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Bolivien

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Südamerika : Bolivien
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Lage
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Flagge
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Kurzdaten
Hauptstadt: Sucre
Staatsform: Präsidialrepublik
Währung: Boliviano (BOB), umgangssprachlich Peso
Fläche: 1,1 Mio km²
Bevölkerung: 8,72 Mio.
Sprachen: Spanisch, Quechua, Aymara
Religionen: Römisch-Katholisch 95%, Protestantisch (Evangelikalische Methodisten)
Telefonvorwahl: +591
Internet TLD: .bo


Karte von Bolivien

Bolivien liegt im westlichen Südamerika. Angrenzende Länder sind Peru, Brasilien, Paraguay, Argentinien und Chile.

Inhaltsverzeichnis

Regionen[Bearbeiten]

  • Das Altiplano ist ein Hochplateau, welches sich zwischen den beiden Kordillerenketten befindet, und von der peruanischen Grenze bis nach Argentinien reicht. Es hat eine Fläche von rund 200000 km² und ist von mehreren Höhenzügen, die bis zu 4000 Metern reichen, unterbrochen. Der Titicacasee ist mit 3810 m. ü. M. dem höchste Binnensee der Erde und zugleich der größte Lateinamerikas. Er hat an manchen Stellen eine Tiefe von 281 Metern. Zum Baden ist er leider nicht geeignet, mit einer Durchschnittstemperatur von 12 °C, nur für Hartgesottene zu empfehlen. Er ist ganz leicht salzhaltig.
  • Die Ostkordillere ist ein Faltengebirge. Im nördlichen Teil zwischen dem Titicacasee und La Paz bezeichnet man sie als Königskordillere (Cordillera Real).
  • Die Täler der Yungas liegen auf der östlichen Seite der Ostkordillere, in einer Höhe von 1000 bis 3500 m. ü. M. Es erstreckt sich östlich von La Paz bis nördlich von Cochabamba. Bei einer Durchschnittstemperatur im Jahr von 18 °C, fallen ca. 1500 mm Niederschlag. Hier baut man u. a. Koka, Mais, Kakao und Kaffee an. Es gehört mit seiner überaus üppigen Vegetation, an den zum Teil steil abfallenden Berghängen, zu den faszinierenden Gegenden des Landes. Die Nebelwälder mit den Riesenfarnen, vielfältigen Bromelienarten und farbenprächtigen Orchideen geben viele hinreißenden Fotomotive ab.
  • Die Zone der Täler auf einer Höhe zwischen 2000 - 3500 m. ü. M. liegt dieser Landstrich, der genauso wie das Altiplano aus Becken und Ebenen besteht. Zu diesem Gebiet gehören die fruchtbaren Täler von Cochabamba über Sucre bis nach Tarija und sie wird als Zone der Täler (Zona de los Valles) bezeichnet. In dieser teilweise dicht besiedelten Zone, wird wegen der milden Durchschnittstemperaturen, viel Obst und Gemüseanbau betrieben.
  • Das Tiefland des Nordens und Ostens gehört teils zur Amazonasebene und teils zum La Platabecken von Argentinien. Es stellt damit die Fortsetzung, der im Hochland beginnenden Wasserscheide des südamerikanischen Kontinents dar.

Städte[Bearbeiten]

  • La Paz (ca. 1,8 Mio. Einwohner inkl. der mittlerweile unabhängigen Nachbarstadt El Alto), Regierungssitz und größte Agglomeration Boliviens, gelegen malerisch in einem Bergtal
  • Sucre (250.000 Einwohner), die offizielle Hauptstadt
  • Santa Cruz de la Sierra (1,3 Mio. Einwohner), zweitgrößte Stadt Boliviens und Zentrum der Wirtschaft und Industrie
  • Cochabamba (750.000 Einwohner), drittgrößte Stadt, gelegen am Fuß der Voranden
  • Oruro (300.000 Einwohner), Metropole Südwestboliviens, mit einem berühmten Karneval
  • Potosí (175.000 Einwohner), als "Stadt des Silbers" bekannte höchstgelegene Großstadt der Welt und größte Stadt Südboliviens, mit dem prächtigsten kolonialen Zentrum Lateinamerikas
  • Tarija (90.000 Einwohner), im Süden nahe der Grenze zu Argentinien, bekannt als "europäischste" Stadt Boliviens.
  • Trinidad Hauptstadt des Departements Beni.
  • Cobija Hauptstadt des Departements Pando, mit Grenzen nach Peru und Brasilien. Hauptexportartikel dieser Region sind die Brasil-Nüsse.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Salar de Uyuni, größte Salzpfanne Amerikas, auf der Hochebene gelegen
  • Titicacasee, größter See Südamerikas, beeindruckend auf der Hochebene gelegen
  • Nationalpark Madidi, Nationalpark, in dem mehr geschützte Tierarten leben, als in jedem anderen Nationalpark der Welt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Bolivien ist eines der Länder Südamerikas, in dem die vorkolumbianischen Traditionen noch am lebendigsten sind. Es gibt unzählige Relikte der Inka-Zeit, die besucht werden können und einen guten Einblick in diese Kultur geben können. Aber auch die Menschen, von denen die Mehrheit indigene Vorfahren haben, leben vor allem in den ländlichen Gegenden immer noch nach den Sitten und Bräuchen längst vergangener Zeiten, wie dem Pachamama-Kult, eine kuriose Mischung aus indigenen und christlichen Elementen. Ein überall beliebtes Fest ist der lebendige, farbenfrohe Karneval, der sein eigenes Gepräge hat und oft auf dem Land die einzige Ausrede der Menschen für eine Woche Trinken, Feiern und sexuelle Eskapaden ist.

Die Reisenden erwartet aber auch eine spektakuläre Natur. Von Regenwald bis Wüste gibt es so gut wie alles, zu den Attraktionen gehören Bergriesen, kuriose Felsformationen, spektakuläre, vielfarbige Täler und unvorstellbar weite Ebenen mit Salzpfannen. Auch die koloniale Architektur der Städte ist äußerst sehenswert, insbesondere das spektakuläre Zentrum der ehemaligen Silberstadt Potosí.

Wirtschaftlich gehört das Land zu den ärmeren Ländern des Subkontinents. Die Schere zwischen Arm und Reich ist sehr hoch: Während die Elite einen westlich orientierten, verschwenderischen Lebensstil führt, fehlt es den Armen, zu denen laut offiziellen Statistiken mehr als 60% der Bevölkerung gehören, oft am Notwendigsten. Auf dem Land ist die Subsistenzwirtschaft noch weit verbreitet. Die Menschen dort denken noch nicht an Nachhaltigkeit.

Anreise[Bearbeiten]

Flugzeug[Bearbeiten]

Flughäfen mit internationalen Verbindungen gibt es in La Paz und Santa Cruz de la Sierra. Der Flughafen von La Paz, El Alto, ist die Drehscheibe des nationalen und internationalen Verkehrs und wird auch von Europa angeflogen. El Alto ist wie der Name schon sagt sehr hoch gelegen. Empfindliche Zeitgenossen sollten eher Viru Viru in Santa Cruz den Vorzug geben, dieser liegt tiefer und somit gibt es weniger gesundheitliche Probleme. Es landen u.a. American Airlines, Taca, AeroSur und LAB. Flüge ab Deutschland werden u.a. über Zubringerflüge von Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München nach Madrid generiert und von Madrid mit AeroSur nach Santa Cruz. Viru Viru wird wegen der Höhenlage im Vergleich zu El Alto immer bedeutender und schickt sich an, den Flughafen von La Paz vom ersten Platz zu verdrängen.

Bahn[Bearbeiten]

In Bolivien bestehen zwei Eisenbahnnetze - die von der Empresa Ferroviaria Andina S.A. betriebene Red Occidental sowie die von der Empresa Ferroviaria Oriental S.A. betriebene Red Oriental.

Die Empresa Ferroviaria Andina betreibt die Strecke nach Uyuni und Villazón an der Grenze zu Argentinien sowie nach Antofagasta in Chile. Die Tarife sind günstig; die Tickets sind beim Unternehmen oder an den Bahnhöfen erhältlich. Die Empresa Ferroviaria Oriental betreibt die Strecke von Santa Cruz nach Puerto Suarez (an der Grenze zu Brasilien).

Von Argentinien kommend kann man aber im Grenzort Villazón gleich in den Zug Expreso del Sur Richtung Norden (bis Oruro) einsteigen, was eine gute Alternative zum Bus darstellt.

Bus[Bearbeiten]

In fast allen Fällen muss man einen Bus zum Grenzort nehmen und dann nach der Grenzüberquerung umsteigen, da ausländische Busse nicht nach Bolivien fahren. Durchbuchen aus dem Ausland nach Bolivien ist zwar möglich, aber weniger zu empfehlen, da die mangelhafte Kommunikation dazu führt, dass z.B. Tickets einfach nicht akzeptiert werden. Eine gute Möglichkeit von Chile aus ist, den Bus von Arica nach La Paz zu buchen. Das funktioniert immer problemlos, einmal Aus- und Wiedereinsteigen am Grenzübergang Tambo Quemado inkl. Gepäckkontrollen ist jedoch unumgänglich und eine Formalität, die im Regelfall rasch abgewickelt wird.

Auto[Bearbeiten]

Die Einreise mit dem eigenen Fahrzeug ist recht einfach. Zuerst muss man an der Migracion die Personeneinreise regeln, danach an der Aduana die Papiere für das Fahrzeug ausstellen lassen. An manchen Grenzübergängen ist ein Teil der Dateneingabe ausgelagert und man muss bei kleinen privaten Firman das Fahrzeug erfassen lassen und bekommt dann eine Nummer zugeteilt, mit der die Aduana die Papiere ausdruckt. Häufig wird kontrolliert, ob Warndreiecke, Feuerlöscher und Verbandskasten an Bord sind. Bei den oft an den Mautstationen stattfindenden Polizeikontrollen werden der Führerschein und die Fahrzeugpapiere überprüft, selten der Ausweis.

Die meisten Straßen und Wege sind auch mit einem nicht geländegängigen Fahrzeug zu bereisen, allerdings zum Teil nur mit sehr geringen Geschwindigkeiten. Man sollte immer genug Zeitreserven haben. Häufig trifft man auf Straßensperren und ist zum Teil zu mehrtägigem Warten verdammt.In Städten gelten 40 km/h und im Bereich von Schulen 10 km/h Höchstgeschwindigkeit. Außerhalb der Städte beträgt die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit 80 km/h.

Laut einer gesetzlichen Regelung bezahlen Ausländer etwa den 3-fachen Preis für Benzin und Diesel. Immer noch können viele Tankstellen Ausländer nicht abrechnen und verkaufen keinen Treibstoff an sie.

Mobilität[Bearbeiten]

Reisen ist in Bolivien zu Land sehr günstig. Oftmals kommt man für wenige Euros einige hundert Kilometer weit. Jedoch sollte man einiges an Zeit mitbringen. Es kommt nicht selten vor, dass für 300 Kilometer 10 Stunden gebraucht werden.

Größere Flughäfen finden sich nur in größeren Städten. Viele kleine Städte haben Landebahnen, die von kleineren Maschinen häufig mindestens ein Mal am Tag angeflogen werden. Dabei handelt es sich teilweise um Graspisten, was den Flugverkehr dort leider extrem wetterabhängig macht.

Mit der Bahn zu reisen ist ein echtes Erlebnis, welches einem aber auch sehr viel Zeit rauben kann. Zur Zeit ist nur die Strecke Oruro - Uyuni - Tupiza - Villazón in Betrieb, die bei weitem empfehlenswerter ist als die respektive Busstrecke.

Der Bus ist das meistgenutzte Verkehrsmittel der Einheimischen. Busse fahren zwischen allen Städten in ganz Bolivien hin und her, benötigen dafür aber auch ihre Zeit und Pannen, da das Straßennetz meist schlecht ist. Wer viel Komfort gewöhnt ist, muss hier oftmals einiges zurückstecken, da diese recht alte Sitze mit verhältnismäßig schlechter Polsterung und wenig Platz besitzen. Busse haben generell auch keine Toiletten, man sollte also die wenigen Stops nutzen und am besten auf der Fahrt wenig trinken!

Trampen ist in Bolivien nicht üblich. Die Einheimischen halten zwar Lastwägen an, die aber Geld fürs Mitnehmen verlangen, etwa die Hälfte des Buspreises. Manchmal sind diese Lastwägen die einzigen vorhandenen Verkehrsmittel.

Sprache[Bearbeiten]

Spanisch ist die Verkehrssprache Boliviens. Neben Spanisch werden im Hochland hauptsächlich noch zwei indigene Sprachen, Aymara (ca. 1,5 Millionen der Einwohner) und Quechua (ca. 2 Millionen der Einwohner), gesprochen. Weiterhin gibt es noch zwei weitere sehr kleine ethnische Gruppen. Zum einen die Chipayas, welche Aymara sowie ihre eigne Sprache Puquina sprechen. Desweiteren die Urus mit ihrer eigenen Sprache.

Neben diesen zwei indigenen Sprachen findet man vor allem im tropischen Tiefland circa 30 verschiedene ethnische Gruppen wie z.B: die Ayoreo, Aruak, Chiriguano oder Mojo, die ihre eigene Sprache sprechen.

Kaufen / Geld[Bearbeiten]

Die offizielle Währung ist der "Boliviano".

1 Boliviano = 100 Centavos
1 Bolivianischer Boliviano = 0,105 Euro
1 Euro (EUR) = 9,51 Bolivianischer Boliviano (BOB)

In Bolivien verdienen die Einwohner ihr Geld montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 18.00 Uhr, zumindest in den Regierungen und öffentlichen Büros. Die sonst üblichen Geschäftszeiten sind Montag bis Freitag 9.30 Uhr bis 13.00 Uhr und von 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr, einzelne Läden haben auch bis 21.00 oder 22.00 Uhr auf, wenige jedoch die ganze Nacht. An Samstagen ist von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr oder länger geöffnet. Banken und Wechselstuben öffnen Mo-Fr von 8.30-18.00 Uhr, Sa 10.00-13.00 Uhr.

Es ist zu beachten, dass es nur in den größten Städten Supermärkte gibt. In allen anderen Gegenden ist man immer noch auf Tante-Emma-Läden und vor allem auf Märkte angewiesen. Ein Besuch dieser Märkte ist jedoch ein Erlebnis für sich, da hier alles Erdenkliche angeboten wird. Kurios sind vor allem die religiösen Artefakte, z.B. Lama-Föten zum Opfern.

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Die Bolivianer essen besonders in den höher gelegenen Gegenden sehr pikant, doch oft werden die entsprechenden Gewürze und Saucen extra auf den Tisch gestellt. Achtung: Sie sind wirklich scharf!

Beliebte Spezialitäten sind picante de pollo (Hähnchen mit Paprikagemüse und Reis) und ähnliche Gerichte mit Rind- Schaf- und Lamafleisch. Pique Macho ist eine Mischung aus Rindfleischstücke, Würstchen, Gemüse und Pommes. Humintas sind Maisbrei eingewickelt in Maisblätter. Empanadas sind den argentinischen Salteñas vergleichbare, gefüllte Teigtaschen.

Es gibt grob gesagt drei Arten von Restaurants: einmal die internationaler Prägung und Küche, in der nur die Reichen sich das Essen leisten können und die es nur in Großstädten gibt. In Touristenorten gibt es auch speziell auf ausländische Gäste ausgerichtete Lokale wie z.B. Pizzerias und Fast-Food-Lokale amerikanischen Stils, die ebenfalls vom Preisniveau eher hoch sind. Dann gibt es einfachere Lokale, in der vor allem Einheimische essen, und in denen regionale Spezialitäten angeboten werden. Diese sind sehr günstig und oft kann man sich mit den Kellnern unterhalten und so Kontakt zu Einheimischen knüpfen. Zum dritten gibt es auf allen Märkten auch Esskantinen. Sie sind vom Preis her konkurrenzlos günstig, jedoch von der Hygiene her manchmal bedenklich. Wenn man einen empfindlichen Magen hat, sollte man dort also nicht essen.

Ausgehen[Bearbeiten]

Die Bolivianer gehen sehr gerne zum Tanzen aus. Jede Kleinstadt hat Bars und Diskotheken. Insbesondere Karaoke-Bars sind bei den Bolivianern sehr beliebt. Folklore-Peñas und Folklore-Events findet man ebenfalls sehr häufig, wo die traditionelle andine Folkloremusik gespielt wird. "Lounges" europäischer Prägung findet man dagegen nur in großen Städten.

In den Diskotheken wird Musik aller Musikrichtungen gespielt. Selbst in kleinen Dörfern kann man Hip Hop oder Industrial hören. Am beliebtesten scheinen aber lateinamerikanische Musikstile wie Salsa, Merengue, Cumbia und Cuarteto zu sein; auch Latin Hip Hop ist häufig.

Gewöhnungsbedürftig ist, dass es in vielen Diskotheken in kleineren Städten keinen Alkoholverkauf gibt, stattdessen einen Stand, an dem man Lutscher und Bonbons kaufen kann. Manchmal wird das Alkohol (meist nur Bier) auch direkt auf der Tanzfläche aus einer Kühltruhe verkauft. Kurios auch die Art in einer Disco zu tanzen: Getanzt wird generell in Reihen, man stellt sich also in eine Reihe und sucht sich dann aus der gegenüberliegenden Reihe einen Partner aus. Findet man keinen, läuft man in Kreisform um die Reihen der Tänzer herum und sucht sich einen neuen. Man sollte es aber mit dem "Anbaggern" nicht übertreiben, da die Bolivianer in kleineren Orten generell eher konservativ eingestellt sind.

In Großstädten dagegen findet sich ein durchaus mit europäischen Standards vergleichbares Nachtleben, dort wird dann auch "normal", also einzeln, getanzt. Die Techno-Szene ist aufstrebend und gehört neben Argentinien zu den besten Südamerikas, insbesondere in Santa Cruz de la Sierra.

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Insgesamt sind Hotels, Pensionen und andere Unterkünfte sehr günstig und in den Touristenorten und Städten auch oft komfortabel. Auf dem Land findet man oftmals auch sehr abenteuerliche Unterkünfte vor, von diesen sollten man sich aber nicht abschrecken lassen, da die Freundlichkeit sowie das Essen meist unschlagbar sind.

Camping ist in Bolivien wenig beliebt. Es gibt nur sehr wenige organisierte Campingplätze, freies Camping ist aber auf privaten Grundstücken z.B. von Bauern bei Nachfrage meist kein Problem. Diese Gastfreundschaft sollte man mit kleinen Geschenken oder etwas Geld honorieren.

Bildung[Bearbeiten]

In Bolivien besteht seit 1998 eine achtjährige Schulpflicht, diese wird von öffentlichen und privaten Geldern finanziert. Gute Schulen befinden sich hauptsächlich in Großstädten wie Sucre, La Paz, Cochabamba oder Santa Cruz.

Die ländliche Bevölkerung erhält meist wenig bis keine Bildung, etwa 15% aller Bolivianer sind Analphabeten. Dies liegt daran, das die Kinder häufig die Schule schnell verlassen, um auf dem Bauernhof der Eltern mitzuhelfen.

Arbeiten[Bearbeiten]

In Bolivien wird die Religionsfreiheit garantiert, Aber wie die meisten Länder Südamerikas ist Bolivien auch vom Katholizismus geprägt. Daher sind folgende landesweiten Feiertage meist mit Religiösem verbunden:

Neujahr (Año Nuevo): 1. Januar, Karneval (Carnaval): beweglicher Feiertag, Karfreitag (Viernes Santo): beweglicher Feiertag, Tag der Arbeit (Día del Trabajo): 1. Mai, Fronleichnam (Corpus Christi): beweglicher Feiertag, Nationalfeiertag: 6. August, Allerheiligen (Día de Todos los Santos): 2.November, Weihnachten (Navidad): 25. Dezember

In den Regionen gibt es ausserdem noch eigene Feiertage. Diese sind oft einem Heiligen gewidmet. So kann man das ganze Jahr über in verschiedenen Orten feiern.

Sicherheit[Bearbeiten]

In touristischen Städten gibt es viele Taschendiebe. Man sollte sehr gut auf sein Gepäck sowie Wertsachen aufpassen und sich nie von einheimischen Personen auf der Straße ablenken lassen, da dies meist Tricks zum Beklauen sind. Insbesondere an Busbahnhöfen oder Bahnstationen sollte man aufpassen. Meiden sollte man auch ausgesprochen arme Vororte von Großstädten, besonders berüchtigt ist El Alto bei La Paz.

Geld sollte auch niemals auf der Straße, sondern lediglich in den Wechselstuben gewechselt werden, da man fast nur Scheine erhält und die Anzahl dieser meist nie mit dem eigentlichen Wechselkurs übereinstimmt. Die Wechsler sind dann aber schon längst verschwunden, wenn man mit dem Nachzählen fertig ist.

Trotz dieser Risiken ist die Kriminalitätsrate vergleichsweise niedrig und eine der niedrigsten in ganz Südamerika. Insbesondere bewaffnete Überfälle sind sehr selten.

Seit Januar 2006 war Bolivien allerdings mehrfach in den österreichischen Medien in Zusammenhang mit der Entführung und Ermordung zweier Österreicher und weiterer Trickbetrügereien durch falsche Polizisten.

Gesund bleiben[Bearbeiten]

Die medizinische Versorgung ist in Großstädten im allgemeinen sehr gut. Jedoch sollte man Bargeld zur Verfügung haben, da eine Abrechnung direkt über die Krankenkasse oder andere Versicherungen meist nicht möglich ist. In ländlichen Gebieten ist die medizinische Versorgung recht schlecht. Wer im Hochland Probleme mit der dünnen Luft hat, sollte immer ein Sauerstoffgerät bei sich führen.

Um die Wirkung der sog. Höhenkrankheit einzudämmen (z.B. Übelkeit, Kopfschmerzen), hilft es Wunder, eine Tasse Cocatee (Mate de coca) zu sich zu nehmen. Er hat keinerlei berauschende Wirkung, ist sehr gesund und man bekommt ihn an jeder Ecke. Ansonsten gilt: Langsam gehen, besonders bei Steigungen. Wer empfindlich ist, sollte auf keinen Fall mit dem Flugzeug auf die Hochebene anreisen, sondern in Bus oder Bahn und in Etappen.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist allgemein subtropisch bis tropisch, die Temperaturen und Niederschlagsmengen hängen aber von der Höhenlage ab.

Auf dem Altiplano, der Hochebene, ist es das ganze Jahr über kühl mit großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Meist hat es tagsüber 25 Grad oder mehr und nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die Regenzeit ist allgemein im Sommer, südwestlich von Potosí ist das Klima aber sehr trocken.

Die Llanos, die Ebenen Südostboliviens haben ein subtropisches Klima mit sehr heißen Sommern (tagsüber 35°-40°C) und milden, frühlingshaft warmen Wintern (20°-30°C). Auch hier fällt meist nur im Sommer Regen, nur an den Berghängen der Yungas, der Übergangsregion zum Altiplano regnet es auch im Winter häufiger.

Nordbolivien liegt in der tropischen Amazonasebene. Regen fällt häufig das ganze Jahr über und es gibt kaum Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter, zu allen Jahreszeiten kann man mit 25°-35°C am Tag und einer hohen Luftfeuchtigkeit rechnen. Dafür wird es fast nie heißer als das.

Respekt[Bearbeiten]

Beim Fotografieren gilt es besonders achtsam zu sein. Einige Einheimische, vor allem in ländlichen Gebieten, sind dem Fotografieren gegenüber noch immer skeptisch. In touristischen Städten ist das Fotografieren von Personen meist kein Problem, wenn man vorher fragt "puedo sacar una foto de usted?". Vielleicht sollte man noch ein paar Münzen bereithalten, Vorsicht jedoch, weil man damit auch jemanden beleidigen kann.

Indigene Personen sollten nie "Indios" genannt werden, da dies als ähnlich rassistisch wie etwa "Nigger" in den USA gilt! Das verwenden des Begriffs "Indio" kann zu Ärger führen, pc ist Indígena(s). Zu ländlichen Indianern sagt man campesinos ("Bauern"), wobei die Betonung die Musik macht.

Insgesamt kleiden sich die Bolivianer vor allem in Städten oft ziemlich formell und schick - insbesondere die Jugend. Auf dem Land findet man dagegen häufig traditionelle Kleidung vor. Gegenüber Nacktheit sind die Bolivianer wie die meisten Südamerikaner auch ziemlich konservativ bzw. verklemmt.

Kommunizieren[Bearbeiten]

Wie auch in vielen anderen armen Ländern der Welt gibt es auch in Bolivien in nahezu jedem kleinem Dorf ein Internetcafe oder zumindest eine Telefonzelle mit Faxgerät. Für die Einheimischen sind diese Kommunikationsmittel meist der einzige Weg sich schnell und unkompliziert mit der "Außenwelt" zu verständigen.

Die Verständigung mit den Einheimischen funktioniert auch wunderbar mit geringen Spanischkenntnissen, da diese sehr geduldig sind und sich leicht das wichtigste mit Händen und Füßen klären lässt. Schwierig wird es erst, wenn man in Konflikte mit der Polizei gerät, da diese meist auch kein Englisch sprechen.

Mobiltelefone funktionieren in den Großstädten mittlerweile sehr gut (Tri-Band!). Vor allem in ländlichen Gebieten kann es aber sein, dass man ein Mobiltelefon ohne Sim-Lock benötigt, da hier noch die alten Systeme eingesetzt sind. In den Städten bieten Straßenhändler (gelbe Weste!) Telefonate mit ihrem Mobiltelefon an. Vor allem für Nationale Gespräche ist dies sehr günstig und praktisch.






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