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Gebel es-Silsila

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Assuan : Gebel es-Silsila
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Gebel es-Silsila (auch Gebel el-Silsila oder kurz Silsila (Silsilah, Silsileh), arab.: جبل السلسلة, Ǧabal as-Silsila, „das Gebirge der Kette“), das antike Chenu („Ruderort“), ist der bedeutendste Sandstein-Steinbruch Ägyptens und eine archäologische Stätte auf beiden Ufern des Nils in Oberägypten im Gouvernement Assuan, etwa 145 bzw. 40 km südlich von Luxor bzw. Edfu und 20 bzw. 65 km nördlich von Kom Ombo bzw. Assuan entfernt. Der Nil schnürt sich hier auf eine Breite von weniger als 400 m ein, überragt von den anstehenden Sandsteinfelsen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Graffiti an den Sandsteinfelsen zu beiden Seiten des Nils und ein prädynastischer Friedhof auf dem Ostufer belegen die Besiedelung seit prähistorischer Zeit. Zeugnisse aus dem Alten Reich gibt es kaum. Das Gelände wurde zu allen Zeiten bis in heutiger Zeit als Steinbruch eingesetzt, der intensive Abbau setzt seit dem Mittleren und Neuen Reich ein.

Ursache ist die seit dem Mittleren Reich einsetzende Technologieänderung beim Tempelbau, nämlich anstelle Lehmziegelbauten mit Kalksteinverkleidung jetzt Sandsteinbauten zu errichten. Vom Tempel auf Philae abgesehen, stammt das Baumaterial aller Tempel in Oberägypten aus diesem Steinbruch. Hierzu gehören sowohl die thebanischen Totentempel seit Mentuhotep II. als auch die Tempelbauten von Dendara, Karnak, Luxor, Esna, Edfu und Kom Ombo. Der Sandstein lässt sich hier leicht und in großen Mengen abbauen. Die Steinqualität ist sehr gut, noch bis zu 40 m hoch anstehende Wände zeigen an, dass es in diesen Lagen kaum Störungen gegeben hat.

Die Zusammensetzung des Sandsteins ist aber nicht einheitlich. Der Sandstein auf der Ostseite wird hauptsächlich mit Quarz gebunden, Feldspat kommt kaum vor. Für die Bindung des Sandsteins auf dem Westufer ist im stärkeren Maße Karbonatzement verantwortlich. Auf beiden Seiten gibt es hellere und dunklere Varietäten, die von unterschiedlichen Anteilen an bräunlichem Limonit (Brauneisenerz, Eisenhydroxid) bzw. Eisenkarbonat herrühren.

Die antike Stadt Chenu, die Siedlung der Bergbauarbeiter, befand sich auf dem Ostufer. Aus archäologischer Sicht gesehen weiß man von ihr aber nur wenig. Die bedeutendsten Monumente befinden sich auf dem Westufer, wer dagegen an der Ergründung der Bergbau- und Transporttechnologien interessiert ist, sollte sich auf die Ostseite begeben.

Anreise[Bearbeiten]

Schiff[Bearbeiten]

Einige Reiseanbieter stoppen ihre Nilkreuzfahrt in Gebel es-Silsila.

Möglicherweise lässt sich das Gebiet auch mit einer Felukke von Kom Ombo aus erreichen.

Auto[Bearbeiten]

Die Anreise kann mit einem PKW aus Kom Ombo kommend erfolgen. Ca. 10 km nördlich von Kom Ombo, nach einer Tankstelle, verlässt man die Straße in westlicher Richtung und steuert die Fähren zum Westufer an. Es gibt hier sowohl eine Personen- als auch eine Autofähre. In nördlicher Richtung umfährt man das Steinbruchgebiet im Westen und erreicht zum Schluss den Eingang im Norden der archäologischen Stätte.

Bitte vergewissern Sie sich vorher, ob der Besuch aus Sicherheitsgründen möglich ist. So ist z.B. zu klären, ob Sie aus dem Konvoi von Assuan nach Luxor ausscheren dürfen.

Den Weg zu den Steinbrüchen auf dem Ostufer möge der Interessierte selbst ergründen.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Gelände der Steinbrüche muss man zu Fuß ergründen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die wichtigen Sehenswürdigkeiten erstrecken sich auf den gegenüberliegenden Uferseiten über eine Strecke von ca. 2 Kilometern.

Westufer (Er-Ramadi Gibli)[Bearbeiten]

Die bedeutendsten Monumente befinden sich auf dem Westufer. Der Eingang befindet sich im Norden der archäologischen Stätte. Sie ist von 9 – 17 Uhr geöffnet, der Eintrittspreis beträgt LE 20.

Von Nord nach Süd gelangen Sie zu den folgenden Denkmälern.

  • Das bedeutendste Monument ist der Speos (Felstempel) des Haremhab. Er besteht aus einer breiten Halle mit geringer Tiefe, deren Front auf der Ostseite durch eine Pfeilerreihe gebildet wird und an deren Rückseite sich das Sanktuar (Allerheiligstes) anschließt. Der Tempelkult war auf sieben Gottheiten ausgerichtet (Amun, Mut, Chons, Sobek, Taweret (Thoeris), Thoth und dem Pharaoh Haremhab selbst). Die Pfeiler, Galeriehalle und das Sanktuar sind vollständig dekoriert. Die innen liegenden Pfeilerseiten und die (linke) Südseite zeigt hauptsächlich Haramhab bei verschiedenen Ritualhandlungen. Die rechte Seite zeigt Stelen vornehmlich von Ramses II., Merenptah, Sethos II., Siptah und Ramses III., aber auch von verschiedenen hochgestellten Beamten und Mitgliedern des Königshauses. An der Nordseite befinden sich sechs Statuen von Panehesi, der Göttin Maat, der Sängerin der Hathor Amunnacht, der Hathor, des Ptah und der Sängerin des Re Ray. Im Süden, auf Höhe der Pfeilerfront, befindet sich zudem die Kapelle des Panehesi, Wesir aus der Zeit des Merenptah, und ihr gegenüber die Kapelle des Paser (Pesiur), Wesir und Bürgermeister von Theben unter Ramses III. Auf der Laibung am Zugang zum Sanktuar sehen wir Haremhab, wie an Re-Harachte und Iusas opfert. An den Wänden des Sanktuars sind zahlreiche Götter dargestellt, die Rückwand zeigt die Statuen der Götter Amun, Mut, Chons, Sobek, Taweret, Thoth und des Pharaohs Haremhab.
  • Etwa einen Dreiviertel Kilometer südlich erkennt man drei Felsstelen von Sethos I., Ramses II. und Merenptah, auf denen in gleichlautenden Texten die Nilgötter angebetet werden, und weitere königliche Stelen.
  • Es folgen 32 Felskapellen aus dem Neuen Reich (18. Dynastie), die als Kenotaphe (Stellvertretergräber) hoher Beamter dienten. Sie sind meist dekoriert, aber nur in wenigen Fällen einfach zugänglich. 18 Kapellen lassen sich ihren Besitzern und ihrer Zeit zuordnen: sie stammen zumeist aus der Zeit der Hatschepsut und Thutmosis’ III. Zu den hier genannten Beamten gehört der Verwalter Senenmut, der Hohepriester des Amun Hapuseneb, der Wezir User und die Kanzler Min und Sennefer, die ihrer Gräber auf dem thebanischen Westufer besitzen.
  • Am Ende erreicht man mehrere Sandsteinbrüche aus dem Neuen Reich und griechisch-römischer Zeit.
  • Ein weiterer Schrein des Haremhab, ca. 450 m nördlich des vorher genannten, ist nicht zugänglich.

Ostufer[Bearbeiten]

Auch das selten besuchte Ostufer hat einiges zu bieten:

  • Unfertige Skulpturen wie Sandsteinsphingen,
  • der Kiosk Amenophis’ III. im Norden des Steinbruchs,
  • und südwestlich vom Kiosk das Hafenbecken, das in Zeiten des Nilhochwassers genutzt wurde,
  • sowie Galeriesteinbrüche und mehrere Felszeichnungen aus verschiedenen Zeiten.

Vom Ostufer aus hat man eine gute Aussicht auf die Denkmäler des Westufers.

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Touristen besuchen Gebel es-Silsila üblicherweise von Assuan aus.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Der Besuch von Gebel es-Silsila lässt sich mit einem Besuch des Tempels von Kom Ombo verbinden.

Weblinks[Bearbeiten]




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