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Deir Abū Mīnā

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Mosaik des Abū Mīnā in der Kathedrale des Klosters Abū Mīnā

Das Kloster Deir Abu Mina (auch Deir Abu Mena, arab.: دير أبو مينا, Deir Abū Mīnā) ist die bedeutendste koptische Pilgerstätte Ägyptens und zählt zu Ägyptens (gefährdeten) Unesco-Weltkulturerbestätten. Das Kloster liegt ca. 70 km südwestlich von Alexandria in der Mariotis-Wüste im Raum Burg al-ʿarab (برج العرب) nahe der Mittelmeerküste (N 30° 51' E 29° 40').

Hintergrund[Bearbeiten]

Kathedrale des Klosters Abū Mīnā

Antiken Schriften zufolge wurde der Hl. Menas 275 in Phrygien (wohl eher in Libyen als in Ägypten gelegen) geboren. Seine Eltern, Euphemia und Eudoxios, waren wohlhabend, sein Vater Eudoxios war Präfekt. Er genoss eine christliche Erziehung. Als Jugendlicher verliert er beide Eltern. Dessen Erbe verteilte er an Hilfebedürftige als Folge des Erlasses von Diocletian und Maximian und zog sich in die Wüste zurück. 296 entschloss er sich, sich dem Präfekten zu stellen, um ihm seinen christlichen Glauben zu bekennen. Der Präfekt ließ ihn auf das Schlimmste foltern, auf dass er vom christlichen Glauben abschwören sollte. Er aber blieb in seinem Glauben standhaft.

Der fromme Athanasius und seine Getreuen sammelten die sterblichen Überreste des Hl. Menas ein und brachten sie um 312 bis 315 nach beschwehrlicher Seereise nach Alexandrien. Sie packten nun seine Überreste auf ein Kamel, um sie durch die Sümpfe der Mariotis zu tragen. Als sie in der Wüste ankamen, verweigerte das Kamel den Weitertransport. Ein neues, frisches Kamel wurde herbeigeführt, aber auch dieses verweigerte den Weitertransport. Nachdem auch weitere Kamele den Weitertransport verweigerten, sah Athanasius dies als göttliches Zeichen an, bestattete die Reliquien des Hl. Menas in einem Holzsarg und errichtete eine kleine Kapelle an dieser Stelle.

Es wurde in der Folge von wundersamen Heilungen Kranker am Grabe des Hl. Menas berichtet, so dass der Ort bald das Ziel zahlreicher Pilger wurde.

Die alten Klosteranlagen erheben sich über dem Grab des Märtyrers Menas von Alexandrien und stammen aus dem 4. Jahrhundert. Die erste Kirche wurde zwischen 320 und 325 errichtet und unter dem Patriarchen Athanasius XX. erweitert. Um dem wachsenden Besucheransturm gerecht zu werden, veranlasste Patriarch Theophilus XXIII. den Neubau einer großen kreuzförmigen Basilika (Gruftkirche) über der Grabstätte in der Zeit von 385 bis 412. Anfang des 6. Jahrhunderts wird diese Basilika durch einen größeren Neubau ersetzt. Gästehäuser, Bäder und weitere Kirchen wurden für die Pilger errichtet. Lange Zeit blieb das Kloster von Übergriffen verschont. 836 ließ der Kaliph Muʿtasim dieses und andere Klöster in Ägypten für seine Privatresidenz in Samarra (Irak) schleifen; der Patriarch Anba Yusab (Joseph) ließ den zerstörten Bau jedoch nur teilweise durch eine fünfschiffige Basilika mit einer Apsis im Osten im Westteil der ehemaligen Basilika ersetzen. Bis zum 14. Jahrhundert verblasste der Ruhm des Klosters zusehends, wohl auch als Folge eines dramatischen Bevölkerungsrückgangs in dieser Regien. So wurden in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Reliquien des Hl. Menas nach Altkairo in die dortige Kirche des Hl. Menas in Fum al-Chalig überführt.

1905 wurden die Überreste der alten Klosteranlage vom deutschen Archäologen C. M. Kaufmann wiederentdeckt und wissenschaftlich untersucht. Erneute archäologische Untersuchungen wurden ab 1961 unter Peter Grossmann durchgeführt. Wichtige Funde sind heute im Griechisch-römischen Museum von Alexandria und im Koptischen Museun von Kairo ausgestellt.

Unter dem Patriarchen Kyrillos VI. erfolgten ab 1959 Restaurationen. Es wurde das Gelände östlich der antiken Anlagen erworben, um darauf die neue Klosteranlage zu errichten. 1961 wurde der Grundstein zur Kathedrale gelegt, die Baumaßnahmen starteten 1969; heute (2005) ist die Kathedrale (fast) fertiggestellt. 1962 wurden Teile der Reliquien des Hl. Menas zum Kloster zurück überführt. Am 24. November 1972 wurde der Leichnam des Patriarchen Kyrillos VI. in die Kathedrale überführt und hier bestattet.

Das Kloster wurde 1979 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. 2001 wurde es auf die Rote Liste gefährdeter Weltkulturerbestätten gesetzt.

Anreise[Bearbeiten]

Das Kloster kann nur mit einem Auto erreicht werden. Die einfachste Anreisemöglichkeit besteht in der Nutzung eines Taxis von Alexandria aus. Der Taxifahrer sollte ortskundig sein.

Drei mögliche Anreisewege mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Alexandria aus sind bekannt. Bezeichnen Sie Ihr Ziel als Mār Mīnā (مار مينا), ad-Deir (الدير) oder Burg al-ʿarab (برج العرب):

  • Reiseführer und die Touristeninformationen nennen in der Regel folgenden Weg: Fahren Sie zuerst mit einem Minibus vom Hauptbahnhof Alexandrias (المحطة المصرية, al-Maḥaṭṭa al-miṣrīya) nach al-ʿĀmrīya (العامرية), Fahrpreis ca. LE 3. Von dort benutzen Sie bitte einen Minibus nach Bahīg (بهيج), Fahrpreis ca. LE 3. Von Bahīg aus müssen Sie den Rest des Weges mit einem normalen Taxi bewältigen. Dies scheint allerdings der aufwändigste Anreiseweg zu sein.
  • Zumindest an Freitagen und Sonntagen vormittags gibt es einen einfacheren Weg: Fahren Sie zuerst mit einem Minibus vom Hauptbahnhof Alexandrias (المحطة المصرية, al-Maḥaṭṭa al-miṣrīya) in Richtung al-ʿĀmrīya (العامرية), Fahrpreis ca. LE 3. Sie steigen aber bereits davor in Kāfūrī (كافوري) an der dortigen Haltestelle für Minibusse aus. Von dort aus fahren Sie direkt mit einem Minibus zum Kloster, Fahrpreis ca. LE 3. Dies ist wohl der eleganteste Weg.
  • Fahren Sie zuerst mit einem Minibus vom Hauptbahnhof Alexandrias (المحطة المصرية, al-Maḥaṭṭa al-miṣrīya) nach al-Mauqif al-gadīd (الموقف الجديد), einer Bushaltestelle südlich von Alexandria. Von dort aus fahren Sie mit einem anderen Minibus in die Nähe des Klosters.

Der Rückweg gestaltet sich meist einfacher: Fragen Sie bei einem Fahrer der auf dem Parkplatz vor dem Kloster wartenden Busse oder Minibusse, ob er Sie nach Alexandria mitnehmen kann (Fahrpreis ca. LE 5). Nennen Sie dem Fahrer auch Ihr eigentliches Ziel, so wird er Sie einer einer für Sie günstigen Bus- oder Straßenbahnhaltestelle absetzen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

  • Neues Kloster. Neben den Unterkünften für die Mönche beherbergt es heute sieben Kirchen: die wichtigsten sind die Kirche der Hl. Jungfrau Maria und die Kathedrale des Hl. Menas. Die Kathedrale beherbergt die Reliquien des Hl. Menas (in einem Raum südlich des Hauptschiffes) und im Altarbereich des Grab von Kyrillos VI. Die Kathedrale lässt sich von der Westempore aus gut überblicken. Das Kloster ist täglich in der Zeit von 6 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. In der vorösterlichen Fastenzeit kann das Kloster nicht besucht werden.
  • Antike Große Basilika mit Gruftkirche, ca. 2 km westlich des Neuen Klosters gelegen. Der Bau ist dreigeteilt: der 38 m langen Gruftkirche ist die 67 m lange Große Basilika im Osten und das Baptisterium (Taufkirche) im Westen vorgelagert. Um diesen Kirchenkomplex sind noch die Überreste von Mönchswohnungen, Pilgersiedlungen, Reinigungsbäder, der große Pilgerplatz, die Räume für erkrankte Personen, Straßen uvm. erkennbar.

    Beim Besuch der antiken Pilgerstätten ist große Vorsicht geboten! Das Gelände ist unterspült, man kann durchaus einbrechen. Man meide auf dem Weg bereits eingebrochene Stellen, Stellen mit Bewuchs oder Stellen, an denen das Grundwasser bereits die Oberfläche erreicht hat. Bei jedem Schritt prüfe man, ob das Erdreich nachgibt. Die Mönche helfen Ihnen, einen geigneten Weg zu finden. Bitte respektieren Sie den Wunsch der Mönche, Sie gerade im Hochsommer nicht bis zu alten Klosteranlagen begleiten zu können.

    Die Krypta der Gruftkirche kann nicht besichtigt werden.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Einheimische beim Gebet an der Reliquie des Hl. Menas in der Kathedrale des Klosters Abū Mīnā

Besucher können an den Messen teilnehmen. Insgesamt finden täglich 22 Messen in den sieben Kirchen im Zweistundentakt von 4 Uhr bis 12 Uhr (Ende) statt, die bedeutsamsten in der Kathedrale und in der Kirche der Hl. Jungfrau. Die Mönche des Klosters kümmern sich um ihre Gäste und beantworten Fragen zum Kloster.

Respekt[Bearbeiten]

In koptischen Kirchen herrscht Geschlechtertrennung. Frauen begeben sich zur Messe in den rechten (südlichen), Männer bzw. deren Familien in männlicher Begleitung in den linken Teil der Kirche(n).

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Im Kloster können Souvenirs wie z.B. Abbildungen und Plaketten der christlichen Familie und verschiedener Märtyrer und Bücher zur Liturgie und zum Christentum in Ägypten, zumeist in arabischer Sprache, erworben werden.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Für die zahlreichen Pilger wird zur Mittagszeit ein kostenloses und einfaches Mahl aus Brot und Bohnen gereicht.

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Unterkunftsmöglichkeiten finden Sie im nahe gelegenen Alexandria oder el-Alamein. Ob Gästezimmer im Kloster zur Verfügung stehen erfahren Sie auf Anfrage beim Kloster.

Kommunizieren[Bearbeiten]

Telefon: (03) 459 3401/5, Mobil: 0122392326, Fax: (03) 459 6565, Email: stmina@stmina.info. Anschrift: Deir Mar Mina, 9 Borg el-Arab el-Gadida, Alexandria, Egypt - Postleitzahl 21934.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Der Besuch des Klosters lässt sich mit dem Besuch von el-Alamein und/oder Taposiris magna verbinden.

Weblinks[Bearbeiten]




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