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Ṣān el-Ḥagar

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Unterägypten : Nildelta : Scharqīya : Ṣān el-Ḥagar
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San el-Hagar, manchmal San el-Haggar (arab.: صان الحجر, Ṣān al-Ḥagar) ist ein kleines Fischerdorf zwischen el-Manzala im Norden und es-Salihīya im Süden am Mu'izz-Kanal, ca. 70 km nordöstlich von ez-Zaqāzīq im Gouvernement asch-Scharqīya im östlichen Nildelta (Ägypten) am tanitischen Nilarm. Im Südosten des Dorfes erstreckt sich die altägyptische Stadt Tanis.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Dorf Ṣān el-Ḥagar bieten kaum Sehenswertes. Haupterwerbszweig ist der Fischfang u.a. im nahe gelegenen Manzala-See.

Tanis, die griechische Bezeichnung für das altägyptisch Djanet, ist eine späte Stadtgründung, ihre Anfänge reichen bis ans Ende der 20. Dynastie zurück. Sie wurde wohl als Gegenstadt zur Ramsesstadt (Qantir) unter Nutzung von Spolien aus eben dieser Stadt errichtet. Sie liegt im 19. oberägyptischen Gau und war möglicherweise dessen Hauptstadt in der Spätzeit. Sie war wichtiger Handelsplatz für den Handel mit Syrien-Palästina.

Tanis besitzt einen bedeutenden Tempelkomplex und Königsnekropole der 21./22. Dynastie; umfangreichere Bautätigkeiten gab es später nur noch in der 26. und 30. Dynastie. Die Hauptgötter sind Amun (Amonrasonther), Mut und Chons, so wie man sie aus Theben kennt.

Das Gelände besteht hauptsächlich aus einem 430 × 370 m großen Tempelkomplex mit seiner Umfassungsmauer. Im Südwesten befindet sich noch ein kleinerer Tempelbereich für Mut, Chons und Astarte.

Der Hauptbau des großen Tempelkomplexes wird durch den Amun-Tempel gebildet. Das Vorhandensein zahlreicher wiederverwendeter Bauteile aus der Zeit Ramses’ II. hatte Wissenschaftler zur falschen Annahme verleitet, dies sei die Ramsesstadt. In der Mitte der Nordseite des Komplexes befindet sich der Chons-Neferhotep-Tempel aus der Zeit Nektanebos II. und östlich hiervon der Heilige See. Im äußersten Osten findet man noch zahlreiche Säulen des Osttempels Osorkons II. vor. Im Südosten befindet sich noch ein kleiner Horustempel.

Psusennes ließ später eine kleinere Umfassungsmauer errichten, in deren Südwest-Ecke die Königsnekropole der 21. und 22. Dynastie angelegt wurde.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden erstmals Grabungen auf dem insgesamt 1 × 3 km großen Areal durch Mariette und Flinders Petrie durchgeführt. Die Sensation gelang aber erst Montet mit seinen Grabungen in den Jahren 1939 – 1946, der hier die genannten Königsgräber entdeckte, die zu den bedeutendsten Grabungsfunden in Ägypten gehören: Silbersärge, Goldmasken und üppige Grabausstattung erinnern vielleicht am ehesten an den Grabfund des Tutanchamun. Die Wirren des Zweiten Weltkrieges führten aber dazu, dass dieser Grabfund nicht in das Bewusstsein der archäologisch interessierten Menschheit eingegangen ist. Der Grabschatz ist heute in einem eigenen Saal im Obergeschoss des Ägyptischen Museums zu Kairo ausgestellt. Das Gelände ist bis heute noch nicht vollständig ausgegraben worden.

Im Alten Testament wird die Stadt, das biblische Zeon, zu den wichtigsten ägyptischen Städten gezählt (Ezekiel 30:14).

Die Anlagen sind heute weitgehend zerstört; insbesondere die Kalksteinblöcke wurden in Kalkbrennereien der Wiederverwendung zugeführt. So verwundert es nicht, dass man hier heutzutage hauptsächlich Granitartefakte vorfindet.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise ist nicht ganz einfach. Sie lässt sich nur mit einem Auto oder Taxi bewerkstelligen. Von ez-Zaqāzīq (Zagazig) fährt man in nordöstliche Richtung über Abu Kebir bis nach Fāqūs (ca. 50 km), in Fāqūs biegt man nach Norden in Richtung el-Huseinīya ab. Unterwegs, nach ca. 7 km passiert man das Grabungsgelände von Tell el-Dab'a. 2 km hinter el-Huseinīya biegt man in Richtung el-Manzala ab, nach 15 km erreicht man das Dorf Ṣān el-Ḥagar, kurz vor dem Erreichen sieht man das Hinweisschild nach Tanis. Die Gesamtstrecke ab ez-Zaqāzīq beträgt ca. 90 km.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Grabungsgelände muss man zu Fuß ergründen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Man erreicht das Grabungsgelände im Westen. Neben dem Tickethäuschen befindet sich ein kleines Museum, dass man zu Beginn oder am Ende des Besuchs besichtigen kann. Öffnungszeiten: 9 – 17 Uhr. Eintrittspreis: LE 16.

Tempel[Bearbeiten]

  • Tempel des Amun. Man betritt nun den Tempelkomplex durch das Granit-Tor Scheschonk III. mit einer Statue Ramses’ II. Wenn man geradeaus weiterläuft, erreicht man den 234 m langen Amun-Tempel mit seinen drei Pylonen. Da aber nur noch wenige Reste vorhanden sind, braucht man schon etwas Fantasie, um sich diesen Tempel vorstellen zu können. Dennoch kann man durchaus interessante Architekturfragmente entdecken. 23 Obelisken säumten die Pylone und Tempelteile; ein Obelisk Ramses’ II. befindet sich heute in unmittelbarer Nähe des Kairener Flughafens.
  • Chons-Neferhotep-Tempel aus der Zeit Nektanebos II.
  • Osttempels Osorkons II.
  • Horus-Tempel.

Königsräber von Tanis[Bearbeiten]

Den Höhepunkt bildet der Besuch der Königsgräber. Die Gräber wurden zumeist aus Kalksteinblöcken errichtet und manchmal mit einer Ziegelmauer eingefasst. Die Sargkammer des Psusennes und des Amenemopet (Grab 3) und die des Osorkons II (Grab 1) wurden aus Granitblöcken errichtet. Im Osten befinden sich die Gräber 3, 1 und 2 (von Nord nach Süd), an der Nordwestecke des Grabes 3 das Grab 4, südlich des Grabes 4 das Grab 6 und nördlich des Grabes 4 das Grab 5. Die Gräber gehören zu:

  • Grab 1: Osorkon II., 22. Dynastie.
  • Grab 3: Psusennes I., 21. Dynastie.
  • Grab 5: Schoschenq III., 22. Dynastie.

Weitere Gräber

  • Grab 2: Pami, 22. Dynastie.
  • Grab 4: Errichtet für Amenemope, 21. Dynastie.

Besichtigen kann man in jedem Fall das Grab 3, da es nach oben offen ist und man es von einer Plattform aus betrachten kann. Der Zutritt zu den anderen Gräbern wird aufgrund ihrer geringen Größe Reisegruppen verwehrt. Als Einzelreisender hat man hier bessere Karten: mit Verhandlungsgeschick (und Bakschisch) findet man bestimmt den Wärter, der die Schlüssel zu den anderen Gräbern besitzt und aufschließt. Die Gräber 1, 3 und 5 sind mit versenktem, ehemals bemaltem Reliefs dekoriert, die Darstellungen orientieren sich an den thebanischen Königsgräbern, dies sind Darstellungen aus den Unterweltsbüchern und hymnische Anrufungen an Amun, Chons, Mut, Osiris und Sokar.

Die imposante Grabausstattung befindet sich heute im Ägyptischen Museum von Kairo.

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Weiter geht's[Bearbeiten]

Sie können den Besuch von Tanis mit dem Besuch von Bubastis verbinden.

Weblinks[Bearbeiten]




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