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Hībis

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Hibis (arab. هيبس, Hībis) ist eine archäologische Stätte im Norden der Senke el-Chārga in der der Libyschen Wüste (Ägypten), hier befindet sich der spätzeitliche Amun-Tempel.

Hintergrund[Bearbeiten]

Vorderer und hinterer Durchgang und Sphingenallen im Osten des Tempels von Hibis
Ostseite des Tempels von Hibis
Das Relief an der linken Seite des hinteren Durchgangs zeigt Darius den Großen, wie er ein Bilnis der Göttin Maat und weitere Opfergaben an Amun-Re opfert
Erster Säulensaal im Tempel von Hibis
Erster Säulensaal im Tempel von Hibis. Auf dem Relief erkennt man den falkenköpfigen Seth in Begleitung eines Löwen, wie er die demonenhafte Schlange tötet

Hibis (altägyptisch Ḥbt, Pflugstadt) war lange Zeit Gauhauptstadt der Oase el-Chārga. In arabischen Zeiten wird der Ort auch el-Miamun genannt.

Der hiesige Tempel zählt zu den bedeutendsten und besterhaltenen Tempel in Ägypten. Der Tempel stammt wohl bereits aus der Saitenzeit, auch wenn er erst in persischer Zeit dekoriert wurde.

Anreise[Bearbeiten]

Der Tempel von Hibis liegt unmittelbar im Norden der Stadt el-Chārga westlich der Fernverkehrsstraße nach Asyūṭ. Er kann leicht mit einem PKW oder zu Fuß erreicht werden.

Der Tempel ist gegenwärtig geschlossen und nur von außen zu besichtigen. Der hohe Grundwasserspiegel hat ihn stark geschädigt, so dass er um 500 m versetzt werden sollte. Die Arbeiten dauerten seit 1999 an. Es traten jedoch bei der Zerlegung des Tempels Schwierigkeiten auf, der Sandstein erwies sich als nicht fest genug. Als Ersatz wurde nun ein Drainagesystem um den Tempel angelegt. Die Wiedererrichtung der bereits abgebauten Tempelteile dauert (2006) noch an. Man kann wohl 2008 mit der Fertigstellung rechnen.

Mobilität[Bearbeiten]

Den Tempel ergründet man zu Fuß.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Der 19 × 44 m lange Sandsteintempel von Hibis, dem Amun geweiht, wurde wahrscheinlich in der 26. Dynastie (Saitenzeit) erbaut und unter dem persischen Großkönigen Darius I. (der Große) und einem seiner späteren Nachfolger Darius II. dekoriert (28. Dynastie). Unter dem König Hakoris (29. Dynastie ) wurde der Tempel um eine Säulenhalle und unter Nektanebos I. und dem II. (30. Dynastie) um eine Säulenvorhalle und die steinerne Umfassungsmauer ergänzt. Von der Umfassungsmauer (28 × 62 m) ist heute nur noch der Tordurchgang erhalten.

Die unter den persischen Großkönigen vorgenommene Dekoration entspricht der altägyptischen Tradition, man sieht den König im Zusammenhang mit der Vereinigung beider Länder (Ober- und Unterägypten), Darius wird von Chnum geformt, der jugendliche Darius wird von der Göttin Mut gestillt, Darius steht am Isched-Baum, auf den der Gott Thot Darius’ Namen schreibt, Darius wird in den Tempel eingeführt usw. Der König Darius trägt immer die Insignien und Tracht eines Pharao, seine Krone ist aber mit langen, auf den Rücken herabfallenden Bändern versehen.

Man betritt den Tempel vom Osten her über eine Sphingenallee – sie stammt aus der Ptolemäerzeit –, an deren Ostende sich einst die Kaianlagen befanden. Im Tordurchgang erkennt man die Darstellungen des Darius, der zum einen ein Bildnis der Maat an Amun-Re und Mut, zum anderen Lattich an Amun-Re opfert.

Danach betritt man den Portikus, die Säulenvorhalle. Auf den Schrankenwänden sieht man Darstellung Nektanebos’ II. bei verschiedenen Ritualen vor Göttern.

Der nun folgende erste Säulensaal besitzt nur an seiner Rückwand Dekorationen: Darius ist bei verschiedenen Opferhandlungen vor Göttern, u.a. an Amun-Re, Mut und Chons, zu sehen. Auf der rechten Rückwand ist die berühmte Darstellung des falkenköpfigen geflügelten Seth zu erkennen, der die Schlange Apophis, der Erzfeind des Gottes Re, mit einer Lanze tötet.

Der zweite Säulensaal zeigt erneut den König Darius bei Opferhandlungen. Berühmt ist dieser Halle wegen drei Hymnen an den Schöpfergott Amun, die sich an der linken Wand und an beiden Hälften der Rückwand befinden.

Zum Schluss folgt der Opfertischsaal mit sich anschließendem Sanktuar (Allerheiligstes), Magazinräumen und der Treppe zum Dach in der Südwest-Ecke. Das Sanktuar enthält eine Liste mit ungefähr 700 Götterdarstellungen und den Schöpfergott Re in verschiedenen Erscheinungsformen, die nächste Göttergeneration selbst zeugend, – vielleicht verbirgt sich hier der Wunsch, die ganze Götterwelt zu verehren.

Über die Dachtreppe erreicht man Dachtempel, die dem Osiris geweiht sind. Sie bilden eine Parallele zum später errichteten Tempel von Dendara.

Der Eintrittspreis betrüge LE 20, wenn der Tempel zugänglich wäre.

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Eine Unterkunft wird üblicherweise in der Stadt el-Chārga gewählt.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Der Besuch des Hībis-Tempels lässt sich mit dem Besuch der Tempel von en-Nadura und dem Friedhof el-Bagawāt verbinden.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Hibis von Su Bayfield (englisch)






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