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Abū Ṣīr (Memphitische Nekropole)

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Abu Sir, auch Abusir (arab.: أبو صير, Abū Ṣīr), ist eine archäologische Stätte in Unterägypten (Ägypten) und Teil der Memphitischen Nekropole am Wüstenrand im Governement Gīza. Der Ort befindet sich 10 km südlich von Gīza und 3 km nordnordwestlich von Saqqara und ungefähr 35 km vom Stadtzentrum Kairos entfernt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Abū Sīr ist die Nekropole der Könige der 5. Dynastie und stellt die Erweiterung des Pyramidenfeldes von Gīza nach Süden dar. Die Grabanlagen des ersten (Userkaf) und des letzten Königs der fünften Dynastie (Unas) befinden sich weiter südlich in Saqqara. Insbesondere östlich der heute unverkleideten Lehmziegelpyramiden befinden sich die Mastaba- und Schachtgräber hoher Beamter aus dieser Zeit. Die Nekropole ist in der Spätzeit wiederverwendet worden.

In Abū Sīr lässt sich der Aufbau der Pyramidenanlagen der 5. Dynastie gut studieren. Sie bestehen aus dem Taltempel, dem Aufweg, dem Totentempel im Osten der Pyramide, der Pyramide selbst und einem pyramidenförmigen Südgrab an der Südostseite des Pyramidenbezirks. Die am besten erhaltene Anlage ist die des Königs Sahure. Gegenüber den Pyramiden der 4. Dynastie in Gīza wird die Bautechnologie verändert: auf einem stufenförmigen Kern von kleineren Steinen und Schottermaterial wurden Kalksteinblöcke zur Verkleidung errichtet. Das heutige Fehlen der Kalksteinverkleidung ist nicht der Verwitterung zuzuschreiben, sondern „modernem“ Steinraub. Für die Auskleidung der Grabkammer, des Gangs zur Grabkammer und der giebelförmigen Decke der Grabkammer wurden zwar massive Kalksteinblöcke verwendet. Sie konnten jedoch dem Druck nicht standhalten, so dass Grabkammern und Gänge aller Pyramidenanlagen von Abū Sīr eingestürzt sind.

Die bedeutendste Grabanlage eines Beamten ist die des Ptahschepses; er war Wesir in der 5. Dynastie.

Das Gelände wurde in den Jahren 1902 – 1908 von Ludwig Borchardt ausgegraben. Seit den 1970-er Jahren werden erneut Grabungen durch ein tschechischen Team unter der Leitung von Miroslav Verner unternommen, die noch bis in die Gegenwart andauern. Zu den Funden gehören ein zweites Papyrusarchiv, die Pyramidenanlage der Chentkaus, der Mutter von Sahure und Neferirkare, und das Grab des Arztes Udjahorresnet (Perserzeit).

Eine Besonderheit dieser Zeit stellen die ca. 1 km nördlich befindlichen Sonnenheiligtümer des Userkaf und das deutlich besser erhaltene Sonnenheiligtum des Niuserre nahe des Dorfes Abū Ghurāb dar. Dies sind aber keine Gräber, sondern Tempel zur Verehrung des Sonnengottes Re.

Anreise[Bearbeiten]

Auto[Bearbeiten]

Für den Besuch von Abū Sīr sollten Sie sich in Kairo ein Taxi mieten.

Bus und Minibus[Bearbeiten]

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gestaltet sich schwieriger. Zuerst fahren Sie mit einem Sammeltaxi vom Busbahnhof hinter dem Ägyptischen Museum in Richtung der Giza-Pyramiden ("Haram") und steigen an der Haltestelle zu den Taxis nach Saqqara aus. Danach steigen Sie in ein Sammeltaxi nach Saqqara, steigen aber nicht im Dorf Saqqara aus! Wenn auf der rechten (westlichen) Straßenseite eine Hinweistafel mit der Aufschrift "To Sakkara Antiquities" erscheint, steigen Sie aus. Auf ungefähr halben Wege nach der Nekropole von Saqqara zweigt eine Asphaltstrasse nach Norden nach Abū Sīr ab. Von hier aus sind es noch etwa 3 km (Fuß)weg bis zur Nekropole von Abū Sīr.

Bahn[Bearbeiten]

Eine Bahnverbindung gibt es nicht.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Stätte lässt sich nur zu Fuß ergründen. Der Weg zur Pyramide des Sahure ist betoniert, alle anderen Wege muss man im zum Teil in tiefem Sand bewältigen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Öffnungszeiten: 9 – 17 Uhr. Eintrittspreis: LE 20. Reisende berichten in jüngster Zeit, dass das Areal trotz offizieller Öffnungszeiten und Ticketpreise nicht zugänglich sei.

Pyramiden der 5. Dynastie von Nord nach Süd[Bearbeiten]

  • Pyramide des Sahure. Die Basislänge der Pyramide betrug 79 m, die Höhe der Pyramide ursprünglich 50 m. Der Grundriss des Totentempels ist heute noch gut am Basalt gepflastertem Boden und einigen Granitsäulen auszumachen. Die Kalkstein-Tempelwände mit ihrer Dekoration sind heute in den Museen von Berlin (Bode-Museum) und Kairo zu sehen. Der Totentempel und der Taltempel wurden mit einem 235 m langen gedeckten Aufweg verbunden. Südich des Totentempels lassen sich die Reste des Südgrabes ausmachen. Ein Modell dieser Pyramidenanlage findet man im Ägyptischen Museum von Kairo.
  • Pyramide des Niuserre. Die Basislänge der Pyramide betrug 79 m, die Höhe der Pyramide ursprünglich 50 m. Die Anlage bleib unvollendet. Neuserre usurpiert offensichtlich den Aufweg seines Vorgängers Neferirkare.
  • Pyramide des Neferirkare, 200 m südlich der Pyramide des Sahure. Die Basislänge der Pyramide betrug 100 m, die Höhe der Pyramide ursprünglich 64 m. Die Anlage wurde berühmt wegen der in ihrem Totentempel gefundenen Papyri, die die Verwaltung der Pryamidenanlage und des Totenkults im Alten Reich beschreiben. Die Anlage bleib unvollendet. Etwa 50 m südlich der Pyramide des Neferirkare befindet sich das Pyramidengrab der Königin Chentkaus. Letzteres ist wohl ein Kenotaph, da sie auch ein Mastabagrab in Gīza besitzt.
  • Pyramide des Neferefre. Die Basislänge der Pyramide betrug 60 m. Der Taltempel ist bis heute nicht entdeckt worden.
  • Die Grabanlage eines fünften Königs, wohl die des Schepseskare, sind nordwestlich der Pyramide des Sahure gefunden worden. Es handelt sich hier um Ausschachtungen, die offensichtlich abrupt abgebrochen wurden.

Sonnentempel[Bearbeiten]

Mastabagräber[Bearbeiten]

  • Mastaba des Ptahschepses, Wesir und Oberster Richter unter Neuserre, 5. Dynastie. Dies ist das größte und eins der bedeutendsten Privatgräber des Alten Reiches. Es befindet sich nordöstlich der Pyramide des Neuserre und südöstlich der Pyramide des Sahure. Im Norden der 56 × 42 m großen Anlage befindet sich das eigentliche Grabgebäude, vor dem Eingang stehen zwei Lotosbündelsäulen. Hinter dem Eingang befindet sich ein zweiter Portikus, dem sich der Opferraum mit drei Opfernischen anschließt. Südlich davon befindet sich ein großer Pfeilerhof mit zwanzig Pfeilern, weiterhin zwei Barkenräume, Magazinräume und die eigentliche Grabkammer im Westen. Auf den Reliefs sind der Grabherr als Kind auf dem Schoß seines Vaters sitzend, der Grabherr mit seiner Frau sowie Handwerks- und Marktszenen zu sehen. Der zweite Portikus und der Opferraum waren in den vergangenen Jahren nicht zugänglich.

Einkaufen[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Küche[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Unterkunft[Bearbeiten][hinzufügen listing]

Direkt im angrenzenden Dorf Abusir gibt es das Nasser Abughoneim Guest House mit Blick nach Abusir und Sakkara. Einfach, aber sauber mit traditionellem ägyptischen Frühstück. http://nasserabughoneimguesthouse.com . Abholung direkt durch den Gastgeber. Kontakt: Mohammed Abughoneim: mohammed@nasserabughoneimguesthouse.com +201 20528 1918. Weitere Unterkunftsmöglichkeiten bestehen üblicherweise in Kairo.

Weiter geht's[Bearbeiten]

Sie können den Besuch von Abū Sīr mit den Nekropolen von Saqqara, Dahschur, mit dem Museum der Alten-Reichs-Hauptstadt Memphis und/oder den Sonnenheiligtümern von Abū Ghurāb verbinden. Der Besuch der Sonnenheiligtümer von Abū Ghurāb erfolgt zu Fuß. Der Fußweg durch den Sand ist beschwerlich, man benötigt ca. 30 bis 40 Minuten für eine Strecke.






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