Neu bei Wikitravel? Bitte lies dir kurz unsere Einsteigertipps durch.

Deir el-Muḥarraq

Aus Wikitravel
Asyūṭ : Deir el-Muḥarraq
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ed-Deir el-Muharraq (arab.: الدير المحرق, ad-Deir al-Muḥarraq, „das verbrannte Kloster“) oder auch Kloster der Hl. Jungfrau ist das wohl bedeutendste (koptische) Kloster in Mittelägypten (Ägypten). Es liegt im Gouvernement Asyūṭ, 12 km westlich von el-Qūṣīya, dem alten Qusqam (Qusquam), auf der westlichen Niluferseite (27° 23' 07" N 30° 46' 45" O).

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Gründung des Klosters geht auf den Heiligen Pachomius oder einen seiner Nachfolger zurück. Es befindet sich an der Stelle, an der Joseph ein kleines Haus für die Heilige Familie errichtete, die hier auf ihrer Flucht nach Ägypten für dreieinhalb Jahre Unterschlupf fand (siehe auch Matthäus 2:15, 19 – 21). Die Kirche der Heiligen Jungfrau aus dem Jahre 747 zählt zu den ältesten Kirchen Ägyptens.

Das Kloster besteht aus dem Inneren Kloster, das auch die ältesten Klostergebäude beherbergt, und dem äußeren Kloster, das die neue Kirche der Hl. Jungrau enthält.

Von großen Pilgerströmen wird bereits im 13. Jahrhundert berichtet. Sie halten heute noch an; insbesondere anlässlich des Mulids (Geburtstagsfestes) zu Ehren der Hl. Jungfrau in der Zeit vom 21. – 28. Juni kommen Zehntausende Pilger hierher, um hier u.a. ihre neu geborenen Kinder taufen zu lassen. (1988 sind hier 47 Pilger bei einem Brand umgekommen).

Das Kloster stellte im 14. und 15. Jahrhundert vier Patriarchen der koptischen Kirche: Gabriel IV., Matthäus I., Matthäus II. und Johannes XII. Am Anfang des 19. Jahrhunderts gab es im Kloster 20 Mönche, ihre Zahl stieg auf 80 am Ende des 19. Jahrhunderts, während heute hier 125 Mönche leben.

Zum Kloster gehört ein großer Besitz, der u.a. für die Unterstützung der großen koptischen Gemeinde im Umland eingesetzt wird. Seit 1905 gibt es hier das von Qummus (arab. قمص, Erzpriester) Bachum gegründete Seminar für ca. 100 Studenten.

Die Bezeichnung des Klosters rührt vielleicht vom arabischen Wort حرق (ḥarraqa) für verbrennen her, das sich wohl auf das Abbrennen von Feldern o.a. bezieht. Auf einen Brand im Kloster bezieht es sich wohl nicht; hierüber gibt es kaum Berichte.

Anreise[Bearbeiten]

Auto[Bearbeiten]

Die Anreise kann von Mallawī oder von el-Minyā aus mit einem Taxi aus erfolgen. In el-Qusiya (arab. القوصية, al-Qūṣīya), ca. 50 km südlich von Mallawī, biegt man von der Hauptstraße ab, um nach Westen zu fahren.

Bus[Bearbeiten]

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist schwierig. Von Mallawī fahren Busse nach el-Qusiya. Von hier aus kann man mit einem Sammeltaxi nach Deir el-Muḥarraq fahren.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Der Eintritt ist kostenlos. Während der Fastenzeiten ist der Besuch nur eingeschränkt möglich; rufen Sie in diesem falle unbedingt vorher an.

Deir el-Muḥarraq, Pachomius-Hauptgebäude, Ägypten

Im inneren Klosterbereich[Bearbeiten]

  • Kirche der Hl. Jungfrau aus dem Jahr 747. Das Jahr geht aus dem Text der Altarsteinstele hervor. Ihr jetziges Erscheinungsbild geht wohl auf das 12. oder 13. Jahrhundert zurück.
  • Der ca. 16,5 m hohe, dreistöckige Wehrturm stammt ursprünglich aus dem 8. Jahrhundert, sein heutiges Aussehen erhielt er im 12. Jahrhundert. Der Zugang erfolgte über eine Zugbrücke auf Höhe der zweiten Etage. Die Kapelle des Hl. Michael in der dritten Etage des Turmes wurde im 16. Jahrhundert in seiner jetzigen Form angelegt.
  • Kirche des Hl. Georg, die größte Kirche im Innenbezirk des Klosters, aus dem Jahr 1888 wurde an Stelle einer früheren Peter-und-Paul-Kirche errichtet. Im Zentrum befinden sich der Marmor-Altar und -Heikal (Allerheiligstes), nahe dem Altar befinden sich die Gräber dreier bedeutender Mönche des 20. Jahrhunderts (Bischof Severus, Qummus Salib, Qummus Bachum). Das Baptisterium befindet sich südlich des Altarbereichs.
  • Das Pachomius-Hauptgebäude („Pachomian Castle“) wurde unter Qummus Bachum Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, es beherbergt die Klosterbibliothek, den Bischofssitz, Empfangs- und Vorlesungssäle.

Im äußeren Klosterbereich[Bearbeiten]

  • Die neue Kirche der Hl. Jungfrau stammt aus dem Jahr 1964 und befindet sich im äußeren Bereich des Klosters. Sie wurde nötig, um die Pilgermassen aufnehmen zu können. Die Kirche ist den Hl. Takla Haymanot (linker Altar), der Hl. Jungfrau (Mitte) und dem Hl. Georg (rechts) geweiht.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Besucher können an den Messen teilnehmen.

Respekt[Bearbeiten]

In koptischen Kirchen herrscht Geschlechtertrennung. Frauen begeben sich zur Messe in den rechten (südlichen), Männer bzw. deren Familien in männlicher Begleitung in den linken Teil der Kirche(n).

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Im Kloster können Souvenirs wie z.B. Abbildungen und Plaketten der christlichen Familie und verschiedener Märtyrer und Bücher zur Liturgie und zum Christentum in Ägypten, zumeist in arabischer Sprache, erworben werden.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Unterkunftsmöglichkeiten bestehen in El-Minyā oder Asyūṭ.

Kommunizieren[Bearbeiten]

Telefon: (088) 259 1527 oder (088) 259 1406. Wenn Sie nicht Arabisch sprechen, fragen Sie nach Vater Zocima oder Vater Elisia, die Englisch sprechen.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Sie können den Besuch von Deir el-Muḥarraq mit dem des Gräberfeldes von Meir verbinden.







Varianten

Aktionen

Insider für dieses Reiseziel:

In anderen Sprachen