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Guinsa

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Tempelgebäude mit dem Zeichen der Cheontae

Guinsa (구인사, 救仁寺), auch Kuinsa, ist ein großer, weitab gelegner Tempelkomplex in der Region Nord-Chungcheong, Südkorea.

Hintergrund[Bearbeiten]

Ein Teil der Dachkonstruktion des Schreins

Guinsa ist der Stammsitz der buddhistischen Cheontae-Sekte, der koreanischen Version der chinesischen Tiantai-Lehre. Einst war sie die größte und mächtigste der 18 koreanischen Sekten, aber über die Jahre verlor sie immer mehr an Bedeutung und verschwand eine zeitlang ganz. 1945 wurde sie von Sanwol Wongak wiedergegründet und zählt heute beachtliche zwei Millionen Anhänger.

Der Tempel befindet sich an einem eindrucksvollen Ort, in ein Tal gepresst, das an allen Seiten von Bergen umgeben ist. Im Gegensatz zu den meisten koreanischen Tempeln ist Guinsa recht neu, 1945 wurde es als Haupttempel der neugegründeten Sekte erbaut. Aber genau das ist es, was diesen Ort so blendend macht: Alles ist neu und glänzend, nicht wie die muffigen nationalen Schätze verblasst und abgeblättert oder hinter Glas verschlossen. Der ursprüngliche Komplex brannte während des koreanischen Krieges nieder, aber schon 1966 war das erste Gebäude wiederaufgebaut und seitdem wurde immer weiter expandiert.

Glaubenslehre[Bearbeiten]

Eine synkretistische Schule, die das Lotus-Sutra als die höchste der Lehren Buddhas verehrt. Die Cheontae postulieren folgende Wahrheiten:

  • alle Dinge sind nichtig und ohne essentielle Realität
  • alle Dinge haben eine provisorische Realität
  • alle Dinge sind gleichzeitig sowohl völlig irreal als auch provisorisch Real

Das klingt Paradox? Die Cheontae glauben, das alle Erfahrungen in der Sinneswelt tatsächlich Ausprägungen der buddhistischen Gesetze (Dharma) sind und deshalb den Schlüssel zur Erleuchtung beinhalten. Das erklärt die prunkvollen Altare und die farbenfrohen Details ihrer Tempel, die so gegensätzlich zu der entsagenden Ästhetik der konkurrierenden Seon-Lehre (Zen) sind.

Klima[Bearbeiten]

Guinsa kann alle Vorteile der koreanischen Jahreszeiten genießen, warme Temperaturen im Sommer (etwas gemäßigt durch die Höhe) und starke Schneefälle im Winter. Es ist ganzjährig geöffnet. Trotzdem ist die beste Zeit für einen Besuch der Herbst (September-November), wenn die Berghänge in den leuchtensden Farben erstrahlen. Auf der Website der Cheontae [1] gibt es Bilder aller Jahreszeiten.

Anreise[Bearbeiten]

Karte des Tempelkomplexes

Die einzige Möglichkeit, nach Guinsa zu kommen, ist mit dem Bus oder dem eigenen PKW. Die nächsten größeren Städte sind Danyang, das mit dem Express-Bus nur 30 Minuten entfernt ist (er fährt stündlich, W2600), und Jecheon (eine Stunde entfernt). Es gibt auch Busse, die von Seouls östlichem Busbahnhof "Dong-Seoul" abfahren (15:40 Uhr, W14.000) und einen Zwischenstop in Danyang machen, sowie einige Busse, die von Busan aus fahren (5 Stunden).

Mobilität[Bearbeiten]

Guinsa kann nur zu Fuß erforscht werden und vom Busbahnhof auf den Gipfel ist es eine ziemliche Wanderung bergauf. Das Areal ist groß, deshalb sollte man früh dort sein und einige Stunden einplanen, um alles sehen zu können.

Beschilderungen oder andere Informationen in englischer Sprache sind im Wesentlichen nicht-existent, aber kurz vor dem ersten Tor befindet sich eine praktische Karte, die auch hier auf der rechten Seite zu sehen ist. Die Nummern in der Liste unten beziehen sich auf diese Karte. Auf der Internet-Seite der Cheontae gibt es auch eine interaktive Karte [2], leider nur in Koreanisch.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Der Komplex besteht aus über 50 Gebäuden, die meisten modern aus Beton gebaut, aber mit opulenten Ornamenten. In der folgenden Liste werden die interessantesten beschrieben, von oben nach unten.

Einer der vier himmlischen Wächter
Die große Halle der Lehrer
  • Der Busbahnhof befindet sich in einem tempelartigen Gebäude am tiefsten Punkt des Tales. Um den Tempel selbst zu erreichen muss man bergauf gehen.
  • Tor der vier himmlischen Könige (사천왕문 Sacheonwangmun, 34). An diesem Tor beginnt der richtige Tempel. Vom zweiten Stock aus kann man einen Blick auf die Statuen der vier himmlischen Könige werfen.
  • Four Heavenly Kings Gate (사천왕문 Sacheonwangmun, 34). This gate marks the start of the temple proper. Climb up to the second story for a peek at the statues of the four heavenly kings inside.
  • Die Lagerhalle (인광당 Ingwangdang, 38). Trotz ihrer beeindruckenden Größe nur ein Lagerhaus. Der Souvenirladen im unteren Stockwerk ist einen Besuch wert.
  • Die fünfstöckige Law Hall (5층대법당 Ocheung Daebeoptang, 30). Wenn man das oberste Stockwerk erklimmt sieht man den wirlich beeindruckenden Hauptaltar des Buddha Shakyamuni, der von seinen Dienern flankiert wird. Das Photographieren ist verboten.
  • Wenn man die Brücke überquert erreicht man den Zentralen Innenhof. Auf anscheindend jeder freien Fläche stehen Tonkrüge: Sie beinhalten den Vorrat an Kimchi des Tempels.
  • In der Kantine (향적당 Hyangjeokdang, 11) wird der Inhalt der Krüge zum Frühstück, Mittag- und Abendessen serviert. Bis dahin sollte man den dunklen Durchgang rechts nehmen und den Treppen weiter hinauf folgen.
  • An dem nächsten Gebäude, dem gigantischsten des Grundstücks, wurde im Juli 2006 noch gebaut. Rechts und links führen Treppen an ihm vorbei.
  • Die Große Halle der Lehrer (대조사전 Daejosajeon, 2). Ein Schrein, der zu Ehren von Sangwol Wongak errichtet wurde, von dem man im Inneren eine große Statue bewundern kann.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

An der rechten Seite der Großen Halle der Lehrer beginnt ein Pfad, der anstrengende 20 Minuten bergauf führt, obwohl es Betonstufen gibt. Am Ende des Weges befindet sich das perfekt gepflegt Grab des Sangwol Wongak - und dringend benötigtes kaltes Trinkwasser. Wer in der Laune ist, eine richtige Wanderung zu beginnen, der Pfad führt weiter in den Sobaeksan National Park, immer weiter hoch bis auf den Gipfel des 1389m hohen Mt. Shinseonbong.

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Der Geschenkartikelladen (Gebäude 38) verkauft alle Arten von buddhistischem Krimskrams, unter anderem eine überwältigende Anzahl von Gebetsperlen, Tuschezeichnungen und schicke Aufkleber mit dem hypnotisierenden Cheontae-Logo. Außerdem gibt es ein Postamt und einen Geldautomaten im Gebäude 37, gleich gegenüber des Ladens.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Frühstück, Mittag- und Abendessen

Auf dem Gelände gibt es eine riesige Kantine (Gebäude 11), die 10.000 Essen pro Tag ausgeben kann. Es gibt jeden Tag drei einfache vegetarische Gerichte, die aus Reis, Kimchi und Suppe bestehen. Sie kosten nichts und Besucher sind willkommen, aber die Essenszeiten sind festgelegt, von 11:30 bis 13:30 Uhr. Wenn man zu spät kommt und der Haupteingang auf der rechten Seite geschlossen ist, kann man links um das Gebäude herum gehen und sein Glück in der Küche versuchen. Spenden sind willkommen, werden aber nicht erwartet.

Eine weitere Option am Tempel ist das Restaurant im zweiten Stock des Busterminals. Alternativ kann man bergab in den Touristenort laufen, hier gibt es eine ganze Menge Restaurants.

Ausgehen[Bearbeiten]

Tee, Kaffee, Softdrinks und Wasser gibt es in Getränkeautomaten auf dem gesamten Gelände. Tatsächlich beginnen die meisten Pilger ihren Besuch aber, indem sie an der Quelle neben dem ersten Tor symbolisch ihre Hände waschen und ihren Mund spülen.

Ein Nachtleben gibt es nur sehr begrenzt, denn gute Buddhisten trinken keinen Alkohol — aber augenscheinlich tun dies manche trotzem, wie man an den leeren Flaschen Jinro Soju (소주) sehen kann, die hier und dort herumstehen.

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Es gibt große Schlafräume auf dem Gelände, um Pilger unterzubringen, aber es ist nicht sicher, ob sie auch von anderen Besuchern genutzt werden dürfen — man kann vor Ort nachfragen oder den Tempel unter +82-43-420-3544 anrufen (hoffentlich in Koreanisch). Die meisten Besucher entscheiden sich sowieso dafür in der nahen Ortschaft Danyang zu übernachten. Sie hat eine viel größere Bandbreite an möglichen Unterkünften.

Kommunizieren[Bearbeiten]

Im Postamt gibt es Telefonzellen.

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