor.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]




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