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Chianti-Gebiet

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Italien : Toskana : Chianti-Gebiet
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Das Chianti-Gebiet ist eine Landschaft in der Toskana, wobei das Chianti-Classico das Kerngebiet ist.

Provinzen[Bearbeiten]

Orte[Bearbeiten]

  • Greve in Chianti
    • Montefioralle
    • Melazzano
  • Radda in Chianti
  • San Casciano in Val di Pesa ist die zweite Hauptgemeinde des Chianti-Gebietes der Provinz Florenz.
    • Villa Poggio Torselli ist eine Villa mit prachtvollen Garten und liegt in der Nähe von Spedaletto.
    • Mercatale Val di Pesa
  • Castellina in Chianti
    • Gaiole in Chianti
    • Castelnuovo Berardenga

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Landschaft bei Panzano

Chianti nennt man die Landschaft im Dreieck zwischen Florenz, Siena und Monte San Savino, innerhalb dieses Gebietes liegt das Weinbaugebiet Chianti Classico. Im Weinbau gibt es weitere, angrenzende Gebiete, die als Chianti bezeichnet werden, z.B. Chianti Colli Senesi (um Siena), Chianti Colli Aretini (um Arezzo) und Chianti Rùfina (um Rùfina, östlich von Florenz), diese Weinbaugebiete liegen jedoch weitgehend außerhalb der als Chianti bezeichneten Landschaft.

Seit jeher war das Chianti wegen seiner landwirtschaftlichen Erträge und Jagdgründe stark umkämpft zwischen Florenz im Norden und Siena im Süden. Das Gebiet ist bis heute landwirtschaftlich geprägt, was zu der einzigartigen, gartenähnlichen Kulturlandschaft führte, die einen touristischen Reiz des Gebietes ausmacht. Die sanft gewellte Landschaft wird dominiert vom den teils großflächigen Weinbergen, unterbrochen von Olivenhainen und kleinen Wäldern, oft überwiegend mit Eichen bepflanzt, die früher (und zum Teil auch heute noch) den Bauern als Weideflächen für die halbwilden Schweine dienten und in denen heute noch zahlreiche Wildschweine heimisch sind. Im Osten wird das Chianti durch die Monti del Chianti vom Valdarno abgegrenzt. Die Chianti-Berge sind zum Großteil mit bewirtschafteten Maronenhainen bedeckt, Weinbau spielt in den höheren Lagen nur eine untergeordnete Rolle.

Auf beinah jedem Hügel findet sich ein mittelalterlich anmutendes Städtchen oder Dorf, eine Burg oder ein Wein- oder Landgut, während die schmalen Flusstäler mit zahlreichen Mühlen und Wirtschaftsgebäuden bebaut sind. Heute sind fast alle Bauernhöfe, Burgen und Landgüter, sogar ehemalige Stall- und Wirtschaftsgebäude als meist hochpreisige Hotels, Ferien- und Appartementhäuser oder Pensionen mit allem Luxus ausgebaut und warten auf zahlungskräftige Gäste. Große Hotelkomplexe sucht man im Chianti dank der strikten Bauvorschriften jedoch vergeblich. Selbst im Sommer, wenn alle Betten belegt sind, wirkt das Gebiet niemals so überlaufen oder betriebsam wie z.B. die toskanische Küste.

Sprache[Bearbeiten]

Italienisch, teilweise mit leichtem toskanischem Akzent. Durch die internationalen Gäste spricht man inzwischen in fast allen Gastbetrieben Englisch, oft sogar auch Deutsch und Französisch.

Anreise[Bearbeiten]

Auto[Bearbeiten]

Von Norden kommend über die A1 (E35) bis Firenze Sud, dort auf die SR222 (Via Chiantigiana).

Bus[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Obwohl einige Buslinien zwischen den Hauptorten im Chianti verkehren, ist ein Auto sehr zu empfehlen. Viele der idyllischen Weingüter und Burgen, aber auch viele Ferienunterkünfte sind nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Alternativ kann man eine Unterkunft in einem gut angebundenen Ort wie Siena oder Poggibonsi wählen und Ausflüge mit dem Rad oder der Vespa ins Chianti unternehmen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die "Hauptstadt" des Chianti-Gebietes ist Greve in Chianti (FI) und liegt an der SR222 (Via Chiantigiana). Greve hat zwar keinen alten Stadtkern wie die meisten anderen Orte des Chianti, ist jedoch durch seinen dreieckigen Platz, die Piazza Matteotti, mit den rundumlaufenden Logge (Arkadengängen) durchaus einen Besuch wert. In den Logge sind zahlreiche Lebensmittel- und Souvenirläden sowie Restaurants und Bars untergebracht, hier findet man alles für den alltäglichen Bedarf und eine große Palette Delikatessen. Die überregional bekannte Metzgerei Antica Marcelleria Fallorni ist eine der Attraktionen für Gourmets. Im neuen Einkaufszentrum bietet der gut sortierte Coop eine breite Auswahl an regionalen Spezialitäten an. Jeden Samstag findet zudem der große Wochenmarkt auf der Piazza Matteotti statt, wo es alles für das leibliche Wohl gibt und man sich günstig mit Kurzwaren, Kleidung, Haushaltswaren usw. eindecken kann.

Gleich neben Greve liegt das idyllische Dorf Montefioralle mit dem teils zu Wohnungen umgebauten Castello. Eine schmale Straße führt durch den beschaulichen Ort und führt zu mehreren Aussichtspunkten, von denen man ein wunderbares Panaroma über die umliegenden Dörfer und Weinberge genießt. Von Greve führt ein Spazierweg nach Montefioralle, wer mit dem Wagen kommt, muss vor der Stadtmauer parken.

Wenige Kilometer südlich von Greve führt die Via Chiantigiana nach Panzano. Auf einem kleinen Hügel liegt der alte Stadtkern mit der Burg, die leider in Privatbesitz und nicht zu besichtigen ist. In der malerischen Altstadt haben sich einige (Kunst-)Handwerker angesiedelt, man kann bei einem angenehmen Bummel durch den Ort geschmackvolle Mitbringsel und Fleisch- und Wurstwaren erwerben oder in einem der hochpreisigen Restaurants einkehren und die Aussicht auf das Umland genießen.

Die Badia a Passignano liegt etwas abseits der Touristenströme auf einer leichten Anhöhe westlich von Greve. Das pittoreske, zinnenbewehrte Kloster wurde 1049 gegründet und wird bis heute von Mönchen betrieben. Daneben liegt der Werksverkauf des weltweit geschätzten Weinproduzenten Antinori, wo man selbst die teueren Produkte verkosten kann. Von Badia a Passignano aus kann man schöne Spaziergänge oder Wanderungen in das abwechslungsreiche Umland unternehmen.

Radda in Chianti ist ein gepflegter, kleiner Ort im Herzen des Chianti mit einem schönen Stadtbild und vielen exklusiven Shops, die zu einem Bummel einladen, sofern sie nicht gerade von Touristen überlaufen sind. Von der baumbestandenen Stadtmauer kann man den wunderbaren Blick über die Landschaft genießen. Die Restaurants und Bistro-Bars sind leider oft überteuert und trüben so den Genuss einer Rast in Radda.

Weit weniger touristisch ist die Kleinstadt Gaiole in Chianti. Das Leben spielt sich hier auf dem zentralen Marktplatz ab, wo man auf einigen Bänken rasten und sich an einer Trinkwasserquelle erfrischen kann. Der Einkauf ist hier wesentlich günstiger als im benachbarten Radda oder in Greve, es gibt einen gut sortierten und freundlich geführten Gemüseladen und einen Alimentari, der auch sehr gute Frischnudeln anbietet. Wer die bekannten Marken schätzt, kann auf den kleinen Coop zurückgreifen. Auch Essen und Trinken ist in Gaiole vergleichsweise erschwinglich.

Oberhalb von Gaiole, in den Monti del Chianti, steht die ehemalige Benediktiner-Abtei Badia a Coltibuono mit einem atemberaubenden Panorama inmitten von duftenden, beinah verwunschen wirkenden Wäldern mit knorrigen Eichen, Maronen und beeindruckenden Zedern. Die Abtei und der ehemalige Klostergarten sind im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Daneben liegt in einem Nebengebäude das charmante Restaurant der Badia, wo man moderne toskanische Küche zu vergleichsweise vernünftigen Preisen serviert bekommt, draußen genießt man die weite Aussicht ins Tal. In der etwas weiter unten an der Chiantigiana gelegenen Osteria, dem Laden der Badia a Coltibuono, kann man die hervorragenden Weine des Gutes verkosten oder Delikatessen und Naturkosmetik erwerben, vieles aus biologischem Anbau. Hier gibt es auf Anfrage eine kleine kostenlose Wanderkarte mit Tipps für Rundwanderungen oder Touren mit dem Mountain Bike durch die wundervolle Natur rund um die Abtei. Besonders angenehm ist ein Ausflug zur Badia a Coltibuono im Somnmer, um der Hitze zu entfliehen, denn durch die höhere Lage herrscht hier auch im Sommer ein gutes Klima, oft mit einer erfrischenden Brise.

Das Castello di Brolio liegt weithin sichtbar auf einer Anhöhe zwischen Castelnuovo Berardenga und Gaiole. Der trutzige, bastionsartige Unterbau stammt aus dem Mittelalter, das Schloss selbst wurde von der Familie Ricasoli im 19. Jahrhundert im neogotisch-romantischen Stil umgebaut und weist deutliche anglophile Elemente auf. Das Schloss ist bewohnt und nicht zu besichtigen, allerdings können der romantische Park mit Orangerie und die Schlosskapelle besucht werden. Sehenswert ist auch die Aussicht von dem Castello über das Chianti-Gebiet. Wer am Fuß des Castello beim Restaurant parkt, kann einen schönen Spaziergang durch die von mächtigen Zypressen beschattete Auffahrt zum Castello machen. Am Burgtor gibt es einen weiteren kleinen Parkplatz.

Das Castello di Meleto liegt in Fußwegentfernung von Gaiole und zeigt sich noch als Burg im mittelalterlichen Stil. Während des Castello di Brolio von der Besitzerfamilie Ricasoli komplett "modernisiert" und umgestaltet wurde, ist das Castello di Meleto von den Ricasoli nur innen üppig-herrschaftlich ausgestattet worden und hat seine massive, wehrhafte Struktur gut bewahrt, wobei besonders der zylindrische Eckturm auffällt. In der Burg und den angrenzenden Gebäuden werden Ferienwohnungen vermietet, das Schloss ist sonst nicht von innen zu besichtigen, Kellerführungen sind auf Anfrage möglich.

Am westlichen Rand des Chianti-Gebietes liegt Castellina in Chianti. Von weitem gesehen wird die Altstadt durch den Betonklotz einer Fabrik verschandelt, der Ort selbst ist jedoch hübsch herausgeputzt. In der Burg am höchsten Punkt der Altstadt gibt es im Sommer wechselnde Ausstellungen. Sehenswert ist die Via delle Volte, eine tunnelartige Straße, die im Sommer angenehme Kühle bietet und abends einladend beleuchtet wird. Einige hundert Meter außerhalb des Zentrum gibt es ein etruskisches Grab zu besichtigen, von hier an kann man einen Spaziergang durch die abwechslungsreiche Vegetation um Castellina machen. Ein umwerfendes Panorama ins Val d'Elsa bietet sich von der Straße von Castellina nach San Donato.

Aktivitäten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Das Chianti ist nicht nur das Herz der Toskana, sondern auch das Zentrum des außerstädtischen Tourismus. Seit dem 19. Jahrhundert ist das reizvolle Kulturgebiet ein äußerst beliebtes Reiseziel und exklusiver Wohnsitz vieler In- und Ausländer, was die extrem hohen Preise für Immobilien und Mietobjekte, aber auch für Essen, Trinken und Freizeitaktivitäten erklärt. Zahlungskräftigen Reisenden steht dafür eine einmalige Fülle von kulturellen, künstlerischen, gastronomischen und sportlichen Aktivitäten und Events zur Auswahl.

Viele Agenturen, Hotels, Pensionen und Agritourismus-Betriebe bieten ein breites Spektrum an Freizeitbeschäftigungen an, angefangen mit Kochkursen und Degustationen, Sprachkursen, verschiedenen Kunstkursen (Malen, Töpfern, Musik, Fotografieren etc.) über geführte Reit-, Rad- und Wandertouren bis hin zu einer Reihe von Sport- und Wellness-Angeboten. Sehr viele der kleinen örtlichen Reiseagenturen vermitteln diese Kurse ebenso wie Exkursionen und individuelle Führungen für Gruppen oder Alleinreisende.

Sehr beliebt ist das Chianti im Radsport, traditionell dem Rennradsport, inzwischen jedoch auch für das Mountain-Biking und Trekking. In fast jedem Ort, Hotel etc. gibt es inzwischen einen Radverleih mit teilweise sehr hochwertigen Rennrädern und Mountain Bikes.

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Durch die internationale, kaufkräftigen Klientel ist das Chianti inzwischen ein Mekka für individuelles Shopping geworden, besonders im Bereich Kunst, (Kunst-)Handwerk und Gastronomie. Von handgefertigten Schuhen über exklusive Web-Textilien aus Schafswolle und Kaschmir, Naturkosmetik, Keramik, Gemälden und Kunstobjekten gibt es ein reichhaltiges Sortiment für jeden Geschmack. In der Gastronomie sind vor allem die Wurst- und Fleischwaren, Pecorino, Konfitüren, Liköre und Grappa und selbstverständlich vor allem der Wein beliebte Souvenire.

Kunst und Kunsthandwerk:

Da sich im Laufe der letzten Jahrzehnte immer mehr Künstler und ambitionierte Kunsthandwerker im Chianti niedergelassen haben, findet man in jedem Ort mehrere Werkstätten, Läden oder Ateliers. Eine besonders hohe Dichte an Kunsthandwerkern hat der kleine Ort Panzano, hier gibt es außer den Werkstätten und Läden jeden 1. Sonntag im Monat eine (Kunst-)Handwerksmesse. Besonders beliebt sind Keramik und Fayencen, handgewebte Textilien, Holzartikel (oft aus Olivenholz), Glaswaren, Seifen und Naturkosmetik.

Keramik:

Die Werkstatt Rampini Ceramiche betreibt einen Direktverkauf an der Straße von Gaiole nach Radda (ausgeschildert). Gute Auswahl an hochwertiger Gebrauchskeramik für den Tisch, hauptsächlich mit floralen Motiven. Besonders beliebt ist das feine Oliven-Motiv auf weißem Grund. Vom Grundstück schöne Aussicht auf die Villa Vistarenni.

Wein:

Wer keine Zeit oder Muße hat, den Direktverkauf der zahlreichen Weingüter abzuklappern, kauft den Wein am besten in einer gut sortierten Enoteca (Weinbar), wo man oft auch probieren kann.

Sehr renommiert ist die Enoteca del Chianti Classico Gallo Nero in Greve. Der traditionsreiche Laden besteht aus mehreren engen Räumen mit Keller-Feeling und ist bis unter die Decke gefüllt mit den Erzeugnissen aller bekannten Weingüter der Region. Oft gibt es mehrere Jahrgänge zur Auswahl, eine gute Adresse, wenn man vergriffene Jahrgänge sucht! Ein Raum ist speziell den staubbedeckten alten Jahrgängen und Preziosen vorbehalten, die hinter dicken Eisengittern eingesperrt sind und lohnt selbst für Nicht-Weintrinker einen Besuch. Man kann sich hier auch mit hochwertigem Balsam-Essig, Grappa & Co. eindecken. Probieren kann man allerdings nur sehr eingeschränkt. Gute Beratung gibt es, wenn nicht zu viel Betrieb ist. Die Preise sind meist etwas höher als im Coop, etwa auf demselben Niveau wie im Direktverkauf (bei Abnahme kleiner Mengen).

Moderner präsentiert sich die Enoteca Le Cantine im Keller des neuen Einkaufszentrums in Greve an der Hauptstraße (Eingang im Hinterhof). Hier kann man eine Karte mit einem Guthaben beladen und gegen eine kleine Gebühr im Self-Service weit über 100 Weine (überwiegend aktuelle Jahrgänge) der Region verkosten und kaufen.

Ein jährliches Event der Weinliebhaber ist die Rassegna del Chianti Classico in Greve am 2. Wochenende im September (Freitag Abend bis Sonntag). Hier kann man gegen einen Unkostenbeitrag ein Probierglas und ein Gutscheinheft erwerben und die Erzeugnisse aller anwesenden Weingüter probieren, auch die der Produzenten, die nicht im Consorzio Mitglied sind.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die Küche des Chianti ist traditionell einfach und bodenständig, sie orientiert sich an dem, was Feld, Wald und Garten saisonal frisch zu bieten haben. Allerdings hat sich durch den zahlungskräftigen Tourismus die Küche vielerorts gewandelt, man findet zunehmend auch frischen Seefisch in den Restaurants und andere, für die Region untypische Gerichte und raffinierte Zubereitungsweisen.

Die Küche des Chianti ist sehr vielfältig. Frisches Gartengemüse wird einfach und ungekünstelt zubereitet oder als Rohkost zum Dippen in Olivenöl serviert. Im Winter gibt es kräftige Suppen mit Kohl, Bohnen, Pilzen und Gemüse nach Saison. Im Hauptgang Fleisch, entweder Wild wie Wildschwein, Hasen, Tauben, Stockente oder Fasan oder vom einheimischen cinta-senese-Schwein, einer kleinen, schwarz-weißen Rasse. Heute wird ebenfalls oft Kalb- und Rindfleisch z.B. aus dem Val di Chiana (Chianatal) im Südosten des Chianti angeboten.

Eine wichtige Rolle spielt das ungesalzene Weißbrot, das nur am ersten Tag knusprig ist, jedoch auch trocken noch verwendet wird. Frisch wird es zu Fleisch, Käse und Gemüse gereicht. Als Vorspeise isst man das Brot leicht geröstet mit Knoblauch eingerieben und aromatischem Olivenöl beträufelt oder belegt mit Kohl oder anderem Gemüse bzw. Pecorino (Schafskäse), oder auch mit Hühnerleberpaste gestrichen. Trocken kann man das Brot als Panzanella (Brotsalat), in Ribollita (Gemüseeintopf) oder Brotsuppen verwenden.

Sehr beliebt sind neben Gartenkräutern auch Wildkräuter und -gemüse, die man nach Saison in Wald und Wiese sammelt, besonders beliebt sind wilde Blattgemüse mit leicht bitterem Geschmack wie Zichoriengewächse, außerdem Kräuter wie Lorbeer, Thymian, nepitella (Bergminze) und Rosmarin.

Nachspeisen werden oft auf Teig- oder Eierbasis zubereitet, ein Genuss sind der Honig und die regionalen Konfitüren, auch aus Wildsammlung (Schlehen, Hagebutten, Holunder, Erdbeerbaum, Feigen, Trauben...)

Eine Nachspeise der besonderen Art ist der Vin Santo, ein facettenreicher Dessertwein, der aus getrockneten Trauben gekeltert wird und in kleinen Fässern reift. Früher wurde der edle Süßwein nur zu Festen wie Ostern oder Weihnachten getrunken, heute gibt es Vin Santo verschiedenster Güteklassen das ganze Jahr über, oft mit cantucci (harten Mandelkeksen) zum Eintauchen serviert. Ein guter Vin Santo sollte jedoch ohne Kekse genossen werden.

Spezialitäten:

Pinzimonio: gartenfrisches, rohes Gemüse wie Möhren, Radicchio, Zucchini, Radieschen, Artischocken, Zwiebeln, Paprika usw. wird in mit Salz und grob gemahlenem schwarzen Pfeffer gewürzten Olivenöl eingetaucht. Maßgeblich ist ein frisches Olivenöl extra vergine von hoher Qualität.

Ribollita: ein rustikaler Eintopf mit Schwarzkohl und Gemüse der Saison sowie Bohnen (Canellini oder Borlotti), die zum Teil püriert als Bindung hinzugegeben werden. Die Suppe wird in einen mit trockenem Röstbrot ausgelegten Teller gegossen und mit frischem Olivenöl serviert. Traditionell wird die Suppe am Vortag zubereitet und dann wieder aufgekocht, doch heute wird sie meistens am selben Tag gekocht und serviert.

Panzanella: Salat aus mariniertem trocknem Weißbrot mit Tomaten und anderem Gemüse.

Pappa col Pomodoro: eine eingedickte Suppe aus Tomaten und trockenem Brot mit Zwiebeln und gestocktem Ei.

Crostata: ein flacher Mürbeteigkuchen mit Konfitüre bestrichen.

Weine:

Das Gebiet ist längst Synonym geworden für den weltweit bekannten Chianti-Wein. Der moderne Chianti Classico geht auf Baron Bettino Ricasoli zurück. Viele Chianti-Classico-Erzeuger sind im Consorzio Marchio Storico Chianti Classico vereinigt, ihre Weine tragen den Gallo Nero (schwarzer Hahn) als Markenzeichen. Im Anbaugebiet werden Besucher durch große Schilder "Siete nel mondo del Gallo Nero" ("Sie befinden sich in der Welt des schwarzen Hahns") empfangen. Außer dem Chianti Classico und der Riserva werden eine Reihe weiterer hochwertiger Weine im Chianti-Gebiet produziert, die man in den vielen Enoteche (Weinbars), auf Weinfesten oder direkt ab Erzeuger verkosten und kaufen kann.

Ausgehen[Bearbeiten]

Ab Mai gibt es in den warmen Monaten zahlreiche Dorf- und Stadtfeste mit kulinarischen Genüssen, Degustationen, Musik und Tanz. Traditionell geht es auf den sog. sagre zwar eher rustikal zu, durch die ausländischen Gäste haben sich jedoch besonders im Chianti-Gebiet die Feste oft zu echten Events gewandelt. Die Touristen-Infobüros geben gern Auskunft.

Besonders im Juli und August gibt es z.B. in Greve und Panzano häufig Konzerte, auch Open-Air, vornehmlich Jazz, Blues und Klassik, teilweise mit namhaften Interpreten. Auch viele Kirchen veranstalten im Sommer kostenlose Konzerte mit überwiegend klassisch-christlichem Repertoire. Aushänge vor Ort beachten oder in der Touri-Info nachfragen.

Von Juni bis September findet in Florenz das Jazz-Festival statt, es gibt neben verwandten Musikrichtungen wie Swing auch klassische Konzerte im Rahmen der Veranstaltung. Ende Juli bis August gibt es in Siena den Siena Jazz.

In vielen Orten gibt es Kleinkunst- und Laien-Bühnen, die ein oft bemerkenswertes Repertoire von Literatur-Lesungen über Comedie-, Theater- und Musikdarbietungen im Sommer-Programm haben. Oft informieren Handzettel in Bars und Restaurants oder Aushänge über diese Events.


Sicherheit[Bearbeiten]

Das Reisen im Chianti ist durch die guten touristischen Strukturen angenehm, selbst für Alleinreisende.

Im Gedrängel bei Festen und Märkten sollte man auf Geldbeutel, Kamera und andere Wertgegenstände achten, ansonsten gibt es wenig Kriminalität in dem ländlichen Gebiet, auch Pkw-Diebstahl ist äußerst selten.

Häufiger sind Einbrüche in Ferienhäusern, besonders während der Wintermonate. Gefährdet sind zudem sehr einsam gelegene Ferienhäuser, während Wohnungen und Häuser in Dörfern, auf Landgütern oder in Feriensiedlungen in der Reisezeit wenig gefährdet sind. Falls der Vermieter eine Wertgegenstände-Aufbewahrung anbietet, sollte man diese sicherheitshalber nutzen. In Orten und Städten sollte man nach Möglichkeit keine Wertgegenstände im Auto liegen lassen, das gilt besonders für Florenz.

Klima[Bearbeiten]

In der mit Wäldern und Flüsschen durchzogene Landschaft herrscht ein angenehm ausgewogenes Klima ohne allzu große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht.

Im Frühjahr zeigt sich das Chianti blühend und strahlend in frischem Grün, ab März sind die Tagestemperaturen sehr angenehm zum Wandern oder Biken, Regenkleidung sollte man allerdings immer mitführen.

Ab Mitte Mai nehmen die Sonnentage und die Hitze zu. In den höher gelegenen Monti del Chianti ist es auch im Sommer erträglich dank einer frischen Brise. In den engen Gassen der Städtchen und hinter den dicken Mauern von Häusern oder Burgen lässt es sich auch im Sommer sehr gut aushalten.

Im September ist es noch sehr warm, oft gibt es die ersten Gewitter oder Schauer, meistens jedoch nur von kurzer Dauer. Im Oktober kleidet sich das Chianti in sein Herbstgewand, was besonders wegen der ausgedehnten Weinberge ein optischer Höhepunkt ist. Tagsüber ist es noch immer angenehm warm, nachts kann es schon recht kühl werden, man sollte auf eine Unterkunft mit einem Kamin achten und warme Nachtwäsche einpacken.

Im November und Dezember ist es tagsüber oft sonnig und mit einem warmen Pullover kann man noch immer gut auf der Piazza sitzen. Im Winter versiegen die Touristenströme und man kann ungestört bummeln, Museen besuchen usw., allerdings muss man gegen Regentage gewappnet sein und sich eine beheizbare Unterkunft suchen. Viele Unterkünfte sind schlecht gedämmt und ausgesprochen fußkalt, warme Hauskleidung und Nachtwäsche ist dringend angeraten. An Sonnentagen ist das Wandern ein Genuss, besonders wenn der Morgennebel noch in den Tälern hängt.

Januar bis Anfang Februar kann es gelegentlich sogar Frost geben, sehr selten sinkt die Temperatur jedoch unter -5°C, die Luft ist trocken und Regen relativ selten. Eine schöne Reisezeit für alle, die Ausflüge nach Florenz planen, das beinah menschenleer erscheint verglichen mit den hektischen Sommermonaten. In einsamen Ferienhäusern kann es allerdings sehr kalt werden, selbst mit Heizung, empfehlenswert ist eine gut beheizbare Unterkunft in einem Dorf oder in der Stadt.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Es ist naheliegend die beiden Provinzhauptstädte Florenz und Siena zu besuchen, da sie mit dem Auto und Bus leicht und schnell zu erreichen sind.




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