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Hechingen

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Schwäbische Alb : Hechingen
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Hechingen
St Luzen in Hechingen
Lage
Lage von Hechingen
Hechingen
Hechingen
Kurzdaten
Bevölkerung: 20.337
Fläche: 66,44 km²
Höhe über NN: 456 - 885 m ü. NN
Koordinaten: 48° 21' 6" N, 8° 57' 47" O 
Vorwahlnummer: 07471
07477
Postleitzahl: 72370–72379 (alt: 7450)
Website: offizielle Website von Hechingen




Hechingen ist eine ehemalige Kreisstadt auf der Schwäbischen Alb, unterhalb der Burg Hohenzollern im Starzeltal. Sie besteht aus den offiziellen Stadtteilen Bechtoldsweiler, Beuren, Boll, Schlatt, Sickingen, Stein, Stetten und Weilheim. Außerdem wird unterschieden in die Stadtviertel Auf der Lichtenau, die Friedrichstraße, die Ober- und Unterstadt (Altstadt), den Schloßberg, den Killberg und das Stockoch.

Hintergrund[Bearbeiten]

Erstmals im Jahr 786 erwähnt, wurde die Stadt im Jahr 1255 gegründet. Sie war Hauptstadt der Grafschaft Zollern. Bereits damals lag sie an einer Straße in die Schweiz, die Hechingen direkt mit Tübingen verband. Die Zollergrafen sind unter Anderem die Ahnen der späteren Kaiser von Deutschland und der Könige von Rumänien. 1423 wurde die Zollernburg von einem Bund aus mehrern schwäbischen Reichsstädten zerstört und die Stadt besetzt. Erst später wurden das 1802 abgebrochene Hechinger Stadtschloss und die Burg Hohenzollern neu errichtet. Vom 16. Jh. bis zur Märzrevolution 1848/49 war die Stadt Fürstenresidenz.

Verbunden mit der preußischen Übernahme wurde die hauptsächlich von jüdischen Unternehmen getragene Industrialisierung vollzogen. Der Verkehr wurde durch den Bau der Neustraße aus der Altstadt gelenkt und die Wiederaufbauarbeiten der Burg Hohenzollern begannen. Die Stadt stellte damals jeden zweiten Arbeitsplatz der Hohenzollerschen Lande und beschäftigte Leute aus der Näheren und Weiteren Umgebung. 1869 wurde die Bahntrasse Tübingen-Hechingen eröffnet. Später wurde eine weitere Fernbahn nach Sigmaringen, Ulm und Bayern gebaut. In der Folgezeit wuchs Hechingen zu einer wichtigen Industriestadt heran. In der Weimarer Republik wurden die jüdischen Fabrikbesitzer zunehmend älter und verkauften ihre Fabriken an Auswärtige. Andere Unternehmer hatten weniger Glück und wurden im Zuge der Arisierung zwischen 1933 und 38 enteignet. Während der Naziherrschaft wurden in Hechingen Luftschutzkeller in Neuem Schloß und Altem Rathaus eingerichtet.

In den Kriegsjahren wurde das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik und jenes für Biologie nach Hechingen verlegt. Berühmte am Uranprojekt beteilgte Wissenschaftler waren Werner Heisenberg, Otto Hahn und Carl Friedrich von Weizsäcker. In Stadt und Kreis Hechingen wurden damals viele Menschen aus von Luftangriffen stark bedrohten Gebieten umgesiedelt. Außerdem war die DEHOMAG (Werk für Großmaschinen), Vorläufer der IBM nach Hechingen verzogen. Nach dem Krieg wurde der Kreis in die französische Besatzungszone eingegliedert.

In der Nachkriegszeit wurde die Textilindustrie zum Motor der städtischen Wirtschaft. In den 1970er Jahren erreichten islamische Gastarbeiter auch den Raum Hechingen, sodass bald eine Moschee errichtet wurde. Dies war die erste Moschee der Region. Im Zuge der Gemeindereform 1972/73 wurdenn etliche selbstständige Ortschafte eingemeindet. 1973 wurde die Stadt in den neugebildten Zollernalbkreis aufgenommen. Heute ist die Firma Gambro größter Arbeitgeber der Stadt mit 1.800 Mitarbeiter vor Ort. Außerdem wurde 1984 das Medizintechnikunternehmen Jostra in Hechingen gegründet.

Anreise[Bearbeiten]

Auto[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der von hier bis Balingen vierspruig ausgebauten B 27. Diese verbindet die Stadt mit Tübingen und Stuttgart im Norden und Rottweil und der Schweiz im Süden. Stuttgart ist in ca. 50 Minuten erreichbar und die schweizer Grenze (Bargen) in ca. 70 Minuten. In der Nordstadt kreuzen B 32 und B 27. Die B 32 verläuft vom Allgäu aus über Ravensburg, Sigmaringen und das Killertal nach Hechingen. Von hieraus wurde während des Baus legedlich ein Bedarfsstück nach Rangendingen gebaut, jedoch verläuft die L 410 weiter über Haigerloch bis zu B 463, welche ein Zubringer zur BAB 81(Würzburg-Stuttgart-Singen) ist.

Bus[Bearbeiten]

Die Hechinger Verkehrsbetriebe Wiest + Schürmann und die ortsansäßige Hohenzollerische Landesbahn AG betreiben die zwölf Buslinien im Stadtverkehr (5 Stadtbuslinien und 7 Regionalbuslinien) in Koorperation mit der DB. An Wochenenden existiert ein Nachtbus von/nach Balingen, bzw. Albstadt-Ebingen.

Zug[Bearbeiten]

In Hechingen kreuzen Zollernalbbahn, Killertalbahn und die Eyachtal-Bahnstrecke (Horb-)Eyach-Hechingen. Die Stadt verfügt über fünf, bzw. mit Stadtteilen sieben Bahnhöfe. Ein Interregio (IRE) ((Stuttgart-Aulendorf(-Ulm) hält alle 2h im Hauptbahnhof. Regionalbahnen der HzL verkehren mindestens Stündlich von/nach Tübingen, Burladingen, Albstadt-Ebingen. Zu Hauptverkerhszeiten ist der Takt auf 20 Minuten verdichtet.

Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste internationale Flughafen ist Stuttgart Leinfelden-Echterdingen (STR). Dieser ist ca 55 Km entfernt und in ca. 35 Minuten erreichbar. Landeplätze für Segelflieger finden sich zwischen Beuren und Salmendingen und östlich Weilheims.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Kirchen[Bearbeiten]

  • Stiftskirche St. Jacobus, Mittelpunkt der Stadt
  • Klosterkirche St. Luzen
  • Evangelische Johanneskirche
  • Heiligkreuzkapelle, 1401 erbaute heutige Friedhoskapelle
  • Synagoge, erbaut 1767 mit nachträglich angebrachter klassizistischer Fassade
  • St. Wendelin, Dorfkirche Bechtolsweiler
  • Dorfkirche Beuren
  • Wallfahrtskirche Maria Zell, in Hechingen-Boll
  • St. Nikolaus, Dorfkirche Hechingen-Boll
  • Dorfkirche Sickingen
  • Friedhofskapelle Schlatt, ehemalige Pfarrkirche
  • Dorfkirche Schlatt, Backsteinkirche von 1900
  • Pfarrkirche Stein
  • Klosterkirche Stetten
  • Pfarrkirche Mariä Heimsuchung, Hechingen-Weilheim

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

  • Burg Hohenzollern, Wahrzeichen der Stadt
  • Villa Eugenia, als Lustgartenhaus erbaut und umgebaut zur Fürstenresidenz
  • Schloss Lindich, 1738 erbautes fürstliches Jagd- und Lustschloss
  • Neues Schloss, anstelle des abgebrochenen Hechinger Stadtschloss erbaut
  • Altes Schloss, als Kanzleigebäude in unmittelbarer Nähe zum Stadtschloss erbaut

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Rathaus, klasizistischer Neubau von 1957/58
  • Unterer Turm, einzig erhaltenes Stadttor von 1580
  • Fürstin-Eugenie-Kindergarten, 1839 als Kinderbewahranstalt erbaut, heute Amtsgericht
  • Landgericht, erbaut 1873 bis 1875 vom Architekten Friedrich Wilhelm Laur
  • Villa Silberburg, ursprünglich Gaststätte Zur Silberburg, zum fürstlichen Sommer- und Gästehaus 1844 umgebaut
  • Weißes Häuschen, auch Billardhäuschen genannt, im Fürstengarten, wird heute von der Künstlergilde genutzt
  • Bahnhof Hechingen, ältester Bahnhof der Zollernalbbahn

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Rathausbrunnen
  • Steuben-Gedenk-Plakette beim Weißen Häuschen
  • Eugenien-Denkmal vor dem Amtsgericht
  • Kriegerdenkmal, zwischen Stiftskirche und Stadtgraben im ehemaligen Schulgarten
  • Am Eingang zum jüdischen Friedhof am Galgenberg erinnert eine Plakette an die 35, namentlich genannten, jüdischen Mitbürger die der Naziherschaft zum Opfer fielen

Museen[Bearbeiten]

  • Hohenzollerisches Landesmuseum im „Alten Schloss“
  • Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein
  • Oldtimermuseum Zollernalb
  • Deutsches Kalendermuseum
  • Heimatmuseum Stetten

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

  • Obertorplatz
  • Marktplatz
  • Rathausplatz
  • Kirchplatz
  • Schlossplatz, Staig, Schlossstraße bildeten bis 1860 die Hauptdruchfahrtsstraße Hechingens
  • Steubenplatz, erster und letzer Wohnblock, auf Grund des Stadtkassendefekts, aus der Industrialiesierungszeit
  • Herrenackerstraße, Zentrum der Unterstadt

Parks[Bearbeiten]

  • Fürstengarten Der Fürstengarten ist nach den Regeln der Fürst von Pückler'schen Gartenbaukunst angelegt
  • Stadtgarten am Obertorplatz/Museum
  • Frauengarten
  • Fasanengarten
  • Park östlich des Wohngebiet Stokoch

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

  • Bummel durch die Altstadt und Spaziergang durch den Fürstengarten, Wanderungen im Hechinger Umland

Sport[Bearbeiten]

Links der Starzel im Weiher befindet sich ein großes Sportgelände, welches den Namen Weiherstadion trägt. In der näheren Umgebung zum Weiherstadion befindet sich ein Hallenbad mit kombiniertem Freibad, ein Skatepark, die Tennisplätze und die Tennishalle des TC Hechingen, eine Minigolfanlage im Rapphof und Schießsportanlagen. Beim Schloss Lindich befindet sich das Reitgelände des Reitverein Hechingen, auf dem Weg dorthin ein 18-Loch-Golfplatz.

Nahe dem Realschulzentrum der Stadt befinden sich zwei Schulsporthallen, ein Lehrschiwmmbecken und die Kreissporthalle. In der Oberstadt beim Gymnasium befindet sich ebenfalls ein Lehrschwimmbecken und ein großes Sportgelände.

In den Teilorten Boll, Stetten und Stein gibt es weitere Tennisplätze. Alle Teilorte verfügen über Fußballplätze. Außer Bechtolsweiler und Beuren hat jeder Teilort eine Sporthalle.

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Der Einzelhandel ging in den lezten 30 jahren in Hechingen stark zurück. Anstelle derer traten oft "Ramschläden" oder die Gebäude blieben leer. An hochwertigen Geschäften in der Hechinger Altstadt die den höheren spezifischen Bedarf der Bevölkerung im Mittelbereich Hechingen decken sind zu nennen: ein Fahrradhändler, ein Sporthaus, drei Schuhhäuser, zwei Damen- und drei Herrenbekleidungsgeschäfte, drei Optiker, ein Juwelier, und ein Feinkosthändler. Vor wenigen Jahren wurde das Hechinger Einkauszentrum, in der Altstadt, der Zollerpark, damals auch bekannt als Kaufring, geschlossen. Im Jahr 2002 wurde ein neues Einkauszentrum welches vorwiegend modische Kleidung verkauft in einem ehemaligen Textilfabriggebäude eingerichtet. Das neue Einkaufszentrum trägt den Namen CityPark, wo auch ein Fitnessstudio und eine Tanzschule untergebracht sind. An der Ausfahrt Hechingen-Mitte haben sich zwei Einkauszentren (u.A: Kaufland, Takko, Lidl, REWE, Burger King) und zwei Tankstellen wovon eine 24/7 geöfnet ist. Im Norden der Stadt befindet sich ein großflächiger Baumarkt und ein großflächiger Supermarkt. In unmittelbarem Umfeld der Hauptverkehrsadern Sigmaringer Straße - (Herrenackerstraße) - Bahnhofstraße - Bahnhofkreisel - Hofgartenstraße haben sich viele Dienstleistungsunternehmen ihre Filialien errichtet.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Als ehemalige Fürstliche Residenzstadt tragen viele Meisterbetriebe das Wort Hof im Namensschild. Diese Hoflieferanten bespeisten den fürstlichen Hof und die meisten von Ihnen gibt es heute immernoch, so z.B.: das Kafée Röcker.

Hechingen hat über 40 Restaurants. Die Meisten sind auf, gut bürgerliche, deutsche Küche spezialisiert. Eines auf Asiatische, neun auf Türkische und sechs auf Italienische.

Nachtleben[Bearbeiten]

Viele Hechinger Kneipen und Veranstaltungen laden dazu Teil am Nightlife teilzunehmen. Der Großteil von ihnen befindet sich in der Hechinger Altstadt in teils engen Gassen. Die Hechinger Kneipennacht, welche jedes Jahr stattfindet, zeugt von der Hechinger Nachtkultur. Im Norden Hechingens, im Gewerbegebiet Etzental, befindet sich außerdem eine Diskothek. Jeder Hechinger Stadtteil besitzt einen Jugendraum, bzw. ein Jugendhaus.

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

In Hechingen gibt es 15 Hotels bzw. Gasthöfe. Die Meisten von diesen haben 3 Sterne. Desweiteren gibt es einige zum Teil private Pensionen.

Lernen[Bearbeiten]

Hechingen beherbergt folgende Bildungseinrichtungen:

  • Fachhochschule für Ernährung
  • Algemeinbildendes Gymnasium, auf der Lichtenau
  • Sozialwissenschaftliches Gymnasium, im Schulviertel
  • Wirtschaftsgymnasium, am Schloßberg
  • Kaufmännische Berufsfachschule
  • Gewerbliche Schule Hechingen
  • Kreisberufsschule Hechingen
  • Realschule Hechingen
  • Haupt- und Werkrealschule Hechingen
  • Behindertenschule im Weiher
  • Albert-Schweizer-Schule
  • Grundschule Hechingen
  • Grundschule Zollernstraße
  • Grundschule Sickingen
  • Grundschule Stetten
  • Städtische Volkshochschule Hechingen
  • Volkshochschule Hechingen-Haigerloch

Sicherheit[Bearbeiten]

  • Bis 1973 war in der Heiligkreuzstraße die Polizeidirektion Hechingem mitsamt Kriminalpolizei (KriPo) untergebracht. Nach Zusammenschluss mit der Balinger Direktion blieb ein Revier zurück. Die freigewordenen Räume wereden durch die Staatsanwaltschaft des Landgerichts genutzt. Seit 1994 befindet sich in der Südstadt die Verkehrspolizeiinspektion des Regierungsbezriks Tübingen.

Gesund bleiben[Bearbeiten]

Im Mittelzentrum Hechingen sind Ärzte aus allen Fachbereichen niedergelassen.

Klarkommen[Bearbeiten]

Kommunizieren[Bearbeiten]

Weiter geht's[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Varianten

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