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Gökceada

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Gökceada (Griechisch: Imbros) ist eine Insel in der Ägäis in der Türkei.

Sie liegt am Eingang der Dardanellen, der im Altertum als Hellespont bekannt war. Von der Insel aus kann man auf das gegenüberliegende Troja blicken. Gökceada ist die größte türkische Insel (ca. 20 km lang und 13 km breit).

Regionen[Bearbeiten]

Als Insel hat Gökceada keine echten "Regionen"; Allerdings unterscheiden sich die Küsten und Strände der Insel teilweise erheblich: Von fast "echten" Sandtränden (Aydincik), bis hin zu kleinen Kieselsteinbuchten (Nordosten).

Orte[Bearbeiten]

Gökceada[Bearbeiten]

Der Ort Gökceada ist das größte Dorf der Insel und gleichzeitig Haupt"stadt". Der im Zentrum befindliche Kreisverkehr markiert gleichzeitig das Stadtzentrum. Auf der linken Seite von Norden und Osten kommend befindet sich das Touristen-Informationsbüro (ein auffälliger Holzbau). Vom Kreisverkehr ausgehend verlaufen vier Straßen, an denen sich die Geschäft und auch ein preiswerter Supermarkt (A-101) befindet. In der Nähe des Kreisverkehrs, auf der Straße gegenüber der Touristen-Information findet man hinter der zweiten Atatürk-Statue den einzigen Geldautomaten der Insel (Türkiye Is Bankasi). Man kann und sollte die umliegenden Ortschaften wie Zeytinliköy, Dereköy oder Ugurlu besuchen.


Kaleköy[Bearbeiten]

Im Norden befindet sich das Fischerdörfchen Kaleköy, in dem sich am Hafen Pension an Pension (die sich auch gerne Otel oder Motel nennen) reiht. Abends gibt es hier einen Markt mit Devotionalien und Souveniers. Wenigstens einen Abend sollte man bei Sonnenuntergang zum höhergelegenen Teil Kaleköys laufen (z.B. zum Yakamoz Restaurant) und die grandiose Aussicht von dort, oder der Festungsruine aus genießen. In Kaleköy befindet sich auch eine Art kombiniertes Erholungszentrum und Kaserne für Soldaten und ihre Angehörigen, sowie das Meeresforschungszentrum der Uni Istanbul.


Aydincik[Bearbeiten]

In Aydincik (Minibus vom Zentrum einmal die Stunde) befindet sich eine Surfschule und ein Sand-/Steinstrand mit Gratis-Liegen und Sonnenschirmen. Gleich hinter der See, nur durch eine kleine Düne getrennt, befindet sich der Salzsee von Gökceada, aus dem die Bewohner früher ihr Salz erhielten. Wer einmal am Toten Meer war weiß, dass man sich mit dem Schlamm einreiben sollte. Das Abspülen kann man gleich "gegenüber" im Meer vornehmen.


Laz koyu[Bearbeiten]

Kein Ort, vielmehr eine Bucht, ähnlich wie Aydincik, jedoch nach einem sehr steilen Abhang.


Ugurlu[Bearbeiten]

Nach Ugurlu folgt mit dem "Gizli Liman" und dem "Gizli Plaj" der westlichste Hafen, der westlichsten Strand und allgemein der westlichste Punkt der gesamten Türkei.

Unterkünfte[Bearbeiten]

Wohnen kann man in jedem Ort der Insel in kleinen Pensionen oder sog. Aparts, also Pensionen mit Zimmern, auf denen man sich selbst versorgen soll und kann. Die Preise hierfür rangieren bei um die 40 Lira pro Person und Nacht, in den Aparts auch darunter, in Hotels auch darüber (ca. 70 Lira). Daneben gibt es auch normale Hotels, deren Preise bei um die 70-90 Lira liegen. Wer einen Hotelaufenthalt plant möge bitte im Internet die Erfahrungsberichte lesen! Es gibt bspw. in Kaleköy auch zwei Boutique-Hotels in grandioser Lage mit Pool und Aussicht sowie Privat-Bar, bei denen die Preise ab 160 Lira pro Person und Nacht bis weit darüber liegen können. Gut möglich ist es auch, an einer Bucht oder einem Strand zu campen. In Aydincik gibt es einen kleinen Camping-Platz am Strand, ansonsten scheint Camping nicht reguliert zu sein, so dass man sein Zelt aufschlagen kann wo man will (man sollte allerdings nicht auf einem Feld campen, da man vom Bauer unsanft geweckt werden könnte. Felder können auch wenn sie verlassen aussehen genutzt sein).

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Menschen auf Gökceada leben hauptsächlich von der Landwirtschaft und vom Fischfang und manches mal überkommt einen der Eindruck als wäre die Zeit stehen geblieben. Überall stehen verlassene Häuser, die die Geschichte der Insel erahnen lassen. Besonders für Individualreisende ist die Insel ein Paradies: kilometerlange, unberührte Sand – und Kieselstrände mit klarem Wasser laden zum Verweilen ein.

Die Insel ist seit einem Jahrhundert eine Parabel für türkisch-griechische Konflikte, aber auch Zusammenleben: Mehrmaliger Besitzwechsel in der Geschichte und die Kriegsschauplätze der Dardanellen in einer Stunde Bootsfahrt entfernt habe dazu geführt, dass Gökceada manches Mal wirkt, als gäbe es hier nur Schafe und Soldaten: Es gibt viele Kasernen, Truppenübungsplätze, Stützpunkte, Truppentransporte und Jeeps. Diese Anblicke sind unausweichlich, wenn man die Insel besucht und man muss dies akzeptieren oder besser nicht kommen. An den typisch touristischen Orten ist einzig in Kaleköy eine Kaserne und Erholungszentrum auch mitten im Ort. Rechtsstreite über Landbesitz zwischen Griechen und Türken halten bis heute an. Allerdings gibt es bis heute auch eine starke griechisch-orthodoxe Präsenz auf der Insel, Menschen, Kirchen, Cafés oder auch ganze Orte wie Zeytinli als Geburtsort des Patriarchen Bartholomäus von Istanbul führen dazu, dass hier nicht wichtig ist, ob man Türke ist, oder "Grieche" (im türkischen werden türkische Griechen auch als M bezeichnet). Man lebt friedlich zusammen (oder ko-existiert). Auch bemerkt man auf der Insel nicht, ob Ramazan ist, oder nicht, weil zumindest die Griechen auch dann öffentlich essen und trinken. Leider befand man es von türkischer Seite nötig, auf den Berg gegenüber von Zeytinli in riesigen weißen Lettern "Önce Vatan Komando" (sinnwahrend übersetzt: Das "die Heimat zuerst" Kommando) zu schreiben, den Namen des auf der Insel ansässigen Militärregiments, so dass wann immer man vom griechischen Dorf ins Tal blickt, man diesen Schriftzug nicht übersehen kann.

Klima[Bearbeiten]

Die Insel hat mediterranes Klima mit warmen trockenen Sommern und feuchten milden Wintern. Regen fällt zwischen Mai und August in Ausnahmefällen. In der Regel sind kaltes Wetter und Regen in der ersten Septemberhälfte zu erwarten.

Sprache[Bearbeiten]

Man spricht türkisch und griechisch, wobei die meisten Griechen dort auch türkisch sprechen.

Anreise[Bearbeiten]

Es gibt Flüge mit einer Propeller-Maschine von Istanbul für ca. 50€/Person. Alternativ kann man mit einem Bus von Istanbul nach Canakkale fahren und von dort eine Fähre nehmen. Da diese aber nur einmal am Tag fährt und nur dreimal die Woche, kann man auch eine kleine Fähr-Fahrt nach Eceabat machen, von dort mit dem Bus nach Kabatepe (15 min.) und von dort eine Fähr-Fahrt nach Gökceada (1 Stunde, 15 min.). Es sind auch noch viele alternative Routen möglich, je nach dem, was man sehen und ausgeben möchte. So kann man es mit Bussen für unter 50€ von Istanbul nach Gökceada schaffen.

Mobilität[Bearbeiten]

Schlecht. Es gibt drei Bus"linien" vom Zentrum aus bzw. zum Zentrum und zwar nach und von Kaleköy, zur Anlegestelle und nach Aydincik. Diese sind zwar sehr billig, aber selten und unbequem. Ein Auto ist damit zwar nicht unverzichtbar, aber macht das Erkunden der Insel deutlich einfacher. Umweltfreundlicher und einer Insel angemessener wäre natürlich ein paar Tage Trekking einzuplanen. Es gibt herrliche Pfade entlang von Buchten und über Tälern, auf denen man die vergleichsweise unberührte Natur genießen kann. Dabei ist Gökceada zwar nicht menschenleer, aber doch so dünn besiedelt, dass wer sich auf eigene Faust aufmacht doch Proviant in Form von ausreichend Wasser und Nahrung mitnehmen sollte, insbesonder im Süden und Südwesten der Insel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Im engeren Sinne keine, im weiteren Sinne die gesamte Insel. Die Festungsruine in Kaleköy, die einzige touristische Bootstour legt dort ab. Für 40 Lira wird man 7 Stunden um den nördlichen Teil der Insel geschippert, bekommt ein (bescheidenes) Mittagessen, ein Getränk, sowie Kaffe und Tee. Die (türkische Pop-) Musik wird auf Verlangen ausgeschaltet und es gibt drei Halte in sehr schönen Buchten, wo man schwimmen gehen kann. Ansonsten eine wunderschöne Aussicht auf die Felslandschaften der Insel und die gegenüberliegende griechische Insel Samothraki. Beachtenswert ist auch der Stausee in der Inselmitte. Ansonsten die gesamte, besonders Tal-, Landschaft.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Schwimmen, Tauchen (das Wasser ist so klar, dass man bspw. in Aydincik ohne Taucherbrille bis auf den Meeresboden schauen kann), Radfahren, Trekking und wieder Schwimmen sind die besten Aktivitäten auf Kadiköy.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

In den Restaurants der Insel findet man die gesamte türkische Küche (als Ausländer sollte man sich bei Fleischgerichten nicht über kleine Portionen ärgern, es wird stets Brot gereicht), insbesondere in Kaleköy reiht sich ein Fischrestaurant an das nächste.

Nachtleben[Bearbeiten]

Keines. Das Resort Hotel in Kaleköy wirbt damit die einzige Disko des Ortes zu haben, in der jedoch noch nie jemand gesehen wurde. Abends kann man auf der Terasse, Veranda oder dem Balkon sitzen, Wein oder Cay (türkischer starker Schwarztee mit viel Zucker, Nationalgetränk) trinken, Tavla (Backgammon, türkisches Nationalspiel neben Fußball und Okey (das deutsche Rummy) spielen oder einfach die Ruhe genießen. Krach und Lärm gibt es in der Türkei schon genug, wer das sucht sollte nach Antalya.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Omnipräsenz von Soldaten, mangelnde soziale Konflikte und gute Alters-, sowie Sozialstruktur von Gökceada sorgen dafür, dass man nachts auf der Straße in den Bergen übernachten könnte, ohne sich Sorgen machen zu müssen.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Nach Griechenland. Allerdings nur über den Umweg Canakkale. Direkte Verbindungen gibt es leider (aber wenig überraschend) nicht. Nach Troja. Die Stadt der antiken Heldensage und Inspiration für den sehr amerikanischen Film "300" liegt mit Fähre (nach Canakkale) und Bus ca. 3 Stunden entfernt. Wer Interesse an antiker Geschichte hat, kommt hieran nicht vorbei. Nach Galipoli. Die Hügel um Canakkale waren Schauplatz blutiger Kämpfe im ersten Weltkrieg. Nicht direkt etwas für den Urlaub, aber geschichtlich sicher sehr interessant.

Weblinks[Bearbeiten]





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