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Kairo/Koptisches Museum

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Unterägypten : Kairo : Koptisches Museum
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Das Koptische Museum (engl. The Coptic Museum, arab. المتحف القبطى, al-Matḥaf al-qubṭī) befindet sich im Kairener Stadtteil Alt-Kairo auf dem Gelände der Festung Babylon nahe der Hängenden Kirche.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Museum wurde 1910 von Marcus Simeika Pasha (مرقس سميكة باش) gegründet, um auch die christlichen Denkmäler einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Museum wurde in Form eines Wohnhauses unter Nutzung von Bauteilen anderer Häuser um einen Innenhof auf einem Grundstück der koptischen Kirche, auf dem Gebiet der römischen Festung Babylon, errichtet. Bis 1931 wurde es vom Koptischen Patriarchat unterhalten, 1931 aber verstaatlicht. 1947 wurde es beträchtlich erweitert, 1984 und von 2001 bis 2006 restauriert und neugeordnet. Am Montag, dem 26. Juni 2006, wurde das Museum im Beisein des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak wieder der Öffentlichkeit übergeben.

Die bedeutendste Sammlung koptischer Kunstwerke der Welt umfasst ca. 16.000 Exponate auf einer Fläche von ca. 8000 m2 in chronologischer bzw. thematischer Untergliederung.

Anreise[Bearbeiten]

Das Museum lässt sich mit Auto, Taxi oder U-Bahn erreichen. Die zugehörige U-Bahnhaltestelle heißt Mar Girgis.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise:

  • Das Museum ist täglich außer freitags von 09:00 bis 17:00 Uhr, an Freitagen von 09:00 bis 11:00 Uhr und von 13:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.
  • Der Eintrittspreis beträgt LE 16. Studenten zahlen den halben Eintrittspreis.

Kontakt:

  • Telefon: (02) 363 9742, 362 8766 (Fakhry Abd el-Nour Str 4, Abbasiya, Kairo).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Das Museum besteht aus zwei Etagen. Die untere Etage beherbergt in neun Sälen hauptsächlich Architekturfragmente, während das Obergeschoss Manuskripte, Textilien, Ikonen, Bein- und Metallarbeiten beherbergt. Die nachfolgende Beschreibung folgt dem Ausstellungskonzept vor der letzten Renovierung; mögliche Konzeptänderungen konnten noch nicht einfließen:

  • Die Ausstellung beginnt im Saal I mit Stücken aus dem 3. bis. 5. (nachchristlichen) Jahrhundert, die noch nicht christlich, sondern der griechischen Mythologie zuzuordnen sind. Die Stücke stammen zumeist aus Ihnasiya el-Medina (bei Beni Suef), so z.B. Darstellungen des Herkules, Leda mit dem Schwan, zweier Nymphen auf einem Delphin, des Dionysos mit Weinreben und eine Kalksteinnische mit der Darstellung eines Tänzers mit Sistrum und des „Pan“ mit Flöte.
  • Der Saal II ist den christlichen Grabstelen und Nischen aus dem 3. bis 6. Jahrhundert gewidmet, deren altägyptischer Ursprung noch deutlich auszumachen ist: man findet so die Darstellung des Anch-Zeichens (Lebenszeichens) und der Flügelsonne mit Uräen. Zu den ausgestellten Stücken gehören eine Stele mit der Darstellung eines Reiters, der ein Pflanzenbündel in der Hand hält und dem von einem Engel eine Krone aufgesetzt wird, und die Darstellung eines aufgebahrten Leichnams in Mumienform.
  • Der Saal III stellt Friese und Kapitelle des 5. Jahrhunderts vor. Sie stammen meist aus den Klöstern von Bawit. Hierzu zählt z.B. die Nischenmalerei des Christus im Wagen im Beisein heiliger Tiere und der Erzengel Michael und Gabriel; darunter findet man die Darstellung der Hl. Jungfrau mit ihrem Kinde im Beisein der zwölf Apostel.
  • Die Säle IV und V sind Architekturfragmenten des 5. und 6. Jahrhunderts gewidmet. Neben Friesen und Giebeln gilt die Aufmerksamkeit den verschiedenen Kapitellformen wie Korb- und Akanthusblattkapitelle.
  • Die Säle VI und VII sind dem Jeremias-Kloster von Saqqara aus dem 6. Jahrhundert gewidmet. Die Erforschung der Anlage wurde Quibell 1907 durchgeführt. Man erkennt die Säulen mit ihren Kapitellen mit der Darstellung von Akanthuszweigen, Wein- und Palmenblättern. Weiterhin gehören hierzu der Steinambon (Kanzel), Nischen und Fresken der Hl. Jungfrau und des Christus.
  • Der Saal VIII beherbergt zahlreiche Architekturfragmente mit christlicher Symbolik.
  • Höhepunkt des Saales IX ist das Fresco mit der Darstellung von Adam und Eva vor und nach dem Sündenfall, das aus Umm el-Burigat (Faiyūm) stammt. Weiterhin erblickt man hier eine dekorierte Holztür von der Kirche der Hl. Barbara, einen Altar aus Pinienholz von der Kirche des Hl. Sergius und eine Sanktuar-Schirmwand ebenfalls aus der Kiche der Hl. Barbara.

Über eine Treppe gelangt man nun zum Obergeschoss.

  • In den Sälen X bis XII werden Manuskripte und Textilien und zugehörige Stücke ausgestellt. Die Manuskripte stammen aus dem vierten bis 18. Jahrhundert; zu den bedeutendsten Manuskripten gehört der Nag Hammadi-Kodex aus dem 3. bis 4. Jahrhundert. Weiterhin werden ein früher, vollständiger Psalter aus dem 4./5. jahrhundert, Evangelien und ein Metall-Tintengefäß aus dem 10. Jahrhundert präsentiert. Zu den Textilien gehören Tuniken und andere geschmückte Bänder usw. Zu den in den Stoffen eingewebten Darstellungen gehören Menschen und Reiter, Vögel und Tiere bzw. Themen aus der Bibel, so z.B. die Hl. Maria im beisein der zwölf Apostel.
  • Der Saal XIII zeigt Ikonen und Beinarbeiten. Hierzu zählen die Darstellungen von Heiligen, z.B. von Erzengel Michael, und die taufe Christi durch Johannes des Täufers.
  • Die Säle XIV und XVI zeigen Holz- und Metallgegenstände aus dem kirchlichen Gebrauch. Hierzu gehören Lampen, Kerzenständer, Kreuze, Weihrauchgefäße, Amulette, Fächer, Schmuck und vieles mehr.
  • Saal XVII zeigt Fundstücke aus Unternubien, so z.B. ein Fresko der Hl. Maria nach der Geburt ihres Kindes.
  • Die nachfolgenden Säle konnten 2001 nicht mehr besucht werden. Saal XVIII zeigt Grabstelen aus Abu Billu, Säle XXII und XXIII Fresken und Altäre, Säle XXIV bis XXVIII Holzarbeiten und die Säle XXIX und XXX Töpferei- und Glaswaren.

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]



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