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Assuan/West Bank

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Das Westufer Assuans ist nur in geringem Maße besiedelt. Bedeutendere Siedlungen sind Gharb Assūan (West-Assuan) nördlich von Qubbet el-Hawa und Sehēl Guban gegenüber der Nilinsel Sehēl.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Nilwestufer ist zu allen Zeiten kaum bewohnt. In pharaonischen Zeiten wird der Hügel Qubbet el-Hawa als Friedhof der Stadt Elephantine zumeist in der 6. und 12. Dynastie benutzt.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise erfolgt am einfachsten über die hiesigen Fähren:

  • Etwa 150 m südwestlich des Bahnhofs von Assuan verbindet eine Fähre Ost- und Westufer. Man erreicht das Westufer etwa am Nordende des Gräberfeldes von Qubbet el-Hawa.
  • An der Mitte des Westufers der Insel Elephantine starten Fähren zur Lord-Kitchener-Insel und zum Westufer von Assuan etwa auf der Höhe des Aga-Khan-Mausoleums.

Ungefähr zwei Kilometer trennt das Gräberfeld von Qubbet el-Hawa vom südlicher gelegenen Simeonskloster und dem Grabmal des Aga Khān, das letztgenannte Grabmal ist ca. einen Kilometer vom Simeonskloster entfernt.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Gelände auf dem Westufer verfügt nur über wenige Pisten. Man muss das Gelände hier zu Fuß oder hoch zu Kamel ergründen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Nekropole von Qubbet el-Hawa[Bearbeiten]

Unterhalb des Grabes des Scheichs Ali Abu-l’Hawa befindet sich am Osthang des bis zu 130 m hohen Hügels Qubbet e-Hawa die gleichnamige Nekropole von Fürsten und Beamten der 6. und 12. Dynastien. Die drei größten Gräber sind bereits von weitem an ihren vom Nilufer aus führenden Treppen erkennbar. Es sind dies alles Felsgräber mit einer geglätteten Grabeingangsfront und vorgelagertem Hof. Die Gräber der 6. Dynastie sind meist quergelegene Säulenhallen, von denen die Grabschächte für die Grabherrn ausgehen. Die Gräber der 12. Dynastie orientieren sich am „Gedanken des Weges“: Der dreischiffigen, nach Westen führenden Eingangshalle folgt ein Korridor zu einer Kultnische; erst später fallen Eingangshalle und Kultnische wieder zusammen. Die Darstellungen sind in der Regel als Malerei ausgeführt. Die Gräber sind durchnummeriert; die Nummer ist in Farbe an die jeweiligen Gräber geschrieben worden.

Die vier wichtigsten Gräber können auch von innen besucht werden (Lage von Süd nach Nord). Der Eintrittspreis beträgt LE 25.

  • Doppelgrab 25/26 für Mechu I. und seinen Sohn Sabni I., 6. Dynastie. Man betritt zuerst das südwestliche der beiden Gräber, das des Mechu, Kanzler des Königs von Unterägypten, Vorsteher der Fremdländer, Heeresvorsteher, Fürst und Vorsteher von Oberägypten aus der Zeit Pepis II. Unmittelbar am Eingang befinden sich zwei Obelisken. Die Grabhalle enthält 18, zum Teil mit Inschriften versehene rohe Säulen. Die Darstellungen an der rechten Eingangswand zeigen Opferdarstellungen vor dem Grabherrn, der Grabherr wird von einem Priester und drei Frauen gefolgt, und Feldarbeiten. Zwischen den Säulen der zweiten Reihe befindet sich eine Opfertafel, an der Westwand eine Nische mit der Scheintür. Vom Grab des Mechu aus erreicht man das des Sabni, Vorsteher Oberägyptens, Vorsteher der Fremdländer, Fürst, Träger des königlichen Siegels u.a. Die Grabhalle enthält zwölf Pfeiler. Der Grabeingang ist mit dem Grabherrn, seinen Söhnen und Priestern dekoriert. Gegenüber dem Eingang befindet sich eine Doppelszene des Grabherrn mit Familie beim Vogel- und Fischfang. Die Fassade seine Grabes enthält seine biografische Inschrift. Sie berichtet vom Tod seines Vaters in Nubien, seiner Heimholung nach Assuan und seiner Bestattung bzw. von Sabnis Ehrungen. Beide Gräber nutzen einen gemeinsamen Vorhof, zum dem aber zwei Rampen emporführen.
  • Grab 31 des Fürsten Sarenput II., Erbfürst, Fürst, Siegler des Königs von Unterägypten, Vorsteher der Priester der Satet, Vorsteher der Priester des Chnum von Elephantine, Zeit des Amenemhets II. (12. Dynastie). Er war vermutlich Sohn der Tochter (somit Enkel) Sarenputs I. Der Hof wird von der 8 m hohen geböschten Grabfassade im Westen begrenzt. Durch den Eingang gelangt man in die 12 m tiefe, 8,5 m breite und ca. 4,5 m hohe undekorierte Eingangshalle mit ihren zwölf Pfeilern. Zwischen dem zweiten und dritten Pfeiler auf der rechten Seite befindet sich ein Opferaltar. Eine neunstufige Treppe führt zum fast 10 m langen Korridor, auf dessen beiden Seiten sich drei fast lebensgroße Mumienstatuen befinden. Den Abschluss bildet die fast quadratische 4,2 m tiefe Kultkammer mit vier Pfeilern und mit einer Kultnische an der Rückwand. Während die Pfeiler das Bildnis des Grabherrn enthalten, ist die Nische mit den Darstellungen des Grabherrn am Speisetisch und an den Seiten mit der seiner Mutter am Speisetisch bzw. des Grabherr mit Ehefrau und Sohn zu sehen.
  • Das unscheinbare Grab 34n des Herchuf, Fürst, Träger des königlichen Siegels, Ritualpriester, Karawanen- und Heeresführer, Vorsteher der Fremdländer, Vorsteher von Oberägypten, aus der 6. Dynastie ist in der Wissenschaft wegen seiner biografischen Inschriften an der Fassade zu Berühmtheit gelangt. Herchuf berichtet unter anderem von seinen Expeditionen nach Nubien. Von einer dieser Expeditionen bringt er dem König Pepi II. einen Tanzzwergen mit.
  • Die Gräber 35 (erstes Grab) und 35d gehören derselben Person, nämlich Heqaib, genannt Pepinacht. Er war Vorsteher der Fremdländer, Heeresvorsteher, Schreiber der Zunft der Landpächter und Vorsteher der Kronenländer der Pyramide des Neferkare und lebte in der 6. Dynastie. Die Gräber selbst sind nicht so interessant, das erstere der beiden Gräber trägt aber eine biografische Inschrift. Heqaib wird später im gleichnamigen Heiligtum auf Elephantine verehrt bzw. vergöttlicht.
  • Grab 36 des Fürsten Sarenput I., Erbfürst, Fürst, Siegler des Königs von Unterägypten, Geheimrat des Königs im Heere, Größter Vorsteher der Schiffe im Könighaus, Vorsteher von Oberägypten, Vorsteher der Fremdländer und viele weitere Titel, 12. Dynastie. Besonders beeindruckend ist hier die 5,5 m hohe Grabfassade im versenkten Relief selbst mit zahlreichen Darstellungen des Grabherrn (u.a. mit der Vorführung von Stieren, einem Sandalenträger, einem Polizisten und Hunden, beim Fischspeeren im Kanu). Vor der Fassade befinden sich sechs Pfeiler. Im Grab erreicht man zuerst die 8 m tiefe, 6,6 m breite und 3 m hohe Vorhalle mit vier Pfeilern. Die Vorhalle ist mit Wandmalerein dekoriert, man sieht hier u.a. Frauen beim Besuch des Grabes, den Fischfang mit einem Zugnetz, Männer beim Waschen und Ausbreiten von Leinen am Fluss, Rinderherden, eine Wüstenjagd, Bootsszenen und einer biografischen Inschrift. Die Vorhalle wird über einen reichlich 10 m langen gewölbten Gang mit der 5,5 m langen Kultkammer verbunden, an dessen Rückwand sich die Statuennische befand. Von einigen Inschriften abgesehen verfügt die Kultkammer über keine weitere Dekoration.

Links neben dem Grab 34l befinden sich die Überreste einer koptischen Kirche, die auch noch Reste von Malerei zeigt.

Simeonskloster[Bearbeiten]

Das Simeonskloster (Deir Anba Sima'an, Deir Anba Hadra) befindet sich ca. 1 km landeinwärts etwa auf der Höhe der Insel Elephantine. Es ist für Besucher in der zeit von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt LE 20.

Ursprünglich war das Kloster dem Anba Hadra geweiht, der hier am Ende des 5. Jahrhunderts in einer Einsiedelei lebte, bevor ein Bischof von Syene (Assuan) wurde. Später erst wurde es unkorrekterweise nach dem Anba Simaan benannt. Der Ursprung des Klosters liegt im Dunkeln, er geht wohl auf des 7. Jahrhundert zurück. Das heutige Kloster stammt aus dem 10. Jahrhundert, wurde aber wegen Wasser-Versorgungsengpässen und ständigen Angriffen von Beduinenstämmen im 13, Jahrhundert aufgegeben.

Das Kloster ist von einer umfangreichen bis 7m hohen Mauer umgeben. Der Haupteingang befindet sich im Osten; ihm gegenüber befindet sich die dreischiffige Basilika. Die Basilika ist von mehreren Felsgrotten ehemaliger Einsiedler umgeben, eine der Grotten zeigt noch eine sehenswerte Deckenbemalung mit geometrischen Formen und Heiligendarstellungen. Im westlichen, höher gelegenen Teil des Klosters befinden sich die Schlafsäle mit gemauerten Betten (Dormitorium), das Refektorium (Speisesaal), die Küchen, Ställe, eine Mühle, Öl- und Weinpressen, Öfen, Salzkläranlagen, Einrichtungen zum Umfüllen von Wasser und Latrinen.

Grabmal des Aga Khān[Bearbeiten]

Das für das Ismaʿiliten-Oberhaupt Aga Sir Sultān Mohammed Schah (1877 – 1957) errichtete überkuppelte Mausoleum beherbergt den Sarkophag Aga Khāns und seiner Ehefrau aus weißem Marmor, der täglich mit einer roten Rose geschmückt wird. Seine Familie entschied 1999, das Grabmal nicht mehr für die Allgemeinheit zu öffnen.

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Ausgehen[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Eine Unterkunft wählen die Touristen meist im nahe gelegenen Assuan.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Im Norder des Dorfes Gharb Assuan befindet sich ein antiker Granit-Steinbruch.

Weblinks[Bearbeiten]

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