Die Stadt Hildesheim[1] liegt im Innerstetal im Süden Niedersachsens und ist hauptsächlich als Bischofs- und Universitätsstadt bekannt. Mit ihren ca. 102.500 Einwohnern zählt sie zu den 90 Großstädten in Deutschland.
Die historische Altstadt von Hildesheim bestand aus über 1900 Fachwerkbauten und wurde bis zum 2. Weltkrieg oft "Nürnberg des Nordens" genannt. Durch die Kriegseinwirkungen wurden 90% der Altstadt zerstört. Nur wenige Straßenzüge in der südlichen Altstadt blieben erhalten. So besteht die Innenstadt heute zum größten Teil aus Bauten der Jahre 1950 - 1970. Die vielen bedeutenden Baudenkmäler wurden jedoch mit großem Aufwand vollständig rekonstruiert. Dabei wurden oft "Bausünden" vergangener Jahrhunderte beseitigt und die ursprüngliche Form der Gebäude konnte wieder entstehen. Resultat ist nicht zuletzt die Aufnahme gleich zweier Bauwerke in die Liste des UNESCO-Welterbes.
Die Stadt liegt am Übergang der fruchtbaren Hildesheimer Börde (einem Teil der norddeutschen Tiefebene) in das hügelige Gebiet des Harzvorlandes. Daher gibt es im Stadtgebiet einen Höhenunterschied von mehr als 200 m. Im Stadtteil Moritzberg sind einige alte Straßen (Kleine Steuer, Große Steuer und Teile der Brauhausstraße) wegen des starken Gefälles deshalb als Treppen ausgeführt. Höchster Punkt im Stadtgebiet ist der Sonnenberg mit 281 m.
Bahnhof und Parkhäuser liegen zentral bzw. am Rande des Stadtzentrums. Flugplatz und Hafen sind Mo-Fr. durch die Stadtbuslinie 17 an die Innenstadt angebunden.
Der Hauptbahnhof Hildesheim ist ICE-Haltepunkt mit Stundentakt aus den Richtungen Berlin und Frankfurt (Main). Etwa halbstündlich ist die Verbindung von Hannover. Weitere Direktverbindungen sind von Hameln und Braunschweig vorhanden. Mit Autoreisezügen bestehen direkte Verbindungen aus Frankreich, Italien und Österreich.
Eine Anreise mit dem Bus ist nur aus dem regionalen Bereich zweckmäßig. Für weitere Strecken wird oft mehrmaliges Umsteigen erforderlich. Deshalb ist dafür besser die Bahn geeignet. Der zentrale Busbahnhof ist direkt neben dem Hauptbahnhof, im Zentrum der Stadt.
Hildesheim ist über die A7 an das Autobahnnetz angeschlossen. Von den Nachbarstädten Hannover, Braunschweig und Hameln kann man die Stadt über gut ausgebaute Bundesstraßen erreichen. Alle Parkhäuser und Parkplätze sind an ein Parkleitsystem angeschlossen. Der Tarif beträgt ca. 1 Euro/Std. Gebührenfrei parken kann man fast nur außerhalb des Stadtzentrums.
Das Fahrradwegenetz der Stadt ist mit den Fernradwanderwegen durch speziell ausgeschilderte Routen verknüpft. Auch aus den Nachbarstädten Hannover, Hameln und Goslar ist die Stadt auf Routen abseits des Autoverkehrs gut per Fahrrad zu erreichen.
Das Stadtzentrum kann bequem zu Fuß erkundet werden. Alle Sehenswürdigkeiten und öffentlichen Einrichtung sind ausgeschildert. Das Radwegnetz ist fast lückenlos, bis auf ganz wenige Strecken im Zentrum. Auch für Radfahrer gibt es eigene, einheitliche Wegweiser in Stadt und Region Hildesheim. Für weitere Strecken sind Stadtbusse und Taxis vorhanden. Ein Einzelfahrtausweis für den Stadtbus kostest 2,15 € für Erwachsene und 1,- € für Kinder. Er gilt 60 Minuten lang für beliebig viele Fahrten. Weiter gehende Informationen bei der Stadtverkehr Hildesheim GmbH, Tel. 66666 [2].
Auf der Rosenroute kann man mehr als 20 der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt erkunden. Die Route ist durchgehend durch ein Rosensymbol gekennzeichnet und beginnt und endet am Marktplatz. In der Tourist-Information erhält man hierzu eine ausführliche Broschüre in mehreren Sprachen.
Der Hildesheimer Dom St. Mariae (872) ist UNESCO-Welterbe. Beachtenswert sind die vom namensgebenden Bischof in Auftrag gegebenen Bernwardtüren von 1015, das Bronzetaufbecken und der "Tausendjährige Rosenstock" an der Außenwand des Ostchors. Der Dom ist bis 14. August 2014 geschlossen.
Die Michaeliskirche (1033), die ebenfalls zum Welterbe erklärt wurde, ist eine frühromanische Basilika mit eindrucksvoller Architektur. Sehenswert ist die bemalte Holzdecke aus dem 13. Jh., die den Stammbaum Christi darstellt sowie das Grab Bischof Bernwards in der Krypta.
St. Andreas (1389). Die gotische Bürgerkirche hat mit 114 m den höchsten Kirchturm Niedersachsens. Eine Turmbesteigung ist von Mai bis Oktober täglich von 12-16 Uhr möglich.
St. Godehard (1133). Die Kirche zählt zu den wenigen romanischen Kirchen in Deutschland, die fast unverändert erhalten blieben.
Am Historischen Marktplatz wurden alle Gebäude erst in der 80er Jahren vollständig nach Originalplänen rekonstruiert, nachdem die Nachkriegsbauten wieder abgerissen wurden. Besonders sehenswert sind das Knochenhauer- und das Bäcker-Amtshaus, das Tempelhaus und das Wedekindhaus.
Marktplatz mit rekonstruiertem Knochenhauer-Amtshaus
Das Knochenhauer-Amtshaus (1529) auf der Westseite wurde nach der Zerstörung im Jahre 1945 von 1987-1989 originalgetreu wiederaufgebaut. Das ehemalige Gildehaus der Fleischerzunft ist als eines der schönsten Fachwerkhäuser der Welt bekannt.
Das Bäckeramtshaus (1451) links neben dem Knochenhauer-Amtshaus war das Zunfthaus der Bäcker. Heute befindet sich hier ein Café.
Das Wedekindhaus auf der Südseite war ein Wohn- und Geschäftshaus und heute ist hier die Sparkasse.
Das Tempelhaus ist ein altes Hildesheimer Patrizierhaus, in dem sich heute die Tourist-Information und die Stadtbibliothek befindet.
Das Rathaus steht an der Ostseite des Marktplatzes. Die Fanfare des kupferne Bläsers bläst täglich um 12.00 Uhr, das Glockenspiel erklingt kurz nach 12.00, um 13.00 und 17.00 Uhr, an Markttagen auch um 9.00 Uhr.
Roemer-Pelizaeus-Museum Am Steine 1-2, Tel. 93690 [3], Di-So 10-18 Uhr. Es ist eines der ältesten Museen Deutschlands. Es enthält naturwissenschaftliche, völkerkundliche sowie ägyptologische Sammlungen von Weltrang. Das Museum ist auch für seine Wechselausstellungen bekannt. Eintritt: 10,- €
Dom-Museum Hildesheim Domhof 4, Tel. 1791640 [4] - Das Museum zeigt den Domschatz mit bedeutenden mittelalterlichen Kunstwerken und weitere Kostbarkeiten aus der Geschichte des Doms. • Das Museum bleibt bis Sommer 2014 wegen umfangreicher Um- und Neubaumaßnahmen geschlossen,
Stadtmuseum Hildesheim Markt 7, Tel. 301161 [5], Di-So 10-18 Uhr. Geschichte der Stadt Hildesheim. Sonderausstellungen. Eintritt 2,50 €, für Kinder 1,50 €.
Die Altstadt mit Fachwerkhäusern in den Straßen Keßlerstraße, Gelber Stern und Hinterer Brühl vermitteln einen Eindruck vom ehemaligen Stadtbild Hildesheims, da sie im 2. Weltkrieg nicht zerstört wurden.
Der Kehrwiederturm (15.Jh.) ist der einzige erhaltene Stadtturm. Heute ist dort ein Ausstellungsraum des Kunstvereins untergebracht.
Das Huckup-Denkmal Hoher Weg/Ecke Schuhstraße zeigt einen Apfeldieb, den das schlechte Gewissen in Form eines Koboldes plagt.
Wasserparadies Hildesheim Bischof-Janssen-Str. 30 (nahe Hauptbahnhof), Tel. 15070 [6], täglich 9-22 Uhr. Erlebnisbad mit Strömungskanal, 70-m-Rutsche, Steinwandrutsche u.v.a. Eintritt für Erwachsene ab 5,30 Euro, Kinder ab 3,50 Euro.
Wassersport. Eine Wildwasserstrecke befindet sich neben der Bischofsmühle (Dammstraße). Hier werden jährlich Ranglisten-Wettbewerbe des Deutschen Kanuverbandes ausgetragen. Wasserwandern ist auf den Flüssen Innerste und Leine möglich.
Sternwarte Gelber Turm. Astronomische Ausblicke sind mit einem der größten Spiegelteleskope Niedersachsens in Rahmen von Sonderveranstaltungen möglich. Tel. 93610
M'era-Luna-Festival findet seit 2000 jährlich am 2. Augustwochenende auf dem Hildesheimer Flugplatz statt. Mit ca. 23.000 Besuchern aus ganz Europa in 2006 hat es sich zu einem der größten Festivals der 'Schwarzen Szene' in Europa entwickelt.
Jazztime Hildesheim jährlich am Pfingstwochenende. Etwa 20.000 Besucher feierten 2006 Klaus Doldinger's Passport und andere Jazzlegenden.
Die Haupteinkaufsstraßen sind Bernwardstraße, Almsstraße und Hoher Weg. Diese Straßen und einige Nebenstraßen sind Fußgängerzone. Hier gibt es Warenhäuser, Einzelhandelsgeschäfte und die üblichen Filialgeschäfte. Weitere Einzelhandelsgeschäfte sind in der Andreas-Passage, der Schuhstraße, der Scheelen- und der Osterstraße.
Seit 2012 steht auch die Arneken Galerie, wo eine Vielzahl an Geschäften und Restaurants zu finden sind.
Preiswerte Andenken mit Motiven aus Hildesheim findet man in der Tourist-Information am Marktplatz. Anspruchsvolle Designartikel, Schmuck, Bildbände usw. kann man im Geschenke-Shop des Roemer- und Pelizaeus-Museums erwerben.
TfN - Theater für Niedersachsen Theaterstraße 6, Tel. 33164 [7]. Das Haus mit 600 Plätzen zeigt Oper, Operette, Schauspiel, Musical, Ballett und Konzert.
Bischofsmühle / Cyclus 66 e.V. Dammstraße 32, Tel. 103262 [8]. Über 90 Konzerte jährlich im den Bereichen Jazz, Folk, Blues und Rock'n'Roll.
Kunst und Kultur Vier Linden e.V. Alfelder Straße 55b, Tel. 25255 [9]. Internationale und nationale Künstler der Kabarett-, Literatur-, Musik- und Kleinkunstszene.
Hildesheim bietet Unterkünfte von einfachem Komfort bis zu 4-Sterne Häusern. Die in der folgenden Auswahl genannten Preise gelten für 1 Übernachtung mit Frühstück für 1 Person.
Parkhotel Berghölzchen Berghölzchen 1, Tel. 9790. [15]Individuelles 4-Sterne-Hotel in schöner, ruhiger Lage mit Aussicht auf die Stadt. Beliebtes Restaurant mit Biergarten. 40 bis 185 Euro.
Van der Valk Hotel Hildesheim Markt 4, Tel. 3000 [16]. 4-Sterne-Hotel direkt am historischen Marktplatz, 54 bis 155 Euro.
Dorint Novotel Hildesheim Bahnhofsallee 38, Tel. 17170 [17]. 4-Sterne-Hotel mit modernem Ambiente im denkmalgeschützten Gebäude, 40 bis 315 Euro.
Universität Hildesheim Marienburger Platz 22, Tel. 8830 [18]. Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften, Ästhetische Kommunikation, Informations- und Kommunikationswissenschaften sind die Schwerpunkte der Studiengebiete.
11 Gymnasien, 5 Realschulen und ca. 40 weitere Schulen.
Direkt an der Fußgängerzone befindet sich die Polizei-Innenstadtwache, Almsstraße 27, Tel. 179130. Besondere soziale Brennpunkte oder Gebiete mit erhöhtem Sicherheitsrisiko gibt es in Hildesheim nicht. Allgemeine Sicherheitsregeln, die auch für andere Großstädte zutreffen, sollte man jedoch immer beachten.
Von der Tourist-Information der Stadt Hildesheim Rathausstraße 20, Tel. 17980 [19] erhält man alle Druckschriften, die auf dieser Seite genannt werden und weiteres Informationsmaterial. Stadtführungen und Zimmervermittlungen werden dort ebenfalls angeboten.
Telefon - Die Vorwahl für Hildesheim lautet 05121, international +49(5121). Sämtliche Telefonnummern in diesem Artikel sind ohne Vorwahl angegeben.
Internet - Neben Internetcafés gibt es auch kostenlose Wlan-Hotspots in den meisten Stadtteilen. In der Innenstadt z. B. im Café Restaurant Galileo, Schuhstraße 52 und im Internet-Café X-Village, Friesenstraße 5.
Post - Größere Postfilialen (früher Postämter) sind am Bahnhofsplatz und am Hindenburgplatz. Wegen des Ortsteils Himmelsthür befindet sich auch eine offizielle Weihnachtspostfiliale in der Stadt.
Auch einige Stadtteile sind touristisch interessant:
Moritzberg - Stiftskirche St.Mautitius (1068) mit vollständig erhaltenem Kreuzgang. Zwei urige (Obst-)Weinlokale.
Marienrode - Kloster aus dem 15. Jh. heute von Benediktinerinnen genutzt. Kunst- und Buchhandlung.
Neuhof und Hildesheimer Wald landschaftlich schönes Naherholungsgebiet. Aussichtsturm.
Die nähere Umgebung bietet viele lohnenswerte Ausflugsziele, zum Beispiel:
Freizeitregion Börde im Zentrum der Hildesheimer Börde, nordöstlich der Stadt. Mit gutem Radwegenetz und alten Bauerndörfern.
Schloss Marienburg bei Nordstemmen (15 km westlich) Die aufwändig gestalteten Räume können täglich besichtigt werden.
Schloss Derneburg bei Holle (15 km südlich) mit interessantem Kulturpfad.
Bad Salzdetfurth (10 km südlich) mit Kurpark, Golfplatz und Sole-Schwimmbad.
Für Radfahrer gibt es viele Möglichkeiten, die Umgebung zu erkunden. Die Radstrecken sind sehr gut beschildert. Einige Strecken sind zusätzlich als Erlebnistouren gekennzeichnet.
Radweg zur Kunst (Kontakt-Kunst-Weg, Romanikweg) nach Sarstedt. Dort Anschluss zum Leineradweg Richtung Hannover.
Radweg zur Kunst (Kunst bewegt, Skulpturenweg) nach Bad Gandersheim. Dort Anschluss zum R1 und weiter zum Harz.
Radweg Hameln-Hildesheim nach Hameln. Dort Anschluss an den Weserradweg.