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Kāb

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Assuan : Kāb
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El-Kab (auch Elkab, arab.: الكاب, al-Kāb; altägyptisch: Necheb, Nḫb; griechisch: Eileithyias, Eileithyiaspolis) ist ein Ort in Oberägypten (Ägypten) am Ostufer des Nils im Gouvernement Assuan. El-Kab liegt 15 km nördlich von Edfu und 80 km südlich von Luxor am Mund des Wadis Hellal. Die Stätte ist umgeben von Sandsteinfelsen.

Hintergrund[Bearbeiten]

El-Kab ist seit frühester Zeit besiedelt. Davon zeugen Felszeichnungen, der Negade-III-Friedhof und Mastabas und Felsgräber aus dem Alten Reich.

El-Kab ist Sitz der Geiergöttin Nechbet, Kronengöttin, Herrin des oberägyptischen Götterpalastes. Weitere verehrte Gottheiten sind Sobek, Hathor, Herrin des Eingangs vom Tal, Thot, Re-Harachte, Amun, Schesemtet, Hausherrin des ptolemäischen Hemispeos.

Hier und ein einem Tal nördlich von Machāmīd befinden sich Natron-Lagerstätten, die in früheren Zeiten von großer Bedeutung waren.

Gegenwärtig werden Grabungen durch ein belgisches Grabungsteam von der Universität Leiden vor Ort ausgeführt.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise sollte mit PKW oder Taxi, am besten mit einem Geländewagen von Edfu aus erfolgen. Das Fahrzeug ist notwendig aufgrund der Weiträumigkeit des Areals und der Notwendigkeit, die Wächter zu den Denkmälern mitnehmen zu wollen, damit die Denkmäler aufgeschlossen werden können. Die Pisten sind steinig: man muss langsam und vorsichtig fahren.

Mobilität[Bearbeiten]

Wenn Sie mit dem Konvoi von Luxor oder Assuan kommen, sprechen Sie bitte mit der Leitung des Konvois ab, dass Sie in el-Kab aus dem Konvoi ausscheren wollen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Öffnungszeit: 9 – 17 Uhr. Eintrittspreis: LE 20.

Gräber des Neuen Reiches[Bearbeiten]

Die Gräber stammen aus dem Neuen Reich, zumeist aus der 18. Dynastie. Es sind in der Regel schmallange Gräber, der Eingang befindet sich jeweils auf der Südseite. Die Bestattung erfolgt häufig in einer separaten Seitenkammer. Die farbigen Reliefs zeigen Darstellungen aus dem täglichen Leben und religiöse Szenen im Rahmen der Bestattung des Grabherrn.

  • Grab des Paheri, Bürgermeister von Necheb und Inyt (Gaufürst), Oberster Priester des Kults zu Ehren der Göttin Nechbet, Lehrer des Prinzen Wadjmose, Schreiber bei Getreideernten, 18. Dynastie (Thutmosis III.), Grab Elkab 3. Sein Großvater ist Ahmose, Inhaber des Grabes Elkab 5. Sein Grab ist schmallang und gewölbt, am hinteren Ende der Ostwand befinden sich seine Grabräume. Bezüglich der Darstellungen zählt sein Grab zu den schönsten der Nekropole. An der rechten Wand vor seinem Grab ist der Grabherr mit einem Hymnus an die Göttin Nechbet dargestellt. Der vordere Teil der Westwand zeigt in drei Registern Szenen aus der Landwirtschaft (Zählen, Dreschen, Binden und Transport von Korn; Pferdepfleger mit Streitwagen; Pflügen, Säen, Hacken) vor dem Verstorbenen, der von seinen Dienern gefolgt wird. Der untere Teil zeigt die Registratur von Vieh, Esel und Schweinen vor dem Verstorbenem und das Abwiegen von Gold und Verladen auf Boote vor dem Grabherrn. Auf der hinteren Wandhälfte sieht man den Grabherrn, wie er den Prinzen Wadjmose schaukelt, im Beisein von Gabenträgern. Darunter sind der Grabherr mit seiner Ehefrau im Beisein von Verwandten und Opferträgern zu sehen. Die beiden folgenden Register widmen sich dem Fisch- und Vogelfang bzw. der Zubereitung von Fisch und Geflügel. Am äußersten Ende der Wand sind die Totenprozession bzw. riten dargestellt wie z.B. der Sargschlittenzug, Tänzer und ein Schrein mit der Statue des Anubis. An der Rückwand erkennt man die Statuen des Grabherrn, seiner Gemahlin und Mutter. Die lange Inschrift nennet die Titel des Grabherrn; in der Nische erkennt man u.a. die Söhne und Töchter des Grabherrn (links) und die seines Vaters (rechts). Die Ostwand zeigt den Grabherrn und seine Ehefrau vor der Opferliste und seinem Sohn Amenmosi als Priester. Vor ihnen erkennt man eine große Bankettszene, Opferträger und Schlächter.
  • Grab des Setau, Erster Prophet (Hohepriester) der Nechbet, Zeit Ramses’ III. bis Ramses IX. 20. Dynastie, Grab Elkab 4. Das Grab stammt aus der Ramessidenzeit, so verwundert es nicht, dass es in seiner Gestaltung von den anderen etwas abweicht. An der Fassade erkennt man den Grabherrn und seine Gemahlin, wie sie Re-Harachte anbeten. Die Westwand zeigt in vier Registern Boote vor dem König und teilweise zerstörte Szenen aus der Landwirtschaft wie z.B. das Dreschen von Korn mit einem Ochsen. Auf der Rückwand ist ein Hymnus an Re zu sehen. Die Ostwand zeigt den opfernden Grabherrn und seine Ehefrau und seinen als Priester im Pantherfell agierenden Schwiegersohn Ramesesnacht. Die rechte Eingangswand zeigt weitere Opferszenen.
  • Grab des Ahmose, Sohn der Ibana, Admiral, Zeit des Ahmose, Amenophis I., Thutmosis I., Grab Elkab 5. Das Grab ist bedeutend wegen seiner Inschrift zum Endkampf gegen die Hyksos unter Kamose und Ahmose. Das Grab besteht aus einer schmallangen gewölbten Kammer, an seiner rechten hinteren Wandseite schließt sich die Grabkammer an. An der linken Eingangswand befindet sich eine Liste von Sklaven. Auf der Westwand ist im oberen Register Ahmoses Enkel Heri-Iri mit seinem Vater und seiner Mutter, im unteren Register Ahmoses Enkel Paheri mit seiner Ehefrau und je drei Söhnen und Töchtern dargestellt. Die Rückwand zeigt Ahmoses Enkel Paheri und Verwandte, wie sie dem Grabherrn, seiner Ehefrau und seinen Eltern opfern. Die Ostwand zeigt am Zugang zur Grabkammer eine Weihinschrift seines Enkels Paheri, während auf der vorderen Wandhälfte der Grabherr mit Stab und Szepter und seinem Enkel Paheri vor seiner berühmten 31-spaltigen Inschrift stehen. Die Aufzeichnungen stammen aus der Zeit von Ahmose bis Thutmosis I. (18. Dynastie). Ahmose berichtet, dass er aus einer Militärsfamilie stammt, über seine Hochzeit und die Gründung seines Hausstandes, seine Tätigkeit als Soldat auf verschiedenen Schiffen, die Belagerung und Kämpfe bei Avaris, der Hyksos-Hauptstadt, die Belagerung und Einnahme von Scharuhen (in Palästina) und die Teilnahme an Feldzügen nach Nubien und Syrien. Natürlich vergisst er nicht, immer wieder seine Tapferkeit und seine Beute zu beschreiben. Er schließt damit, dass er alt geworden ist und sein Grab bereitet hat, und lässt eine Liste aller Geschenke, die er im Laufe seines Lebens von den Königen erhalten hatte, folgen.
  • Grab des Renni bzw. Reneni, Bürgermeister, Aufseher des Propheten, Gaufürst und Hohepriester, Zeit Amenophis’ I., Grab Elkab 7. Auch sein Grab ist schmallang und besitzt an der hinteren Ostwand den Zugang zu seiner Grabkammer. Die Grabfassade enthält u.a. seinen Namen. Die vordere Hälfte der Westwand zeigt Szenen aus der Landwirtschaft wie Mähen, Pflügen, Sähen, das Zählen von Schweinen und Vieh sowie Schreiber, einen Hirten und ein Kalb. Die hintere Hälfte zeigt ein Bankett vor seinem Großvater Sebekhotep und seiner Gemahlin Idy im Beisein von Harfnerinnen und klatschenden Frauen. Die Rückwand zeigt Opferbringerinnen und in der Nische eine Statue des Grabherrn im Beisein von Schakalen. Die Ostwand in drei Registern ein Bankett und Totenriten wie die Reinigungsszene und Klagefrauen.

Tempel[Bearbeiten]

  • Der Ptolemäische Hemispeos ist etwa 2 km von der Straße entfernt. Der Tempel wird erstmalig unter Ramses II. errichtet, aber bereits früh zerstört. Der jetzige Tempel wurde unter Ptolemaios VIII. und IX. wiedererrichtet. Der Tempel ist der Löwengöttin Schesemtet gewidmet. Den Tempel erreicht man von Süden aus über eine 15 m lange Treppenrampe, die zu einer Terrasse und dem anschließenden Säulenvorhof führt. Noch vor dem Eingang in das Felssanktuar erblickt man einen Kiosk, dessen Eingang Darstellungen trägt. Es sind ptolemäische Könige dargestellt, wie sie den Göttinnen Hathor, Nechbet und Tefneut (Türsturz) sowie weiteren anderen Götterpaaren opfern (Türpfosten). Die Rückseite des Eingangs enthält eine Widmungsinschrift. Der Eingang zum Feslsanktuar (Allerheiligstes) zeigt Kleopatra III. vor der Göttin Nechbet. Die rechte Wand des Sanktuars zeigt Ptolemaios VII. und Kleopatra III. in zerstörten Szenen vor verschiedenen Göttern. In einer weiteren Szene sieht man Ptolemaios, wie er von Thot und Horus gereinigt wird. An der Decke erkennt man Geier mit ausgebreiteten Flügeln und die Kartusche Ptolemaios VII. Östlich des Hofes befindet sich eine Felsstele Ramses’ II. Sie zeigt ihn vor Re-Harachte und Nechbet.
  • Tempel des Setau (el-Hammām), wurde im Auftrage von Setau, dem Vizekönig von Kusch (Zeit Ramses’ II.) errichtet. Er ist der schlangenköpfigen Göttin TAnt pA w ḫry, Herrin des oberen Bezirks, gewidmet. Gelegentlich wird die Kapelle als Kapelle des Thot bezeichnet. Die quadratische Sandstein-Kapelle (Kantenlänge 6 m) liegt 70 m östlich des ptolemäischen Hemispeos. Die Türlaibungen und die Eingangswände zeigen den Vizekönig Setau. Die rechte und linke Wand zeigen Ramses II. in jeweils drei Szenen: vor Nechbet und zwei Göttinnen (links) bzw. vor Horus von Nechen, Hareoris und Thot (rechts). Die Rückwand widmet sich der Legende der fernen Göttin (Onuris-Legende), wie die Augengöttin Nechbet (anstelle der sonst üblichen Hathor) bei ihrem Vater Atum-Re nach ihrer Rückkehr aus der Wüste empfangen wurde. Links erkennt man der sperberköpfigen Atum im Beisein seiner Gefährtin. Vor ihm sieht man Nechbet, wie sie ihm einen Gegenstand (wohl das Auge oder den Uräus) übergibt. Hinter ihr stehen Onuris und (sicher) Thot, am rechten Rand erkennt man zwei Affen und die Götter Hu und Sia.
  • Tempel Amenophis’ III., gewidmet der Hathor, Herrin des Eingangs des Wüstentals, und Nechbet. Er ist etwa 5 km von der Straße entfernt. Er besteht aus einem Säulenhof und dem anschließenden Sanktuar (Allerheiligstes) mit vier 16-flächigen Hathor-Säulen. An der rechten Fassadenwand zum Sanktuar erkennt den Prinzen Chaemwese vor seinem Vater Ramses II. Die linke Eingangswand zeigt Amenophis III. und Thutmosis IV., wie sie beide vor Opfern sitzen. Die (linke) Westwand zeigt in drei Szenen Amenophis III. in zwei Opferszenen und wie er Leben von Re erhält. An der Rückwand erkennt man in zwei Szenen Amenophis III., wie er ein Opfer der Nechbet darbringt. Die Ostwand zeigt wiederum Amenophis III. in drei Szenen ähnlich der Westwand, diesmal erhält er Leben von Horus. Die rechte Eingangswand wiederholt inhaltlich die linke.

Felsinschriften[Bearbeiten]

  • Prädynastische Felszeichnungen und Inschriften des Alten Reiches an verschiedenen Stellen, z.B. Felsgruppe auf dem Weg zum Tempel Amenophis’ III.

Tempelareal auf der westlichen Straßenseite[Bearbeiten]

Die Stadt und Tempelgruppe innerhalb der Tempelumfassung (Tempel Thutmosis’ III.: Haupttempel der Nechbet; Tempel Amenophis’ II.: Tempel für Sobek und Thot, Tempel Ramses’ II.) auf der westlichen Straßenseite ist nicht zugänglich.

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Touristen besuchen el-Kāb üblicherweise von Luxor oder Assuan aus.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Der Besuch von el-Kāb lässt sich mit dem Besuch der Tempelanlage von Edfu verbinden.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Elkab (University College London).
  • El-Kab von Su Bayfield (englisch)






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